Warendorf in alten Ansichten

Warendorf in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Paul Leidinger
Gemeente
:   Warendorf
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2820-9
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Warendorf in alten Ansichten'

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59. Die Brünebrede, die sich 1878 noch in einem urtümlichen Zustand mit der Straßenpflasterung des 17./18. Jahrhunderts darbietet, wird schon 1277 als 'Bruningbrede' bezeugt und stellt wahrscheinlich wie der Münsterwall eine frühe Erweiterung der Stadtsiedlung Warendorf zwischen 1160 und 1200 dar. Der Name könnte von einem Bruno aus dem Geschlecht der Ritter von Warendorf stammen, die um 1173 den Mühlenhof als Stammsitz aufgaben und den 'Neuen Hof am Heumarkt gründeten. Das Grundwort 'Brede' ist die Bezeichnung für eine breite hofnahe Ackerflur. Links liegt Nummer 37 das Hotel 'Im Engel', das seit 1545 als Gaststätte bezeugt ist und sich seit 1692 im Besitz der Familie Leve befindet, rechts das um 1795 erbaute Zuhornsche Eckhaus, in dem der Geschichtsschreiber der Stadt, Geheimer Justizrat Wilhelm Zuhorn (1849-1914), wohnte, nach dem auch rechts die Straße benannt ist.

60. Die Hohe Straße führt vom Emskolk zur Münsterstraße hoch und stellt wahrscheinlich die alte Westgrenze der Stadtsiedlung von 1166 dar. Hier lag das 1742 erbaute stattliche Giebelhaus des Leinenhändlers Dünheuft, das 1852 als Waisenhaus unter der Leitung der Damen vom Heiligsten Herzen Jesu, später der Clernensschwestern, eingerichtet wurde und in der Folgezeit Altersheim und Kinderhort war. 1868/69 wurde es durch einen seitlichen Backsteinanbau erweitert. 1928 war es als Pensionat 'Haus Overberg' für auswärtige Schüler eingerichtet und ausgebaut worden, bis 1934 die NS-Zeit der geistlichen Leitung die Weiterführung unmöglich machte. Danach war das Haus kurzfristig Jugendherberge, nach dem Krieg wieder Altenheim. bis es 1969 der Farnilienbildungsstätte des Dekanates Warendorf wich und durch ein neues Altenheim am Bentheimer Turm ersetzt wurde.

61. Mit der Abfahrt der letzten Personenpost Warendorf-Münster am 9. Februar 1887 vom 'Kaiserlichen Postamt 1. Klasse' in der Oststraße ging für Warendorf die Postkutschenzeit zu Ende, da am Folgetag die lang ersehnte Eisenbahnlinie Münster-Warenderf und kurz darauf auch die Warendorf-Rheda eröffnet werden konrite. Das 1876 errichtete Gebäude diente der Post bis zum Umzug 1899 an das Freckenhorster Tor. Links daneben lag die 1670 eingerichtete Thurn und Taxische Posthalterei mit dem renommierten Gasthof 'Zur Kaiserlichen Reichspost', in der die Stadt 1806 ein Essen für König Ludwig von Holland, einen Bruder Napoleons, gab, dessen fünfjähriger Sohn Großherzog von Berg und damit Warendorfer Landesherr wurde. 1813 quartierte sich der Preußische General von Bülow hier ein. Vielleicht machte auch Goethe am 10. Dezember 1792 hier Station, als er auf seiner Westfalenreise auch Warendorf berührte.

62. Der 8. Februar 1887, an dem nach zweijähriger Bauzeit die Eisenbahnstrecke Münster-Warendorf feierlich eröffnet wurde, war ein Festtag für die ganze Stadt, bedeutete er doch für Warendorf den lang ersehnten Anschluß an den modernen Verkehr, auf den die im 19. Jahrhundert in ihrem gesamten Status zurückgebliebene, um 1800 noch gewerbereiche Mittelstadt lange vergebensgehofft hatte. Das Bild zeigt den ersten Bahnhof zwischen Wallpromenade und Brede, der mit der Eröffnung der Strecke Warendorf-Freckenhorst am 1. April 1901 weiter nach Westen an seine jetztige Stelle verlegt wurde. Bis dahin hatte sich auch die Stundengeschwindigkeit der Züge von 15 auf 20 km gesteigert.

63. Im Jahre 1930 war der heutige August-Wessing-Darnm noch ein abgelegener Sandweg, der das zwischen Münster- und Freckenhorster Tor liegende Gartengelände quer durchschnitt. Durch die wachsende Verkehrsdichte in der Stadt wurde er schon bald als Urngehungsstraße in Aussicht genommen. Noch vor dem Ende der Weimarer Republik begann man im Zuge von Notstandsmaßnahmen zur Behebung der Arbeitslosigkeit mit dem Ausbau des Weges, der nach der Machtergreifung dann als 'Hitler-Programm' fortgesetzt wurde. 1937 konnte die Umgehungsstraße eröffnet werden. Sie erhielt dabei auf dem Teilstück bis zum Freckenhorster Tor die Bezeichnung: Adolf-Hitler-Damm. Nach Kriegsende wurde sie nach dem im KZ Dachau umgekommenen Hoetmarer Pfarrer und Dechant August-Wessing benannt. Die Sandstraße im Vordergrund führt zum Bahnhof. Im Hintergrund sieht man die 1899 erbaute Evangelische Kirche.

