Wesselburen in alten Ansichten

Wesselburen in alten Ansichten

Auteur
:   Volker Schulz und Rüdiger Möller
Gemeente
:   Wesselburen
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6609-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Wesselburen in alten Ansichten'

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3 1 Haus Ekenesch

Das Haus Ekenesch ist wahrscheinlich das älteste Gebäude Wesselburens. Es ist umstritten, ob die angebrachte Iahreszahl 1620 auf das Erbauungsjahr hinweist oder lediglich auf einen Besitzerwechsel, was bedeuten würde, daß dieses ehemalige Herrenhaus, das im 17. Jahrhundert von Stallgebäuden, Gartenanlagen und Teichen umgeben war, noch älter sein könnte.

Zahlreiche Legenden ranken sich um die Geschichte dieses Hauses, sogar von einem versteckten Schatz ist die Rede. Belegt ist, daß Ekenesch um das Iahr 1640 von dem Landesgevollmächtigten Iohann Fehring, einem Verwaltungsexperten des Gottorfer Hofes, bewohnt wurde. Die-

ser war jedoch durch seine Steuerreformen, die die Bevölkerung drückten, bei seinen Wesselburener Landsleuten verhaßt, fiel schließlich aber auch beim Herzog von Gottorfin Ungnade und fand ein unglückliches Ende. Besonders seine Person gab den Sagen um das Haus Ekenesch reichlich Nahrung.

Später wurde das Gebäude als Gastwirtschaft und Saal genutzt.

Älteren Wesselburenern ist die Bezeichnung 'Diele auf Ekenesch' sicher noch bekannt, zumal dort vieleTanzveranstaltungen und auch Maskeraden stattfanden.

32 Lollfuß

Der Lallfuß wurde einst als schönste und vornehmste Straße Wesselburens gepriesen. Zahlreiche Geschäfts- und Wohnhäuser standen an dem von Wesselburen nach Süderdeich führenden Verbindungsweg. Hier gab es nicht weniger als vier Gärtnereien, hier befand sich auch das 1877 errichtete Amtsgericht, in dessen Umgebung zahlreiche Juristen und Gerichtsbedienstete wohnten.

In einer Gastwirtschaft mit dem doppeldeutigen Namen 'Wartburg' warteten die Einwohner auf den Ausgang wohl manches Gerichtstermins, tranken auf gewonnene Klagen oder betranken sich bei verlorenen Prozessen.

Die 'Wartburg' bestand bis November 1934, galt allerdings schon lange vorher als unrentabel. Im Iahr 1955 wurde das Amtsgericht in die Bahnhofstraße verlegt, wo es bis zur Neuordnung der Amtsgerichtsbezirke im Iahr 1970 blieb. Seine Zuständigkeit übernahm von nun ab das Amtsgericht in Melderf

Das Haus, das auf dem Foto am linken Bildrand gerade noch erkennbar ist, war das alte Armenhaus Wesselburens, das am Ende des 19. Jahrhunderts Polizeigefängnis wurde. Rechts davon befindet sich heute ein Imbiß.

Für den ungewöhlichen Namen 'Lollfuß gibt es verschiedene Deutungen. Wahrscheinlich brachte der schon erwähnte Iohann Fehring den Namen aus Schleswig mit, wo eine Straße gleichen Namens existiert, und setzte diese Benennung auch in Wesselburen durch, um den Herzog von Gottorf zu ehren. Ursprünglich bezog sich die erste Silbe wohllautmalerisch auf das Geräusch von fließendem Wasser, das 'Lollen'. Möglicherweise hat sich diese Bezeichnung aber auch unabhängig von dem Schleswiger Vorbild mit der Beziehung zu 'lollendern' Wasser unter einem Fußsteig entwickelt.

33 VillaAßmus

Am Lallfuß entstanden zwischen Jahrhundertwende und dem Beginn des Ersten Weltkriegs zahlreiche repräsentative Gebäude, die meist wohlhabenden Honoratioren der Stadt als Altersruhesitz dienten.

