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Weinheim in alten Ansichten

Weinheim in alten Ansichten

Auteur
:   Friedrich Noe
Gemeente
:   Weinheim
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1027-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Weinheim in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Vom Landstädtchen zur Industriestadt

Der Name Weinheim geht nicht, wie oft angenommen wird, auf den hier betriebenen Weinbau zurück, obwohl dieser, begünstigt durch das milde Klima an der Bergstraße, schon seit karolingischer Zeit von allen Landwirtschaftszweigen am liebevollsten gepflegt wurde. Die fränkische Siedlung Winenheirn ist vielmehr als 'Heim des Wino', das heißt' Freundesheim' , zu deuten. Der Ort lag topografisch und handelspolitisch ideal, denn hier kreuzten sich zwei bedeutende Straßen: die als Heer- und Handelsstraße wichtige Bergstraße, die zwischen Heidelberg und Darmstadt verläuft, und ein Handelsweg vom Odenwald nach Lorsch und Warms. Auf eine frühe, zentrale Bedeutung weist auch das im Jahre 1000 verliehene Marktrecht und das 1065 verliehene Münzrecht hin. Über 450 Jahre lang waren die Fürstäbte des reichsunmittelbaren Königsklosters Lorsch die Herren Weinheims. Danach gehörte es fast 600 Jahre zur Kurpfalz, bis es 1803 zum land Baden kam.

Im 19. Jahrhundert begann nun eine sich stetig aufwärts entwickelnde Industrialisierung, die zwar die Zünfte und viele alte Handwerksbetriebe, wie die Gerbereien und die meisten Mühlen, verschwinden ließ, der Stadt aber einen wirtschaftlichen und sozialen

Aufschwung bescherte und ihr eine Mittelpunktsfunktion zuwies.

So manches Bauwerk vergangener Jahrhunderte wurde im Zuge der wirtschaftlichen und der damit verbundenen baulichen Entwicklung abgerissen oder doch so sehr verändert, daß von seiner ursprünglichen Form heute nicht mehr viel zu erkennen ist. Gassen, Straßen, Plätze, Gärten und Feldflur erhielten zum großen Teil ein anderes Aussehen. Auch die Lebensgewohnheiten der Menschen änderten sich. Zu den Handwerkern und Bauern, die ihrer alten Arbeit treu blieben, kamen jetzt die Arbeiter, die 'in der Fabrik' ihren Lebensunterhalt verdienten, hinzu. Die dominierende Lederindustrie, die Maschinen-, Holz-, Seifen- und Teigwarenfabriken und eine Großmühle waren die Ursache, daß die Einwohnerzahl der Stadt, in der Hauptsache durch Zuwanderung aus dem hessischen Odenwald, in früher nie gekarmtem Ausmaß anstieg. Sie erhöhte sich von 6350 im Jahre 1870 auf über 11 000 im Jahre 1900.

Eine neue, modernere Zeit brach an. Mit der Bevölkerungszunahme fand auch eine außerordentliche Steigerung des Fremdenverkehrs statt, dessen erster Anziehungspunkt die 'Fuchs'sche Mühle' im Birkenauer Tal war. Später kamen die Gasthöfe 'Karlsberg' ,

'Pfälzer Hof', 'Vier Jahreszeiten' und 'Prinz Wilhelm' dazu, die ganz auf den Fremdenverkehr eingestellt waren. Im Jahre 1910 gab es außerdem noch 49 Gastwirtschaften und 2 Cafés. Die gastfreundschaftliche Bergstraße, das milde, fast südländische Klima und die malerische Gegend ließen schon Kaiser J osef 11. (1741-1790) ausrufen: 'Hier bin ich in Italien!' Die blühenden Hänge des Odenwaldes am Rande der Oberrheinischen Tiefebene und ihre gepflegten Gärten und Felder brachten der Stadt den ehrenvollen Beinamen 'Perle der Bergstraße' ein. Der Weinbau, der noch' am Anfang des 19. Jahrhunderts an allen Südund Westhängen, von Sulzbach bis nach Lützelsachsen, betrieben wurde, ging leider durch die sich immer mehr ausbreitende Wohnbebauung auf ein Minimum zurück.

