Wiesbaden in alten Ansichten

Wiesbaden in alten Ansichten

Auteur
:   Horst Hammermeister und Magrit Spiegel
Gemeente
:   Wiesbaden
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3410-1
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Wiesbaden in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Das vorliegende Buch zeigt auf 140 Abbildungen die Entwicklung der Stadt Wiesbaden von 1880 bis 1930. Als Einstieg wurde das Jahr 1880 gewählt, als Wiesbadens Einwohnerzahl die 50 000 überstieg und - nach damaligen Maßstäben - der Schritt zur Großstadt vollzogen wurde. Am 1. August 1883 übernahm Carl von Ibell als 1. Bürgermeister die Lenkung der Geschicke der Stadt Wiesbaden. Ihm gelang es, Weltbad und Großstadt zugleich zu vertreten. Er führte die Amtsgeschäfte bis 1913, also fast 30 Jahre lang, und gab dieser Ära seinen Namen, denn so, wie sich die Stadt 1913 darstellte, war sie sein Werk.

Unter seiner Führung entstand das neue Rathaus in der Zeit von 1884 bis 1887. 1945 wurden zwei Drittel zerstört. Am 16. Oktober 1894 wurde das neue Hoftheater, gebaut von den Wiener Architekten Helmer und Fellner, in Anwesenheit des Kaisers Wilhelm II. eingeweiht. Der Kaiser war ein begeisterter Theaterbesucher und kam regelmäßig zu den Maifestspielen, die 1896 das erste Mal stattfanden,

nach Wiesbaden. Die Oper hatte ihre große Zeit. Wiesbaden wurde zum Sprungbrett für bekannte Künstler. Musiker und Musikbegeisterte aus der ganzen Welt trafen hier zusammen.

Ein weiteres großes Ereignis im neuen Jahrhundert war die Einweihung des neuerbauten Kursaales, jetzt Kurhaus genannt. Der Architekt Friedrich von Thiersch hatte diesen Bau geplant und in der Zeit von 1904 bis 1907 durchgeführt.

Zahlreiche Schulen entstanden, darunter die höheren Schulen am Schloßplatz und am Zietenring, die Riederbergschule, die Blücherschule und die Gewerbeschule in der Wellritzstraße. Die Gerichtsbehörden erhielten einen Neubau in der Gerichtsstraße, die Preußische Polizeidirektion baute ihr Präsidium an der Friedrichstraße.

1906 wurde der neue Hauptbahnhof feierlich seiner Bestimmung übergeben. 1913 erfolgte die Einweihung des Kaiser-Friedrich-Bades, die letzte Amtshandlung von

Oberbürgermeister Carl von Ibell, einen Tag vor seiner Verabschiedung. Die Aufzählung ist zwangsläufigerweise unvollständig.

Es war 'schick', zur damaligen Zeit Wiesbaden als Wohnort zu wählen oder auch nur hier zu kuren. Wiesbaden galt als Stadt der Millionäre. Als Carl von Ibell seine Amtsgeschäfte niederlegte, hatte die Einwohnerzahl die 100 000Grenze überschritten.

Während des Ersten Weltkriegs wurde Wiesbaden -nicht zuletzt wegen seiner Heilquellen - immer mehr zur Lazarettstadt. Die Kriegseinwirkungen hatten schlagartig das lebensfrohe Stadtbild verändert. Alle ausländischen Kurgäste mußten die Stadt verlassen. Daß der Kur- und Fremdenverkehr, der wichtigste und nahezu einzige Erwerbszweig der Bevölkerung, auf das schwerste betroffen darniederlag, hatte bittere Konsequenzen für die Versorgung der Bürger während des Ersten Weltkriegs.

Für einige Wochen wehte die Fahne des Arbeiter- und Sol-

datenrates über dem Schloß. Separatistische Bestrebungen, die mit Billigung und Unterstützung der französischen Besatzungsmacht in der Ausrufung der 'Rheinischen Republik' mündeten, wurden durch Generalstreiks im Keime erstickt.

