Wiesbaden in alten Ansichten

Wiesbaden in alten Ansichten

Auteur
:   Horst Hammermeister und Magrit Spiegel
Gemeente
:   Wiesbaden
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3410-1
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Wiesbaden in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

39. Unser Bild zeigt Abiturienten des Königlichen Gymnasiums zu Wiesbaden, Ostern 1886. Bis zum Schuljahr 1976f77, als zum ersten Mal42 Sextanerinnen aufgenommen wurden, war das Gymnasium ausschließlich für Jungen zugänglich. Es ist heute nur schwer vorstellbar, daß die Oranienschule in ihrem Einweihungsjahr 1868 am Stadtrand lag, war doch die Oranienstraße an der Adelheidstraße zu Ende ... Die Oranienschule steht mit ihrer klassizistischen Front zur Oranienstraße. Somit halten Schule und Straße die Erinnerung wach an das Fürstengeschlecht Nassau-Oranien. Das Bild seines bedeutendsten Vertreters, Wilhelm I., genannt der Schweiger, schmückt das Zimmer des Schulleiters.

40. Einst eine ruhige Wohn- und Alleestraße, heute eine Hauptverkehrsader: die Rheinstraße, angelegt um 1838. Gegen 1843 schloß sich die letzte Baulücke auf der Nordseite, danach dauerte es noch 25 Jahre, bis auch die Südseite bebaut war. Seit 1875 lief die Pferdebahn durch die Rheinstraße. An der Stelle der heutigen RheinMain-Halle waren bis 1905 die drei Bahnhöfe der Taunuseisenbahn in Betrieb. Von 1889 bis 1900 wurde die Rheinstraße von der Dampfstraßenbahn Biebrich-Beausite berührt, die 1900 von der elektrischen Straßenbahn abgelöst wurde. Daß auch unter den hohen schatrigen Platanen eine Zeitlang der Andreasmarkt abgehalten wurde, darf bei der Geschichte der Rheinstraße nicht vergessen werden.

41. Ursprünglich eine um 1815 straßenmäßig ausgebaute Allee, wurde die Taunusstraße 1826 eine lediglich auf der Bergseite bis hin zur Röderstraße mit 24 Landhäusern bebaute Stadtrandstraße. Die beidseitige Bebauung war 1857 vollendet. Eines hat die Taunusstraße vielen anderen Straßen voraus: Sie führt, sanft ansteigend, den Spaziergänger in einer knappen Viertelstunde in den Taunus, der ja hinter dem Kriegerdenkmal beginnt, und damit zur grünen Lunge unserer Stadt.

42. Die Hochstättenstraße verband bis in die neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts den Michelsberg mit der Kirchgasse. Wenn auch die Hochstätte erst im Jahre 1740 gepflastert wurde, so ist die Gasse, deren Hintergebäude wie Schwalbeunester an der Stadtmauer klebten, doch bedeutend älter. Den Namen dieser Straße erklärte der frühere Stadtarchivar Christian Spielmann mit der Herleitung von 'hoch', weil die Hochstätte früher, als sich Wiesbaden noch hauptsächlich im Talgrund ausdehnte, wirklich die höchste Straße (vielleicht mit Ausnahme des Michelsberges) war. Im Hintergrund auf unserem Bild sieht man noch den Turm der 1869 erbauten und am 10. November 1938 in Brand gesetzten Synagoge.

43. Die Langgasse ist neben der Kirchgasse und der Wilhelmstraße von jeher eine der wichtigsten Straßen unserer Stadt. An ihren etwas vorspringenden oder wieder zurückweichenden Häuserfronten läßt sich gut die Entwicklungsgeschichte der Stadt in den letzten hundert Jahren ablesen. Viele ihrer Geschäfte belieferten zur Kaiserzeit den königlichen Hof und durften sich Hoflieferanten nennen. Um die Jahrhundertwende war sie noch eine ruhige Straße, in der die Kinder Nachlaufund Hickel und, auf dem alten Kirchhof, bis in den späten Abend 'Gespenstersches' spietten. Die Eltern saßen zum gemütlichen Schwätzchen vor ihren Läden oder den Haustüren.

Unser Bild der Metzgerei Fritz Haßler, Ecke Miehelsberg und Langgasse, vermittelt einen Eindruck von der Zeit um 1880.