Weinheim hatte das Glück, daß es im Laufe seiner Geschichte, trotz vieler Kriege, Plünderungen und Brandschatzungen nie dem Erdboden gleichgemacht wurde, wie es so vielen Orten in der Kurpfalz widerfuhr. Man darf es als weiteren Glücksfall bezeichnen, daß nicht alle, die durch den großen industriellen Aufschwung, ab 1870, zu Wohlstand kamen, mit der neuen Zeit gingen und ihre Häuser abrissen oder modernisierten. Viel altes Kulturgut

wurde dadurch in unsere Zeit herübergerettet. 'Weinheirn in alten Ansichten' wird nun das Landstädtchen ein Stück auf seinem Weg zur Industriestadt begleiten. Wie sah es damals in dem verträumten Ackerbürger-, Mühlen-, Weinbauern- und Gerberstädtchen aus? Die Dokumentation eines begrenzten Geschichtsabschnittes, aus der Anfangszeit der Fotografie bis in die Zeit um 1930, soll versuchen, den älteren Bürgern in der Erinnerung Verblaßtes oder Vergessenes wieder ins Gedächtnis zurückzurufen, den jüngeren, den neu zugezogenen Einwohnern und Gästen einen Eindruck zu vermitteln vom Weinheim der 'guten alten Zeit'.

Friedrich Noe

Bildnachweis

Elvira Wadin-Herrmann (Heimatmuseum), Michael Graupeter (Stadtarchiv), Archiv Firma Freudenberg, Paul Müller, Hermann Kraut, Theodor Engelhardt, Georg Brehm, Richard Bartetzko, Wilhelm Riedel, Joachim Schulze, Geschwister von Büren, Karl Dietz, Friedrich Bär und Eva Bohrmann.

Allen, die Bildvorlagen zur Verfügung stellten, gilt der herzliche Dank des Verfassers und des Verlages.

1. Diesen Übersichtsplan gab irn Jahre 1883 der damalige Eigentümer des Stahlbades, Freiherr von Toussaint, heraus. Sehr informativ zeigt er die Größe der zusammenhängenden Wohnbebauung Weinheims, das noch in die alten acht Stadtviertel Miill, Kessel-, Gerber-, Mittel-, Reich-, Steinweg-, Großund Hintergässerviertel eingeteilt war und etwa 7 300 Einwohner zählte, Sieben Mühlen waren im Birkenauer Tal noch in Betrieb, die Bahnhofstraße hieß noch Schafhofweg. die Luisenstraße hieß Wiesgasse, die Friedrichstraße Hohle Gasse und die Werderstraße war die Bahnhofstraße. Deutlich ist zu erkennen, wie klug die Erbauer ihre Stadt an die Bachläufe am Fuße der schützenden Odenwaldhänge errichteten.

WEINHEIM (Bergstr.) Baden

Blick auf Burg Windeek u. Wachenburg

2. Die Grundeibachstraße war in früherer Zeit nur bis zur Leistenmühle - jetzt Fuchs'sche Stadtmühle - ausgebaut. Auf der Ostseite des Baches befand sich der Gutshof der Adelsfamilie von Bohn. Die Stadt hat auf diesem Gelände das Krankenhaus gebaut und ständig erweitert. Dort stand auch das Volksbad, bei dessen Bau man 1895 eine größere Menge Münzen aus dem Mittelalter fand. Auf der Tuchbleiche, im Vordergrund, haben die Hausfrauen ihre Wäsche zum Bleichen ausgelegt. Nach 1900 begarm auch die Bebauung des Wachenberggebietes. Ab 1907 ging der Neubau der Wachenburg zügig voran. Das Gebiet um die Windeek, zuvor Weinberg beziehungsweise Unland, wurde zu jener Zeit aufgeforstet.

3. Obwohl der Name Weinheim mit dem berühmten Rebensaft nichts gemein hat - der Ortsname wird von dem Franken Wino abgeleitet und bedeutet so viel wie Freund - wurde hier doch über ein Jahrtausend lang Wein in großen Mengen angebaut, zum Teil in vorzüglichen Lagen. Durch Industrialisierung und Wohnbebauung verschwand der Weinbau bis auf wenige Hektar. Auch an den steilen Wingerten des Schloßberges, auf dem Bild um 1890, hat sich wenig später die Plagerei nicht mehr gelohnt. Gut zu erkennen ist am unteren Ende des Marktplatzes noch der alte Marktbrunnen, der beim Bau der Wasserleitung 1892 abgebrochen und vom Gerneinnützigen Verein im Jahre 1928 in ähnlichen barocken Formen wieder errichtet wurde.

