Wiesbaden in alten Ansichten

Wiesbaden in alten Ansichten

Auteur
:   Horst Hammermeister und Magrit Spiegel
Gemeente
:   Wiesbaden
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3410-1
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Wiesbaden in alten Ansichten'

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69. Unser Bild zeigt das Wiesbadener Leihaus in der Neugasse. 1724 erbaut, war es zuvor Waisenhaus. Seine Beliebtheit bei den Bürgern Wiesbadens und der nahen Umgebung spiegelt sich auch in der Öffnungszeit wider: Vom 1. April bis 15. Oktober täglich, ansonsten montags und freitags von 8 bis 10 Uhr morgens.

Das Minimum eines Darlehens gegen Pfand betrug 5, das Maximum 500 Gulden; die Darlehensfrist war drei Monate, innerhalb welcher das Pfand ausgelöst werden konnte. Verlängerung um drei Monate war möglich.

70. Nach der 'Wißbader Feuer-Ordnung' vom 21. Juli 1692 hatte bei Feueralarm der Hochmeister des Hofs der Tiefenthaler Nonnen (Ecke Kirch- und Schulgasse ) 'altem Herkommen gemäß' einen Wagen mit zwei Pferden zu stellen, zu dessen Bedienung vier Bürger bestimmt waren. In der unter Herzog Friedrich August von Nassau (1803-1816) erneuerten Feuerordnung für Wiesbaden von 1815 kommt dieser Nonnenhof nicht mehrvor. Der Reichsdeputationshauptschluß von 1803 hatte die kirchlichen Güter Nassau zugeschlagen; folglich gehörte der Nonnenhof dem Herzog; der übergab ihn an den Geheimen Rat als Dotation. Die Erben des Geheimen Rats Vigelius verkauften um 1826 den Hof an den Bierbrauer Bücher, der auf dem Grundstück eine Wirtschaft errichtete. Da sich auf dem Schornstein des früheren Nonnenhofes ein Storehennest befunden hatte, nannte er die Wirtschaft 'Zum Storchennest' . Die letzten Besitzer dieses Anwesens waren die Brüder Kroener . Sie verkauften 1904 das Grundstück zum Abbruch an die Firma Blumenthal (etwa Karstadt vergleichbar) in der Kirchgasse 43.

71. Am 8. Oktober 1901 bezog die Feuerwehr ihre neue Wache in der Neugasse. 1902 wurde eine 24 m hohe Drehleiter für Pferdebespannung beschafft, gleichzeitig wurde ein drittes Paar Pferde in den Dienst genommen. Die zunehmende Ausdehnung der Stadt stellte an den Pferdebetrieb immer größere Anforderungen. Im J ahre 1914 wurde die erste Motorspritze mit 65 PS und nach dem Krieg ein Lastwagen in Dienst gestellt. Bekleidet waren die Feuerwehrmänner um die Jahrhundertwende nach preußischem Mnster: Blauer Rock mit schwarzem Kragen und schwarzer Hose, im Sommer weiße Drillichhosen. Als Stiefel dienten 'Knobelbecher', die sich leicht bei Nacht anziehen ließen, Auf den Schulterklappen prangte das Stadtwappen, ebenso an den Zinnen des Baukomplexes zusammen mit vier Elementen: Feuer, Wasser, Erde und Luft.

AUSSTELLUNG WIESBADEN 1909

Haupt-Restaurant Binger Mäuseturm

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72. Fünf Monate lang fand 1909 in der Nachbarschaft des neuen Hauptbahnhofs die Ausstellung für Handwerk und Gewerbe, Kunst und Gartenbau auf einem hierfür vorgerichteten Gelände statt. Sie zog annähernd 1 250 000 Menschen an, also zwölfmal soviel, wie Wiesbaden damals Einwohner hatte. Aus allen Teilen des Reiches kamen die Sonderzüge. Imponierendstes Gebäude war die Hauptgewerbehalle von 90 Metern Frontlänge und 4 700 qm Fläche; hier waren die Erzeugnisse des heimisehen Gewerbes in 19 Gruppen ausgestellt. Ein Rahmenprogramm aus Kunst und Unterhaltung bot den Gästen eine besondere 'Show' .

Im Hintergrund links das Gebäude des Staatsarchivs.

73. 'Parseval IJl' in Wiesbaden. Unser Bild zeigt das Luftschiff 'Parseval lIl', benannt nach dem Konstrukteur Dr. August Parseval, bei dessen Landung am 3. September 1909 in Wiesbaden. Die Lokalpresse wunderte sich damals, woher Wiesbaden all die Leute hernahm, die sich die Zeit nehmen konnten, um für einige Stunden diesem besonderen Ereignis auf dem Exerzierplatz an der Schiersteiner Straße beizuwohnen. Die Ankunft war mit besonderer Spannung erwartet worden, weil zuvor dieses Ereignis innerhalb einer Woche wegen ungünstiger starker Winde bereits einige Male abgesagt worden war. An diesem Tag raunte es jedoch angesichts des herrlichen Wetters durch die Menge: 'Heute muß es kommen. Wenn es heute nicht kommt, kommt es nie.' Und es kam! 20 Minuten nach 3 Uhr tauchte es am Horizont aufund näherte sich in ruhiger Fahrt der Stadt.