Auf diesem Foto steht rechts die Villa Aßmus, die der einheimische Bankier Iulius Aßmus nach dem Verkauf seines privaten Bankhauses im Iahre 1903 errichten ließ. Zahlreiche Legenden ranken sich um die Entstehung dieses Gebäudes, sogar von einem unterirdischen Gang zum Bankhaus ist die Rede. Allerdings macht der hohe Grundwasserspiegel in Wesselburen die Existenz eines solchen Geheimganges mehr als unwahrscheinlich.

Angeblich baute man das Haus nach italienischem Vorbild, was das hartnäckige Gerücht in die Welt setzte, es

gäbe in Italien ein gleichartiges Gegenstück. Natürlich kann das nicht ganz ausgeschlossen werden, doch gibt es keinen Beweis dafür. Aßmus hatte jedoch nicht lange Freude an seiner Villa, er starb bereits zwei Iahre nach der Fertigstellung.

Um das Iahr 1920 erwarb der GetreidehändlerWilhelm Witt das Gebäude, das fortan als 'Villa Witt' bezeichnet wurde. Seine Witwe wohnte hier noch bis in die sechziger Iahre des 20. Jahrhunderts.

In unserer Zeit ging das Gebäude häufig als 'Katzenhotel' durch die Medien, da das Obergeschoß zur Beherbergung von Edelkatzen diente. Im Untergeschoß befand sich ein Café.

34 Am Lollfuß

Das linke Gebäude am Lollfuß gehörte zur damaligen Gärtnerei Naumann, die später von HeinzWettern und dann von Heinrich Winkier weitergeführt wurde, bis der Malermeister Klaus Johannsen im Iahr 1984 das Grundstück kaufte. Die Gebäude wurden abgerissen und ein Zweckbau errichtet. Hier befinden sich heute ein Malerbetrieb, ein Küchenstudio und das Labor eines Zahntechnikers.

In dem eindrucksvollen Wohnhaus rechts von der Gärtnerei hatten die Zahnärzte Dr. Alfred Sinn und später sein Sohn Dr. Günther Sinn ihre Praxis. Günther Sinn ist ein Enkel des Wesselburener Bürgermeisters N.]. Dohrn, der diese Villa erbaut hatte.

Im Hintergrund erkennt man die Paulsensche Mühle. Im Oktober 1909 kaufte Claus Rohweder aus Hohenwestedt den Betrieb von Iohann Hansen, nachdem er ihn schon einige Monate als Pächter geführt hatte.

Nach demAbbruch der Mühle übernahm zunächst das Autobusunternehmen Röhlsberger das Gelände, später entstand hier eine Autoreparaturwerkstatt.

35 Heimatfest

Vom 17. bis 19. August 1929 feierte Wesselburen ein großes Heimatfest. Anlaß hierfür war das 30jährige Stadtjubiläum, für das ein Festausschuß unter dem Vorsitz des damaligen Bürgermeisters Hauffe ein umfangreiches Rahmenprogramm zusammengestellt hatte.

Zahlreiche Besichtigungen des Ortes fanden statt, Gesangvorträge, Platzkonzerte und turnerische Vorführungen erfreuten die begeisterten Zuschauer. Neben den abendlichen Festbällen im Conventgarten und in derTonhalle sowie einem großen Volksfest mit Vogelschießen und Ringreiten bildete ein Festzug mit etwa dreißig historischen und gewerblichen Gruppen den besonderen Höhepunkt. Bei diesem Umzug durch die Stadt präsentierten die Teilnehmer Kultur, Geschichte sowie Handel und Handwerk der Region. Die 'Heimkehrenden Dithmarscher aus der Schlacht' waren genauso vertreten wie Abordnungen von Wattenfischern und 'Melk-Deerns'.

Der mit Blumen geschmückte Wagen, der auf diesem Foto gerade die Österstraße passiert, ist der Beitrag des Schneidergewerbes, wie man an der aufgestellten Nähmaschine erkennt. Auf dem Wagen steht Schneidermeister Prüß, der sein Geschäft in der Hebbelstraße aufHerrengarderoben spezialisiert hatte.

Der Aufwand, den man zur Würdigung des Jubiläums in Wesselburen betrieb, zeigt, welche Bedeutung man den vor dreißig Iahren erworbenen Stadtrechten beimaß, aber auch, daß die Bürger selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu feiern verstanden.

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