Werl in alten Ansichten

Werl in alten Ansichten

Auteur
:   Helmuth Euler
Gemeente
:   Werl
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3129-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Werl in alten Ansichten'

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59. Auch Werl nahm schon früh an der Motorisierungswelle teil. Im Jahre 1912 führte Wilhelm Hohoffvor seinem Geschäftshaus auf der Steinerstraße ein neues Automodell vor. Es war der Piccolo aus den Autowerken von Apolda, Dieser Personenwagen schaffte mit seiner Motorleistung von fünf PS eine Höchstgeschwindigkeit von 40 Stundenkilometern. Die vielen Schalthebel des Fahrzeuges gaben dem Fahrer unterwegs aber soviel zu tun, daß die geringe Geschwindigkeit kaum bemängelt wurde. Wilhelm Hohoff unterhielt vor seinem Haus auch eine Benzinstation und er eröffnete die erste Fahrschule Werls im Jahre 1905; denn auch die ersten Autos waren bereits führerscheinpflichtig.

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60. Im Jahre 1891 hatte sich in Werl ein Radfahrerverein gegründet, in dem sich aus Freude am Radsport einige Herren zu Ausflügen in die Umgebung von Werl zusammenfanden. Bei Vereinstreffen mit befreundeten Klubs der Nachbarorte pflegte man Pokale auszutauschen. Diese Aufnahme entstand 1908 vor dem Kolpinghaus, dem damaligen Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in der Stadt. Die Mitglieder Runge und Teutenberg sitzen mit Pokalen in den Händen im Vordergrund. Links vom Tisch Wilhelm Hohoff, ein Unbekannter, Herr Fildhaut und Ferdinand Wulf, rechts des Tisches die Herren Schlichting, Karl Zeppenfeld, Fritz Schäferhoff und GöbeL

61. Sechs Mann vom WeIler Radfahrerverein auf einem Rad, aufgenommen etwa 1912 im Garten des Gesellenhauses vor der Freiluftkegelbahn. Pilot des Sechssitzcrs war Wilhelm Hohoff mit den Mannschaftskameraden Hennecke, Zeppenfeld, Runge, Schlichting und Wulf. Um 1912 gewann der Radsport ähnlich viel begeisterte Anhänger wie heute der Autornobilsport. Für die Pedaleure war eine Radkarte vorgeschrieben, die genaue Angaben über die Führung eines Rades enthielt: 'Beim Bergabfahren ist es verboten, beide Hände gleichzeitig von der Lenkstange oder die Füße von den Pedalen zu nehmen.' 'Zweckloses oder belästigendes Läuten' galt als Zuwiderhandlung und wurde mit Bußgeld oder 'im Unvermögensfalle mit entsprechender Haft' bestraft.

62. Dies war die 'dicke Eiche' im Werler Stadtwald. Als höchster und mächtigster Baum des Haarstranges war sie schon von weitem zu sehen. Sie bildete für die Werler ein beliebtes Ziel bei Sonntagsausflügen, Mancher Schulausflug endete unter diesern Baum, wo zumeist ein Picknick gehalten wurde. 20 Kinder konnten den Stamm des Baumriesen gerade umfassen. Während des Ersten Weltkrleges, im Jahre 1917, fiel die 'dicke Eiche' aus Altersschwäche um. Schon vorher hatte man durch eingemauerte Steinfûllungen sie zu stutzen versucht. Der Werler Grafiker Hans Sponnier, der in seinen Radierungen viele idyllische Flecken aus der Umgebung Weris festhielt, hat auch dieses Naturdenkmal auf einer Kupferplatte verewigt,

63. Während eines Sonntagsausfluges in den Weder Stadtwald stellte sich diese Gruppe von Radfahrern und Spaziergängern zu einem Erinnerungsfoto in der Nähe des Forsthauses auf. Es war das Jahr 1912, kurz vor dem Ersten Weltkrieg, wo man noch zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Postauto hinauf zur Haarhöhe zog, um hier mit Verwandten und Bekannten im geselligen Kreis auszuspannen. Der Werler Stadtwald war bekannt durch seinen reichen Wildbestand und zahlreiche romantische Partien rund um das Forsthaus. Den Rückweg hinunter in die Stadt trat man häufig zu zweit oder sogar zu dritt auf einem Fahrrad an, um das Billett für den Postbus zu sparen.

