Wesselburen in alten Ansichten

Wesselburen in alten Ansichten

Auteur
:   Volker Schulz und Rüdiger Möller
Gemeente
:   Wesselburen
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6609-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Wesselburen in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

11 Alte Kirchspielvogtei

Die alte Kirchspielvogtei wurde ein Iahr nach dem großen Brand von 1736 erbaut. Von 1793 bis zur Pensionierung des Kirchspielvogts Iohann Jakob Mohr im Iahr 1858 diente sie als Wohnhaus und Amtssitz der Kirchspielvögte. Von hier aus begann der große Brand im Iahr 1736.

Das Feuer breitete sich rasch aus, erfaßte den hölzernen Glockenturm, und bald standen die Häuser um den Marktplatz, in den benachbarten Straßen und auch die Kirche in Flammen. Drei Stunden später lag der größte Teil Wesselburens in Schutt und Asche.

1949 kaufte die Stadt das Gebäude von der Arztwitwe Greß. Im Iahr 1952 wurde das Hebbel-Museum in der alten Kirchspielvogtei eröffnet, dort, wo Friedrich Hebbel sieben Iahre lang gelebt und gearbeitet hatte. Die Ausstellung im Erdgeschoß zeigt in zehn Räumen Leben und Werk des großen Dramatikers. Kindheit und Jugend werden im Wesselburener Zimmer und im nachgebauten Geburtszimmer gegenwärtig. In der Schreiberstube führte Hebbel das Protokollbuch der Kirchspielvogtei. Hier entstanden auch seine ersten Gedichte. Beeindruckend ist der karge Alkoven unter der Bodentreppe, dessen Enge der junge Hebbel beim Schlafen noch mit dem Kutscher teilen mußte. Die entbehrungsreichen Iahre in Hamburg und aufReisen sind in zwei weiteren Räumen dokumen-

tiert. In dieser Zeit sind die Dramen 'Judith', 'Genoveva.' und das heute noch am meisten gespielte Trauerspiel des Dichters 'Maria Magdalena' entstanden.

Das Wiener Zimmer zeigt die vielfältigen Beziehungen mit bedeutenden Persönlichkeiten, die Friedrich Hebbel nach seiner Hochzeit mit der Burgschauspielerin Christine Enghaus von Wien aus pflegte. In der alten Kaiserstadt kam er zu Ruhm und Ansehen. Hier entstanden die Dramen 'Herodes und Mariamne', 'Agnes Bernauer', 'Gyges und sein Ring' und die 'Nibelungen' , für die Hebbel kurz vor seinem frühenTod mit dem Schiller-Preis ausgezeichnetwurde.

Das Handschriften-Zimmer kann als die Schatzkammer des Museums bezeichnet werden. Eine Auswahl an Original-Handschriften gibt einen Einblick in die Korrespondenz, die der Dichter mit vielen seiner Zeitgenossen geführt hat.

Das Wiener Wohnzimmer schließlich vermittelt einen Eindruck von der Wohlhabenheit des Ehepaars Hebbel. Hier findet der Besucher wertvolle Möbel, Bilder und Gebrauchsgegenstände aus der Wohnung in Wien und aus dem Sommerhaus in Gmunden am Traunsee.

In den fast 90 Iahren seines Bestehens hat sich das Museum nicht nur zu einer repräsentativen Gedenkstätte,

sondern auch zu einem Anlaufpunkt für Hebbel-Forscher aus aller Welt entwickelt. Die Bibliothek im Obergeschoß umfaßt ca. 6000 Titel. Im Zeitungsausschnittarchiv werden seit Bestehen des Museums Zeitungsartikel über Hebbel aus dem deutschsprachigen Raum gesammelt. Wissenschaftlern stehen Arbeitsplätze in der Bibliothek und im Gastwissenschaftler -Zimmer zur Verfügung.

Im Iahr 1926 wurde die Hebbel-Gesellschaft gegründet. Sie unterstützt das Museum, fördert die HebbelForschung und belebt durch die i ährlichen Tagungen in Wesselburen die Beschäftigung mit dem Dichter. Die seit 1939 erscheinenden Jahrbücher dokumentieren diese Arbeit.