Am 30. Juni 1930 räumten die Besatzungsmächte Wiesbaden und das Rheinland. Das Ereignis wurde zur mitternächtlichen Stunde vor dem Rathaus gefeiert. Doch die Hoffnung der Wiesbadener, daß der Abzug der fremden Truppen den Kurbetrieb wieder beleben würde, erfüllte sich nicht. Denn inzwischen war die Weltwirtschaftskrise ausgebrochen, die sich auch für Wiesbaden katastrophal auswirkte und besonders die sozial Schwächeren traf. Die Arbeitslosigkeit wuchs in bislang unbekannte Dimensienen. Anfang 1933 lebte jeder 3. Wiesbadener Bürger von öffentlicher Unterstützung.

Wiesbaden

Total vom Xeroberg

1. Wiesbaden vom Neroberg um 1896. Die Ausbreitung der Stadt schob die Ackerflur zurück. Landwirtschaftliche Betriebe und Gutshöfe verschwanden aus der Innenstadt. Aus Feldern und Wiesen wurden Baustellen. Schon urn 1850 schlossen sich fast alle Lücken zwischen den Häuserzeilen der Stadt. Die preußische Herrschaft seit 1866 änderte nichts an der Entwicklung. Die Stadt wuchs weiter. überall entstanden Großbauten, Einzelhäuser, Straßenzüge und Stadtviertel. Fast alle öffentlichen Bauten waren Großbauten, die mehrere Jahre zur Fertigstellung benötigten und überall Bewunderung erregten. Selbst in amerikanischen Zeitungen wurde damals über den Großbauplatz Wiesbaden ausführlich berichtet. Dem Wiesbadener Baumarkt schenkte diese Zeit eine bis 1902 ununterbrochene Konjunktur.

Wiesbaden Marxtplatz mit KÖö"ligl. Sch!oti, Töchterschule, Ev. Hauptkircne, Rathaus u. Brunnen

2. Mehr als ein Jahrhundert ist vergangen, seit am 2. September 1884 der Grundstein zu dem repräsentativen Bau unseres Rathauses gelegt wurde. Nach dreijähriger Bauzeit konnte am 18. Oktober 1887 die erste Gemeinderatssitzung im neuen Haus abgehalten werden. Lange mußten die Wiesbadener auf die innere Ausschmückung ihres Rathauses warten. Elf Jahre vergingen nach der Einweihung, bevor der Festsaal drei Kronleuchter und durch die Wandgemälde des Wiesbadener Malers Kaspar Kögler und die Ölbilder Adalbert von Roßlers seinen Schmuck erhielt. Gute und schlechte Zeiten zogen an unserem neuen Rathaus vorüber. Es durchlebte die Wilhelminische Ära, es sah auf die rote Fahne der Revolution von 1918 und auf die Feier der Rheinlandbefreiung im Sommer 1930. Unser Bild zeigt das Rathaus nach der Jahrhundertwende in enger Nachbarschaft mit der Marktkirche, dem Lyzeum und dem ehemaligen herzoglichen Schloß.

3. Der Kochbrunnen. Tief unter der Erde des Stadtgebietes verläuft eine Erdspalte von Nordost nach Südwest oder vom Kochbrunnen zum Faulbrunnen. Hier hat sich Urgestein verschoben, das Wiesbadens heißen Quellen den Weg nach oben freigegeben hat. Von den 27 heißen Quellen der Stadt ist der Kochbrunnen die bekannteste. Er speistelfBadehäuser seiner Umgebung, wirft 300 Liter Wasser pro Minute aus, gibt täglich 97 Zentner Kochsalz und jährlich cirka 2 Millionen Zentner fester Salze. Der Kochbrunnen hat entscheidend Wiesbadens Ruf als Kur- und Badestadt begründet. Für den Fremdenverkehr wurde der Brunnen mehrfach neu eingefaBt und zuerst von Wilhelm Bogler 1888-1890 mit einer geschlossenen Trinkhalle versehen. 1979 wurden Kranzplatz und Kochbrunnentempel zusammen mit dem Palast-Hotelkemplex restauriert; aus dem Platz rings um die dampfende Quelle ist ein Rosengarten geworden.