'!!/

44. Dort, wo die Kleine Langgasse auf die Wagemannstraße stößt, die einstmals Judengasse hieß und später Metzgasse, stand die ursprünglich als Ölmühle erbaute Kimpelmühle. In dieser Mühle kam 1829 Johann Baptist Wagemann zur Welt. Vierzig Jahre war er Mitglied der städtischen Körperschaften und seit 1899 Stadtältester. Er wirkte hauptsächlich in der Steuer und Schlachthofdeputation. Nach seinem Tod am 26. November 1922 gab die Stadt der Metzgergasse den Namen WagemannstraBe und ehrte damit seine Verdienste um das Gemeinwohl.

45. Die Metzgergasse. Sie ist eine der Seitenstraßen der befestigten Marktstraße und wurde erst in Wagemannstraße umbenannt. Die Wiesbadener nannten sie einst 'Judengasse' , obwohl es in Wiesbaden keinen eigentlichen Judenbezirk gegeben hat. In dem Stadtviertel zwischen Langgasse, Kochbrunnen und Schloß waren die Gassen winklig, unbefestigt und eng. Hier wohnten vornehmlich Gewerbetreibende: Metzger, Häfner, Färber, Gerber und Weber. In der Nähe der Metzgergasse (auf dem Gelände der heutigen rückwärtigen Anbauten des Landtags) wurden einst Viehmärkte abgehalten. Die Metzger trieben das gekaufte Vieh in die engen Höfe ihrer Häuser und schlachteten es dort. Noch 1810 gab es hier zwölf selbständige Metzger. Das heiße Wasser zum Abbrühen der Schweine entnahmen sie dem Brühbrunnen im Brühbrunnengäßchen, unweit des heutigen Bäckerbrunnens.

46. Vor etwas mehr als 100 Jahren war die Goldgasse die dichtestbevölkerte Straße der Stadt. Nach ihr entstanden die heutige Wagemannstraße und die Grabenstraße, Eines der ältesten stilechten Barockhäuser ist das Haus Wagemannstraße Nr. 5, erbaut 1728 vom Kaufmann Cetto, heute Weinhaus Caspari. Der wohl älteste Bezirk der Wiesbadener Altstadt ist baulich mit allen Stilrichtungen der vergangenen zwei Jahrhunderte durchsetzt.

Unser Bild: Die 'Binger Weinstube' Wagemannstraße 9. Besitzer war Karl Preise!. Das Haus Ecke Wagemannstraße 12/Mittelstraße 1 beherbergte das 'Spezialgeschäft für Butter, Eier und Käse'. Kurzum: Ein Hauch Atmosphäre vonfrüher. ..

47. An fließendem Bachwasser war in der Altstadt kein Mangel, mehrere Bäche, auch der Faulbach, liefen offen durch die Straßen. Benutzt wurden sie besonders an der Metzger-, Gold-, Mühl-, Spiegel- und Webergasse von den Gerbern und Färbern zum Auswaschen der Felle und der gefärbten Stoffe. Wenig anheimelnd zeigte sich dem Fremden das Straßenbild mit den nur teilweise gepflasterten und kotigen Straßen, Fußsteigen, wo sich die Gänse und streunenden Hunde bis zum Einbruch der dunkelheit herumtrieben. Die Goldgasse - unser Bild zeigt sie bereits in properem Zustand -verdankt ihren Namen einer euphemistischen Umschreibung ihrer herausragenden Unsauberkeit.

48. Bäckerbrunnen. Der Bäckerbrunnen entspringt in der Goldgasse und wird seit dem 18. Jahrhundert als 'Brunnen im Graben' erwähnt. Bürgerproteste verhinderten zu Anfang des 19. Jahrhunderts seine Kanalisation. Aus Spendemnitteln wurde seine Fassung 1818 ausgebaut und verschönert. Im 19. Jahrhundert lieferte der Brunnen den Bäkkern und Metzgern das Brauchwasser, auch Bürger und Pensionwirte holten in Fässern ihr heißes Wasser. 1884 wurde die Fassung geändert, Trink- und Badewasser wurden voneinander geschieden. Nach der Jahrhundertwende versorgte eine Thermalleitung die Hotels an der Wilhelmstraße und das Schloß mit warmem Wasser. Seine heutige Gestalt erhielt der Brunnen im Jahre 1906. Der Bäckerbrunnen lieferte in einer Minute 65 Liter Wasser mit einer Temperatur von 49° C.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek