Wesselburen in alten Ansichten

Wesselburen in alten Ansichten

Auteur
:   Volker Schulz und Rüdiger Möller
Gemeente
:   Wesselburen
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6609-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Wesselburen in alten Ansichten'

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Einleitung

Mehr als 600 [ahre liegen zwischen der ersten urkundlichen Erwähnung Wesselburens 1281 und der Verleihung der Stadtrechte am 27. März 1899. Erst am Ende des 19. [ahrhunderts hatte die kleine Ortschaft einen Entwicklungsstand erreicht, der diese Verfügung rechtfertigte. 1867 erhielt Wesselburen einAmtsgericht. Zwei [ahre später gründete der Belgier Charles de Vos die Zuckerfabrik. Damit war die Vermarktung der im landwirtschaftlich geprägten Umland angebauten Zuckerrübe in unmittelbarer Nähe möglich geworden. Der Industriebetrieb begünstigte den Bau der Eisenbahn, die 1878 zunächst bis Wesselburen geführt wurde. 1893 baute Wesselburen das erste Elektrizitätswerk in SchleswigHolstein. Die Einwohnerzahl stieg von etwa 2300 im Iahr 1875 auf über 3 000 bis 1920 an. In dieser Zeit der Blüte entstanden Schule und Turnhalle an der Dohrnstraße, die Villen in der Bahnhofstraße und am Lallfuß. Geschäftshäuser, Hotels und Gaststätten wurden umgebaut und erhielten zum Teil prächtige Fassaden. Auch erinnerte man sich des Dichters Friedrich Hebbel, der am 18. März 1813 in Wesselburen geboren wurde. 1887 wurde das erste Hebbel-Denkmal vor der Schule eingeweiht. Am Standort des nicht mehr erhaltenen Geburtshauses wurde eine Votivtafel enthüllt. 1911 erhielt Wesselburen ein Hebbel-Museum. Aufführungen von Hebbels Dramen durch den 'Enthaltsamkeitsverein Dramatik' belebten das Kulturleben des kleinen Ortes und machten Wesselburen bald über die Grenzen Dithmarschens hinaus bekannt.

Doch die enge Abhängigkeit von der Landwirtschaft sollte Wesselburen bald zu spüren bekommen. Der Zuckerrübenanbau war zu Beginn des 20. [ahrhunderts unwirtschafdich geworden, und die Zuckerfabrik stellte 1908 ihreArbeit ein. Die Bauern hatten sich auf den Anbau von Kohl umgestellt. Zwar fanden dadurch vieleArbeitskräfte ihren Lohn, doch stellte der Kohlanbau wegen der schwankenden Preise ein großes Risiko dar. So war das Wirtschaftsleben der jungen Stadt durch den Wechsel van Aufschwung und Niedergang geprägt, bedingt durch die Rentabilitätsschwankungen der Landwirtschaft. Den Ersten Weltkrieg und die Nachkriegszeit hat Wesselburen wirtschaftlich verhältnismäßig gut überstanden. Erst rückläufige Erträge in der Inf1ationszeit brachten tiefe Einschnitte bei der Vermarktung von Vieh, Getreide und Kohl. Weiterhin machte eine ungünstige Zinsentwicklung der Landwirtschaft schwer zu schaffen. Trotzdem feierte Wesselburen vom 1 7. bis 19. August 192 9 sein 3 Ojähriges Stadtjubiläum mit einem Heimatfest. Dieser Bildband kann keine geschichdiche Entwicklung Wesselburens darstellen, sondern soll dem Betrachter einen Eindruck von der Veränderung Wesselburens seit der Wende vom 19. zum 20. [ahrhundert geben. DieAbbildungen aus den Iahren 1897 bis 1930 sind nicht chronologisch angeordnet, sie sollen durch das Städtchen führen und Erinnerungen wecken oder neugierig machen.

