Wesseling in alten Ansichten

Wesseling in alten Ansichten

Auteur
:   Wolfgang Tüllmann
Gemeente
:   Wesseling
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2403-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Wesseling in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Eine 'Bildtopographie' des alten Ortes Wesseling entstand erstmals in den siebziger Jahren. Das Bändchen 'Wesseling in alter Zeit' ist heute vergriffen. Weil aber das Interesse daran weiterhin anhält, wurde für die 'Europäische Bibliothek' erneut ein Band erarbeitet, der größtenteils unveröffentlichtes Material aufnimmt, welches die Darstellung unseres Ortes zur Jahrhundertwende oder kurz nach dem Ersten Weltkrieg ermöglicht. Daß Wesseling mindestens so alt sein muß wie die benachbarten Großstädte Köln und Bonn, beweisen die Ausgrabungsfunde aus rörnischer und fränkischer Zeit noch Ende des Jahres 1982. Immerhin zeigten auch Funde aus der Steinzeit, daß bereits früher der heutige Industrieort am Rheinbogen zwischen Köln und Bonn ein beliebter Siedlungspunkt war.

Die Frage, wie es in Wesseling um die Jahrhundertwende aussah, beantwortet sich rasch, wenn man bedenkt, daß sich im Gegensatz zu heute, die Häuser des Ortes entlang des Rheinstroms aufreihten. Die Alte Bonner Landstraße war die Richtschnur. Erst um 1906, nach dem Bau der 'ersten elektrifizierten Schnellbahnstrecke Deutschlands', der 'Rheinuferbahn', öffnete sich das Straßendorf auf den heutigen Ortsteil Keldenich hin, der damals noch selbständige Gemeinde war.

Durch die Eingemeindungen der Ortsteile Keldenich

(1935), Berzdorf (1961) und Urfeld (1969) und dem rapiden industriellen Aufschwung wuchs die Einwohnerzahl von knapp 3000 nach dem Ersten Weltkrieg auf über das Zehnfache heute. Der enorme Zuzug aus allen Regionen Deutschlands - vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg - erklärt den Verlust eines lokalgeschichtlichen Interesses. Somit möchte diese Darstellung erneut zur Neugierde anstiften, die den Wunsch weckt, die geschichtlichen Eigenheiten des Ortes zu erfassen, die, wie bereits einmal früher betont, zu allen Zeiten, genauso wie in unserem Jahrhundert , reichlich bewegt war. Als Beispiel sei aufgezählt von 1972 bis 1976: Stadtwerdung, Eingemeindung nach Köln und Wiederertrotzung der Selbständigkeit.

Welches Glück, daß schon früher Fotoenthusiasten die Ansicht ihres Ortes im Bild festhielten. So konnte diese Bildersammlung entstehen, die durch die Sammelfreude zahlreicher Mitbürger ihre Unterstützung fand. Allen voran gilt der Dank den Herren Lenders und Franz Metzler; sowie Herrn Ralf-Martin Müller, der bereitwillig Exemplare seiner Postkartensammlung zur Verfügung stellte. Ebenso sei der Pressestelle des Landschaftsverbandes Rheinland, wie auch dem Bildarchiv der Stadt Wesseling gedankt für die Bereitstellung von Bildmaterial.

1. Das Panorama von Wesseling 'dazumal', wie es sich hier im Bilde zeigt, ist dem heutigen Zeitgenossen nicht einmal so fremd, denn was um die Jahrhundertwende an Baumbestand in den Gärten der Villen von Broicher, Dahlhaus (jetzt: Urbanowicz) oder Zimmermann die Silhouette bestimmte, findet im jetzigen 'Rheinpark' ebenso seine Pflege. Wesselings Rheinpark ist der Stolz der Stadt. 1937 begann man mit dem Ausbau der Rheinpromenade. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich Bürgermeister Anton Engels (1946-1964), selbst Gartenfachmann, engagiert für die Erweiterung dieser Gartenanlage ein,

2. Die Verbindung zwischen dem linken und rechten Stromufer hielten seit altersher die Rheinfähren aufrecht - ein Brückenschlag, wie er nach dem Zweiten Weltkrieg im Gesprach kam, hat sich bis heute in Wesseling nicht erfüllt. Vor der Jahrhundertwende war es der Fährmann P. Becker, aus dem gegenüberliegenden Lülsdorf, der sich mit dem Wesselinger P. König den Fährbetrieb teilte. Nach der Eröffnung der Rheinuferbahn 1906 übernahm die 'Wesselinger-Motorboot-Gesellschaft mbH.' für eine Zeit mit zwei Booten, 'Jung Deutschland' und 'Siegfried', den Fährbetrieb. Eines dieser Boote kann hier vorgestellt werden.