74. Der 'Exert', d.h. Exerzierplatz, am Paulinenstift. Das Bild, ein Foto aus dem Jahre 1913, zeigt das Wiesbadener Hausregiment, das Füsilier-Regiment Nr. 80 (Kurhessisches), bei seiner l00-Jahr-Feier. Die Blickrichtung geht zum Germaniaplatz: links erkennt man die Ziegelei Flach. Die alten Wiesbadener haben den Exerzierplatz, den Tummelplatz ihrer Jugend, nicht vergessen. Durften wir 'für eine halbe Stunde runter', ging's schnurstracks zum 'Exert'; da war immer was los! Zwischen den zahlreichen Kinderscharen und auch deren Müttern ging der Drill der exerzierenden Abteilungen vor sich; um so mehr genossen wir Kinder die Freiheit unserer Spiele. Heute ist das Gebiet Teil der Gersdorffkaserne, die seit 1945 Camp Lindsey heißt und Amerikaner beherbergt.

75. Der fremde Gast, der vor Wiesbadens moderner Kongreßhalle steht und gegenüber den klassizistischen Bau des Museums erblickt, wird kaum erahnen, daß er sich im einstigen Bahnhofsviertel der Bäderstadt befindet. Nicht weniger als drei Bahnhöfe waren es, die im heutigen Gebiet RheinbahnstraßeIMuseum lagen: der Taunusbahnhof (1839) für die Strecke FrankfurtlWiesbaden, den Rheinbahnhof (1868, s. Bild) für die Strecke Wiesbaden- Rüdesheim und der Ludwigsbahnhof für die Nebenstrecken nach Niedemhausen und Schwalbach (1879).60 Jahre nach der Eröffnung der ersten Bahnlinie waren alle Bahnhöfe dem Verkehr nicht mehr gewachsen. Im Jahre 1900 begarmen die Bauarbeiten für den heutigen Hauptbahnhof, der 1906 seiner Bestimmung übergeben wurde.

76. Die Nachbarstadt Mainz hatte bereits 1874 einen neuen Bahnhof erhalten, die Wiesbadener forderten gleiches Rechtfür sich. Als man dann 1897 mit den Planungen für den Hauptbahnhofbegann, ahnte noch niemand, daß man erst 1,5 Millionen Kubikmeter Erde von dem Melonenberg abgraben mußte, um das enge Salzbachtal zuzuschütten. So sprach der Volksmund vom 'Millionenberg' , als auch noch ein großer Bachkanal in einer Länge von 1 800 Metern geschaffen werden mußte. Trotz der Überwindung aller Schwierigkeiten wollte der Bau nicht so recht in Schwung kommen, bis dann der Kaiser selbst energisch für den Fortgang eintrat. Während der Maifestspiele, im Mai 1900, ließ er sich von Oberbürgermeister Dr. von Ibell und mehreren Behördenvertretern die Baupläne erklären (unser Bild). Nach neuer Projektierung des Güterbahnhofs ging der Ausbau des Hauptbahnhofs zügig voran.

77. Mit großer Begeisterung wurde das Ereignis der festlichen Einweihung des Hauptbahnhofs endlich, am 15. November 1906, von der ganzen Stadt gefeiert. Nahezu 21 Millionen Goldmark hatte sein Bau verschlungen. Letztmalig hatte morgens um 1 Uhr der Zug 301 a von Frankfurt den Taunusbahnhof angelaufen, sechs Minuten später erreichte der Zug 318 aus Koblenz den Rheinbahnhof. Dann wurde es still um diese beiden aus der Entstehungszeit der deutschen Eisenbahn verbliebenen Bahnhöfe. Der alte Ludwigsbahnhof hatte bereits einen Tag zuvor seine Tore für immer geschlossen. Der Taunusbahnhof hatte schon vorher an Bedeutung verloren, nachdem der Güterbahnhof an der Dotzheimer Straße bereits am 1. Januar 1905 und der Stückgutbahnhof an der Westseite des Hauptbahnhofs am 1. Juli des gleichen Jahres eröffnet worden waren.

78. Wiesbaden war unter Wilhelm Il. des Reiches 'zweite Hauptstadt'. Der Kaiser war regelmäßig hier zu Gast. Für ihn hatte man eigens an der Ostseite des neuen Hauptbahnhofs einen Fürstenbahnsteig mit Salons und Empfangsräumen nach den persönlichen Vorstellungen des Monarchen angebaut. Unser Bild zeigt die Ankunft Kaiser Wilhelms Il. am 1. Mai 1910 am Wiesbadener Hauptbahnhof.

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