12 Süderstraße

Um die Jahrhundertwende standen in der Süderstraße bereits stattliche Häuser. Das Hotel 'Deutscher Hof' (mit Balkon auf der rechten Seite) besaß einen großen Saal, in dem viele Vereins- und Familienfeiern abgehalten wurden. Auf dem dazugehörigen Hof, an einem Durchgang zur Glockenstraße, befand sich eine Deckstation für Pferde. Im Iahre 1981 brannte das Gebäude vollständig ab und wurde nicht wieder aufgebaut. Heute befindet sich an dieser Stelle eine Grünanlage.

Die Gaststätte 'Bórse' (mitTurm, links vor der Kirche) wurde mehrmals umgebaut. Auf der Straße und den Gehwegen davor wurde der sogenannte Wesselburener Menschenmarkt abgehalten. An Markttagen zur Erntezeit fanden sich hier landwirtschaftliche Arbeiter, zunächst von der Geest, später auch aus weiter entfernten Regionen ein, die sich bei den Bauern der Umgebung verdingen wollten. Die Hofbesitzer suchten sich ihre Arbeiter aus, wobei sie möglichst Leute wählten, deren Zuverlässigkeit ihnen aus den Vorjahren bekannt war oder die einen vertrauenswürdigen Fürsprecher hatten.

Die einheimische Arbeiterschaft war nicht in der Lage, den Arbeitsanfall während der Erntezeit allein zu bewältigen, was dazu führte, daß sich der 'Menschenmarkt' durch den Zustrom auswärtiger Arbeiter bis etwa 1900

beständig vergrößerte. Bei dieserVeranstaltung, die ja in unmittelbarer Nachbarschaft der Kirche abgehalten wurde, ging es natürlich nicht gerade ruhig zu, so daß die Pastoren häufig wegen Störungen des Gottesdienstes Beschwerde einlegten. Verstärkt wurde die Lärmbelästigung noch durch die Sitte, den gedungenen Arbeitern bei erfolgtem Übereinkommen den einen oder anderen Köm zu spendieren, was manche dazu veranlaßte, gleich bis zum Arbeitsantritt am folgenden Tag weiterzuzechen.

Das langsame Verschwinden des 'Menschenmarktes' durch fortschreitende Technisierung in der Landwirtschaft nach dem Ersten Weltkrieg wurde zwar von den Geistlichen begrüßt, jedoch von den Wesselburener Gastwirten aufrichtig bedauert.

.. "7~"'-7I Gruss aus Wesselouren

13 Freiwillige FeuerwehrWesselburen

Die Freiwillige Feuerwehr Wesselburen beging am 18. Aprill926 ihr 50jähriges Bestehen. Das Gruppenfoto der Mitglieder entstand am Jubiläumstag bei der Übergabe der neuen Brandleiter, einer Stiftung des Kreises Norderdithmarschen.

Die Personen sind Ci eweils von links nach rechts), untere Reihe (sitzend): Schuster Cornelius Pedersen, Schuster Wilhelm Eck, unbekannt, Gastwirt Georg Speck, Amtsvorsteher Paul Voss, Landrat Dr. Ernst Kracht, Schuster Heinrich Brandt (Feuerwehrhauptmann) , Bürgermeister Friedrich Hauffe, Gastwirt Fritz Gosch, GastwirtJulius Gehrths, Tischler Georg Lütje und unbekannt.

Zweite Reihe von unten: Unbekannt, Textilkaufmann Johannes Krey, Krankenhausverwalter Hugo Fülle, Arbeiter August Barber, Buchdrucker Heinrich Möhring, Tischler Hans Brandt, Uhrmacher Gustav Schmidt, Kaufmann Max Mehlitz, Textilkaufmann August Dethlefs, Schneider Karl Wieck, Gastwirt Friedrich Jürgens, Schuster Herbert Brandt, Drogist Hermann Füssel, Kaufmann Arthur Stock, Kaufmann Max Pauly, Kohlenhändler Iohann Gloer, Buchbinder Hans Schulz, Tischler Emil Ausborn und Tischler Iohann Rehder.

Dritte Reihe von unten: Viehhändler und Gastwirt Hermann Diercks, Friseur Rudolf Gehrts, Kaufmann Iohann

Schramm, Stellmacher Ernst Busche, Friseur Louis Hennings, Arbeiter Emil Hansen, Kaufmann Ernst Schlömer, Vorarbeiter Franz Matzick, Zimmermann Adolf Göttsche, Zimmermann Heinrich Voss und Zimmermann August Holm.

