Warendorf in alten Ansichten

Warendorf in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Paul Leidinger
Gemeente
:   Warendorf
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2820-9
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Warendorf in alten Ansichten'

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49. Das 1908 abgerissene Haus Düthmann auf der Ecke Freckenhorsterstraße-In den Lampen verkörpert den im westfälischen Hausbau weit verbreiteten Typ des bürgerlichen Hallenhauses, der in Warendorf allerdings dem daraus entwiekelten Wohndeelenhaus zahlenmäßig nachstand. Er ist gekenzeichnet durch ein straßenseitiges Tor und eine dahinter liegende Deele, die bis zur Küche vor dem Rückgiebel führt. Hier allerdings ist die Deele an die Seite versetzt und das Haus zu einem Flurhaus mit ausgebautem zweiten Stock umgestaltet. Es hat daher weniger einer ackerbürgerlichen, sondern mehr einer städtisch-gewerblichen Nutzung gedient, die aber Viehhaltung einschloß. 1907 war links in dem Haus ein Herren- und Damen-Friseur-Geschäft untergebracht. Die Pumpe rechts war damals noch voll in Betrieb.

50. Bis etwa 1930 stand auf dem Schweinernarkt, einem der städtischen Nebenmärkte, noch eine öffentliche Pumpe. Nur wenige Häuser hatten damals Privatbrunnen, die meisten der über siebenhundert Wohnhäuser in der Stadt waren zu Pumpen- oder Brunnengemeinschaften zusammengeschlossen, Zu der des Schweinemarktes gehörten elf. Insgesamt zählte man um 1800 fünfundsiebzig Brunnen und zweihundert Pumpen in der Stadt. Seit dem Mittelalter versorgten sie bis zur Einrichtung der zentralen Wasserversorgung 1907 die Bürger mit Wasser. Die abends mit einem sogenannten 'Aalämpken' beleuchteten Pumpen waren zugleich beliebte Stätten für den Nachbarschaftsklatsch, der dann 'brunnenkundig' durch den Ort wanderte. Nur noch wenige alte Pumpen sind heute in der Stadt zu sehen,

51. Die nach dem Geschlecht Lünemann (später Lüninck) benannte Lüningerstraße wird schon 1434 erwähnt. An ihrer Nordwestseite lag der 1321 bezeugte, aber bald aufgelöste Beginenhof. Schräg gegenüber stand bis 1616 das armen Reisenden und Pilgern Unterkunft gewährende St-Gertrudis-Haus. An seiner Stelle stiftete 1842/43 der Warendorfer Bürger Franz Joseph Zumloh das Josephshospital, dessen ursprüngliches Gebäude in der Mitte des Bildes links schon bald baulich über die ganze südliche Straßenflucht erweitert, aber 1969 abgerissen wurde. Die Giebelhäuser der Nordseite deuten den Gewerbereichtum der Straße an, auf der im Hause Nummer 14 bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Gesellenherberge 'Zum goldenen Hirschen' und Nummer 18 die Bäckerei und Brauerei 'Im Schlüssel', später die Vereinsbrauerei, lagen.

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52./53. So bot sich das Josephshospital um 1930 vom Binnenhof aus südwestlicher Sicht dar. Die einzelnen Bauabschnitte sind zu einem Gesamtkarree verbunden, wodurch die Bettenzahl des 1842 errichteten Hospitals von dreißig auf schließlich zweihundertvierzig erweitert wurde. Die nebenstehende Skizze zeigt die ursprüngliche Situation mit dem zweistöckigen Gründungshaus von 1842, das zur Gartenseite später einen Balkonvorbau erhielt. Die seitlichen Anbauten stammten von 1845 und 1867, die entlang der Krückemühle, die vor allem medizinische Funktionsräume aufnahmen, aus den

Jahren 1890-1903. 1938 wurden die Häuser Lüningerstraße 7-13 abgerissen und durch einen Erweiterungsbau ersetzt, an den 1953/54 ein Südflügel quer durch den Garten angebaut wurde, der nach dem Abbruch des Gesamtkomplexes 1969 heute allein noch steht und die Stadtverwaltung seit 1970 beherbergt. Am 15. November 1968 bezog das Josephshospital im Norden der Stadt einen modernen Neubau mit dreihundert Betten. Kein anderes Straßenviertel der Altstadt hat in den vergangenen hundertfüntzig Jahren eine so völlige Umgestaltung erfahren.

