Wiesbaden in alten Ansichten

Wiesbaden in alten Ansichten

Auteur
:   Horst Hammermeister und Magrit Spiegel
Gemeente
:   Wiesbaden
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3410-1
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Wiesbaden in alten Ansichten'

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49. Kurz vor Ausbruch der Revolution von 1848 kamen die Gaslaternen in die Stadt. Zu jener Zeit hatte die Kirchgasse noch wenig von der Betriebsamkeit einer Hauptgeschäftsstraße. Erst um die Jahrhundertwende begann langsam das Gewimmel, wie wir es heute gewohnt sind. Geschäft reiht sich an Geschäft, und Kauflustige betrachten die Auslagen und orientieren sich über den aktuellen Trend. Eigentlich dürfte sie also schon lange nicht mehr 'Gasse' heißen, ist sie doch ein Begriff als Einkaufszentrum weit über die Grenze unserer Stadt hinaus. Die Häuser Kirchgasse 39/41 beherbergten bis 1904 das den Gebrüdern Kroener gehörende Hotel 'Nonnenhof'. Am 1. Oktober 1904 eröffnete in diesen Räumen das Kaufhaus BIumenthal (unser Bild).

50. Städtebaulich bedeutsam ist bis heute die Anlage des Ringes (heute 'Erster Ring'). Er entstand urn die Jahrhundertwende nach dem Vorbild der Stadt Wien, um der ausufernden Bebauung eine Anlehnung zu geben. Wiesbaden wurde um die Jahrhundertwende Großstadt, im Jahr 1905 wurde die 100 OOO-Einwohner-Grenze überschritten. Unser Bild zeigt das Haus Bismarckring llEcke Dotzheimer Straße. Seit ihren Anfängen ist die Drogerie im Besitz der Familie Machenheimer, einer der ältesten Familien Wiesbadens. Bereits im Jahre 1524 ist ein Rat dieses Namens in einer Urkunde erwähnt.

51. Mit Riesenschritten ging die Entwicklung der Fabrik des Carl Theodor Wagner voran, 1915 wurden die neuen Räume in der Schiersteiner Straße bezogen (unser Bild). Durch Qualitätsarbeit und unternehmerisches Geschick führte der Uhrmachermeister Wagner sein 1852 in Usingen entstandenes Werk vom Einmannbetrieb zum Weltunternehmen mit einer großen Belegschaft in Wiesbaden. Auf einer Ausstellung lernte er im Jahre 1881 den Uhrmacher Grau aus Kassel kennen, der ein zum Patent angemeldetes Nebenuhrwerk ausgestellt hatte. Wagner sicherte sich das alleinige Herstellungsrecht und entwickelte die dazugehörigen Hauptuhren. Auch das Wiesbadener Rathaus erhielt eine Wagner-Anlage. Am 28. März 1907 starb der rastlose Pionier und Erfinder, sein Grab liegt auf dem Nordfriedhof.

52. Die Mühlgasse im Jahre 1915. Rechts die zum Abbruch anstehende alte Wagnersche Fabrik; 1885 hatte sie der Uhrmacher Carl Theodor Wagner erworben, nachdem sein erstes Anwesen in der Goldgasse 6 zu klein geworden war. Altmeister Wagner baute auch eine Uhrenanlage im Lyzeum I am Schloßplatz, deren drei Zifferblätter mit folgenden Sinnsprüchen umrahmt waren: 'Morgenstunde hat Gold im Munde', 'Die Stunde eilt, benutze sie' und 'So geht die Zeit zur Ewigkeit'. Nachdem auch die Fabrik in der Mühlgasse zu klein geworden war, wurde der Neubau in der Schiersteiner Straße im Jahr 1914/15 errichtet.

53. Die Dotzheimer Straße, vor hundert Jahren noch mit landhausähnlichen Gebäuden besetzt, verbindet heute den alten Arbeiter-Vorort über ein kerzengerades StraBenband von zwei Kilometern Länge mit dem Stadtkern und der FuBgängerzone. Gut 18 Meterist die vielbefahrene Straße breit. Geschäfte mancher Art und kleinere Handwerksbetriebe reihen sich in bunter Folge an die vielen Haustüren der hier wohnenden Bürger. Ein schmuckes Häuschen im Villenstil war das Haus Nummer 113 der Milchkuranstalt Kraft. Seitwärts und nach hinten gab es einen Garten für erholsame Rast. Unser Bild zeigt den Wagenpark und die Stallbauten im Hof.

