Werl in alten Ansichten

Werl in alten Ansichten

Auteur
:   Helmuth Euler
Gemeente
:   Werl
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3129-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Werl in alten Ansichten'

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49. Der Kurpark des neuen Solebades Wed war auf gut 30 Morgen Land entstanden, das entlang des Gradierwerkes an der Harnmerstraße lag. Im Volksmund hießen diese hohen Dornenstrauchmauern fälschlicherweise Salinen, obwohl in diesen Gradierwerken kein Salz gewonnen, sondern die Salzsole nur angereichert wurde. Das Solebad mit dem Kurhaus, der Liegehalle und dem Tennisplatz entwickelte sich bald zu einem neuen Zentrum des gesellschaftlichen Lebens in der Kleinstadt. Von hier aus blickte man auf die damaligen Wahrzeichen von Wed, die schwarzen Dornenwände, den hohen Schornstein der Firma Wulf mit seiner oft dunklen Rauchfahne und das Kirchenschiff von St. Walburga.

50. Mit dieser Ansichtskarte seines neu errichteten Kurhauses warb das 1889 gegründete Solbad Werl um Kurgäste, Mit 26 Meter Länge und zwölf Meter Breite war das Haus nach dem Vorbild von Badehäusern in anderen Kurstädten gebaut worden. Zur Zeit als dieses Foto entstand fehlte allerdings noch der östliche Anbau mit den Kurterrassen. Im Kurhaus badeten die Kurgäste in 26 im Boden eingelassenen Holzbadewannen unter der Aufsicht der Badefrau Hartmann. Es wurden Bäder in Sole und Mutterlauge verordnet, wie es heute noch in modernen Kurkliniken üblich ist; allerdings zahlte damals der Badegast noch keine Kurtaxe. Das Solbad war Eigenturn des Erbsälzerkollegiums zu Wer! und Neuwerk. Wie erfolgreich die Kureinrichtungen waren, mag man an der hohen Zahl der alljährlich verabreichten Bäder ablesen.

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Hurgarten mil Tennisplatz

51. Von einem der Gradierwerke blickte man herab auf das von einem dichten Baumbestand umgebene Kurhaus und einen Teil des Parks mit dem Tennisplatz. Viele Badegäste verbanden einen Kuraufenthalt in Werl mit einer Wallfahrt zum Bild der gnadenreichen Muttergottes, um hier in dem Marienstädtchen am Hellweg nicht nur die Heilung von körperlichen Gebreehen sondern auch den Frieden der Seele zu suchen. Die mächtigen Gradierwerke, die an drei Seiten den Kurgarten umgaben, galten bei vielen Gästen als eine besuchenswerte Sehenswiirdigkeit, ebenso auch die Siedehäuser, aus deren Schornsteinen schwarzer und weißer Qualm quoll, der dunkle Rauch aus den Kohlefeuerungen und der Wasserdampf aus den Salzsiedepfannen.

52. Die Kurhaus-Terrasse lag inmitten eines idyllischen Gartens. Oft erklangen an besonderen Festtagen Konzerte und unter mächtigen Buchen wurde getanzt. Ein weiter Park mit einem Schwanenteich und prächtigen Alleen, mit gepflegten Wegen und lauschigen Ruheplätzen wartete hier auf den Erholung suchenden Kurgast, der in einem freundlichen Badehaus medizinisch betreut wurde. Aber der zunehmende Bergbau in der Umgebung der Nachbarstadt Hamm brachte die früher so kräftig sprudelnden Heilquellen langsam zum Versiegen. Den allmählichen Niedergang des Solebades Wer! konnten auch Versuche nicht aufhalten, den Salzgehalt des Quellwassers künstlich anzureichern.

53. So bot sich der Kurpark des Solebades im Winter den Kurgästen dar. Der große Teich mit der Insel und dem Schwanenhaus darauf bildete den Mittelpunkt der Gartenanlagen. Über den kleinen See spannte sich eine Holzbrücke, an deren Ende vor der hohen Wand des Gradierwerkes die Liegehalle für die Kurgäste stand. Hier lag man und atmete die von feinem Solenebel salzig angereicherte Luft, die beim Abtropfen der Salzlauge von den zahllosen Verästelungen der aufgeschichteten Dornenbüsche im Gradierwerk entstand. Schon in der ersten Kursaison wurden 1 300 Bader verordnet und bereits 40 000 waren es zu Beginn des Ersten Weltkrieges.