Warendorf

Xönigl . .J:ehryuminar

64. Mit dem in den Jahren 1878-1882 vor dem Freckenhorster Tor erbauten 'Königlichern Lehrerseminar', das von Langenhorst nach Warendorf verlegt worden war, erweiterte sich die Stadt über ihre alten Mauern nach Süden hin. Eine 'Kreuzung zwischen Kloster und Kaserne' nannte Karl Wagenfeld, einer der namhaftesten Absolventen der Anstalt, das Seminar, das in seinen unteren Etagen die Lehr- und Unterrichtsräume, im Obergeschoß die Schlafräume für etwa die .Hälfte der rund einhundert Seminaristen hatte, die einem strengen Reglement unterlagen. Nach der Auflösung des Lehrerseminars 1925 beherbergte das Gebäude bis 1964 die aus dem Seminar hervorgegangene Aufbauschule, die 1928 dort mit der Gymnasium Laurentianum räumlich und organisatorisch vereinigt wurde. Seit 1974 dient es dem Kreis und der Kreisberufsschule Warendorf.

65. In Warendorf, in dem während der Reformationszeit weite Kreise der Bürgerschaft dem lutherischen und hernach dem reformierten Bekenntnis zuneigten, entstand eine evangelische Kirchengemeinde dauerhaft erst nach der Säkularisierung des Fürstbistums Münster. Am 5. Oktober 1828 wurde sie durch Kabinettsordre des neuen preußischen Landesherren rechtlich begründet und ihr die Kapelle des ehemaligen Marienfelder Hofes als Gotteshaus zugewiesen, wo bis zum 6. Juli 1899 der Gottesdienst gefeiert wurde. Dann konnte die mit königlicher Huld außerhalb des Stadtgrabens im Südwesten nach dem Plan des Regierungsbaurats Siebold in Bethel erbaute neue Kirche bezogen werden, die sich hier mit ihrem schlanken Turm idyllisch im Stadtgraben spiegelt, der 1907 noch voll Wasser stand und den Promenadenweg begleitete.

Warendorf Partie am S:.d·ga~en mit evange.. K.rche

66. Eines der frühesten Warendorfer Fotos zeigt die Altstadt vor 1869 von der großen Bleiche des jenseitigen Emsufers aus. Neben der Alten Kirche erhebt sich das frühere Waisenhaus an der Kirchstraße, in das 1855 die seit 1847 in Kompanie mit Eduard Wiemann geführte Firma Brinkhaus von der Mühlenstraße aus umzog. 1861 richtete sie hier eine dampfmaschinengetriebene mechanische Weberei ein, für die auch der neue Fabrikschornstein gebaut wurde. Er bezeichnet den Übergang Warendorfs in das Industriezeitalter, der sichmit der Emsidylle. den beiden originellen-Badehäuschen der Familie Köppel-Geismann und dem Kahn im Vordergrund recht harmonisch ausnimmt. 1869 brannte die Fabrik ab und wurde an gleicher Stelle dreigeschossig neu errichtet, dabei auch in das gleichzeitig im selben Stil neu erbaute Nachbarhaus an der Kirchstraße erweitert, so daß nunmehr neunzig Webstühle betrieben werden konnten.

67. Im Jahre 1879 trennten sich die beiden Gesellschafter Brinkhaus und Wiemann einvernehmlich. Während letzterem das Werk an der Kirchstraße verblieb, das er nunmehr in Assoziation mit seinem Verwandten Christoph Bispinck aus Münster weiter betrieb, legte Brinkhaus am 28. August 1879 den Grundstein zu einem neuen Werk auf einem Gelände des jenseitigen Emsufers, das 'up de Bleike' und 'de Ossenkopp' hieß und bis zur Ablösung durch chemische Verfahren im 19. Jahrhundert lange Zeit über als Bleiche für das berühmte Warendorfer Leinen benutzt worden war. In fast zwei Monaten hatte die Banfirma Carlé den Rohbau erstellt, 1880 konnte er bereits bezogen werden. Er enthielt eine mechanische Weberei mit hundertdreißig Stühlen, eine Garn- und Stückefärberei sowie eine Bleiche und Appretur und war, mit Gasbeleuchtung versehen, damals eines der fortschrittlichsten Textilwerke des Münsterlandes,

Warenderf i. W.

Partie an den Emsbrocken.

68. Die um 1905 entstandene Ansicht des Ernstales verdeutlicht recht eindrucksvoll die frühere, noch ganz vom Fluß und den Emsbleichen bestimmte Situation. Hinter der 1794 erbauten und 1905 um seitliche Bürgersteige verbreiterten ersten Emsbrücke biegt rechts der Weg zu den Emsbleichen und der 1879 hier erbauten neuen Brinkhaussehen Fabrik ab. Dahinter liegt der Gelbe Kolk, der sich bis zum Mühlenkolk erstreckt. Über ihn führt eine zweite, 1798 erbaute Emsbrücke. Auf dem Gelände dahinter hat ehemals ein Hospital mit einer Kapelle gestanden, bei der bis 1824 der sogenannte Spitaler Markt stattfand. 1898 erstand hier inmitten ihres Privatparks das Mausoleum der Eheleute Wiemann. Eine dritte Brücke führte von hier aus über die Alte Ems auf das jenseitige Ufer, wo 1889 die Villa Brinkhaus links erbaut wurde.

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