Wesselburen in alten Ansichten

Wesselburen in alten Ansichten

Auteur
:   Volker Schulz und Rüdiger Möller
Gemeente
:   Wesselburen
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6609-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Wesselburen in alten Ansichten'

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21 'Conventgarten'

Im 'Conventgarten' wurden zahlreiche Festlichkeiten abgehalten. Neben Tanzveranstaltungen und Konzerten ließ der abgebildete Bühnensaal auch Theater- und Operettenaufführungen zu, die eine große Besucherschar anlockten.

Zum Komplex gehörten eine Kegelbahn, ein Kino und ein Tennisplatz. Vom großen Garten gab es einen Durchgang zum früheren Stadtpark, der bis 1832 als Friedhof gedient hatte, und der die Besucher des Etablissements zum Planieren einlud. Während seines langen Bestehens wechselten zwar die Besitzer, aber der Beliebtheit des Conventgartens schadete das kaum. Bereits im Iahre 1865 lud]. C. Peut zu Tanzveranstaltungen und den ersten Theatervorstellungen ein. Sein Nachfolger August Kragge setzte dieses Konzept erfolgreich fort.

Später stand die Vergnügungsstätte unter der Leitung der Familien Heim/Kruse, Schnoor und de Groot. Ihr letzter Besitzer warWalter Nielsen. Im Herbst 1954 brannte der gesamte Komplex ab und wurde nicht wieder aufgebaut. Heute blickt man verwundert auf die große Zahl der Gaststätten, die um die Jahrhundertwende in Wesselburen existierten und ihre Besitzer ernähren konnten. Neben den in diesem Buch dokumentierten, gab es noch viele andere Lokalitäten, deren Betreiber im 'Dithmarscher Bo-

ten', der in Wesselburen erscheinenden Zeitung, durch Anzeigen für sich warben. Dazu gehörten zum Beispiel die 'Erheiterung' , die 'Schweizerhalle " die beliebte "Ionhalle' und die 'Centralhalle' .

Unverhältnismäßig groß war die Zahl der kleineren Schankstuben, die im Ort und in den umliegenden Dörfern den Landarbeitern, Handwerkern und Kaufleuten als Nebenerwerb dienten. Die Existenz dieser vielen Gasthäuser dokumentiert nicht allein die Trinkfestigkeit der Wesselburener Einwohnerschaft, sondern noch mehr den allgemein verbreiteten Wunsch nach Geselligkeit, die hier nach einem harten Tagwerk gesucht und gefunden wurde.

22 'Deutsche Eiche'

Im Ianuar 1878 öffnete die 'Deutsche Eiche' an der Ecke Schülper Straße / Chausseestraße ihre Pforten. Als erster Betreiber warb C. Iacobs mit einer Durchfahrt, die man am linken Rand des Bildes erkennt, und einem Stallraum für die Unterstellung der pferde.

Stolz zeigt sich auf diesem Foto die Besitzerfamilie mit den Bediensteten. Vor der Durchfahrt, die der Annahme und der Bereitstellung der Pferdegespanne diente, sieht man die betriebseigene Kutsche, die Gäste vom Bahnhof abholte. Der Vorteil solcher Durchfahrten war, daß Gespanne nicht gewendet werden mußten. Dies war eine Bequemlichkeit, die besonders an Durchgangsstraßen den Fuhrleuten entgegenkam. Eine Verbindungstür zum Hauptgebäude sorgte dafür, daß man auch bei regnerischem Wetter trockenen Fußes sein Ziel erreichte.

Seinen Namen hatte das Hotel mit Gaststube von der davor stehenden Friedenseiche, die zur Erinnerung an den Krieg 1870/71 gepflanzt worden war. Diese mußte allerdings wegen ihres ungünstigen Standortes auf der Kreuzung bald dem Straßenbau weichen.

Später etablierte sich die 'Deutsche Eiche' als Lokal der jungen Leute. Vielerlei Tanzveranstaltungen wurden hier abgehalten, die vorzugsweise von der ledigen Jugend oder jüngeren Ehepaaren besucht wurden. Nach einem kurzen Schattendasein als Spielhalle verfällt das Gebäude heute zusehends.

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23 Chausseestraße

Die Gebäude an der Chausseestraße im Iahre 1904, einer breiten Durchgangsstraße, dokumentieren die baulichen Veränderungen, die sich in Wesselburen in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts vollzogen hatten. Um 1850 war das Straßenbild noch von Höfen und Katen mit traditioneller Reetbedachung geprägt. Nun säumen gründerzeitliche Bauten die Chaussee.

Auf der linken Straßenseite entstanden Villen mit repräsentativen Fassaden. Aber es gibt auch zweckorientierte Teerpappendächer bei gewerblich genutzten Häusern, wie zum Beispiel am rechten Bildrand. Bei diesem Gebäude handelt es sich um eine Schmiede, die als besonders feuergefährdet einzustufen ist. Aus diesem Grund wurde von ihren Betreibern die vor Funkenflug sichere, industriell gefertigte und daher relativ billige Teerpappe geschätzt. Im Iahre 1919 wurde die Chausseestraße zu Ehren von Nicolaus Johannes Dohrn, der van 1901 bis 1919 das Amt des Bürgermeisters bekleidet hatte, in Dohrnstraße umbenannt. In seiner Amtszeit, die nahezu die ersten zwei Jahrzehnte nach der Verleihung der Stadtrechte umfaßte, waren wichtige Entscheidungen zu fällen, bei denen Dohrn stets das Wohl der jungen Stadt im Auge hatte.

