Werl in alten Ansichten

Werl in alten Ansichten

Auteur
:   Helmuth Euler
Gemeente
:   Werl
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3129-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Werl in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Seit Jahrtausenden sprudeln in den Orten entlang des Hellweges zwischen Dortmund und Paderborn die Salzquellen. Für die Dörfer und Städtchen dieses Raumes wurden sie zu Quellen des Reichtums und der Macht. Schon der Römer Tacitus berichtete über schwere Kämpfe zwischen den germanischen Stärnmen der Brukterer und Sigambrer um den Besitz der Salzquellen im Hellwegraum. Noch weiter zurück in die graue Vorzeit der Geschichte reichen Bodenfunde, die man in Werl fand, in der Stadt, deren Name vielleicht mit den Solequellen sprachlich verwandt ist. Die archäologischen Funde aus dem dritten vorchristlichen Jahrtausend beweisen schon die Nutzung dieser Quellen durch das erste seßhafte Bauernvolk im nordwesteuropäischen Raum, die Bandkeramiker.

Dank der wirtschaftlichen Nutzung seiner Salzquellen wurde Werl im Mittelalter die erste und größte Industriestadt am Hellweg, an der großen Ost-Westverbindung quer durch Deutschland. Die Stadt profitierte aber auch von einer Nord-Südverbindung, einer Salzstraße vom Sauerland zum Münsterland, die sich in Werl mit dem Hellweg kreuzt.

Um 900 hatte Werl einen ersten Höhepunkt in seiner Stadtgeschichte erreicht. Durch die Burg der Grafen

von Werl, dem damals mächtigsten Grafengeschlecht in Westfalen, wurde die Stadt zu einem herausragenden politischen Zentrum. Das Einflußgebiet der Grafen von Werl, die mit deutschen Königen und Kaisern verwandt und verschwägert waren, reichte vorn Rothaargebirge im Süden bis zur Grenze Frieslands im Norden. Aber die politische Macht dieses Grafengeschlechts sank zur Bedeutungslosigkeit herab, als das Erbe geteilt wurde und der Graf Konrad seinen Sitz nach Arnsberg verlegte und dessen Bruder Liupold seine Gebietsanteile der Grafschaft dem Erzbischof von Köln schenkte. Dieser machte Werl mit einer starken Befestigung zu einem militärischen Stützpunkt seines Herrschaftsgebietes. Von dem Kölner Erzbischof, von Engelbert 11., erhielt Werl am 26. Februar 1272 die Stadtrechte verliehen. Der Ort war zu einer kurkölnischen Bastion gegen die Grafen von Arnsberg und von der Mark geworden.

Im 13. Jahrhundert begann für die Stadt die Zeit der Salzgewinnung im industriellem Maßstab. Zwar war Werl schon 793 als 'Wirla' zum ersten Mal im Zusammenhang mit der Salzgewinnung genannt worden (Werdener Urbaren) und ein weiteres Mal im 9. Jahrhundert, aber jetzt stellten die Werler Salzkocher, die

'coctores salis', die Produktion auf eine moderne technische Grundlage. Gleichzeitig schufen sie, die ihre Privilegien auf Karl den Großen zurückführten, eine Art Aktiengesellschaft, das sogenannte Erbsälzerkollegiurn, in dem 39 Familien ihre Förderrechte, Arbeitsstätten und ihr Vermögen zur gemeinsamen Nutzung zusammenlegten. Die Erbsälzer hatten das Recht, die Hälfte der Sitze im Stadtrat zu besetzen. Außerdem besaßen sie das Monopol des Salzhandels. Diese massive Konzentration wirtschaftlicher und politischer Macht in der Hand weniger Familien mußte zwangsläufig zu Auseinandersetzungen, sogar zum Bruch mit den Gilden in Werl führen, die die übrige Bürgerschaft der Stadt repräsentierten. Zu einem Ausgleich der Interessen kam es erst 1708, als die Erbsälzer durch den Kaiser in den Adelsstand erhoben wurden und gleichzeitig aus dem Stadtrat ausschieden. Trotz aller Streitigkeiten verband aber alle Bürger von Werl das Interesse am gemeinsamen Lebensraum, und der Wohlstand jedes einzelnen hing letztlich von einem ab, von den Salzquellen. Immer wieder hatten im Mittelalter Kriege und Brände die Stadt heimgesucht, aber jedes Mal bauten die Bürger ihre zerstörte Stadt wieder auf, weil die Salzgewin-

nung die gemeinsame Grundlage des bürgerschaftlichen Zusammenlebens blieb.

