Wiesbaden in alten Ansichten

Wiesbaden in alten Ansichten

Auteur
:   Horst Hammermeister und Magrit Spiegel
Gemeente
:   Wiesbaden
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3410-1
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Wiesbaden in alten Ansichten'

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19. So schön sich heute der Kranzplatz als Anlage zeigt, so wenig geschätzt war das Gelände vor 300 Jahren. Es hieß damals 'das Sauerland' und war recht sumpfig. Die austretenden heißen Dämpfe der Kochbrunnenquellen machten es diesig und feucht. Trotz der Wälle und Gräben wollte sich lange Zeit niemand dort ansiedeln. Erst am Ende des 17. Jahrhunderts gelang es, das Sauerland zu einem Mittelpunkt des Wiesbadener Kur- und Badelebens zu machen, als man daran ging, den Kochbrunnen zu fassen und ihn für Kurgäste anziehend zu gestalten. Hotels und vornehme Läden siedelten sich in der Nähe an, und mehrstöckige Wohnhäuser gaben dem Platz ein beeindruckendes Gepräge. Das Bild gibt den Zustand wieder in der Zeit zwischen 1905, als das Palasthotel (links) fertiggestellt war, und 1912, als das alte Hotel 'Rose' (rechts) abgerissen wurde.

- 15Vgieo 6ruppe und Hoch runnen.

20. Ausführung und Aufstellung der Hygiea-Gruppe am Kranzplatz zogen sich bis 1850 hin. Die Statue erhielt zunächst ihren Platz auf einem hohen Sockel in unmittelbarer Nähe des Kochbrunnens und später inmitten einer kleinen Anlage auf dem Kranzplatz, wovon dieses Bild zeugt. Dann verschwand die Gruppe, von der Straßenbahn verdrängt, ganz aus dem Stadtbild, bis sie nach dem Zweiten Weltkrieg am östlichen Kopfende in der Brunnenkolonade aufgestellt wurde. Das Hygiea-Denkmal ist noch heute wie vor über hundert Jahren der vollendete Ausdruck des Wiesbadender Stils der eleganten Romantik.

21. Zwischen 1480 und 1500 zählte man in Wiesbaden etwa fünfzehn Bäder. Diese Zahl stieg im 16. Jahrhundert beträchtlich. Besonders im Kochbrunnengebiet entstanden zahlreiche Bäder, so z.B. Engel, Schwan, Glocke (später Weißes Roß), Roter Löwe (später Römerbad), Salm, Mann, Horn, Roter Schild, Blume, Linde, Rose und Spiegel. Es war den Badewirten ausdrücklich untersagt, für die Kurgäste zu kochen, sie zu speisen oder ihnen Wein auszuschenken. Die Gäste bewirteten sich selbst oder gingen zum Essen in die Wirtshäuser der Stadt. Diese Praxis erhielt sich bis zum Ende des Ersten Weltkriegs.

Unser Bild: Der Kranzplatz vor Erbauung des Palasthotels, links das Badhaus Engel, rechts die 'Rose'.

22. Aus dem 14. Jahrhundert stammen die ersten Nachrichten über die einzelnen Badhäuser zu Wiesbaden. Das Badhaus 'Rose', späteres Hotel, hat 1500 seine erste Erwähnung. 1859 kauften die Eheleute August Alten und Heinrich Haeffner das Hotel. Der auf unserem Bild gezeigte Prachtbau wurde in den Jahren 1896-1900 nach Niederlegung der früheren Gebäude von der Familie Haeffner in Auftrag gegeben. Sie führte das Haus bis zur Beschlagnahmung durch die Besatzungsmacht im Jahre 1945. Nach erfolgter Freigabe im Jahre 1957 wurde das Hotel durch den Neffen der Familie Haeffner, Diplom-Volkswirt Adalbert Rosenow, wieder aufund umgebaut und am 21. März 1959 erneut eröffnet.

23. Am Samstag, den 9. Juli des Jahres 1904 eröffnete Albert Zaglmeier das Café-Restaurant 'Berliner Hof. Das neue Lokal an der TaunusstraßelWilhelmstraße machte einen vornehmen, eleganten Eindrnck und bedeutete für die Weltkurstadt einen Gewinn. Die Tatsache, daß sich die Wiesbadener in absehbarer Zeit auch 'Großstädter' nennen durften, bewirkte allenthalben die Entstehung vornehmer Hotels und eleganter Restaurants in dem Bestreben, auch dem verwöhntesten Geschmack Rechnung zu tragen.

Unser Bild zeigt links den 'Berliner Hof und in der Mitte die Villa Nassau in der sich anschließenden Sonnenberger Straße 1.

