Wiesbaden in alten Ansichten

Wiesbaden in alten Ansichten

Auteur
:   Horst Hammermeister und Magrit Spiegel
Gemeente
:   Wiesbaden
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3410-1
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Wiesbaden in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

29. Am 27. Juli 1850 war die Mauritiuskirche, die evangelische Stadtkirche an der Kirchgasse, völlig ausgebrannt. Herzog Adolf schenkte der Gemeinde daraufhin ein Grundstück gegenüber dem Stadtschloß. Carl Boos (1806-1883) erhielt den Bauauftrag und entwarf nach klassischem Vorbild einen Backsreinbau mit fünf spitzen Türmen, die das Stadtbild auch heute noch überragen. Der Innenraum gleicht einer dreischiffigen Basilika. Im Halbkreis um den Altar stehen vier Apostel, in ihrer Mitte der segnende Christus. Der Schöpfer der Figuren war Emil Hopfgarten. Sie waren ein Geschenk vom letzten Herzog, Adolfvon Nassau, an die Gemeinde.

30. Bis 1879 blieb die Marktkirche die einzige evangelische Kirche unserer Stadt. Zeitweise war sie Garnisonskirche. Kaiser Wilhelm n., der zwischen 1894 und 1914 alljährlich mehrmals in Wiesbaden weilte und mit seinem Gefolge im Schloß wohnte, besuchte die Kirche regelmäßig. Auf ihn geht die 'Kaiserloge' an der Empore im Altarraum zurück.

Auf unserem Bild: Kaiser Wilhelm beim Verlassen der Marktkirche.

31. Das katholische kirchliche Leben war nach Einführung der Reformation im Jahr 1540 zu Wiesbaden fast gänzlich erstorben. Fürst Karl (1733-1775) ließ das Lesen der Messe für Kurgäste von Rang in einem Badehaus zu, wenn bei ihm selbst die Erlaubnis eingeholt wurde. Einheimische hatten dazu keinen Zutritt. Nachdem Hofbaumeister Schrumpf im Frühjahr 1829 den Bau einer Kirche begonnen hatte, der fast vollendete Bau jedoch infolge ungenügender Fundamentierung am Abend des 11. Februar 1831 plötzlich eingestürzt war, wurde am 5. Juni 1845 der Grundstein zu der jetzigen Kirche gelegt. Die Bonifatiuskirche empfing am 19. Juni 1849 ihre Weihe. In den Jahren 1863-1866 wurden die Türme aufgesetzt. Das schnelle Anwachsen der kathelischen Bevölkerung machte schon bald den Bau einer zweiten und dritten Kirche notwendig.

Wiesbaaen - J:ouisenp/a1Z

32. So sah er wohl einmal um 1880 bis zur Jahrhundertwende aus, der Luisenplatz im Herzen unserer Stadt. Und noch eines hatte er dem heutigen auf alle Fälle voraus: Ruhe und Beschaulichkeit verhieß er mit seinen dichten Baumreihen und den hoch aufragenden Türmen von St. Bonifatius. Welche Mühe gab man sich damals selbst mit dem kleinsten Utensil, dem malerischen Pavillon im Vordergrund dieser historischen Aufnahme. Im hinteren Teil des Platzes sieht man das Pädagogium, rechts die Münze. Im Vordergrund steht das WaterlooDenkmal. Das Monument trägt die Namensinschriften der in der Schlacht bei Waterloo am 15. Juni 1865 gefallenen nassauischen Soldaten.

33. Diese Zeichnung des volkstümlichen Kunstmalers Frankenbach nimmt uns mit hinein in das bunte Treiben um den 'Dippemarkt' auf dem Luisenplatz. Für die Schüler der beiden Gymnasien rechts und links des Luisenplatzes war es wohl der größte Spaß, sich in den Pausen zwischen den Tischen und dem auf dem Boden aufgestellten Geschirr zu tummeln. Eh und je war und ist der Andreasmarkt für Alt und Jung buntfröhlicher Auftakt der Vorweihnachtszeit. War auch früher alles viel bescheidener als heute, so gab es doch in den Gaststätten die traditionellen Andreasmarkt-Essen wie Dippehas, Schlachtplatte mit Metzelsuppe oder Leberklöse mit Sauerkraut. Jahrzehnte hindurch hat dieser Markt trotz dem Wandel der Zeiten seinen Glanz behalten.