3. Als Ausflugsort spielte Wesseling noch Anfang unseres Jahrhunderts eine große Rolle. Die 'Köln-Düsseldorfer Dampfschiffe' legten hier im Sommer mit mehreren Booten zu ihren 'Kaffeefahrten' an. Unser Bild zeigt die Anlegebrücke am Restaurant 'Rheineck'. Das Gebäude wurde 1920 von A. Baedorf erbaut. Bis 1916 stand an etwa gleicher Stelle die 'Rheinhalle', die dem abgebildeten Haus Platz machte, das heute die Wasserschutzpolizei in Wesseling beherbergt. Das Bild zeigt Bootsmeister Baedorf auf der Anlegebrücke vor seinem Restaurant.

4. Die Grundsteinlegung zum 'Wesselinger Dom', wie der Volksmund die St-Gerrnanus-Kirche stolz benannte, ist auf den 5. Juli 1891 zu datieren. An diesem Sonntag bewegte sich ein Festzug von der alten Kirche, gegenüber der Wirtschaft 'Zur Eule ', zum neuen Kirchplatz neben der Dumont'schen Lederfabrik. Umrahmt von den Chordarbietungen des Männergesangvereins von 1844, wurde die Urkunde mit dem Text: '1891 Karl Maria Boehning, Pfarrer in Wesseling 1862' in den Grundstein eingemauert. Nach etwa dreijähriger Bauzeit, am 27. September 1894, konnte die neue Germanuskirche durch den Weihbischof Dr. Schmitz festlich konsekriert werden.

5. Bis zum Beginn der französischen Herrschaft im Rheinland (1794) war Wesseling in zwei politische Territorien aufgeteilt. Einmal war es das kurkölnische Gebiet von Oberwesseling, welches sich um den Sioniterhof gruppierte, das andere jenes von Niederwesseling, das zum rechtsrheinischen 'bergischen' Herrschaftsgebiet gehörte. Die Trennung der Geblete wurde durch die Grenzgasse markiert. Unser Bild zeigt den 'bergischen' Sonnenberg an der Ecke der Grenzgasse. Der 'Sonnenberg' mündet heute, nach wie vor, in die 'kurkölnische' Oberwesselinger Straße.

6. Im Gegensatz zum Ortsteil Niederwesseling war in Oberwesseling auf engem Platz eine Reihe stattliche Hofanlagen angesiedelt. Da gab es den 'Süßehof", den 'Sioniter"- beziehungsweise 'Pilgramshof, den 'Kronenhof" - dazwischen wohnten die sogenannten 'kleinen' Leute, die damaligen Tagelöhner, also Landarbeiter, die sich neben der Bestellung ihrer eigenen bescheidenen Landwirtschaft auf größere Höfe verdingten. Hier eine Aufnahme von der Oberwesselinger Straße, mit seinen typischen Kleinhäusern. Diese Aufnahme entstand in den zwanziger Jahren.

7. Von 1248 bis zur Säkularisierung war der Sioniterhof Eigentum klösterlicher Genossenschaften. Zuerst gehörte er den Zisterzienserinnen von Köln, dann wurde er 1613 auf Veranlassung des Kurfürsten Ferdinand dem Brigitteorden unterstellt. Nach einer frommen Legende ist die dazugehörige Kapelle der heilige Lucia geweiht. Ihr Bildnis wurde vor vielen Jahren hier von den Fluten des Rheins angeschwemmt. Unsere Aufnahme zeigt Hof und Kapelle im Dezember 1925, als das Hochwasser die kritische Dammhöhe erreichte.

8. Die Luziastraße, wie sie noch Anfang der dreißiger Jahre ausgesehen hat. Und mit Recht konnte man seit je behaupten, 'auf der Luziastrass' werden die Reibkuchen zur 'Rievkochekirmes' - am 13. Dezember - nur auf einer Seite gebacken', auf einer Straßenseite natürlich! Es war das Patrionatsfest Oberwesselings. Der Duft, der in Pfannen gebackenen rheinischen Kartoffelspezialität schwebte über dem Viertel, wenn aus allen Richtungen her Gäste zur Festlichkeit anreisten. Ubrigens hatten nach alter Sitte an diesem Tage alleine die Frauen in Oberwesseling das Sagen!

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