Das hatte ihm die Achtung von politischen Freunden wie Gegnern gleichermaßen eingebracht.

Deutlich erkennt man auf diesem Foto den Schienenstrang der zur Zuckerfabrik führenden Spurbahn. Auf dieser beförderte man mit Loren die Rüben von den teilweise weit entfernt liegenden Feldern zur Weiterverarbeitung in die Fabrik. Die Einwohnerschaft Wesselburens brauchte einige Zeit, um sich an die in der Rübensaison stark frequentierte Spurbahn und die zahlreichen durch den Ort rollenden Loren zu gewöhnen. Aber im Dezember 1886 konnte der Dithmarscher Bote berichten, daß sich die Anwohner an dieses Transportmittel gewöhnt hatten, und sich niemand die schweren Ochsenkarren - damit wurden vorher die Rüben transportiert - mit ihren Strapazen für Mensch und Tier zurückwünschte. Außerdem waren diese Karren für den schlimmen Zustand der nicht befestigten Wege verantwortlich, die sich nach längerem Regen in nahezu unpassierbare Schlammwüsten verwandelten.

24 Festzug

1913 war ein besonderes Iahr für Wesselburen. Mit zahlreichen Gedenkfeiern beging man den 100. Geburtstag Friedrich Hebbels. Auf der Fotografie sieht man den Festzug am 18. März 1913, der gerade die Chausseestraße passiert. Alle fahnenführenden Vereine der Stadt nahmen daran teil, die Mitwirkenden zogen durch den Ort und schmückten die Hebbel-Gedenkstätten. Am früheren Standort des Geburtshauses, an den Gräbern seiner Eltern und am Denkmallegten die Teilnehmer mit feierlichen Worten Lorbeerkränze nieder.

Der eigentliche Gedächtnisakt fand im Conventgarten statt, wo Oberlehrer Dr. Weidenmüller aus Flensburg eine beeindruckende Festrede hielt. Die Aufführung des bürgerlichen Trauerspiels 'Maria Magdalena' beendete an diesem Festtag die offiziellen Feierlichkeiten.

Bereits im Mai 19 13 gedachte die Stadt erneut ihres großen Sohnes. Im Rahmen dieser Gedenkfeier, die zum Teil in Heide stattfand, weihte man das von Nicolaus Bachmann neu geschaffene Hebbel-Denkmal ein. Zahlreiche Ehrengäste nahmen an der Enthüllung teil. Neben den Landräten von Norder- und Süderdithmarschen, den Bürgermeistern der Dithmarscher Städte und dem Oberpräsidenten v. Bülow aus Schleswig fand besonders die Anwesenheit des Herzogs Ernst Günther von

Schleswig-Holstein, der Prinzessin Marie zu SchleswigHolstein-Glücksburg und der Hebbel- Tochter Christine die Beachtung der Presse. Diese erlesene Gästeliste unterstrich nicht nur die Bedeutung, die man dem Dichter beimaß, sondern zeigte auch die Anerkennung für den würdigen Umgang, den die EinwohnerWesselburens ihrem großen Sohn zuteil werden ließen.

25 Alte Meierei

Die alte Meierei wurde im Oktober 1933 von der Stadt angekauft und zum Feuerwehrgerätehaus umgebaut, das mit feierlicher Zeremonie im Rahmen einer Feuerschutzwoche am 23. September 1934 von Bürgermeister Herwig der Wehr übergeben wurde.

Die Feierlichkeiten, die am Morgen mit Vorführungen von Feuerschutzübungen auf dem Sportplatz eingeleitet worden waren, wurden von einem Unwetter begleitet, einem Omen für die bevorstehenden, oft lebensgefährlichen Situationen, die die Wesselburener Feuerwehr in der Folgezeit bewältigen mußte.

Ein besonders traurigerTag für die Wesselburener Wehr war der 3. März 1943. Während sie in der Nacht mit dem Löschen eines von Brandbomben getroffenen Bauernhofes in Haferwisch beschäftigt war, warf ein einzelner englischer Bomber eine Sprengbombe auf das durch das Feuer gut sichtbare Gebäude ab. Hierbei fanden 21 Menschen den Tod, unter ihnen 1 6 Angehörige der Wesselburen er Feuerwehr.

Neben dem neuen Depot befanden sich in der umgebauten Meierei auch zwei Wohnungen, die der Polizeiwachtmeister Gebert und der Schneidermeister Wieck bezogen hatten. Wieck war für die Wartung der Feuerlöschgeräte zuständig.

Am 2. Oktober 1934 öffnete die ebenfalls im Gebäude untergebrachte Volksbücherei. Diese vereinigte die Buchbestände von drei in Wesselburen ansässigen Büchereien und bestand aus einem Magazin und einem Ausgaberaum. Jeder Einwohner konnte gegen die Gebühr von fünfPfennigen pro Band die Bestände nutzen. Zeitweise dienten Teile des großen Gebäudes auch als Stadtgefängnis und als Warmbadeanstalt.

Das Feuerwehrdepot blieb hier bis 1999 bestehen. In diesem Iahr bezog die Wehr mit ihren Löschgeräten das neuerbaute Feuerwehrgerätehaus an der Büsumer Straße.

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