4. Die alte Kochbrunnen-Wandelhalle, deren Mittelstück sich recht repräsentativausnahm, war Dreh- und Angelpunkt eines regen Kur- und Badelebens in der aufblühenden Stadt. Wiesbaden verdankt seine Berühmtheit einem Geschenk der Natur, und um die Jahrhundertwende wurde das Wunder alljährlich von vielen Tausenden von Besuchern aufgesucht. Junge Frauen schöpften aus der nie versiegenden Quelle das heiße und heilsame Wasser, das 'halb nach Medizin und halb nach Fleischbrühe schmeckt'. Am Henkel der Gläser hing ein kleines, mit einer schwarzen Nummer versehenes Porzellanschildchen, damit jeder Benutzer auch wieder das gleiche Glas bekam. (In dem großen, hallenartigen Gebäude hielt sich der Kurgast auf, wenn das Wetter keinen Spaziergang in den vorgelagerten Anlagen erlaubte.)

5. Kinder drückten die Gesichter gegen die Gitter, die den schönen Park um den Kochbrunnen umzäunten. Hier gab es immer etwas etwas zu bestaunen, und waren es auch nur die vornehmen Damen und Herren, die sich mit einem Gläschen Brunnenwasser auf den Kieswegen ergingen und einanderunter Verbeugungen zutranken. Es stand auch ein Gasthaus dort, das den schönen Namen 'Rindsfuß' führte. Es trug die Schuld daran, daß der Kochbrunnenplatz die Bezeichnung 'Rindsfußplatz' erhielt, er, der heute so nüchtern 'Kranzplatz' heißt.

6. Die Römer wußten nicht allein von der gesundheitsfördernden Kraft der Wiesbadener Heilquellen, auch das Nebenprodukt, der Sinter, diese rötlich gefärbte Ablagerung, war als Haarfärbemittel geschätzt. Frühe Ziegelstempel der 22. Legion weisen darauf hin daß um die Mitte des 1. Jahrhunderts massiv gebaute Thermenanlagen bestanden, welche die heißen Quellen nutzten. Der Kochbrunnen wie auch die Schützenhofquelle waren gefaßt, und ihr Wasser wurde durch bleierne Rohre in die Badeanlage geleitet.

Unser Bild zeigt Kaiser Wilhelm IJ. bei der Besichtigung der römischen Thermenanlagen am Kochbrunnen am 7. Juni 1903.

7. Das neue Kurhaus wurde 1907 eingeweiht, nachdem der 1810 vollendete alte Kursaal den steigenden Ansprüchen nicht mehr gewachsen war. Man verlangte ein dem Charakter der Großstadt entsprechendes Gebäude und ebensolche Einrichtungen. Prof. von Thiersch gelang die Lösung der Aufgabe, den Neubau im Einklang mit der Umgebung zu errichten: den Kolonnaden, dem Ziergarten und den Platanenriesen, in einfachen, klassischen Formen der Außenseite, mit geräumigem, eleganten und komfortablen Inneren. In Anwesenheit des Kaisers fanden am 15. Mai 1907 , abends um 8 Uhr ein Doppelkonzert und ein großer Festball im Kurhaus statt, prachtvolle und entzückende Garderoben wurden zur Schau getragen, dazwischen leuchtendes Gold der Uniformen in der Wandelhalle.

8. Das Theater war aus dem Kurbetrieb nicht mehr wegzudenken, so daB sich der seit 1801 für Aufführungen benutzte Saal des Badhauses 'Zum Schützenhof' als zu klein erwies. Man entschloß sich zu einem Neubau am heutigen Kaiser-Friedrich-Platz an der oberen Wilhelmstraße (unser Bild). Er kostete über 160 000 Gulden und bot 1 000 Zuschauern Platz. Während der Kurzeit sollten in unserer Stadt mindestens zwei Schauspiele und zwei Opern gegeben werden. Außer Abonnement sollte 'nur für ausgezeichnete Gäste und zum Besten der Armen' gespielt werden. Der Hof gewährte großzügige Zuschüsse, da Herzog Wilhelm sehr am Gelingen des Unternehmens interessiert war.

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