Das bedeutendste Ereignis in Werls Stadtgeschichte fand im Jahre 1661 statt. Damals fand das über 500 Jahre alte Gnadenbild der Muttergottes, das vorherin Soest verehrt worden war, bei den Kapuzinern in Werl eine neue Stätte der Verehrung. Damit begann die Geschichte We rls als Wallfahrtsort, und die Pilgerfahrten wurden zu einem wichtigen Faktor im Wirtschaftsleben der Stadt. Als 1914 die Salzquellen versiegten, als nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 die Gradierwerke und Sudhäuser, aber auch das erst junge Solebad endgültig verschwanden, blieb die Marienwallfahrt für Werl. Noch heute pilgem Hunderttausende alljährlich zur Muttergottes von Werl und machen die Stadt zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte.

Die Bilder dieses Buches führen in die Zeit um die Jahrhundertwende, in der Werl von der sehr alten Tradition der Salzgewinnung Abschied nehmen mußte. Sie zeigen den Beginn des modernen Industriezeitalters für die kleine Stadt am Heliweg. Es ist die Zeit unserer Eltern und Großeltern, und gerade deshalb werden wir uns gern an sie erinnern.

1. So zeigte sich im Sommer 1930 die Stadt Werl aus der Luft. Kreisförmig folgten die alten Häuser dem früheren Befestigungsring, ihre Giebel ausgerichtet zum Mittelpunkt der Stadt, zur Pfarrkirche St. Walburga. Im Vordergrund zwischen evangelischer Kirche und Overbergschule liegen die Gärten der Bürger, hinter der Klosterkirche die Gänsevöhde, versteekt unter dem dichten Laubdach der Lindenbäume, Die Gänsevöhde ist Werls Fest- und Versammlungsplatz. Die zahlreichen prächtigen Bäume im Garten des Ursulinenklosters verdecken die Ruinen des früheren Schlosses. Bemerkenswert ist der reiche Baurnbestand, der selbst mitten in der Altstadt in den dreißiger Jahren noch zu sehen ist.

2. Die Tütelstraße mit ihren Fachwerkhäusern des 18. Jahrhunderts. Die Straße ist benannt nach dem Pfarrer Bernhard Tütel, der sich während der Truchsessischen Unruhen große Verdienste um die Erhaltung des katholischen Glaubens erwarb. Durch diese Wirren war es in Werl zu heftigen politischen und religiösen Kampfen gekommen, in deren Verlauf viele unersetzliche Werke mittelalterlicher Kunst ein Opfer von Bilderstürmern wurden. In solchen einfachen, sauber gekälkten Fachwerkhäusern wohnten Handwerker, Ackerbürger, Tagelöhner und Salzknechte. Oft brannten die Häuser ab, aber immer wieder hatten ihre Bewohner den Mut zu neuem Aufbau. Jetzt zerstörten Sanierungsmaßnahmen in diesem Stadtviertel diese oft gemalte und fotografierte Idy lle.

3. Ein romantischer Winkel, der Neuergraben mit den mächtigen Linden und dem Kopfsteinpflaster. Die spitzgiebeligen Häuser stehen mit ihrem Vorderteil auf der alten Stadtmauer, mit dem hinteren Teil auf dem zugeschütteten Stadtgraben, wodurch sie manchmal hintenüber geneigt sind. Die dicht zusammengedrängt wohnenden Bürger verstanden sich hier besonders gut. Von der Pumpe unter der Gaslaterne auf dem Neuergraben besaß jeder Anwohner einen Schlüssel. Städtebaulich einmalig in Deutschland verlaufen die Parallelstraßen der Kisa und des Neuergrabens in zwei Ebenen. Hier in der Altstadt lag das Zentrum des Werler Taubensports, wo das Fachwissen um die 'Rennpferde der Lüfte' über Generationen weitergereicht wurde.

