Wermelskirchen in alten Ansichten

Wermelskirchen in alten Ansichten

Auteur
:   Werner Lappe
Gemeente
:   Wermelskirchen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5257-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Wermelskirchen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Zunächst einmal ist es notwendig, die Stadt Wermelskirchen kurz vorzustellen. Sie liegt im rechtsrheinischen Bergischen Land, gut 30 Kilometer von Köln entfernt, in unmittelbarer Nähe der Autobahn A 1 und in der Nachbarschaft der Städte Solingen und Remscheid.

Der bisher bekannte erste Hinweis auf den Ort findet sich in einem Einkünfteverzeichnis aus der Zeit um 11201130 des Johannesaltars der Essener Stiftskirche und zwar als Pfarrei 'Vuerenboldeskerken'. Der damalige Wohnplatz lag an der gut tausendjährigen Fernhandelsstraße, die von Brügge über Köln, Wermelskirchen, Schwelm nach Dortmund führte und dort Anschluß an den Hellweg fand. Die heutige Bundesstraße B 51 folgt in vielen Streckenabschnitten jenem mittelalterlichen Verkehrsweg. Die Einwohner des Straßendorfes, das sich im Laufe der Zeit an dieser wichtigen Wegstrecke ausdehnte, lebten neben der Landwirtschaft im wesentlichen von Fuhr- und Spanndiensten, die, wie Schmiede und Wagenbauer, an der Straße sehr gefragt waren. Wermelskirchen, das sich durch seinen großen Waldreichtum auszeichnet, und dessen Umgebung als beliebtes Naherholungsgebiet anzusehen ist, erhielt 1873 Stadtrechte. Seit der Gebietsreform von 1975, bei der die Nachbarorte Dabringhausen und Dhünn eingemeindet wurden, hat die Stadt etwa 35 000 Einwohner. Davon zählt die in der Bildserie dargestellte Innenstadt heute etwa 16 300 Seelen.

Die industrielle Entwicklung setzte gegen Ende des 18. Jahrhunderts ein und stützte sich anfänglich auf die Anfertigung von Textilien für den Eigen- und später auch für den Fremdbedarf. Haupterzeugnisse waren Tuche verschiedenster Art, Siamosen-Stoffe und Seidenband. Gefertigt wurde hauptsächlich in Heimarbeit, wobei die 'Bandwirker' bei dem letztgenannten Artikel eine große Rolle spielten. In diesem Zusammenhang sei auch die fabrikmäßige Lasting-Weberei und Schäftefabrikation genannt, die in großem Umfang im letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts ihren Anfang nahm. Hierzu wird auch aufBild Nr. 3 mit Beschreibung verwiesen.

Ab dem ausgehenden 19. Jahrhundert wurden in Wermelskirchen zahlreiche Betriebe gegründet, die sich mit der Anfertigung von Damen- und Herrenschuhen befaßten und sich im Laufe der Zeit zu gut florierenden Unternehmen entwickelten. Noch im Jahre 1925 gab es elf solcher Firmen im Stadtbezirk, die aber später größtenteils der Intlation und auch dem ausländischen Konkurrenzdruck zum Opfer fielen. Inzwischen ist die hiesige Schuhfabrikation völlig zum Erliegen gekommen.

Statt dessen verfügt die Stadt heute über eine gesunde Mischindustrie , die sich auf Textilunternehmen und eine breitgefächerte Metallwarenfabrikation stützt.

Es soll nicht unerwähnt bleiben, daß der bekannte Sohn Wermelskirchens, Dr. Carl Leverkus, 1834 hier die erste Ultramarin-Fabrik Preußens zur Herstellung von

künstlichem blauem Farbstoff anlegte. Wegen der damaligen schlechten Verkehrsverhältnisse - die Stadt erhielt erst 1876 beziehungsweise 1881 Eisenbahnanschluß - wurde der Betrieb ab 1860 zwischen Stammheim und Wiesdorf am Rhein angesiedelt. Die sich daraus entwickelnde Industrieansiedlung erhielt 1930 offiziell den Namen Leverkusen, zu Ehren des oben genannten Unternehmers. Heute haben dort die berühmten Bayer-Werke ihren Standort.

Soweit einiges Wissenswerte über Wermelskirchen und seine Entwicklungsgeschichte.

