Weener in alten Ansichten

Weener in alten Ansichten

Auteur
:   Rudolf C. Hoek
Gemeente
:   Weener
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1781-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Weener in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Der natürliche Geestrücken von Weener hat die Besiedelung schon vor mehr als 4000 Jahren begünstigt. Nach den lückenlosen Funden besteht kaum ein Zweifel daran, daß der Geestrücken auf dem Gebiet der heutigen Stadt Weener in ununterbrochener Folge besiedelt war.

Aus der ältesten urkundlichen Erwähnung im Jahre 950 nach Christus darf man annehmen, daß Weener schon zu dieser Zeit ein Ort war. Wie inzwischen allgemein bekannt ist, vermachte ein wohlhabender Landbesitzer bei seinem Eintritt in das Kloster Werden a.d. Ruhr diesem seine Besitztümer. Die Reginhardstraße erinnert an ihn. In den Werdener Urbaren der Jahre 950/51 nach Christus wird in Nr. 2 Weener mit Weinere, in Nr. 5 und 6 mit Wianheri und in Nr. 8 mit Wenari genannt. Aus dem 10. bis 12. Jahrhundert sind uns auch Keramiken und Handwerkszeug erhalten. Zeugen aus der darauf folgenden Zeit wurden bei den Erneuerungsarbeiten in der alten reformierten St-Georgskirche gefunden. Pastor Sigismund Meyer hat die Funde sichergestellt und sie dem Heimatmuseum übergeben.

Die Ems als Handelsweg von Nord nach Süd und urngekehrt wird im frühen und im späten Mittelalter der Entwicklung Weeners zu einem kleinen Handelsort verholfen haben. Die ersten Spuren einer gewerblichen Entwicklung waren die Pannen- und Pottbackereien. Handgebackene Floeren, Mauersteine und Handstrichziegel waren nach unseren heutigen Begriffen Exportartikel für den Umtausch mit Bekleidungsstücken, Bauholz und Brennstoff. Vorteilhaft für

Weener war, als der Ort um das Jahr 1500 die Waagegerechtigkeit erhielt. Auf dem nördlichen Geestausläufer bis zum Hafen hin entwickelte sich Handel und Gewerbe. Der südliche Geestrücken bis zur Südenburg hin blieb bäuerlicher Natur. Während der niederländischen Freiheitskriege wurde 1568 der Ort Weener gebrandschatzt. Später zog der Dreißigjährige Krieg mit allen Kriegsschrecken durch Weeners Gassen. Weil die Ems der gegebene Handelsweg für Weener war, ist es erklärlich, daß sich hier Handel und Wandel entwickeln konnte.

Im Jahre 1508 wurde der Ort zum Marktflecken erhoben. Zu Johannis und Michaeli waren Märkte verliehen. Richtig entfalten konnte sich Ween er erst wie schon angedeutet - als Gräfin Anna von Ostfriesland der Kirchengemeinde die Waagegerechtigkeit verlieh. Weener erhielt im Jahre 1576 einen offenen Tiedehafen. Auf den Märkten wurden landwirtschaftliche Erzeugnisse, Flachs, Speek, Butter, Käse, Korn und Vieh, gehandelt. Am Hafen und in der Norderstraße begarm sich ein reges Geschäftsleben zu entfalten. Es gab dort Segelmacher, Reep- und Tauschläger, Korn- und Sägemühlen und eine Segelschiffwerft. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts begarm in Weener der Pferdehandel, dafür ging der Hafenbetrieb zurück, vielleicht deswegen, weil um 1650 das Siel nicht mehr in Funktion war. Aus Briefen der Weeneraner Pferdehändler weiß man, das Pferdekoppeln von hier nach Paris, Wien, Rom und Nowgorod zogen. Dieser Pferdehandel machte Weener zu der Zeit weitbekannt; nach den Befreiungskriegen verlor er an Be-

deutung. Nach dem Tode des letzten ostfriesischen Fürsten, Karl-Edzard, fiel 1743 Ostfriesland an Preußen. Wegen des wachsenden Wohlstandes genoß Friedrich der Große hohes Ansehen.