4. Vielen Weinheimern ist das Anwesen Strauß, an der Ecke Grundelbachstraße-Lindenstraße, wie es auf dem Bild aus der Zeit um 1905 zu sehen ist, sicher noch in guter Erinnerung. Im Jahre 1956, zur Zeit der Grundelbachverdolung und Straßenverbreiterung, erfuhr der aus dem Ende des 17. Jahrhunderts stammende Bauernhof durch Abriß aller typisch bäuerlichen Anbauten eine gravierende Veränderung. Nur das Wohnhaus blieb erhalten. In diesem Teil der Stadt erinnern heute nur noch wenige Gebäude daran, daß wir uns hier inmitten des ehemaligen Großviertels befinden, das sich vom Krankenhaus bis zur Peterskirche und die Weschnitz abwärts bis zur Alten Post erstreckte, und ein fast reines Bauernviertel war.

5. Die Straßen-, oder besser ausgedrückt, Gassenverhältnisse im Gerberbachviertel waren bis Ende des 19. Jahrhunderts noch ganz andere als heute. So stand zwischen Lohgasse und Münzgasse mitten auf der jetzigen Gerbergasse ein Haus mit den Bauformen des 17. Jahrhunderts von dem es keinen Hinweis gibt, wann es abgerissen wurde. Typisch für die Zeit ist, daß an allen fünf hier abgebildeten Häusern die zum Teil reichen Fachwerke verputzt sind. Die Mistgrube und die Holzbrücke sind schon lange, das Haus in der Mitte ist erst in neuerer Zeit verschwunden. Das hohe Haus mit dem Krüppelwalrn, Quergasse 2, ist erhalten geblieben und an den beiden im Hintergrund sichtbaren Häusern wurden, zur Zierde der Münzgasse, die Fachwerke freigelegt.

6. Grau in grau sah es im Jahre 1905 nicht nur in der Judengasse aus, als sich diese Kinder vor den schnatternden Gänsen und dem 'alten Scheesekarch' zum Gruppenbild aufstellten. Die Häuser wirkten teilweise ungepflegt, seit man die nicht mehr zeitgemäßen Fachwerke verputzt hatte. Und der Dornröschenschlaf des gesarnten Gerberbachviertels dauerte noch Jahrzehnte, bis es sich durch beispielhafte Renovierung der meist aus dem 16. bis 18. Jahrhundert stammenden Häuser zu einem der schönsten Teile der Stadt entpuppte. Die verwinkelten. engen Gassen und gemütlich eingerichtete Straußwirtschaften sind jedes Jahr im August Mittelpunkt des größten Volksfestes an der Bergstraße, der Weinheimer Kerwe.

7. Dieser reizvolle Durchgang an der Ostseite der ehemaligen Stadtmauer im Gerberbachviertel trug im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Namen. 'Schweiztörlein' und 'Eselspforte' sind die ältesten. Von hier aus wurde ein Teil der Warenversorgung der auf dem gegenüberliegenden Bergkegel thronenden Burg Windeck, mit Hilfe von Eseln, durchgeführt. Auf dem Törlein saß noch ein Türmchen, das in einigen Fällen sogar als Gefängnis Verwendung fand. Als unser Bild im Jahre 1882 entstand, war das Türmchen langst verschwunden und der Name hieß nun 'Diebsloch', Beim Bau der Roßlederfabrik Hirsch war das niedliche Bauwerk leider im Wege und wurde abgerissen.

8. Zwei Glücksfälle für die positive Weiterentwicklung der Stadt fielen am Ende des 19. Jahrhunderts zusammen: die Zeit allgemeiner neuer Errungenschaften und Heinrich Ehret. Der Sohn eines Weinheimer Hauptlehrers verdient noch heute Bewunderung für seine Verdienste als Bürgermeister von 1885 bis 1912. Einige Beispiele lassen erkennen, was dieser Mann des Fortschritts seiner Heimatstadt hinterließ. Das Realgymnasium, Pestalozzi-, Diesterweg- und Gewerbeschule, Krankenhaus, Volksbad, Postamt, Schlachthof, das Amtsgericht und die ersten Bauabschnitte der WSC Wachenburg. Durch Gas- und einheitliche Wasserversorgung sowie den großzügigen Ausbau des Strafsennetzes vermehrte der große Förderer von Handwerk und Industrie den Wohlstand seiner Stadt, in der nun eine Straße seinen Namen trägt.

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