Obere Reihe: Bierverleger Johannes Broders, Textilkaufmann Otto Schäfke, Schneider RudolfPlötz, Maler Hans Rehder, Mauermann Hermann Ramke, unbekannt, Schmied Wilhelm Anders, Sattler Hermann Hauschild, Gastwirt Fritz Dederle, unbekannt, Bote RudolfBergmann, Tischler Gustav Genske, Gastwirt Friedrich Naumann, Zimmermann Karl Kröger, Makler Hermann Gosch und Tischler Iohn Meier.

14 Archidiakonat

Das alte Archidiakonat an der Marktstraße wurde um

163 0 gebaut und ist daher eines der ältesten Gebäude Wesselburens. Beim großen Brand von 1736 blieb es vom Feuer verschont. Die Rettung verdankte es den in letzter Minute eingetroffenen Feuerspritzen aus Heide, sonst wäre es wohl auch ein Raub der Flammen geworden wie 127 andere Häuser und die Kirche. Die Effektivität der neuen Feuerspritzen war hierdurch bewiesen worden. Bald nach dem Brand wurde Kritik an dem Wesselburener Bevollmächtigten Bodenstedter laut, der sich in den Vorjahren gegen den Kauf derartiger Löschgeräte ausgesprochen hatte. Da er somit für das Ausmaß des Feuers zum Teil verantwortlich gemacht werden konnte, belegte ihn der Landesherr Herzog Karl Friedrich mit einer Strafe von 2 000 Talern.

Zur Zeit Friedrich Hebbels wohnte Dr. Schlömer, der die Mutter des großen Dichters bis zu ihrem Tode behandelt hat, in diesem Haus.

Kurz nach der Jahrhundertwende verlegte das am 1. April 1900 eröffnete Schuhhaus Brandt seine Geschäftsräume von der Bergstraße in dieses Gebäude. DieserTraditionsbetrieb besteht hier auch heute noch und bietet nunmehr seit hundert Iahren ein reichhaltiges Sortiment an Schuhen an.

Vom ursprünglichen Archidiakonat ist allerdings nach zahlreichen Umbauten und Renovierungen nicht mehr viel zu erkennen.

15 Hebbelstraße

In der ehemaligen Norderstraße (heute Hebbelstraße) stand das Geburtshaus Friedrich Hebbels. Hier verbrachte er seine ersten Lebensjahre, bis die Familie das Haus 1819 verlassen mußte, weil HebbelsVater eine Bürgschaft übernommen hatte, die er nicht einlösen konnte.

Zwar hat der kleine Friedrich nur kurze Zeit mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder Iohann hier gelebt, doch ist dieser Lebensabschnitt nicht ohne Einfluß auf seine späteren Werke geblieben. Im Garten des Hauses befand sich an der Grenze zum Nachbargrundstück ein alter Brunnen, der mit seinem gebrechlichen, moosbewachsenen Holzdach für die Kinder unheimlich und gefährlich wirkte und erst nach 1950 zugeschüttet wurde. Diesem Motiv wird die Entstehung des Gedichtes 'Das Kind am Brunnen' zugeschrieben. Aber auch Klaras Sprung in den Brunnen in Hebbels bürgerlichem Trauerspiel 'Maria Magdalena.' geht wohl zum Teil auf diese frühen Kindheitserinnerungen zurück.

Eine besondere Liebe empfand Friedrich Hebbel für die Obstbäume, die auf dem elterlichen Grundstück standen, boten sie doch eine köstliche Abwechslung vom oft kargen Speiseplan der Familie. So beschreibt Hebbel rückbliekend im Iahre 1838 das große Unglück, das er empfand, als einmal ein Gewittersturm die erwartete Ernte an Birnen und pflaumen größtenteils vernichtet hatte.

Der Verlust des Elternhauses bedeutete einen großen sozialen Abstieg, denn die Familie mußte in eine winzige Mietwohnung in der Österstraße ziehen. Ein Modell des Geburtshauses, das noch zu Lebzeiten Hebbels um das Iahr 1860 abgerissen wurde, befindet sich im HebbelMuseum.

Das Gebäude, das später auf diesem Grundstück errichtet wurde, gehörte den Stellmachern und Kaufleuten Iacob, Ernst und Otto Busche. Seit 1887 verweist eine Votivtafel auf die Geburtsstätte Friedrich Hebbels.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2020 Uitgeverij Europese Bibliotheek