Die in diesem Heft vorgestellten Ansichtskarten sollen einen Eindruck des Stadtbildes um die Jahrhundertwende vermitteln. Damals hatte die Stadt rund 15 000 Einwohner. Die bei den Beschreibungen der Karten in Klammer gesetzten Jahreszahlen weisen auf die Daten der Poststempel hin, während der Druck ab etwa 1890 durchgeführt sein dürfte. Sie entstammen einer Familien-Korrespondenz und wurden seinerzeit von einem eifrigen Sammelonkel fein säuberlich aufbewahrt. An die vielfach in die Bilder hineingeschriebenen Mitteilungen und Grüße sollten sich die Betrachter nicht stören, denn der Nachteil dieser Karten bestand anfangs darin, daß die gesamte Vorderseite von der Post für die Anschrift beansprucht wurde.

Diese Vorschrift galt bis 1905. Bis dahin blieb nichts an-

deres übrig, als die Bildseite zu beschriften.

In den Anfangsjahren der Ansichtskarten-Herstellung waren es Spezial-Verlage, die ihre Fotografen losschickten, um in Stadt und Land Sehenswertes 'abzufotografieren'. Die Aufnahmen wurden im Druckverfahren vervielfältigt, zum Teil auch koloriert, und dann auf den Markt gebracht. So wie heute waren sie zu ihrer Zeit in Buchhandlungen, Geschäften, Wirtschaften und dergleichen zu kaufen. Damals kosteten sie 5 Pfennige per Stück.

Es verwundert aus heutiger Sicht, daß der Innenbezirk dieser Kleinstadt in jenen Jahren den Fotografen so viele Motive bot, die es anscheinend wert waren, auf Postkarten gebannt zu werden. Jedoch erlauben die zum Teil hundert Jahre alten Bilddokumentationen einen Vergleich mit den jetzigen Straßenbildern, Gebäuden und Anlagen vorzunehmen. Der Wandel der Zeit findet dabei einen sichtbaren Ausdruck und mancher alteingesessene Einwohner wird sich noch gerne an jene 'gure alte Zeit' erinnern. Doch auch die jüngere Generation und die Neubürger dürfte es interessieren durch diese Dokumentation, die einen Querschnitt darstellt und keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, zu erfahren, wie es früher einmal in ihrer Heimatstadt ausgesehen hat.

August 1991

Werner Lappe

1. Das Stadtwappen wurde nach dern Entwurf des Rektoratschullehrers Holtmanns aus Cronenberg am 3. März 1897 durch kaiser Wilhelm 1. verliehen. Auf den drei Feldern des Wappens sieht man in der Mitte eine silberne Kirche auf rotem Grund als Symbol für das Dorf; links eine grüne Eiche auf silbernem Grund für die Eich; rechts einen schwarzen Schwan ebenfalls auf Silbergrund für den Ortsteil Schwanen. Die auf dem oberen Schildrand liegende dreitürmige Mauerkrone versinnbildlicht Wermelskirchen als Stadtgemeinde. Was die Farben angeht, so bedeutet rot-weiß die Zugehörigkeit zum Bergischen Land; grün-weiß zur ehemaligen Rheinprovinz und schwarz-weiß zum früheren Königreich Preußen. Im Volksmund steht die Kirche für die 'Dörper Küüze"; die Eiche für die 'Eeker Heeren' und der Schwan für die 'Schwaner Jongen'.

2. Burgermeister Wilhelm August Wiel, dessen Amtszeit von 1876 bis 1915 dauerte, hat in Wermelskirchen noch heute sichtbare Spuren hinterlassen. Er besaß eine respektabele Machtfülle und legte durch laufende Forstgeländekäufe den Grundstock zum heutigen umfangreichen städtischen Waldbesitz, der 1915 bereits 421 Hektar umfaßte. Außerdem arbeitete er für die Stadt eine brauchbare Gemeindeordnung aus. In seine Amtszeit fielen neben dem Eisenbahnanschluß der Jahre 1876 und 1881 auch zahlreiche Schulgründungen, die Einrichtung der Sparkasse, des städtischen Gutes und des Armenhauses, des Eifgen-Strandbades und viele Straßenbauten. Im Juni 1918 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt ernannt.

