Wesselburen in alten Ansichten

Wesselburen in alten Ansichten

Auteur
:   Volker Schulz und Rüdiger Möller
Gemeente
:   Wesselburen
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6609-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Wesselburen in alten Ansichten'

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16 Sattlerei Machirus

Das Gebäude auf dieser Abbildung steht nicht mehr. Es befand sich an der Ecke Ringstraße/Ekenesch, wo heute ein Parkplatz liegt. Um die Jahrhundertwende war hier die Schlachterei und Gastwirtschaft Schmidt.

Später betrieb der Sattlermeister Bernhard Machirus hier lange Iahre seine Sattlerei und Polsterei. Manch älterem Wesselburener dürfte sein Ausspruch' durch Nähen gebessert' bei der Übergabe von reparierten Lederwaren noch bekannt sein, mit dem er ausdrücken wollte, daß er gute Arbeit geleistet hatte.

Im Schaufenster der Sattlerei stand ein aufgezäumtes ausgestopftes Pferd, das besonders die Kinder Wesselburens immer wieder anlockte. Viele von ihnen machten auf dem Gang zur Schule einen Umweg, nur um sich das Pferd bei Machirus noch einmal anzusehen.

Links daneben steht das Wohn- und Geschäftshaus, das Heinrich Dehn im Iahr 1900 gebaut hat und in dem er zunächst eine Käsehandlung und später ein Kohlengeschäft betrieb. 1952 übernahm Hans- Walter Reimers das Geschäft und führte es bis 1 993 weiter.

17 Schülper Straße

Die Schülper Straße war eine der ältesten Geschäftsstraßen Wesselburens. Zahlreiche kleine Kolonialwarenhandlungen, eine Schlachterei und Handwerksbetriebe reihten sich hier dicht aneinander. Diese Aufnahme entstand wahrscheinlich im Iahr 1925.

Bereits auf einem Stadtplan Wesselburens aus dem Iahre 1648, den der Husumer Mathematiker Iohann Mejer im Rahmen einer Vermessung der Herzogtümer Schleswig und Holstein angefertigt hatte, ist die Schülper Straße eindeutig zu erkennen.

Eine Flurkarte von 1771 bezeichnet sie als Große Schülper Straße, womit sie von der Kleinen Schülper Straße (heute der Blankenau ab Conventgang) unterschieden werden sollte.

Während der westliche Teil des Straßenzuges von jeher eng bebaut war, säumten Wiesen und Felder bis ins

19. Jahrhundert den östlichen Teil der auf das Dorf Schülp zuführenden Wegstrecke. Erst dann begannen verschiedene Handwerker, sich in diesem Bereich niederzulassen. Das Gebäude mit den beiden Stufen vor der Eingangstür war lange Zeit eine Schlachterei. Das Geschäft wurde von Hinrich Diekmann gegründet und von Heinrich Speck und Günter Ehlers weitergeführt.

1 8 'Kaisersaal'

Der 'Kaisersaal' war das größte Tanz- und Unterhaltungslokal in Wesselburen, in dem Bälle und andere Veranstaltungen ausgerichtet wurden. Besonders um die Iahrhundertwende gab es zahlreiche Tanzvergnügungen, Militärkonzerte, aber auch Ringkämpfe und erste 'kinematographische'Vorführungen. Die jeweiligen Besitzer warben in Zeitungsanzeigen mit 'feinstem Parkettfußboden' und 'doppelt besetzten Orchestern'.

Besonderen Anklang fanden bei der Bevölkerung die jährlichen Festivitäten zum Geburtstag des Kaisers. Wegen der Größe und Beschaffenheit des Saales wurden hier zeitweilig auch die Turnstunden der Wesselburener Schülerschaft abgehalten. Allerdings war das Gebäude, als es im Iahre 1909 zur Zwangsversteigerung gelangte, bereits teilweise verfallen. Zwischenzeitlich hatte die unbespielbar gewordene Bühne brandgeschädigten Familien als Übergangswohnung gedient. Schon bald nach dem Besitzerwechsel wurde der 'Kaisersaal' abgebrochen.