Nach einer ruhigen Zeit kam nach dem Frieden von Tilsit im Jahre 180 7 eine politische und wirtschaftliche Umstellung. Weener wurde mit dem Rheiderland wieder zu Holland geschlagen, zum Departement Ems-oxidentale - 1813 - nach der Völkerschlacht bei Leipzig kam die Befreiung zugleich mit der Enttäuschung, daß wir nun in hannoverschen Besitz kamen. Der Marktflecken nahm immer mehr an Bedeutung ab. Nach dem Königreich Hannover kamen wir 1867 an Preußen zurück. 1885 wurde der Kreis Weener gebildet.

Handel und Wandel belebte sich wieder. Es entwickelten sich gewerbliche und industrielle Betriebe. Es entstand die Firma S.F. Koolman (1817); es ist die heute noch existierende Brennerei Ecks. In Weener gab es zahlreiche Bierbrauereien, die bis auf die Hesse Bräu bald wieder eingingen. Seit 1860 hat Weener und das Rheiderland eine Heimatzeitung, ein Verbindungsglied der Rheiderländer. Es gab eine Margarinefabrik, eine Seifensiederei, eine Zichorienfabrik und andere Handlungen. 1879, vor 100 Jahren, gründete Herrn. A. Hesse einen Gartenbaubetrieb, er wurde der größte und reichhaltigste in Deutschland. Rund 200 Weeneraner hatten hier eine Arbeitsstelle. Hermann A. Hesse wurde 1933 Ehrenbürger der Stadt Weener. Weit über die Grenzen Ostfrieslands hinaus erwarb sich die 1912 gegründete Puddingspulverfabrik A.J.

Polak einen sehr guten Ruf. Den Wohlstand der damaligen Vorkriegszeit erkennt man an den großen Landwirtschafts- und Gewerbeausstellungen 1907 und 1914. Dann änderte sich alles sehr bald, wenn auch die Bevölkerung keine große Not litt. Schwer wirkten sich aber die Nachkriegsjahre, die Inflationszeit, aus. Die Währung waren Naturalien. Bei den Sparkassen wurden die sogenannten Roggenwertkonten geführt. Eine Rheiderland-Zeitung - 'das Blattje' - gab es gegen Lebensmittel.

Im Jahre 1926 wurde die alte Emsbrücke durch die stabilere 'Friesenbrücke' mit einem Fußweg ersetzt. Die Orte jenseits der Ems wurden dadurch mit Weener stärker verbunden. Im Jahre 1929 erhielt Weener das Stadtrecht. Das Wappen zeigt den Vogel Phönix über flammenden Scheiten. Dieses ist ein Teil - übernommen - aus einem alten Fleckensiegel; es erinnert an den Brand während des Dreißigjährigen Krieges. Bis 1867 war Weener Marktflecken, dem bei Übernahme durch die Preußen in dem Jahre städtische Verwaltung verliehen wurde. Wie einst im 13. Jahrhundert des kleinen Rheiderland-Freistaates war Weener - wie berelts erwähnt - von 1885 bis 1932 wieder Mittelpunkt einer geschlossenen Verwaltungseinheit: dem Rheiderland.

Nicht nur für Weener, sondern auch für das gesamte Rheiderland war es ein harter Schlag, als im Jahre 1932 durch Sparmaßnahmen der Regierung der Kreis Weener aufgelöst wurde.

1. Im Jahre 1929 erhielt der Ort Weener das Stadtrecht verliehen. Weeners Wappen zählt zu den größten Seltenheiten in der Heraldik. Als Schildfigur führt es einen sagenhaften Vogel, und zwar einen Vogel, der der ägyptischen Mythologie angehört, es ist der Phönix der Sonnengott. Dargestellt wird er als ein aus Flammen mit einem darunter befindlichen Scheiterhaufen hervorwachsender pfau- oder adlerartiger Vogel. Dieses ist ein übernommener Teil aus einen alten Ortssiegel; es erinnert an die Brandschatzungen während des Dreißigjährigen Krieges. Bis 1867 war Weener ein Marktflecken, dem bei Übernahme durch die Preußen in diesem Jahre eine städtische Verwaltung übertragen wurde. Von 1885 bis 1932 war Weener Mittelpunkt einer geschlossenen Verwaltungseinheit: des Landkreises Weener.