Rüdiger Möller und Volker Schulz

1 Der Dichter Friedrich Rebbel

Eine der ältesten Ansichtskarten Wesselburens (um 1890) ist dem Dichter gewidmet. Sie zeigt rechts oben die Häuserzeile an der Dohrnstraße (damals Chausseestraße ) von der alten Meierei mit Schornstein bis zur alten Post.

Im Hintergrund erhebt sich die Kirche mit ihrem mächtigen Zeltdach und dem Zwiebelturm. An dem Haus, das dort steht, wo sich das Geburtshaus Hebbels befand, erkennt man die Votivtafel, die zu Ehren des Dichters am 2. September 1887 angebracht wurde (oben links). Am selben Tag wurde auch das erste Hebbel-Denkmal vor der Schule an der Dohrnstraße enthüllt (Mitte).

N ach dem Tod des Vaters kam Hebbel durch Vermittlung seines Lehrers Dethlefsen in den Dienst des Kirchspiel-

vogts Mohr. Die Alte Kirchspielvogtei (rechts unten) aus dem Iahr 1737 beherbergt seit 1952 das HebbelMuseum.

HebbelsVater wurde auf dem alten Friedhof (links unten) auf der Klingbergwurth beigesetzt. Der schöne Baumbestand bildete die Grundlage für die Anlage eines Stadtparks in den dreißiger Iahren. Brennstoffmangel nach dem Krieg führte dazu, daß die Bäume über Nacht von Unbekannten abgeholzt wurden.

Heute steht an dieser Stelle das Gemeindehaus mit dem Kindergarten.

2 Bullholm Steig

Die Bewohner der flachen Marsch waren stets von den Fluten der Nordsee bedroht. Zu ihrem Schutz schütteten sie Wurthen auf, auf denen sie bei Sturm Sicherheit vor der tosenden See fanden. Die Kirchwurth und die Klingbergwurth entstanden möglicherweise bereits vor Christi Geburt.

Der 'Goldene Ring', ein Schutzdeich um Wesselburen herum, wurde zwischen dem 10. und 13.Jahrhundert errichtet. Grüne Wiesen und fruchtbare Äcker, umgeben von Entwässerungsgräben, kennzeichnen die Marsch.

Die Ansichtskarte (um 1910) zeigt den 'Bullholm Steig', einen beliebten Spazierweg nach Norddeich und Süderdeich. Der Name weist aufniedriges Land (Holm) hin, das nur im Sommer zur Beweidung durch Bullen genutzt wurde. Bei Regen und Tauwetter war dieser befestigte Fußweg in früheren Iahren die einzige passierbare Verbindung nach Norddeich.

Bei sommerlichem Wetter machten sich an Sonntagen viele Spaziergänger auf den Weg in die 'Sûderdeicher Schweiz', wo der mit Bäumen bestandene Garten einer Gastwirtschaft zum Verweilen einlud. Der Weg zurück führte dann über den Lallfuß.

Im Winter waren die gefrorenen Wasserläufe auf dem Bullhalm beliebte Flächen zum Schlittschuhlaufen.

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3 Kirche

Die erste Kirche, die dem Heiligen St. Bartholomäus geweiht wurde, errichteten die Wesselburener wahrscheinlich um 1160. Es ist nicht ausgeschlossen, daß an dieser Stelle bereits vorher eine Kapelle gestanden hat.

Der dreischiffige Kirchenbau mit mächtigem Walzenturm war mit neun Altären prächtig ausgestattet. Er fiel dem großen Brand am 6. August 1 736 zum Opfer. UnterVerwendung der alten Fundamente baute der aus Württemberg stammende und in Heide lebende Baumeister Iohann Georg Schott ein neues Gotteshaus, das er mit einem Zwiebelturm als Dachreiter versah. Den Rest des alten Turms verstärkte Schott mit mächtigen Stützpfeilern und verwendete ihn als Glockenturm (links). Bereits am 17. Juni 1738 wurde die neue Kirche in Anwesenheit des Herzogs Karl Friedrich von Gottorf eingeweiht.

