Wiesbaden in alten Ansichten

Wiesbaden in alten Ansichten

Auteur
:   Horst Hammermeister und Magrit Spiegel
Gemeente
:   Wiesbaden
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3410-1
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Wiesbaden in alten Ansichten'

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WIESBADEN.

Theater

9. Am 16. Oktober 1894 wurde nach zweijähriger Bauzeit 'auf allerhöchsten Befehl Sr. Kaiserlichen Majestät' das neue Theater eröffnet. Wilhelm IT. hatte seine Teilnahme angesagt. Mit dem Hofzug kam er am Taunusbahnhof (heutige Rhein-Main-Halle) an und nahm seinen Weg durch die WilhelmstraBe. Die Stadt hatte reich geschmückt und empfing ihn am Beginn der PrachtstraBe mit einer Ehrenpforte und dem Transparent: 'Gegrüßt seiest Du Kaiser und König!' Am 16. Oktober 1894, um 16.20 Uhr, lief der Hofzug ein und ein Wagen brachte Kaiser Wilhelm IT. zum Warmen Damm, wo aus Anlaß seines ersten offiziellen Besuches die Einweihung des von Professor Schilling geschaffenen Kaiser-Wilhelm-Denkmals auf dem Programm stand.

10. Am Sonntag, den 18. März 1923, um 22.45 Uhr, etwa 45 Minuten nach der Vorstellung des 'Rienzi', braeh im Staatstheater ein vernichtendes Großfeuer aus, bei dem das Bühnenhaus, die Arbeitsbühne und einer der Kulissenräume vollständig zerstört wurden. Die in den Jahren 1893194 erbaute Kunststätte, die 1902 durch einen prächtigen Foyer-Anbau von Stadtbaumeister Genzmer vervollständigt wurde, bot einen traurigen Anbliek. Kostbarkeiten einer hochmodemen, teils unersetzlichen Bühneneinrichtung lagen in Schutt und Asche. Trotz schwierigster wirtschaftslicher Verhältnisse mit Inflation und Arbeitslosigkeit konnte der schon bald begonnene Wiederaufbau bereits im Herbst 1923 vollendet werden.

11. Hofrat Dr. Carl Herman Rauch war eine der bekanntesten Persönlichkeiten. Wie kein anderer prägte er das kulturelle Leben unserer Stadt. 1869 geboren, studierte er in Berlin und in Freiburg Geschichte, deutsche Sprache und Literatur. 1892 promovierte Rauch und erlernte 'nebenher' die Schauspielerei, 1894 machte er sich mit der Übernahme der Direktorenstelle am Theater in Kottbus selbständig, wo er auch als Schauspieler und Regisseur wirkte. Das Wiesbadener Residenztheater, damals noch in der Bahnhofstraße, übernahm der 27jährige Rauch 1896. Das 'Resi' , wie es liebevoll die Wiesbadener nannten, war Sprungbrett für viele junge Talente, die sich späterin die erste Reihe der deutschen Bühnen spielten. Unter Regie von Dr. Rauch entstand 1910 das neue Residenztheater in der Luisenstraße. Als Kurdirektor führte er in den schwierigen zwanziger Jahren bis 1933 das Kurleben der Stadt. Carl Herman Rauch, im Leben stets erfolgreich, starb unter bescheidensten Verhältnissen am 18. Oktober 1954 in Wiesbaden.

12. Im Jahr 1910 siedelte das damalige Residenztheater aus dem alten Haus in der Bahnhofstraße in das neue Gebäude Luisenstraße über (unser Bild, heute befindet sich an dieser Stelle das Kaufhaus Hertie). Die Eröffnung fand in der Presse große Resonanz. Wiesbaden war um ein Bauwerk reicher geworden, das von nah und fern Besucher anzog.

Sein Besitzer und Direktor Dr. Carl Herman Rauch führte mit viel Geschick, Improvisation und gesellschaftlichem Schliff dieses Haus. Der Erfolg blieb nicht aus. Namen großer Darsteller zierten das Programm. Aber auch junge Talente traten hier auf, so unter anderen der junge Hans Albers. Der Erste Weltkrieg ließ den Kurbetrieb erlahmen, so daß Rauch im Jahr 1915 den Spielbetrieb aufgeben mußte. Das Residenztheater verlor fortan sein Niveau und wurde Amüsierbetrieb, bis es 1922 von Intendant Carl Hagemann als 'Kleines Haus' dem Staatstheater angegliedert wurde.

13. Im Jahre 1857 wurde in Wiesbaden eine Herzogliche Intendanz eingerichtet, und es war Freiherrvon Bose, dem es gelang, das Wiesbadener Theater über die Landesgrenzen hinaus bekannt und berühmt zu machen. Im Großen Haus wurden alle Arten der Bühnenkunst gezeigt. Das zweite Theater in der Bahnhofstraße 20 wurde durch seinen Direktor Hofrat Dr. Herman Rauch, zur Pflegestätte des anspruchsvollen zeitgenössischen Schauspiels. Unser Bild zeigt das 1910 eingeweihte neue 'Resi' .