54. Das Freckenhorster Tor zeigt sich 1878 noch recht urtümlich, obgleich der die Straße überspannende mächtige Torturm bereits 1825 zusammen mit dem Pförtnerhaus abgebrochen wurde und der Bliek nun frei in das dem Tor vorgelagerte Gartengelände gehen kann. 1826 wurde das neue Torschreiberhaus rechts erbaut, daneben im gleichen Jahr nach einem Mescheder Muster das zweistöckige Landwehr-Zeughaus. 1840 wurden seine Ziegelpfannen durch Asphaltplatten von Kluck aus Münster ersetzt. Später ist das Haus erweitert und nach Aufhebung der Warendorfer Garnison 1878 zu einem Hotel umgebaut worden. Das Lüninghaussche Fachwerkgiebelhaus links mußte 1895 dem Neubau der Post weichen, die 1899 hierhin verzog. Ein Rest der Stadtbefestigung im Anschluß daran blieb bis 1903 stehen. Das holprige Pflaster scheint noch dem 1620 hier vorgenommenen Straßenbau zu entstammen.

Freckenho rster strasse

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55. Im Jahre 1906 präsentiert sich das Freckenhorster Tor wesentlich verandert und geschäftiger: der rote Backsteinbau der Post und das Hotel Henckel im erweiterten alten Zeughaus bestimmen das Straßenbild. Post und der 1887 an der Wallpromenade eröffnete, 1901 nach Westen verlegte Bahnhof belebten die Verkehrs- und Geschäftssituation, die bis dahin im Schatten der anderen Hauptstraßenzüge der Stadt gestanden hatte. Seit der Eröffnung der Umgehungsstraße 1937 ist das Freckenhorster Tor der belebteste Verkehrsknotenpunkt der Stadt. 1906 deminierten allerdings noch Pferdewagen und Eselskarren. Das erste Giebelhans rechts, heute Porten Leve, war früher die Bäckerei und Brauerei 'Im Stiefel', im Giebelhaus links hatte der Wiedertäufer Dusentschur 1534 sein Quartier, von dem aus er zum Volk predigte.

56. Unter den zu Mariä-Himmelfahrt in den Straßen der Stadt aufgestellten neun Triumpfbögen trug der der Freckenhorsterstraße eine besonders reich verzierte Bekrönung. Über einem Halbbogen steht in der Mitte eine Madonnenfigur. Der Bogen ist mit Girlanden geschmückt und durch Lampions und elektrische Beleuchtung erhellt, die um 1914 üblich war, dann aber bis vor wenigen Jahren einer sehr viel stimmungsvolleren Gasf1ammenbeleuchtung wich. Der Brauch, aus Anlaß des seit 1752 in der Stadt als Fest eingeführten Mariä-Himmelfahrts-Tages Bögen aufzustellen, geht wahrscheinlich nicht vor die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Bis heute ziehen die am Vorabend illuminierten Bögen die Menschen von nah und fern an.

57. Ihr Festtagsgewand legt die Freckenhorsterstraße wie die übrige Stadt seit alters jährlich am Mariä-Himmelfahrts-Tag und folgenden Bürgerschützenfest an. Am Sonntagvormittag zieht dann die große Stadtprozession, tags darauf der Festzug der Bürgerschützen - wie hier 1904 - darüber. Doch hat sich das auf der Ansicht noch wesentlich vom 18. Jahrhundert bestimmte Strafsen- und Häuserbild bis heute außerordentlich gewandelt. Das große sogenannte Pagenstechersehe Haus rechts, dessen alter Kamin seit 1950 den Clubraum der Harmonie ziert, mußte 1930/32 dem Neubau der damals vereinigten Stadt- und Kreissparkasse weichen. Damit begarm ein Veränderungsprozeß, der seit 1969 die Häuser beider Straßenseiten erfaßt hat, Hinter dem Haus Nummer 7 lag bis 1938 die Synagoge der ehemals bedeutenden Warendorfer Judengemeinde.

König-Strasse

...?.. -

58. Die Königsstraße als Teil der uralten Fernhandelsweges vom Süden nach Norden war früher wesentlich bedeutender als die am Kriekmarkt kreuzende West-Ost-verbindung, Erst mit der Entstehung der Städte und der Territorialisierung des Münsterlandes seit etwa 1200 kehrte sich das Verhältnis in sein Gegenteil um. So war es möglich, die Königsstraße, die sich ursprünglich nach Süden über die erst seit dem 18. Jahrhundert sogenannte Bühlstraße in gerader Richtung fortsetzte, auf das neue Freckenhorster Tor abzubiegen und ihr in der Freckenhorsterstraße eine breitere, allerdings wesentlich nur auf den Nahverkehr gerichtete Parallele zu geben. Der Kreuzpunkt der Königsstraße mit der Brünebrede, dem Alten Steinweg und In den Lampen hieß früher 'Im Ort' und bezeichnet die Grenze der Warendorfer Stadtsiedlung um 1160. Hier lag einst der sogenannte Hexenstein.

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