N.E;:,8AiJE

Rhe '1ga;;ers rasse rn : R. gK rche

34. Ständiges Wachstum der evangelischen Gemeinde in Wiesbaden bedingte bereits 1887 den Bodenerwerb für ein neues Gotteshaus. Schon 1892 konnte Professor Johann Otzen - er hatte sich als Erbauer der Bergkirche bereits einen Namen gemacht - mit dem Bau beginnen. Nachdem am 12. Dezember 1893 die Glocken eingeholt worden waren, erfolgte im Herbst 1894 die Einweihung. Ursprünglich sollte das der Reformation gewidmete Gotteshaus auch den Namen 'Reformationskirche' erhalten, doch darm gab ihm der breite und die Stadt umsäumende Ring den Namen 'Ringkirche'.

Unser Bild erlaubt noch den inzwischen durch die hochgewachsenen Bäume verwehrten Durchblick imJahr 1906.

35. Die Synagoge. Die 'neue' Synagoge auf dem Miehelsberg im orientalischen Baustil wurde am 13. August 1869 ihrer Bestimmung übergeben, Ihr Erbauer war kein Geringerer als der berühmte Kirchenbaumeister Philipp Hoffmann. Zu seinen bedeutenden Bauten zählen auch die Griechische Kapelle auf dem Neroberg sowie die Bonifatiuskirche. Ein kleines, baufällig gewordenes Gebäude an der Schwalbacher Straße diente von 1826 bis 1869 als Gotteshaus und reichte der damals immer stärker wachsenden israelitischen Gemeinde von Wiesbaden nicht mehr aus. 18771ebten in der Stadt 990 Juden.

Die Synagoge wurde 1938 in der sogenannten Reichskristallnacht in Brand gesetzt.

36. Die Marktschule war ein schlichter Bau, wie auch unser Bild zeigt. Es gab acht Parterreräume, die für ebensoviel Elementarklassen (heute Volksschulklassen genannt) bestimmt waren. Den Oberstock nahmen das Pädagogium (es erhielt 1844 ein eigenes Gebäude am Luisenplatz), die Verwaltungsräume und an der nördlichen Seite ein großer Saal ein. Der Rektor, die Lehrer und auch der Pädagogiumsdiener zeichneten sich durch besondere Amtsuniformen aus, die auch bereits am Tag der.Einweihung, am 3. November 1817, getragen wurden. 1897 wurde die Marktschule niedergelegt. Den Anlaß dazu gab der geplante Neubau der höheren Mädchenschule am Schloßplatz.

~. P,u, n.Jd cnldi I,

,ti J. d. Smlol;plat;

r. -

.~ t.

.-

~ -: J' 1

,

37. Schloßplatzschule. Die wachsende Zahl der Wiesbadener Bevölkerung ließ den Bedarf an Schulen immer größer werden. 1901 wurde deshalb das erste Lyzeum I, die damals vielbeachtete höhere Mädchenschule am SchloBlatz, eingeweiht, erbaut von dem bekannten Stadtbaumeister Felix Genzmer. Das Gebäude der Schule fügte sich harmonisch in das Stadtbild am SchloBplatz ein und gab ihm das Aussehen eines Ganzen. Genzmer hatte wieder einmal sein reiches Können unter Beweis gestellt, auch im Innem der Schule feierten Form und Farbe in herrlicher Übereinstimmung einen wahren Triumph.

Die Schule wurde im Zweiten Weltkrieg (am 2.·3. Februar 1945) durch eine Luftmine fast vollständig zerstört und nach 1945 nicht mehr aufgebaut. Ihre Tradition wird heute von der Helene-Lange-Schule fortgeführt.

38. In der deutschen Geschichte hatte das Militär stets Vorrang vor der Schule. Bei Kriegsausbruch mußten die Schüler häufig ihre Schulen verlassen, und Soldaten zogen ein. Dieses Schicksal blieb auch dem Städtischen Realgymnasium an der Oranienstraße (Bild von 1915) nicht erspart. Vom Herbst 1914 an diente die Schule für nahezu dreieinhalb Jahre als Kaserne, und ein Schilderhäuschen kennzeichnete den neuen Verwendungszweck.

Die Oranienschüler mußten sich in der Schule am Zietenring 'einquartieren', in beiden Schulen hatten die Schüler Vor- und Nachmittagsunterricht auf sich zu nehmen.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek