Westerholt in alten Ansichten Band 2

Westerholt in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Heinz Wener
Gemeente
:   Westerholt
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5953-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Westerholt in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Ein Land wüster Wälder und Sümpfe war nach den Berichten des römischen Geschichtsschreibers Tacitus vor etwa 2 000 Jahren unsere engere Heimat, das Land zwischen Ruhr und Lippe, In dieser Wildnis entstanden um das Jahr Tausend Burg und Ort Westerholt.

Wenn wir einmal von den Ergebnissen der Ausgrabungen und Bodenfunden absehen, die uns über erste Siedlungen in unserer näheren Umgebung berichten, wenn wir weiter absehen von den Aufzeichnungen rörnischer Schriftsteller, die uns über die Händel unserer germanischen Vorfahren Nachricht geben, dann stoBen wir auf die ersten geschichtlichen Quellen aus karolingischer Zeit. Schriftkundige Mönche verfaBten damals Lebensbilder berühmter Persönlichkeiten, aber auch ganz reale Verzeichnisse über Besitzungen und Gütererwerbungen der Herren und Klöster. Auch Westerholts erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahre 1047 ist in einem solchen Güterverzeichnis der früheren Benediktinerabtei Werden an der Ruhr zu finden.

Etwa 1920 wurde der Ausspruch geprägt: 'Die schönste Stadt im ganzen Reich, ist Westerholt am Taubenteich.' Mit seiner selten gut erhaltenen Altstadt, den natürlichen Vorzügen der Lage und der Iandschaftlichen Schönheit ist das 'Westfälische Rothenburg' heute noch ein vielbesuchtes und beliebtes Ausflugsziel. Es würde den Rahmen sprengen, wenn wir Ihnen

hier alles Sehens- und Erlebenswerte aufzählten:

Fachwerkromantik, Schloß, Alte-Kirche, Heimatkabinett, St-Martinus-Pfarrkirche, Golfplatz und der Westerholter Wald sind nur Beispiele.

Alte Häuser, Straßen und Plätze haben ihre Schicksale. Sie wurden im Laufe der Jahrhunderte belagert, umkämpft, weiter vererbt, verkauft und besser ausgestaltet oder am Ende sogar abgerissen oder eingezogen. Eng mit ihnen verbunden ist die Geschichte ihrer Bewohner. Von all dem ist in diesem Buch die Rede, vom Werden und Wesen der Bauwerke ebenso, wie vom Charakter und Schicksal ihrer Erbauer und Besitzer. Dem heimatkundlieh interessierten Bürger wird eine neue Fundgrube erschlossen. Bekanntlich werden historische Darstellungen mit sehr viel Interesse gelesen, aber selten in geschlossener Form dargestellt. Dieses Büchlein soll Erinnerungen wachrufen und nicht mehr vorhandene Dinge für die Nachwelt festhalten.

Wer ein Gefühl für das hat, was ein historischer Bau von Menschenhand bedeuten kann, wer Verständnis für Überlieferungen besitzt und für die Erinnerungen, die in traditionsbeladenen Räumen weben, der wird in diesem Band einen besonderen Schlüssel zu seiner engeren Heimat finden.

Heinz Wener

1. Zu dieser Postkarte aus dern Jahre 1903 soll auf eine Bildbeschreibung verzichtet werden. Interessant ist der Text, der im Wortlaut hier wiedergegeben wird: 'Liebe Kinderchens! Tante Hedwig hat uns das Bild rnitgebracht, wo ihr Beide auf einem Esel sitzt, das ist ja ganz großartig. Seid ihr denn nicht bange gewesen, daß euch der Esel abwerfen könnte? Eure Postkarten sind angekommen. Seid nur recht artig. Wann ihr nach Hause kommen müßt, wollen wir mal sehen. Viele Grüße von allen, Mama und Papa. NS: Die kleine Lisbeth ist schon bald groß, sie kann schon laufen und sprechen.'

2. Die erste urkundliche Erwähnung des Geschlechtes derer von Westerholt datiert aus dem Jahre 1193. Vor rund achthundert Jahren übertrugen einige Dienstmannen des Erzstiftes in Gegenwart des Erzbischofs Bruno von Köln, dem Stift Flaesheim, in das ihre Mutter eingetreten war, ihr freies Eigen zu Erkenschwick. Die Originalurkunde befindet sich im Archiv des Herzogs von Arenberg. Die Familie von Westerholt ist somit eines der ältesten Adelsgeschlechter Westfalens. Auf dem Foto von 1905 ist Schloß Westerholt von der Parkseite aus aufgenommen worden. Vor einigen Jahren noch fast eine Ruine, präsentiert sich der Bau heute strahlend schön im traditionellen Gelbweiß vieler Adelssitze.

Westerholt i. W.

Schloß We.terholt

3. Standort des Fotografen beim Ablichten des Schloßparks mit der Gärtnerei wahr wohl ein Fenster im oberen Stockwerk des sogenannten Vogelhauses (1912). Graf Wil helm von Westerholt ließ in den Jahren 1833 bis 1835 dieses Haus bauen, um seine riesige Sammlung ausgestopfter Vögel unterbringen zu können. Das Ausstopfen der Tiere besorgte er in seinen Wohnräumen in der alten Rentei. Das Schloß selbst wurde nur bei festlichen Anlässen benutzt. Als Graf Wilhelm älter wurde, kränkelte er, wurde spaßig und benahm sich urkomisch. Der Tod ereilte ihn im Jahre 1852. Die berühmte Vogelsammlung wurde durch seinen Sohn Graf Otto 1866 für eine riesige Summe verkuurt.

4. Schon längst versiegt ist die Quelle im Wiehenbusch (Foto von 1928), die neben anderen Quellen das Wasser für den Taubenteich lieferte. Vermutliche Ursache für das Versiegen war die Anlage eines Tiefenbrunnens an der Verbundanlage der Zeche Westerholt. Es sprudeln aus der Tiefe im Westerholter Schloßpark heute noch 230 Liter pro Minute, das genügt, um die Gsäben und den Schloßteich mit Wasser zu füllen. Wie exakte Messungen vor einigen Jahren ergaben, sank die Wassertemperatur selbst in bitterkalten Wintertagen nicht unter 7 Grad ab. Während ringsum nahezu alle Gewässer mit einer dieken Eisschicht überzogen waren, fror der Ouellteich nicht einen Millimeter zu.

6russ aus Westerholt i.W.

5. Das Schloß, die Schloßstraße und die Alte Kirche waren im Jahre 1912 sehenswerte Ansichten, die auf dieser Postkarte abgebildet wurden. Die Westerholter Altstadt ist eine der ältesten noch vorhandenen geschlossenen Siedlungen des Westens. Mit seinen malerischen Winkeln und spitzen Giebelhäusern hat sie ihre besondere Eigenart erhalten können und bildet heute noch ein geschlossenes Ganzes. Zur Zeit werden die Straßen mit einem besonderen Altstadtpflaster versehen und mit stilgerechten Laternen ausgestattet. Weiter wurde im Umfeld des Dorfes neuer Parkraum geschaffen.

6. Die Freiheit Westerholt war in früheren Zeiten gegen feindliche Angriffe durch einen Befestigungsgürtel gesichert. Dieser bestand aus einem Binnen- und einem Außengraben sowie aus dem die Gräben trennenden Wall. Türrne und Mauern waren nicht vorhanden. Diesen Befestigungsgürtel konnten Fußgänger und Wagen an drei Stellen passieren: Durch die Freiheits-. Burg- und Mühlenpforte. Das Bild aus dem Jahre 1912 zeigt die heute noch bestehende Mühlenpforte, in der früher zeitweise eine Schankwirtschaft betrieben wurde. Die enge Durchfahrt wurde allerdings im Jahre 1922 durch den Wegfall von zwei Gefachen erweitert.

7. Als Westerholt noch ein unbedeutendes Dörfchen war, erbaute der am 6. Januar 1867 geborene Heinrich Lohmann im Jahre 1905 das erste Geschäftshaus an der Kurfürstenstraße und zwar auf dem im Vordergrund des Fotos von 1903liegenden Gelände. Sein Vater Theodor Lohmann stammte aus Dülmen. Er betrieb in der Freiheit, auf dem jetzigen Nordwall, eine gut gehende Schlosserei und einen Gemischtwarenladen. Hier erlernte Heinrich Lohmann das Schlosserhandwerk. Nach einigen Gesellenjahren in der Fremde machte er sich in Westerholt selbständig. Der alte Friedhof, in der Bildmitte zu sehen, ist schon vor einiger Zeit eingeebnet worden.

8. Im vergangenen Jahr feierte die Katholische Kirchengemeinde das 90jährige Bestehen ihrer St.-Martinus Pfarrkirche. Am 10. April1901 erfolgte der erste Spatenstich zum Kirchenneubau, am 20. September des gleichen Jahres die Grundsteinlegung. Die abgebildete Postkarte wurde im Jahre 1907 gedruckt. Die neue Pfarrkirche konnte am 13. Oktober 1903 feierlich eingeweiht werden. Die Konsekrierung wurde durch den Münstersehen Weihbischof Maxiruilian von Galen durchgeführt. Der Graf von Westerholt stiftete seinerzeit den Bauplatz. Architekt Kersting entwarf den Bauplan für die im Neuromanisehen Stil errichtete Kirche.

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