Auf dem großen Gelände, das von der heutigenAutowerkstatt Schrader bis zum 1955 errichteten Gebäude des Dr. Kaufmann (heute Rechtsanwalt Lattmann) reichte, befand sich neben dem 'Kaisersaal' der zum Komplex gehörige 'Kaiserplatz' , der noch bis in die fünfziger Iahre den Kindern der Schülper Straße als Spielgelände diente.

19 Volksschule

Die Volksschule wurde am 5. Oktober 1885 feierlich eingeweiht. Sie enthielt neben vier Klassenräumen auch vier Lehrerwohnungen, deren Bewohner zunächst über eine unangenehme Rauchbelästigung klagten. Dieses Problem konnte jedoch auf Anraten des Stadtbaumeisters Schlichting durch die Vermauerung bestimmter Öffnungen in den Schornsteinen behoben werden. Die Kosten für die Errichtung des Gebäudes betrugen etwa 76 000 Mark. Am 16. April 1912 wurde in diesem Gebäude auch die Mittelschule eingerichtet. Für diesen Zweck wurden drei Lehrerwohnungen in Klassenzimmer umgewandelt. Der Schulbetrieb wurde mit 82 Schülerinnen und Schülern aufgenommen. Im August 1912 konnte mit dem Bau einerTurnhalle begonnen werden.

Der Plan für eine 'Hóhere Schule' war schon seit 1875 von dem in Wesselburen außerordentlich beliebten Pastor Eduard Diekmann verfolgt worden. Erster Rektor der Mittelschule wurde Detlef Cölln, der die verbliebene Wohnung im Schulgebäude bezog. Cölln leitete die Lehranstalt 25 Iahre lang und machte sich als wichtiger Förderer des Hebbel-Museums verdient. Das Hebbel-Denkmal im Vordergrund stammt von Gustav Hornung. Eine deutlich größere Ähnlichkeit mit dem großen Sohn der Stadt hatte nach einhelliger Meinung der Wesselburener allerdings das 1913 vom Heider Kunstmaler und Bildhauer Nikolaus Bachmann gefertigte Denkmal vor dem Hebbelhaus.

20 Arbeiterkate

Die alte Arbeiterkate stand an der Straße Blankenau. Die Bezeichnung bedeutet: Neben der Au. DieserWasserlauf begann bei Oken, führte dann nördlich an Weselburen vorbei nach Norddeich und mündete schließlich in die Eider. Im 9. Jahrhundert, als das heutige Marschgebiet noch zum Wattenmeer gehörte, war die Au ein mächtiger Strom; später, als die Dörfer Norddeich und Süderdeich durch einen Deich verbunden waren, diente die Au zur Entwässerung der Marsch.

In diese Kate zog um 1882 Hebbels Bruder Iohann ein. Freunde des Dichters hatten seinen Umzug von Rendsburg nach Wesselburen ermöglicht. Iohann erhielt von seiner Schwägerin Christine Hebbel eine jährliche Zuwendung von 400 Talern. Auch schickte Christine abgetragene Kleidungsstücke ihres verstorbenen Mannes nach Wesselburen. Darunter soll sich auch ein Morgenmantel des Dichters befunden haben, und Zeitgenossen berichteten, Iohann sei mit stolzgeschwellter Brust in diesem Morgenmantel vor der Kate auf- und abgegangen.

Bei der Einweihung des ersten Hebbel-Denkmals am

2. September 1887 war Iohann zugegen. Zur Büste soll er allerdings bemerkt haben, daß sein Bruder so ein dickes Bauerngesicht nicht gehabt habe. Tatsächlich ist dieses Denkmal wegen der Unähnlichkeit mit Hebbel später wieder entfernt worden.

Iohann Hebbel starb am 16. November 1888 in Wesselburen.

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