Wiesbaden in alten Ansichten

Wiesbaden in alten Ansichten

Auteur
:   Horst Hammermeister und Magrit Spiegel
Gemeente
:   Wiesbaden
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3410-1
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Wiesbaden in alten Ansichten'

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59. Zu den vordringlichen sozialen Aufgaben der Stadt zählten in den Notjahren nach dem Ersten Weltkrieg die Betreuung und Unterstützung der immer mehr in Not geratenen Kleinrentner. Deren Renten waren durch die Inflation entwertet worden und genügten häufig nicht mehr zur Deckung des Lebensunterhalts. Zudem hatte Wiesbaden nach dem trügerischen Inflationsaufschwung zu Beginn der zwanziger Jahren im Jahre 1923 fast 10 000 Arbeitssuchende, darunter 7 658 Männer.

Unser Bild zeigt den Kanonenschuppen der Artilleriekaseme, zweckentfremdet zum Heim der Straßenkehrer.

60. Das Kreiskommitee vom Roten Kreuz, das gleich nach Kriegsbeginn 1914 entstanden war und Zuschüsse von der Stadt erhielt, nahm sich der Angehörigen der zum Militär Einberufenen an. Es gewährte Sachzuwendungen (Nahrungsmittel, Kleider, Kohle) und übernahm Krankenhauskosten. Allein in den ersten fünf Kriegsmonaten wurden 22 000 Pfund Kolonialwaren, 28 000 Brote, 71 000 Liter Milch und 105 000 Suppen ausgegeben.

Unser Bild: Sammelstelle für Kleider und Stiefel im königlichen Schloß (Reichswollwoche des Roten Kreuzes, 1916).

61. Wiesbaden, das kaum über landwirtschaftliche Flächen verfügte, sah sich während des Ersten Weltkriegs vor ernste Versorgungsprobleme gestellt. Als ab 1916 die Ernährungslage der Bevölkerung dramatisch wurde, griff die Verwaltung zu ungewöhnlichen Maßnahmen: Baumschulen und Stadtgärtnerei zogen Gemüse für die Lazarette, auf dem Südfriedhof baute die Stadt 6 Morgen Frühkartoffeln und Gemüse an. Die Stadt förderte den Kleingartenbau durch kostenlose Beratung und Abgabe von Sämereien und Dünger. Das Heu der Anlagen kam dem Milchvieh in den Milchkuranstalten und den Ziegen zugute.

Unser Bild: Bliek auf die Ecke Wieland- und Klopstockstraße mit einem Schild des Roten Kreuzes, das hier Gemüse anbaute.

62. Kriege sind immer Notzeiten, und die Not trifft immer die Ärmsten am härtesten. Um diesen ärmeren Schichten nach dem Ersten Weltkrieg entgegenzukommen, wurde die Stadtverwaltung zum Einkäufer wichtiger Lebensmittel. Sie gab entweder in besonders dafür ausgewählten Geschäften oder, wie hier auf dem Bild, auf öffentlichen Parkplätzen die Waren an die ärmere Bevölkerung zum Selbstkostenpreis oder auch mit Verlust ab. Das Schild an dem Marktstand 'Städtischer Verkauf verfehlte seine Wirkung niemals.

63. Separatisten vor dem Schloß. Führender Kopf dieser Bewegung war der in Wiesbaden wohnende ehemalige Staatsanwalt Dr. Dorten. In der Nacht zum 2. Juni 1919 wurden Anschläge angeheftet mit dem Aufruf von drei sogenannten Arbeitsausschüssen der Rheinischen Republik. In diesem Aufruf war Koblenz als Sitz der neuen Regierung geplant, die vorläufige Regierung sollte ihren Sitz in Wiesbaden haben. Die gesamte Arbeitnehmer- und Beamtenschaft trat jedoch schon am nächsten Tag in einen Proteststreik, so daß die DortenLeute bereits am 4. Juni, nachdem sie in das Regierungspräsidium eingedrungen waren, von Beamten und Zivilpersonen hinausbefördert wurden.

