Weilheim in alten Ansichten

Weilheim in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Johann Bauer
Gemeente
:   Weilheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2371-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Weilheim in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die älteste fotografische Ansicht dieses Buches ist vor 1872 aufgenommen worden. Damals hatte Weilheim um die 3 000 Einwohner. Es konnte auf eine lange Geschichte zurückblicken: Spätestens 1238 war es zur Stadt erhoben worden, 1261 ist der erste Richter zu Weilheim genannt. Die Stadt war also schon über 600 Jahre lang Verwaltungszentrum gewesen und ist es geblieben bis auf den heutigen Tag.

Um das Jahr 1872 fing die Stadt an, sich von dem Niedergang zu erholen, der sie durch die Säkularisation der Klöster im Jahre 1803 getroffen hatte.

Im Mittelpunkt des Pfaffenwinkels, mit zwölf Klöstern im Umkreis, waren Weilheims Handwerker mit Aufträgen verwöhnt worden, richteten sich Bildhauer, Maler und Goldschmiede ihre Werkstätten ein, Insbesondere während der Barockzeit sorgten Äbte und Pröpste mit ihren ständigen Aufträgen dafür, daß Weilheimer Künstler in einen ähnlich guten Ruf kamen wie die Wessobrunner Stukkatoren. Aus diesem 'Klein-Nürnberg' wurde mit der Klosteraufhebung beinahe schlagartig ein spießbürgerliches Landstädtchen. Die Kunstwerkstätten wurden geschlossen, die Handwerker verlegten sich mehr und mehr auf die Landwirtschaft, aus den Händlern wurden Krämer und die Beamten hofften, durch eine Beförderung in eine andere Stadt zu kommen, in der es wenigstens eine höhere Schule für ihre Söhne gab,

Der Anfang zu einer neuen Blütezeit geschah mit dem Anschluß ans Eisenbahnnetz im Jahre 1865. Innerhalb von 20 Jahren stieg die Einwohnerzahl um bei-

nahe 50% von 2 639 auf 3 893. (1939 waren es 7 356, 1983 sind es 17 102 Einwohner.)

In der 'Gründerzeit' von 1872 an geschah manches, was wir heute zu bedauern versucht sind: Die Stadttore wurden niedergelegt, die Stadtmauer wurde an beliebigen Stellen durchbrochen, Kapellen und Wegkreuze fielen einer Aufklärungswelle zum Opfer und für die Fresken an den Hauswänden fand sich niemand mehr, der sie erhalten mochte. Bäche wurden unter die Erde verbannt, die einstmals charakteristischen Pappeln wurden gefällt. Das neue Leben in der alten Stadt verschaffte sich Platz. Weil die Ansichten aus dieser Zeit stammen, können sie zeigen, wie Straßenzüge, Häuser, Fluren und Leute ausgesehen haben, bevor Weilheim die größte Veränderung in seiner 750jährigen Stadtgeschichte erfahren hat.

Die alteingesessenen Weilheimer werden sich noch an das eine oder andere erinnern können. Ihnen bedeutet manches Bild Geschichte, und Geschichten werden ihnen dazu einfallen. Für Jüngere und Zugezogene wurde versucht, mit einem Begleittext ein wenig von dem reichen historischen Schatz zu heben, der unter vielen Einzelheiten steekt. Zum größten Teil wurden Unterlagen des Stadtarchivs herangezogen; dabei soll an dieser Stelle dem Herrn Stadtarchivar Josef Ledermann sowohl für die Bildauswahl als auch für die Hilfe beim Aufsuchen von Fundstellen Dank und Anerkennung gesagt werden.

Ein besonderer Dank gilt dem 1. Bürgermeister der Stadt Weilheim, Herrn Dr. Johann Bauer, der die Erstellung dieses Bildbandes angeregt und gefördert hat.

1. Das Prachttor Weilheims, zugleich das größte und stärkste, war das Schmiedtor, auch Münchner Tor genannt. In der Gasse, die zum Hauptplatz führte, hatten die Schmiede ihre Werkstätten. Zur Zeit der Aufnahme (vor 1873, dem Abbruchjahr des Tores) war die Schmiedgasse schon 'moderne' Geschäftsstraße mit Schaufenstern, Markisen und Gehsteig.

