Westerholt in alten Ansichten Band 1

Westerholt in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Heinz Wener
Gemeente
:   Westerholt
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1909-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Westerholt in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Die Gegenwart von Gestern nennt man Geschichte, sie läßt uns das Heute besser verstehen. Der Kreis derer, die über den Zeitabschnitt von 1880 bis 1930 noch aus eigenem Erleben berichten können, wird immer kleiner. Aus diesem Grunde ist es wichtig, Fakten festzuhalten und durch Bilddokumente Veränderungen erkennbar zu machen. Dieses Büchlein soll wie ein Familienalbum sein, in dem man gemütlich blättert, etwas entdeckt, sich erinnert und sagt: 'Schau, hier ist mein Großvater, dort haben wir gewohnt, ich wußte gar nicht, daß an dieser Stelle ein Haus gestanden hat, da erkenne ich mich selbst in der 3. Schulklasse wieder.' Vielleicht ist dieses Buch für viele Bürger auch eine Anregung, einmal in Kästen, Schubläden und alten Fotoalben nach erhaltenswerten Bildern nachzuforschen.

Über Jahrhunderte hinweg schlich die Entwicklung Westerholts auf urväterlich leisen Pantoffeln dahin. Ihr gemütlicher Gang wurde nur unterbrochen durch Kriege, Unruhen und immer wiederkehrende Nöte. Fleißige Bürger versuchten in harter Arbeit sich ein bescheidenes Dasein zu schaffen und Haus und Hof für sich und ihre Kinder zu erhalten. Neben der Bewirtschaftung des ererbten Garten- oder Ackerlandes, mußte noch irgendein Gewerbe zum Lebensunterhalt beitragen. Meistens war es ein Handwerk. In Wester-

holt bildeten besonders die Leineweber und Tuchmacher eine starke Gruppe, die ihre Waren über Land verkauften. Ihnen nahmen die Maschinen das Brot. So war es gut, daß in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts der Bergbau in unserer Gegend Fuß faßte. Zunächst mußten noch stundenlange Wege in Kauf genommen werden, um den Arbeitsplatz zu erreichen. Die Wende trat erst im Jahre 1907 ein, als die Zeche Westerholt abgeteuft wurde. Überall entwickelte sich nun neues Lebens, die Einwohnerzahlen stiegen von Jahr zu Jahr. Jede Entwicklung aber ist ein zeitmäßig begrenzter Vorgang. Ihre Beschreibung muß also folgerichtig mit dem Ursprung beginnen.

In der Zeit der Karolinger entstanden um den Reichshof Recklinghausen Neusiedlungen in einem Waldgelände. So auch Westerholt, das Holz im Westen. Die Anfänge des Ortes gehen auf eine Ansiedlung von Knechten und Handwerkern um die alte Wasserburg zurück, die ehemalige Reichsfreiheit. Die Herren von Westerholt, die im Herzen des Vestes Recklinghausen ihren Stamrnsitz errichtet hatten, werden erstmalig 1193 urkundlich erwähnt.

Die geschriebene Geschichte des Ortes beginnt mit dem Jahre 1047. Hier wird Westerholt zum ersten Male urkundlich in einer Urbare des Klosters Werden erwähnt. Der Ort bildete mit der Burg, von Wällen

und Gräben umgeben, eine Verwaltungs-, Wehr- und Siedlungseinheit. Im Jahre 1454 zählte die 'Freiheit" 34 Hausstätten, bis 1809 stieg die Anzahl durch weitere Bebauung auf 101 Häuser an. Mit der Teilung der Westerholter Gemeinheit schuf man Anno 1841 die Möglichkeit, auch außerhalb der Gräben und Wälle zu bauen.

Eng mit dem weltlichen Leben war das kirchliche Leben in Westerholt verbunden. Infolge vieler Berührungspunkte sind Kirche, Ort und Burghaus jahrhundertelang eine lebendige Einheit gewesen. Durch das enorme Abhängigkeitsverhältnis der Eingesessenen zum Burgherrn traten naturgemäß auch oft scharfe Gegensätze hervor, die sich in langwierigen Prozessen auswirkten.

Die Westerholter Pfarrkirche wird im Jahre 1310 erstmalig erwähnt, als 'Kercher' Eberhard Freitag auf seine Forderungen an einem Hof zu Natrop im Kirchspiel Datteln verzichtete. Mit der einziehenden Industrie änderte sich das Leben, viele Berufe starben aus, Sitten und Gebräuche nahmen andere Formen an oder verschwanden ganz.

Der alte Ortskern von Westerholt ist noch weitgehend in seiner Ursprungsform erhalten geblieben. Gott Dank! Die schönen Fachwerkhäuser sind heute ein beliebtes Ausflugsziel der Bewohner der Ruhrgebiets-

städte. Suchen sie hier, der Hast des Alltags entronnen, vielleicht in der beschaulichen Ruhe die Vergangenheit? Der Ort verlor zwar 1975 seine kornmunale Selbständigkeit, im Herzen aber bleiben die meisten Westerholter ihrer Heimat treu, trotz eines anderen Namens.

Ausdruck dieser Verwurzelung ist das plattdeutsche Gedicht des Lehrers Franz Wiedenbusch:

Wo iimmers in de wiede Welt,

icb mot auk hassebassen, diit schöne Städtken mi gefällt,

et is ans hiät mi wassen.

Schimpt een up Di,

denn gleiw mi dat: de häw's nicb all bineenel Du Westerholt,

min Haimoatstadt, icb häw Di ja so gäne!

Liebe Leser, Sie haben mit diesem Büchlein die Gelegenheit erhalten, Erinnerungen aufzufrischen. Wie wäre es mit einem Besuch in Westerholt?