24. Das Gasthaus 'Zum Einhorn'. Bis etwa 1700 hatte Wiesbaden nur eine einzige Durchgangsstraße; sie führte vom unteren Tor am Rathaus vorbei zum Uhrturm und verließ über den Miehelsberg und das Stumpfe Tor die Stadt. Sie war eine befestigte Straße, keine Gasse, und eine rechte Marktstraße. An ihr lagen denn auch herrschaftliche Gasthöfe, wie das Gasthaus 'Zum Einhorn' mit seinen von der Neugasse her zugänglichen Wirtschaftsgebäuden. Es war die bestbesuchte Einkehr, beherbergte aber auch zeitweilig einen Krämerladen, die erste Apotheke am Platz, das fürstliche Zollamt, die kaiserliche Post und war Herberge für Zünfte. Der Hof war groß genug, um darin einen Rindviehmarkt abzuhalten. 1894195 wurde der Gebäudekomplex in drei Häuser geteilt.

Vorn links die 'Hirsch-Apotheke', die 1987 ihr 150jähriges Bestehen feiern kann.

25. Wenn man irgendwoher aus der großen Welt kam und nach Wiesbaden wollte, mußte man in Frankfurt umsteigen, denn unsere Stadt lag und liegt noch immer in einer Sackgasse. Man kann unmöglich 'durchfahren', man muß dableiben. Vor der Jahrhundertwende trottete der Zug überhaupt nicht nach Wiesbaden, sondern nach Rüdesheim. Aber der Kondukteur brachte die Reisenden in die richtigen Wagen mit seinem beständig wiederholten Ruf: 'Riedesheim vorne, Wiesbade ganz hinne!' , denn es wurden die letzten Wagen in Biebrich abgehängt und von einer Lokomotive ältester Konstruktion in die oben erwähnte Sackgasse geschleift. So oder so, der Fremde blieb in Wiesbaden, und das war für ihn ebenso vorteilhaft wie für den Kurbetrieb. Unser Bild vermittelt einen Eindruck vom Mauritiusplatz mit dem Hotel 'Karlsruher Hof um 1890. Das Hauptgebäude hatte 27 Zimmer, das Nebengebäude neun Zimmer. In einem Inserat aus dem Jahre 1884 preist der Besitzer 'seine auf das Reichhaltigste zum Logiren ausgestatteten Zimmer, ebenso seine bestens renommirte Küche und reingehaltene Weine' an.

26. Gaststätten und Badeherbergen führten schon im Mittelalter eigene Namen, die teils dem Tier- und Pflanzenreich entlehnt waren, teils Gebrauchsgegenstände, z.B. Waffen benannten oder auch Attribute von Herrschern oder Heiligen wiedergaben. Da große Teile des Volkes jedoch nicht lesen konnten, schrieb man die Namen nicht an, sondern führte sie bildlich im Schild. Man malte zum Beispiel einen Löwen oder Bären und hing diese Schildzeichen an einer langen Stange quer über die Gasse. Entsprechend der großen Zahl der Badehäuser sind die Namen ungemein mannigfaltig.

Unser bild zeigt- neben dem Zigarrengeschäft-das Gast- und Badehaus 'Zum Gaaseställche' (für Nicht- Wiesbadener: Zum Geisenställchen), Ecke Faulbrunnen- und Schwalbacher Straße. Das Schildzeichen allerdings ist nicht mehr zu sehen.

27. Im Zuge der industriellen Revolution begann im Jahre 1840 der Eisenbahnverkehr zwischen Wiesbaden und Frankfurt. Der Reiseverkehr und das Wirtschaftsleben wuchsen sprunghaft. Die Zahl der Wiesbadener Kurgäste übertraf die der Einwohner Jahr für Jahr um ein Mehrfaches, so daß die Gast- und Badehäuser bald nicht mehr genügten. Dies blieb nicht ohne Einfluß auf den Unternehmungsgeist der Bürgerschaft, in Sonderheit der Hausbesitzer. Das Privathotel 'Hamburger Hof stand an der Ecke Geisberg-Zl'aunusstraße 11, Besitzer war Kaufmann Wilhelm Maurer. Als bewundernswertes Detail sei der alte Briefkasten hervorgehoben. Heute kann man auf dieser belebten Kreuzung kein Schwätzchen mehr halten.

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28. Das Paulinenschlößchen. Das Paulinenschlößchen, einst Witwensitz der Herzogin, der zweiten Gattin des Herzogs Wilhelm von Nassau, brannte beim Bombenhagel in den verhängnisvollen Februartagen 1945 vollständig aus, Pauline war mit 29 Jahren bereits Witwe geworden. Den Verlust ihres Gatten im Jahre 1839 konnte sie nur schwerverwinden. Der letzte Herzog Adolf, ältester Sohn aus erster Ehe Herzog Wilhelms, hing in aufrichtiger Verehrung an seiner Stiefmutter und lieB ihr dieses Palais bauen. Es entstand in den Jahren 1841-1843. Architekt war Oberbaurat Götz, Das Paulinenschlößchen hatte im Verlauf seiner Geschichte unter anderem auch Verwendung als Kurhausprovisorium (1904-1907) und im Ersten Weltkrieg als Lazarett gefunden.

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