2. Im Jahre 1874 wurde das anmutigste Stadttor abgebrochen, das Pöltner Tor, auch Krautturm genannt. Es war so eng, daß der neue Tierarzt, als er drei Jahre vor dem Abbruch seine Möbel nach Weilheim brachte, umladen mußte, weil er sonst mit dem Wagen nicht durchgekommen wäre. An der linken Ecke steht das Haus des Drechslers Benedikt Höck, daneben die 'Möbelfabrik' des Bürgermeisters Oswald Weinhart.

3. 'Die Hofstatt' hieß dieser Platz bis weit ins vorige Jahrhundert hinein, weil hier das Gesinde seinen Aufenthalt nahm, wenn Herzöge und Kurfürsten zu langerem Jagdaufenthalt in Weilheim waren. Das Haus rechts mit den Laternen war die 'Post', dessen Besitzer Dionys Daffner 1760 kaiserlicher Posthalter wurde. Der Gasthof Post war noch um 1920 'erstes Haus am Platze'. Das Obere Tor wurde 1871 abgebrochen.

4. Hier begegnen sich das alte und das neue Weilheim: Noch steht das 1873 abgerissene Schmiedtor, vorne liegen schon Schwellenstapel, Baumaterialien und Schienen für die Bahnanlage, auf denen 1866 die Strecke München-Weilheim-Unterpeißenberg in Betrieb genommen wurde. Damals bestanden nicht nur die später verwirklichten Pläne von Bahnverbindungen nach Garrnisch-Partenkirchen, Augsburg und Schongau-Kaufbeuren; da war auch noch die Rede von Verbindungen nach Holzkirchen, Tölz und Landsberg. die Weilheim zu einem grofsen Eisenbahnknotenpunkt machen sollten.

5. Im Jahre 1874 wurde das Pöltner Tor abgerissen, das hier links neben dem Kirchturrn von St. Pölten noch zu sehen ist. Die Kirche St. Pölten mit dem Patrozinium St. Hippolythus gilt als das älteste Gotteshaus der Stadt, Es karn 1310 an das Augustiner-Chorherrenstift Polling und war Mitte der einstigen Vorstadt gleichen Namens. Die Mauer umgab einen eigenen Friedhof. Der Neubau im Westen der alten Kirche veränderte 1967/68 das Bild vollkommen.

6. Eine typische Ansichtskarte aus der Zeit um die Jahrhundertwende. Da ist 'alles drauf', was wichtig erschien: Kirchen und markante Häuser, der Hohenpeißenberg und das Gögerl, die Eisenbahn und ein rauchender Fabrikkamin, ein paar Dörfer und natürlich 'das Gebirg'! Bloß ist alles so durcheinander, daß es beinahe zu einem Bilderrätsel wird: Was ist wo? Jedenfalls ist bei der Fotomontage berücksichtigt, daß es sich um eine alpennahe Stadt handelt, um die 'churfürstl, Statt Weilhaimb in obern Bayrn Vorm Gebürg gelegen', wie anno 1658 beurkundet wurde.

7. So, wie die Gögerlwirtschaft 1886 aussah, war sie beliebte Einkehr für die Weilheimer nach dem Sonntagsspaziergang, Biergarten an warmen Feierabenden, Mittelpunkt bei den beliebten Kinderfesten mit Eierkugeln zu Ostern, Sackhüpfen und Wurstschnappen im Mai. Platz für die Sonnwendfeier und mancherlei Geselligkelt im Freien blieben Biergarten und Hänge bei der Gögerlwirtschaft bis zu Zweiten Weltkrieg.

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8. Humor und Zukunftsphantasie brachten zu Beginn unseres Jahrhunderts solche Fotomontagen zustande. Daß gerade das Gögerl Anlaß zu solchen Visionen gab, ist kein Zufall: Sommerfeste und Kindernachmittage wurden dort in ziemlicher Häufigkeit abgehalten, vor dem Aufkommen des 'Schneeschuhlaufens' war es im Winter Rodelberg für Kinder und Erwachsene. Der Sonntagsspaziergang übers Gögerl war zu einer Zeit, in der gerade die ersten Automobile in die Stadt kamen, das Wochenendvergnügen der allermeisten Weilheimer.

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