14. Eine der volkstümlichsten Persönlichkeiten vor der Jahrhundertwende war Ferdinand Hey'l, seit 1873 Wiesbadens Kurdirektor . Sein Ideenreichtum und seine Anstrengungen, das gesellschaftliche Niveau der Stadt zu heben, haben entschieden dazu beigetragen, daß Wiesbaden zur 'Stadt der Millionäre' wurde. Wer hier wohnte und sich im Glanz des wilhelminischen Hofes sonnte, hatte eine 'gute Adresse'.

Das Bild zeigt Ferdinand Hey'l (rechts) im Gespräch mit Siegfried Wagner, dem Sohn von Richard Wagner, in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Hey'l starb am 21. August 1897 im Alter von 64 Jahren an Herzschlag.

15. Bis gegen 1800 bestand die Kur mit wenigen Ausnahmen hauptsächlich darin, daß die Bauern aus der Umgegend sich sonntags mit ihren Fuhrwerken einfanden, sich in ein Bad setzten, sich schröpfen ließen und dann wieder heimfuhren. Die meisten Badehäuser waren primitiv und entbehrtenjeglichen Komforts. Bauinspektor Christian Záis erkannte richtig, daß Wiesbaden bei seinen reichen Naturschönheiten und vielen Thermalquellen durch entsprechende Einrichtungen sich auch zur Aufnahme von vornehmen Fremden eignen könnte. Darum baute er an der Wilhelmstraße das mit allen Errungenschaften seiner Zeit ausgestattete Hotel 'Vier J ahreszeiten' , das bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg zu den ersten Häusern Wiesbadens zählte.

16. Etwa ab 1817 wurde der alte Stadtkern Wiesbadens nach Süden und Osten hin mit zwei rechtwinklig zueinanderstehenden Straßen eingefaßt: Friedrich- und Wilhelmstraße. Baumeister Zais verzichtete damit auf die Möglichkeit, an die alte Stadt eine Neustadt anzuhängen. Es entstand das Historische Fünfeck, das 1826 fast fertiggestellt war. Die einseitige Bebauung der Wilhelmstraße war vollendet, der Platz am Sonnenberger Tor hatte mit dem Hotel 'Vierjahreszeiten' und dem Theater sein Gesicht erhalten. Die Wilhelmstraße, nach Nassaus Herzog Wilhelm (1816-1839) benannt, wurde zur 'Rue', zum gesellschaftlichen Treffpunkt der großen und kleinen Welt, wo man nach Pariser Art auf dem Boulevard flaniert, um zu sehen oder gesehen zn werden.

17. Im Jahre 1819 erwarb Johann Friedrich Goetz durch Versteigerung aus Anlaß des Todes des früheren Besitzers Jonas Freinsheim den 'Nassauer Hof. Johann Friedrich Goetz war bis zu diesem Zeitpunkt Wirt der 'Stadt Frankfurt'. 1898ließ sein Enkel, Friedrich Goetz, als damaliger Besitzer den Nassauer Hof gänzlich niederreißen und bis 1901 nach Erwerbung des Geländes des früheren Königlichen Theaters vollständig neu im Barockstil entstehen. Der Neubau des Nassauer Hofes setzte in Komfort und Ausstattung neue Maßstäbe. Seinen weltweiten Ruf verdankt er nicht zuletzt auch seiner günstigen Lage in unmittelbarer Nachbarschaft jener drei Merkmale, die Wiesbadens Ruhm begründeten: dem Kochbrunnenwasser in der Säulenhalle, dem Theatermit den Maifestspielen und der Spielbank im Kurhaus. In seiner Pracht war es bald Mittelpunkt und Treffpunkt internationaler Gäste.

18. Zu den ältesten Badehäusern zählt der 'Schwarze Bock'. 1486 wird Philipp Bock als Besitzer genannt. 1637 duren den Krieg verwüstet, wurde es um 1712 neu erbaut und zählt 1736 zu den Badehäusern ersten Ranges. Ab 1802 besaß der 'Schwarze Bock' sogar ein Pferdebad. Das jetzige Haus am Kranzplatz wurde 1872 erbaut und um 1900 um ein Stockwerk erhöht. Sein Wasser bezog der 'Schwarze Bock' von jeher aus dem Kochbrnnnen. Seit 500 Jahren hat das Thermalbadhaus Gäste aus aller Welt in seinen Räumen aufgenommen. Unter ihnen waren zahlreiche berühmte Männer und Frauen, die ihrer Epoche den Stempel aufgedrückt haben.

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