Weilheim in alten Ansichten

Weilheim in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Johann Bauer
Gemeente
:   Weilheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2371-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Weilheim in alten Ansichten'

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19. Erst mit dem Aufkommen des Autoverkehrs bekam die Münchener Straße - der hier gezeigte Teil hieß damals noch Franziskanerstraße - ein Kleinsteinpflaster. Ebenso wie die 'Trottoire' bestand sie aus festgestampfter Erde. Der Rechtsverkehr hatte sich noch nicht durchgesetzt, Ochsengespanne waren häufiger als Zugpferde. Das 'Kellerhaus' im Norden des 'Heilig-Geist-Spitals' wurde 1957 abgetragen, als der erste Erweiterungsflügel für das Städtische Bürgerheim errichtet wurde. Die 'protestantische Kirche' blieb mit dem Eisengitter bis zu ihrem Umbau 1963 eingefriedet.

20. Der Bräuwastlkeller an der Münchener Straße war um die Jahrhundertwende noch eine beliebte Einkehr der auswärtigen Stadtbesucher vor der Abfahrt ihrer Züge. Jede Brauerei hatte damals ihren Bierkeller; er wurde im Winter mit so viel Eis - zumeist aus dem Dietlhofer See - angefüllt, daß darin bis in den folgenden Herbst hinein das Bier kühl gelagert werden konnte. Darum waren die Kellerwirtschaften so beliebt, weil sie auch im Sommer eine frische Maß ausschenken konnten. Im Garten des 'Hipperkeller', wie ihn alte Weilheimer nach den früheren Bräuwastlbesitzern auch nannten, spielten an warmen Sonntagen Blaskapellen auf. In dem umgebauten Gebäude ist heute die BayWa.

21. So zog sich die Münchener Straße von der Abzweigung der Bahnhofstraße nach Norden hinaus: mit einer Schotterdecke, ohne befestigte Gehsteige und mit einem Verkehrslärm, der in der Hauptsache durch wiehernde Pferde und schnalzende Fuhrmannspeitschen verursacht wurde. Links - an Stelle des heutigen BayWa-Lagerhauses - steht noch der Bräuwastlkeller mit seinem Saalbau. Rechts gegenüber hatte einer der drei Ärzte, die damals in Weilheim zugelassen waren, seine Praxis: Dr. Kollmann mit seinem stadtbekannten Schneeglöckerlgarten.

22. Töllern mit der Johannisldrche war im Mittelalter - anderthalb Kilometer vor den Toren der Stadt gelegen - eine Stätte des Elends: Im Leprosenhaus, rechts neben der Kirche, mußten die Aussätzigen leben, bis sie der Tod erlöste. In der Nähe war die Hinrichtungsstätte mit dem Galgen und die Köpflinde, an denen die Todesstrafen vollzogen wurden. Die Kirche, 1409 zum erstenmal erwähnt, hat ein gotisches Netzgewölbe und eine beachtliche Innenausstattung.

23. Der Weilheimer Bahnhof, vom Öferl aus fotografiert. 1864/65 mit dem Bahnbau nach Weilheim errichtet, blieb er in diesem Zustand, bis er um 1930 die (hier noch fehlenden) Bahnsteigüberdachungen und kurz darauf einen Anbau für den Zeitungskiosk erhielt. Das.Post- und Telegrafenamt mit dem spitzen Antennentürmchen war nach dem Ersten Weltkrieg erbaut worden. Am 16. Mai 1923 kam es dort zu einer nachrichtentechnischen Sensation: Das erste automatische Fernsprechamt Deutschlands mit Selbstwählbetrieb wurde hier seiner Bestimmung übergeben.

24. Ein Bombenangriff durch amerikanische Flugzeuge am 19. April 1945 zerstörte die gesamten Gleisanlagen und die Hälfte des Bahnhofsgebäudes, das Postund Telegrafenamt, die Fabrikanlage Roemer am Öferl und sonstige Gebäude in der Bahnhofgegend. Der Angriff forderte 19 Menschenleben, darunter zwei Soldaten eines ungarischen Lazarett, zuges, der während der Bornbardierung

im Bahnhof stand.

25. Die Karl-Böhaimb-Straße hieß um 1900, als diese Aufnahme gemacht wurde, noch Karlstraße. Sie ist nach Karl August Böhaimb benannt, 'k. Stadtpfarrer, Mitglied der historischen Vereine von Oberbayern, Schwaben, Oberpfalz, Mittelfranken und Neuburg a/D.' So betitelt er sich selber in der 'Chronik der Stadt Weilheim, vom Ursprunge der Stadt bis auf die neueste Zeit'. Von 1857 bis 1886 war Böhaimb in Weilheim tätig; 1865 veröffentlichte er die Chronik, die heute nochjedem als Grundlage dient, der Heimatgeschichte betreibt. Die letzten großen Ereignisse, die Böhaimb beschrieb, sind die Verlägerung der Eisenbahnstrecke von Stamberg bis Weilheim und die Inbetriebnahme der Gasbeleuchtung in den Straßen der Stadt. Mit Benedikt Höck war Böhaimb Begründer des Stadtmuseums im Jahre 1882.

26. Ein Bild beschaulicher Ruhe bot um 1920 der heutige Rathausplatz, der bis ins 19. Jahrhundert Hofstatt und dann hundert Jahre lang Postplatz hieß. Der gesamte Verkehr zwängte sich bis in die Mitte unseres Jahrhunderts durch die Kirchgasse über den Marienplatz in die Schmiedstraße. Hierher kamen an Jahrmarkttagen die 'Standlleute', hier wurden noch 1920 kleinere Viehmärkte abgehalten. Und die Weilheimer Schulkinder konnten ohne viel Verkehrsregelungen den Platz überqueren, wenn sie zur nahen Schule an der Röntgenstraße gingen.

27. Nachdem 1760 der Besitzer des Gaberlbräuanwesen, Dionys Daffner, kaiserlicher Posthalter geworden war, entwickelte sich dieses Gebäude, in dem heute das Kaufhaus Echter seine Verkaufsräume hat, zum führenden Gasthof der Stadt. Fürsten und Minister übernachteten dort ebenso wie reisende Geldverleiher oder Zahnärzte, die ihre Dienste im Weilheim-Werdenfelser Wochenblatt anboten. Im linken Gebäudetrakt, hinter den großen Fenstern, lag der 'Postsaal', in dem glanzvolle Feste mit Theateraufführungen und Bällen gefeiert wurden, bis dort nach dem Ersten Weltkrieg das erste Weilheimer Kino einzog.

Weilheim

in der Zu~unfl

28. Der Zigarrenhändler und Postkartenverleger Kurt Limberg konnte sich den Rathausplatz schon als Weilheimer Verkehrszentrum vorstellen, als dies noch der verschlafene Postplatz war. Die Häuser sind original: Links, hinter dem Kreuz an der Linde, war die Molkerei an Stelle des heutigen Rathauses. Im Hintergrund ist das Krönnerhaus am Marienplatz zu sehen; rechts steht das Bacherhaus, sichtlich schon in der damaligen Phantasie ein Verkehrshindernis.

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