SChlossplalz - FranzÖs. Friedensfeier am 29 Jun. 1919

64. Der Friedensfeier am 29. Juni 1919 auf dem Schloßplatz (unser Bild) war eine Anregung des Generals La Capelle, Kommandant von Wiesbaden, vorausgegangen: Das Rathaus sollte geschmückt und festlich beleuchtet werden, wie man es zur Zeit der Besuche des früheren Kaisers gewohnt war. Der Oberbürgermeister, Geheimrat Dr. Glässing, der dies mit der nationalen Würde für nicht vereinbar hielt, bat brieflich, von einem solchen Gedanken Abstand zu nehmen. Die Franzosen hatten das dem Rathaus gegenüberliegende Schloß illuminiert, die Truppen zogen auf und paradierten vor dem keinerlei Schmuck oder Beleuchtung zeigenden Rathaus.

65. Das Bild zeigt das 'Hospital', das 1457 als 'Hospital zum Heiligen Geist' urkundlich genannt wird, aber schon um 1350 von Graf Gerlach von Nassau erbaut wurde. Es lag zwischen Taunusstraße, Saalgasse und früherer Trinkhalle und besaß eine eigene Quelle am Kochbrunnen. Einst diente es den Notleidenden, die hier vom Stadtphysikus kostenlos behandelt wurden. Ein 'Spittelmeister' war für die Bewirtschaftung der dem Hospital gehörenden Güter zuständig; deren Erträge wurden verwandt, um Arme zu heilen und Arzneien zu beschaffen. Mit dem Bau der Städtischen Krankenanstalten (1879) hatte es ausgedient und wurde abgebrochen.

66. Im Jahre 1879 waren die Städtischen Krankenanstalten an der oberen Schwalbacher Straße fertiggestellt worden; zur gleichen Zeit hatte man das alte Hospital am Kochbrunnen abgebrochen. Die wachsenden Ansprüche an eine stationäre Versorgung der Menschen in der aufstrebenden Großstadt führten 1907 zu einer Erweiterung des großen Bauprogramms.

1908 entstand das Pförtnerhaus am Eingang links, dahinter der Verwaltungsbau der Anstalten. Das Krankenhausgelände befand sich auf historischem Boden; ein Lageplan des ehemaligen Römerkastells am Eingang weist den Besucher darauf hin, daß hier vor nahezu 2 000 Jahren ein Kastell gestanden hat.

67. Am 1. März 1908 begann mit dem Umbau des Verwaltungsgebäudes die zweite große Bauperiode des Krankenhauses. Dem Personal mußte in dieser Zeit eine Holzbaracke als Notbehelf dienen.

Das neue Verwaltnngsgebäude (unser Bild) erhielt im Erdgeschoß die Aufnahme- und Verwaltungsräume; darüber lagen die Wohnung des Verwalters, ein Eßsaal für die Schwestern und ein Raum für die Oberin. Der zweite Stock blieb den Ärzten als Wohn- und Eßzimmer vorbehalten. Die Bäder wurden im Keller eingebaut. Das neue Gebäude wurde von November 1908 an nach und nach bezogen; die offizielle Übergabe war am 7. Januar 1909.

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68. 'Als ein Werk christlicher Liebe, dem weder der Segen des Himmels noch die reichliche Unterstützung lieber Menschenfreunde fehlen könne,' gründeten am 28. Mai 1835 Mitglieder des Jungfrauenvereins die Kinderbewahranstalt. Die Notwendigkeit dazu ergab sich, weil 'während der Kurzeit viele Eltern daselbst ihrem Gewerbe nachgehen mußten und so dem Haus und der Kindererziehung entzogen wurden'. Die Anerkennung der Anstalt zeigte sich alsbald in der hohen Zahl der ihr anvertrauten Pfleglinge. Die Zuwendungen flossen in so reichlichem MaBe, daß im Jahre 1882 das schöne Gebäude an der oberen Schwalbaeher StraBe (unser Bild) entstehen konnte.

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