54. Um 1912, als unser Bild entstand, galt die Milchkuranstalt D. Kraft als Musterbetrieb mit technisch vollkommener Einrichtung und vollendeter Sauberkeit. Dreißig Kühe lagen im hellen Stall in Boxen und wurden nach wissenschaftlicher Erkenntnis mit Trockenfutter ('Weizenmehl, Weizenkleie und bestem Heu') gefüttert. Die Milch wurde in ein Sammelgefäß geschüttet und gemischt, um die Qualität auszugleichen, und kam dann über zwei Kühler in die mit Spülapparaten gereinigten Flaschen. Der Versand in die Stadt und die nähere Umgebung erfoglte täglich zweimal mit vier Trausportwagen. Im Abfüllraum befand sich noch der Pasteurisierapparat für Kinder- und Säuglingsmilch, der noch Milchzucker und Wasser beigemischt war.

55. Nur wenige werden sich erinnern, daß dort, wo heute das ESWE-Hochhaus und einige Warenhäuser stehen, einst ein Kasernenkomplex lag, welcher von der Rheinstraße, der Kirchgasse, der Luisen- und der Schwalbacher Straße umgeben war. Genau am Eingang zur Hessischen Landesbibliothek befand sich das Kasernentor mit der obligaten Laterne. Am 27. Januar 1902, des Kaisers Geburtstag, wurde dem Regiment der Name jenes nassauischen Fürstengeschlechts verliehen, das geistig, verwandtschaftlich und politisch so eng mit dem Haus Hohenzollem verbunden war: 'Oranien', Feldartillerie-Regiment Nr. 27.

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, 56. Das Füsilier-Regiment von Gersdorff (Kurhessisches) Nr. 80 war das Wiesbadener Hausregiment. Kaiser Wilhelm IJ. nannte sie 'Meine Sommergarde' . Die Geschichte dieses Regiments ist ein wesentlicher Teil unserer Stadtgeschichte, war doch der Wahlspruch der Gersdorffer Füsiliere 'Hoch Wiesbaden'.

Auf dem Bild ist die im klassizistischen Stil erbaute alte 'Wache' auf dem Faulbrunnenplatz zu sehen. Hier 'schob' so mancher Wiesbadener als Angehöriger der Achtziger seine Tag- oder Nachtwache. Hinter dem Zaun stehen die schwarzweißen Gewehrständer.

57. Das Feldartillerieregiment Nr. 27 'Oranien' und sein historisches Datum, dem 15. März 1833: Von diesem Tag an bildete die in der Schlacht bei Waterloo erprobte nassauische Artillerie eine Division. Als Elitetruppe Nassaus durfte sie bei Paraden auf dem rechten Flügel stehen und als erster Truppenteil vorbeidefi1ieren. Ihre erste Probe bestand sie bei Eckernförde und Loigny-Poupry. Durch königliche Kabinettsorder wurde dem Regiment die Bezeichnung 'Oranien' verliehen. Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs hörte auch das nassauische Traditionsregiment zu bestehen auf. Deutschland wurde entmilitarisiert, in Wiesbaden gab es keine Garnison mehr.

Unser Bild zeigt 27er in ihrer Schmiede, einem Teil des Kasernenblocks an der Schwalbacher Straße.

58. Militär auch in der Lorcher Schule (Bild von 1915). Mit Kriegsausbruch verließen die Kurgäste, darunter viele Ausländer, die Stadt; Wiesbaden erhielt mit neuen 'Gästen', den Soldaten, ein ganz anderes Gesicht, Die Militärverwaltung beschlagnahmte neben anderen Schulen auch die Volksschule an der Lorcher Straße.

Das Bild zeigt einen Bliek auf die Hofseite der Schule, wo im Freien gerade Essen zubereitet wird. In den Schulen am Blücherplatz, Gutenbergplatz und an der RheinstraBe sah es nicht anders aus.

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