3. Die Gebrûder Eugen (links) und Wilhelm (rechts) Kattwinkel können stellvertretend für eine Anzahl weiterer Persönlichkeiten als Wirtschafts- und Industriepiouiere der Stadt angesehen werden. Sie richteten im Jahre 1872 in der damaligen Wilhelrnstraße die erste mechanische Lastingweberei ein, der 1892/93 ein weiterer Betrieb folgte. Aus dern besonders strapazierfähigen Gewebe stellten sie Schäfte für Stiefel und Schuhe her. Aus dieser Fabrikation entwickelte sich in der Folgezeit eine umfangreiche Schuhindustrie , welche die Lastingfertigung nach und nach durch Verwendung von Leder verdrängte. Die zuletzt errichtete Fabrik steht heute unter Denkmalschutz und wurde zwischenzeitlich als Begegnungszentrum und Sitz der Stadtbücherei eingerichtet.

4. Pastor Gustav Dellmann wirkte von 1881 bis 1910 als evangelischer Pfarrer in der hiesigen reformierten Gemeinde. die er während seiner Amtszeit stark geprägt hat. Sein Hauptanliegen, der Bau eines 'Evangelischen Vereinshauses' wurde mit dessen Einweihung im August 1884 verwirklicht. Zehn Jahre später konnte der Vereinshaussaal seiner Bestimmung übergeben werden. Seine emsige und segensreiche Tätigkeit strahlte auf die umliegenden Gemeinden aus, was im benachbarten Remscheid dazu geführt haben soll, die Wermelskirchener Einwohner als 'Dellmänner' zu bezeichnen. Hierzu gibt es jedoch auch andere Deutungen.

13~,5 Verlag "on Friedr. Oberhoff. W"ermeJskirchen.

5. Der 'Gruß aus Wermelskirchen' (1903) zeigt die Stadt von Osten aus auf einer vom benachbarten, 1898 errichteten Wasserturm gemachten Aufnahme. Rechterhand erstreeken sich die Anlagen des Güterbahnhofs bis zur Station. Ferner sind zu sehen: halblinks die Villa Mebus, die inzwischen niedergelegt worden ist; im Mittelgrund die Villa Albert Nippel und anschließend die Villa Jonas. Im Hintergrund mitte ist auch die Schuhfabrik R. & A. Pfeiffer erkennbar. Die Berliner Straße, links im Bild, weist noch eine Baumbepflanzung auf, während am Bildrand die noch um 1920 vorhandenen Ausläufer eines Buchenwaldes erscheinen.

6. Gesamtansicht (1913). Auch dieser Überblick wurde vom ehemaligen Wasserturm, der 1983 abgebrochen worden ist, fotografiert. Die auf der vorherigen Ansichtskarte angeführten Gebäude treten hier deutlicher in Erscheinung, und es sind auch zusätzliche Neubauten auszumachen. Die Wiese zwischen den Villen Mebus und Nippel gehörte damals dem Arnold Küpper. Auf einem Teil wurde vor längeren Jahren unter anderem eine Tankstelle errichtet.

Wel'::s;gkir~hen, C~ü· g~hu!g.

7. Ost-Schule (1908). Sie wurde 1900/01 während der 'Rcgierungszeit' von Bürgermeister Wiel als 6klassige Volksschule mit Lehrerwohnung erbaut. Zu Beginn waren folgende Lehrkräfte tätig: neben Rektor Becker die Lehrer Hammacher, Gabriel, Küll und Wittkamp. 1923 erfolgte die Umwandlung in eine Simultanschule, im Volksmund auch weltliche oder kommunistische Schule genannt. Um diese Zeit war Rektor Bockemühl als Schulleiter tätig. Nach umfangreichen Urn- und Anbauten ist im gesamten Komplex heute die Hauptschule Ost untergebracht. Diese Karte erschien im Verlag Friedrich Oberhoff, Wermelskirchen.

8. Die Sûd-Ost Ansicht der Stadt (1903) zeigt im Mittelgrund die nach schräg oben verlaufende Dhünner Straße im jugendlichen Alter von etwa 25 Jahren. Mit dem Bau wurde 1886 begonnen und nach Fertigstellung 1888 sogleich an beiden Seiten mit Linden bepflanzt. Rechts im Bild wird die Brauerei 'Am Wirmhof' (Wieden hof) der Gebrüder Küpper sichtbar. Ferner erkennt man deutlich den Zwiebelturm der evangelischen Stadtkirche. Der Kamin links gehört zur Lastingweberei und Schäftefabrik E. & W. Kattwinkel. Die Karte erschien im Verlag von Friedrich Oberhoff, Wermelskirchen.

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