2. Der Norderhilgenholt wird zur Zeit wieder von Menschen besiedelt. Von Anbeginn der Bebauung an war der Verfasser dieses Büchleins bestrebt, dort nach vorgeschichtlichen Funden zu suchen. Er hat mehrere Feuerstellen und Wohnhöhlen freilegen können und Teile von vielen hundert Gefäßen und Töpfen geborgen. Die hier gezeigten wurden wieder hergestellt. Andere Funde aus der Stein-, Bronce-, Eisen- und aus der römischen Kaiserzeit mit genauen Orts- und Zeitangaben der Funde lassen Zusammenhänge erkennen und belegen, daß in dieser frühen vorgeschichtlichen Epoche sowie auch im frühen und späten Mittelalter, bis heute hin in die Neuzeit hinein, hier Menschen lebten.

3. Mit Flaggen und bunten Ehrenbögen wurden die engen Straßen geschmückt, wenn es galt, an vaterländische Triumpfe zu erinnern. Alle Jahre wieder wurde so hingewiesen auf siegreich erkämpfte Schlachten. Hier schauen wir in die Norderstraße hinein und erkennen links die Stufen des Hauses Norderstraße 40, wo früher die städtische Sparkasse war und wo heute das Rechtsanwaltbüro DI. Conring sich befindet. Rechts findet man hinter der ersten Hausecke die Einfahrt in die Neue Straße.

4. Die ältesten Siedlungsstraßen unseres Ortes vom Hafen bis hin zum heutigen Feuerwehrgerätehaus liegen auf einem Höhenzug, der sehr eng - man kann sagen - städtisch bebaut ist. Der enge Straßenzug bot sich an, zu Kirchen-, Schutzen- und Soldatenfesten ausgeschmückt zu werden. Dieser große Ehrenbogen aus dem Jahre 1895 steht dort, wo heute die Geschäfte Ammermann und das Wollstübchen sind.

5. Dem Betrachter fällt es schwer, auf diesem Bild Anhaltspunkte für unseren Heimatort zu entdecken. Diese Ansicht stammt aus dem Jahre 1897 und wurde in der Neuen Straße vor den Häusern des Malermeisters Reek und des Bäckermeisters KooIman aufgenommen. Ostfriesen, Preußen, Chinesen und Neger bewachen die schlafende 'Gerrnania'. Das in Stellung gebrachte drohende Ofenrohrgeschütz hat mit Bestimmtheit keinen Menschen ein Leid zugefügt.

6. Ein Ehrenbogen zur Sedanfeier im Jahre 1898 in der Süderstraße nahe der 'Weinbergkreuzung' bis in die Toppen beflaggt, mit mutigen Männern in schwindelnder Höhe und mit einer stattlichen Schar erwachsener und jugendlicher Leute läßt die damalige starke vaterländische Gesinnung erkennen. Mancher eingesessener Bürger unserer Kleinstadt wähnt unter den sonntaglich Gekleideten seine Groß- odèr gar seine Urgroßeltern.

7. In Weener gibt es seit 400 Jahren eine Schule. Im Jahre 1576 gab es einen Lehrer, der in der zu einer Schulklasse umgebauten alten Johanniskirche Unterricht abhielt. Dieses alte Schulhaus stand dort, wo heute an der Norderstraße der Kirchturm steht, es wurde im Jahre 1820 abgebrochen. Zu dieser Zeit wurde im Rheiderland in holländischer Sprache Unterricht abgehalten. In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts erst gab es Unterricht in Deutsch. Viele werden sich an Fräulein Lina Timmer erinnern. Sie war Handarbeitslehrerin. Ihr Zeugnis aus dem Jahre 1893 ist unterschrieben von den damals bekarmten Lehrern Prümers und Frieden, die in Weener Schulgeschichte machten.

8. Die 'Gerrnania', das Denkmal der 31 Gemeinden des Rheiderlandes zum Gedenken an ihre Gefallenen Söhne des Krieges 1870/71, steht vor dem Rathaus zu Weener, welches früher das Landratsamt war. Es fehlen heute die auf dem Bilde erkermbaren Schrift- und Namenstafeln, sie wurden erhalten und befinden sich in einem guten Zustand. Sie sollten wieder angebracht werden. An der Kleidung der hier abgebildeten Frauen und Madehen erkennt man unschwer, daß das Bild aus dem vorigen Jahrhundert stammt.

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