54. Um einen runden Tisch gruppierte sich im Jahre 1906 eine Badegesellschaft. Es war die Sole aus der St.-Michaelsquelle in der Grotte, die als Heilwasser getrunken wurde. Der Heilige, der dieser Quelle den Namen gab, ist der Schutzpatron der Erbsälzerbruderschaft. Ihm werden zwei Wundertaten zum Wohle der Stadt zugeschrieben. 1657 soll er Wer! vor der völligen Zerstörung durch einen Brand bewahrt haben, worauf der Rat der Stadt 'auf ewige Zeiten' eine alljährliche Brandprozession gelobte. Am Namenstest des Heiligen soll einmal eine neue, starke Solequelle zu sprudeln begonnen haben, nachdem zuvor alle anderen versiegt waren. Aus Dankbarkeit stifteten damals die Erbsä1zer die Doppe1kapelle zum heiligen Michael auf Neuwerk.

55. Dies war das Herzstüek des alten Heilbades, Im großen Teich des Kurparks spiegeln sich das Kesselhaus mit seinem hohen Schornstein und das alte Maschinengebäude, rechts zwischen den Bäumen die Wassermühle am Mühlenbach. Beinahe nichts von alledem steht mehr, um an diese Zeit des Solebades Wer!s zu erinnern. Nur innerhalb der Stadt gibt es noch einige Wohnhäuser der reichen und mächtigen Erbsä1zerfamilien. Es sind vor allem Gebäude in klassizistischem Stil, denen man noch ansieht, daß ihre Erbauer kaum Geldsorgen kannten. Aus der großen Zeit des Salzes in Wer! blieb der Kurpark, heute mitten in der Stadt gelegen, eine grüne Lunge mit Büschen, Bäumen, großflächigen Wiesen und malerischen Teichen, um die Werl von manchen Nachbarorten beneidet wird. Eine stadtnahe Stätte der Erholung.

56. Werls Kurzentrum aus der Vogelperspektive gesehen. Vor dem Gradierwerk entlang der Erbsälzerstraße stand das Siedehaus, dessen Dachkonstruktion später beim Bau der Schützenhalle wiederverwendet wurde. Hinter dem neu errichteten Kurhaus lag das Kesselhaus mit dem Pumpturm, der die Sole über die Gradierwerke leitete. Daneben ein Salzsiedehaus mit seiner sogenannten 'Butterpfanne' , einer kohlebeheizten, 15 Meter langen und 10 Meter breiten Bleipfanne. Bei dem schweren Luftangriff auf die Stadt Wer! am 19. April 1944 zerstörten Bomben das Kurhaus mit den Nachbargebäuden und verwüsteten den Kurgarten, in dem der Feind einen getarnten Fahrzeugpark vermutete.

57. Aus zahlreichen Quellen sprudelte am 'Großen Teich' ein besonders weiches Wasser, das sich vor allem bei den Hausfrauen eines guten Rufes erfreute; denn hier hielten die Frauen vorn benachbarten Kälbermarkt und der Kämperstraße ihre Waschtage ab. Mit Schubkarren brachten die Wäscherinnen die vollgepackten Wäschekörbe an diesen Teich, an den große Bleichwiesen angrenzten. Am Nordufer führte eine steinere Rampe in das Wasser, um auch Pferden und anderen Vierbeinern zum Wochenende ein Bad zu ermöglichen. Das zu so unterschiedlichen Zwecken genutzte Wasser floß unter dem Gradierwerk an der Erbsälzerstraße in den Salzbach ab. Nach dem Zweiten Weltkrieg schüttete man den Teich zu und vergab so eine Möglichkeit, die Stadtlandschaft reizvoller zu gestalten.

58. Den ersten Spatenstich zum Bau der Eisenbahnlinie von Dortmund nach Soest hatte man am 15. September 1853 zwischen Wer! und Uffeln getan. Bereits im Juli 1855 dampfte der erste Zug über diese neue Bahnlinie. Vor dem Bahnhofsgebäude ließ sich 1894 das gesamte Bahnhofspersonal vor einer preußischen Lokomotive vom Typ G 3 fotografieren. In der hinteren Reihe sind von links vier Bahnarbeiter zu sehen und als Reisende der Kohlenhändler Riskop und der Postbote Westermann, Herr Wendel, der bärtige Bahnhofswirt Wallschmidt und drei Bahnarbeiter, In der vorderen Linie die Herren Gilhaus, ein Koksheizer, Keweloh, Wiedeler, Wiederrecht, Fuggeroth, Hellmich, Weber, Sattler, Blume, Luig, der Bahnhofsvorsteher Röser mit seinem Stellvertreter Euler, daneben Lok- und Zugpersonal,

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