Heinz Wener

1. Die ersten Postkarten von Westerholt gab der Wirt und Organist Wilhelm Schnitzler 1889 beim Fotografen Lünenhörster in Bochum in Auftrag. Sie brachten, so berichtet der Chronist, der Bevölkerung viel Freude. Oben auf der Karte sind noch die historischen Spitzpappeln irn Bild festgehalten worden, die bis zum Jahre 1886 rund um das Dorf in gleichen Abständen standen. Die letzten vier 'Riesen' fielen 1927 der Axt zum Opfer, als die Straße nach Buer über den Mühlenkamp gebaut wurde. Alle Pappeln waren 1823 am Hochzeitstage des Grafen Wilhelm von Westerholt zur bleibenden Erinnerung an diesen Tag gepflanzt worden.

2. Der Taubenteich, im Vordergrund dieser Postkarte aus dem Jahre 1903, ist ein künstlich angelegtes Staubecken, dessen Wasser wahrscheinlich die Mauern der alten Burg Westerholt umspülte, Der Teich wird durch die Quellen des Holzbaches gespeist, der im Osten das Gewässer verläßt, um in die Emscher zu münden. Schöne Anlagen mit Ruhebänken laden heute zum Verwellen ein. Im Winter ist der zugefrorene Taubenteich ein Paradies für Schlittschuhläufer aus dem Ort und der näheren Umgebung, Der freie Bliek auf das Schloß und den Schloßhof ist auch nicht mehr möglich, da Bäume und Sträucher inzwischen die Sicht versperren.

3. Dieses Bild aus dem Jahre 1915 zeigt den Erlenteich mit der gräflichen Scheune im Hintergrund. Standort des Fotografen war die Brücke, die das Vogelhaus mit dem Schloßpark verbindet. In der Bildmitte, hinter den großen Buchen, steht das Pastorat. Ein seltenes Foto aus vergangenen Tagen, voller Stimmung und Harmonie. Die beiden Männer mit dem Kahn fangen gerade Karpfen. Dieser leekere Fisch ist auch heute noch in den Schloßgewässern zu finden. Einmal im Jahr werden die Teiche abgefischt.

4. Graf Wilhelm von Westerholt, geboren am 15. April 1884, war ein bekannter Ornithologe und baute für seine Vogelsammlung in den Janren 1833-1835 dieses Vogelhaus, das lediglich seinen gefiederten Freunden als Ausstellungsraum dienen sollte. Mit den Jahren wurde das Haus mit Sehenswürdigkeiten gefüllt, es gab kaum noch einen Vogel auf der erreichbaren Welt, der nicht einen Vertreter im Westerholter Vogelhaus hatte. Anno 1866 verkaufte man die Sammlung für 66000 Taler. Heute bewohnt Graf Egon von Westerholt das Haus, welches im Jahre 1955 umgebaut wurde. Die Aufnahme entstand 1928.

5. Die gräfliche Gärtnerei mit der Orangerie - links im Bild - ist heute verpachtet. Nach altem Brauch wurde in Westerholt am 17. März, dem Namensfest der heiligen Gertrud, zum ersten Male der Spaten im Garten in die Hand genommen. Mit Pflanzen versorgte man sich in der Schloßgärtnerei. Die Scheune im Hintergrund wurde schon lange durch einen Neubau ersetzt. Der Weg führt vom Schloßhof in Richtung Ehrenmal und kann heute nicht mehr von der Bevölkerung benutzt werden. Auch dieses schöne Bild stammt aus dem Jahre 1915.

6. Brand auf Schloß Westerholt! Am 12. Oktober 1929 heulten kurz vor 15,30 Uhr die Brandsirenen. Das Wirtschaftsgebäude des Schlosses stand in Flammen. Etwa 300 Feuerwehrleute aus den Nachbarorten kämpften zusammen mit der Westerholter Wehr gegen das lodernde Feuer. Sie sorgten dafür, daß der 'Rote Hahn' nicht auch auf das Schloß und auf das Renteigebäude übergriff. Brandursache war ein Kurzschluß: am Vortage war nämlich die elektrische Anlage auf eine höhere Spannung umgestellt worden. Bereits im Jahre 1830 brannte das Schloß bis auf die Grundmauern nieder, 1833 wurde es wieder aufgebaut.

7. Auf diesem Bild aus dem Jahre 1908 war der Turm der alten St.-Martinuspfarrkirche schon abgetragen. Durch eine Abmauerung hatte man das Kirchenschiff gesichert und einen Abgang in die Gruft und einen Aufgang in den oberen Teil der Kirche geschaffen. Unter dem Chor der Kirche befindet sich seit uralten Zeiten eine Krypta, in der die Grafen von Westerholt begraben werden. In einer Urkunde aus dem Jahre 1310 wird die-e Kirche erstmalig erwähnt, verrnutlich ist sie aber schon wesentlich älter, Der alte Holzzaun wurde erst im Jahre 1929 durch ein Eisengitter ersetzt,

Alte Pfarrkircbe Westerholt.

8. Die alte Pfarrkirche in der Freiheit wurde im Jahre 1907 von der katholischen Kirchengemeinde in das Eigentum des Grafen von Westerholt zurückgegeben. Auf Anraten des damaligen Landeskonservators, Regierungsbaumeister Ludorff aus Münster, wurde die baufällige Turmspitze abgetragen. Die Bauunternehmer Theodor und August Lackmann aus Westerholt erhielten den Auftrag zum Teilabbruch. Mehrere alte Gegenstände sind damals mit Einwilligung des Pfarrers an ein Museum in Münster gegangen. Die besten Hölzer aus dem Turm kaufte für 800 Mark der Kunstschreiner W. Niehues aus Münster. Der übrige Inhalt, Altar und Chorgestühl, verblieben in der Kirche.

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