Die Linden auf dem Marktplatz mußten 1933 zum großen Teil der Verbreiterung der Straße weichen. Bei der Erneuerung des Kirchendaches (um 1965) fielen die Dachgauben dem Sparzwang zum Opfer.

Die großen Dachflächen sind den heftigen Stürmen an der Westküste oft nicht gewachsen. Herunterfallende Dachpfannen sind daher an solchen Tagen keine Seltenheit.

4 Das Innere der Kirche

Der Blick in das Innere der Kirche vermittelt einen imposanten Eindruck. Der Altar ist dem der Lübecker Marienkirche nachgebildet. In der Mitte des Altarraums steht das Taufbecken, darüber ein von Putten getragenerTaufstein. Links an der Empore befindet sich der 'Blaue Stuhl' , eine im Barockstil prächtig ausgestaltete Loge, in der der Herzog mit seinem Gefolge dem Weihegottesdienst beiwohnte.

Unter dem 'Blauen Stuhl' erkennt man zwei Holzfiguren, Maria und Johannes darstellend, die beim großen Brand gerettet wurden, dann aber viele Iahre verschollen blieben, bis ein Küster die Figuren auf dem Kirchenboden wiederfand.

Auf der gegenüberliegenden Seite steht die Kanzel, verziert mit den zwölf Aposteln, getragen von Christus und Moses mit den Gesetzestafeln. Die Kanzel wird gekrönt von Christus mit der Siegesfahne und von einem Pelikan, der mit seinem Blut die Jungen nährt. Das Gestühl ist mit Namenstafeln versehen.

Bei der Restaurierung im Iahr 1976 wurde die ursprüngliche Farbgebung wiederhergestellt. Leider beging man auch Fehler. So wurde das Gestühl unter den Emporen und seitlich von der Apsis entfernt, vom übrigen Gestühl beseitigte man die Türen. Das Taufbecken erhielt an der linken Seite des Altarraums einen neuen Platz, der Umgang wurde vernichtet.

5 Bliek vom Kirchturm nach Süden

Der Blick vom Kirchturm um 19 1 0 führt die Süderstraße hinunter bis hin zu dem großen Komplex der Zuckerfabrik.

An der Straßenbiegung rechts stehen Wohnhaus und Stall der Bauern Reimers. Das Wirtschaftsgebäude brannte am 13. April 1984 ab. Die Baulücke erinnert noch heute an dieses Ereignis. Auf den dahinterliegenden Weiden entsteht seit 1994 ein neuesWohngebiet.

Seit 1969 ist die Süderstraße durch den Bau einerVerbindungsstraße von der Dohrnstraße zum Lollfuß zweigeteilt. Direkt vor dem ehemaligen Reimerschen Hof durchschneidet diese Umgehungsstraße, auch Spange genannt, die Süderstraße. Sie erhielt den Namen Büsumer Straße, weil sie den Durchgangsverkehr nach Büsum aus dem Stadtkern heraushält.

Am unteren Bildrand erkennt man rechts die Einmündung der Brauerstraße. In dem Eckhaus mit dem großen Schaufenster war früher das Kolonialwarengeschäft von Iohann Grönmeyer, später zogen der Sattlermeister Ernst Metscherling und dann sein NachfolgerWalter Schallert dort ein.

In dem Eckhaus, dessen Dach man unten links gerade noch erkennt, eröffnete Hermann Füssel 19 14 eine Drogerie, die er bereits zwei Iahre später in ein größeres Haus am Markt verlegte. Bis 1940 gehörte es der Westholsteinischen Bank. Danach hatte Rechtsanwalt Rimann hier seine Kanzlei, und 1983 richtete Wolfgang Falkner in diesem traditionsreichen Gebäude eine Druckerei und einen Verlag ein.

Das Dach am Bildrand unten rechts gehört zur Gaststätte 'Börse', der heutigen Sparkasse.

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