4. Ein Stück der alten Stadtgeschichte Werls war in den Gassen und Winkeln der 'Buntekuh' lebendig geblieben, wo Gaslaternen nachts ein gespenstisches gelbliches Licht auf kantiges Kopfsteinpflaster warfen. Schon lange sind die Häuser mit ihren rotgelben Dachziegeln und den von Buschwerk überwachsenen Grünsandstemrnauern entlang der gewundenen Straße verschwunden. Sie fielen, wie das Stammhaus der Erbsälzerfarnilie Zelion-Brandis, dern Abbruch zum Opfer.

S. Ein typisohes Bild um die Jahrhundertwende, der Steinergraben. Die Häuser gehörten verwiegend den Bauern, die sich zu dieser Zeit noch als Städter fühlen durften. Der Misthaufen vor der Tür zählte zum selbstverständlichen Bild der Straßen. Zu den eigentümlichsten Werler Fachwerkhäusern gehörte das erste Haus auf der linken Straßenseite, das von den Besitzern, der Familie Maas, beispielhaft gepflegt wurde. Hier hatte vormals der letzte Wächter des nahegelegenen Steinertores seine Wohnung. Gegenüber stand noch ein Rest der alten Stadtmauer. Auf den Gräben waren Pferdefuhrwerke und Handkarren die gebräuchlichsten Verkehrsmittel,

6. Die alte Reichsstraße 1 verlief um 1900 noch mitten durch die Innenstadt, hier als Teil der Bäckerstraße, die zu den zahlreichen malerischen Partien Werls zählte. Die Mauer auf der linken Straßenseite umschloß einen Garten, in dem bis zur 'Reichskristallnacht' 1938 die Synagoge der jüdischen Gemeinde stand. Die alten Straßen und Winkel der Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern, mit den Giebeln, den Blumenkästen vor den Fenstern, wie sie hier den Gasthof 'Zum Backofen' schmücken, mit den hohen Kastanienbäumen und den Häuserschatten auf dem Kopfsteinpflaster, das alles war ein Bild ruhiger Besonnenheit.

7. Werl war eine der ersten Städte, die sich die aus den Niederlanden kommende Erfindung der Windmühle zunutze machte. Erst 1439 wurden in Holland die ersten Windmühlen gebaut, und schon 1554 erhielten die Werler vom Erzbischof Adolfvon Köln die Erlaubnis, ihre Windmühle nach draußen vor die Mauern der Stadt zu verlegen. In der Stadt selbst waren die Windverhältnisse zu ungünstig. Als Schutz gegen feindliche Angriffe erhielt der Mühlenturm unten eine aus breiten Steinen gemauerte Befestigung. 1965 wurde die vom Verfall bedrohte Mühle zu einem gemütlichen Restaurant umgebaut.

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8. Als beliebtestes Motiv von jeher für Pinsel, Stift und Kamera zeigt sich die Krämergasse. Bühnenhaft steigen die Bürgerhäuser auf beiden Seiten hoch und lenken den Bliek auf die Pfarrkirche St. Walburga mit ihrem mächtigen Turm aus Grünsandstein und dem barocken Turmhelm. Der eigenartig grüne Sandstein der Kirche ändert seinen Farbton im Wechsel des Sonnen- und Gewitterlichtes. Dieses Kernstück Alt-Werls, ein Spiel von Formen und Farben, von Flächen, Fachwerk und Ziegeln bildet immer wieder einen reizvollen Anblick. Als eines der wenigen Fleckchen in der Stadt hat die Krämergasse die Jahrhunderte fast unverändert überdauert.

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