64. Glänzende Theateraufführungen, die der Tradition nach am Neujahrstag begannen und das Kulturleben bereicherten, erlebte das Gesellenhaus in den zwanziger Jahren. Star der Laienbühne der Werler Kolpingsfamilie war 'Vaar Kortenkamp', der ernste und lustige Rollen meisterhaft zu spielen verstand. Sein 'Vater Gieseke', der Titelheld im 'Weißen-Rößl", ist heute noch vielen in Erinnerung. 1922 stand 'Ritter Franzens Brautfahrt' auf dem Spielplan. Fotomeister Elsässer, der seine Platten titelte und datierte, fotografierte das Bühnenbild mit dem Massenaufgebot an Darstellern vor dem Gesellenhaus.

65. Seit 1923 erlebte auch Werl die glitzernde Traumwelt des Spielfilms in einem gerade eröffneten Kinosaal mit 300 Plätzen, dem 'Central- Theater' im Hause Müller. Die großen Stars wie Charlie Chaplin, Asta Nielsen und Pola Negri flimmerten hier über die drei mal vier Meter große Leinwand. Mancher 'Ausstattungsschinken' ließ für zwei Stunden die Sorgen der Inf1ationsjahre vergessen. Auch die klassischen Meisterwerke der Stummfilmkunst wie 'Der Golem', 'Goldrausch' und 'Metropolis' liefen in WerL Der Tonfilm, die technische Sensation, eine deutsche Erfindung, kehrte über die USA in sein Ursprungsland zurück und mit ihm kam manches Meisterwerk in die Kinosäle wie 'Der Jazzsänger' und 'Der blaue Engel', die auch in Werl ihr begeistertes Publikum fanden.

66. Der Rhytmus des Lebens spiegelt sich wider in den Höhepunkten immer wiederkehrender Feste. Glanzpunkt des bedeutenden gesellschaftlichen Ereignisses bildet wie immer die Festparade der St. Sebastianus Schützenbruderschaft auf dem Marktplatz. Bis heute hat sie nicht an Attraktivität verloren. Zünftige Marschmusik loekte wie eh und je Jung und Alt aus allen Winkeln der Stadt zum Feiern. Auf der Gänsevöhde ließ sich die Werler Stadtkapelle zum Schützenfest 1926 fotografieren. Die Leitung des Musikzuges hatte Kapellmeister Röhl, der in der Mitte mit Taktstock in der Hand sitzt. Ein bekanntes Werler Original, der Polizist Asheuer, steht als zweiter in der oberen Reihe rechts.

67. Traditionelles Gruppenbild vom Hofstaat des Schützenfestes 1926 mit König Wilhelm Hernsath und Königin Emmy Suerland. Die Geschichte der St. Sebastianus Schützenbruderschaft reicht zurück bis ins Jahr 1494. Damals bürgten die Schützen mit ihren Waffen für die Sicherheit der Stadt und ihrer Einwohner. Das Schützenwesen war das Rittertum der kleinen Leute. Erst die Söldnerheere, wie wir sie aus dem Dreißigjährigen Krieg kennen, verdrängten die Bedeutung der Schützenbruderschaften, deren Übungen sich mehr und mehr zu Volksfesten entwiekelten zu denen heute, neben dem Vogelschießen, auch die Zeremonien des Laubholens und des Frühschoppens zählen.

68. Das Feuerwehrwesen in Werl geht zurück bis zum Jahre 1854, wo Bürgermeister Cloer zur besseren Ordnung des Feuerlöschwesens in der Stadt eine straff organisicrte Feuerwehr ins Leben gerufen hatte. Die heute noch existierende Fretwillige Feuerwehr besteht seit August 1878. So sahen sie im Sommer 1906 aus, Werls Wehrmänner rnit ihren Geräten und dem Musikzug. Daß ihre langen Bärte möglicherweise recht feuergefährlich waren, schien damals niemanden zu beunruhigen. Ihr Übungsgelände hatte die Feuerwehr auf der Gänsevöhde, wo an einem eisernen Feuerturm regelrnäßig Übungen stattfanden. Chef und Organisator der schlagkräftigen Wehr war Brandmeister Brune, mit dem federgeschmückten Helm. Neben ihm, mit Zylinder, steht Bürgerrneister Parming.

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