Wiesbaden in alten Ansichten

Wiesbaden in alten Ansichten

Auteur
:   Horst Hammermeister und Magrit Spiegel
Gemeente
:   Wiesbaden
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3410-1
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Wiesbaden in alten Ansichten'

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79. Schon Moltke hatte aus strategischen Gründen den Bau einer Eisenbahnbrücke bei Mainz gefordert; hinzu kamen verkehrstechnische Gründe für Mainz- Wiesbaden und die Industrie im Rhein-Main-Gebiet. Nach zweijähriger Bauzeit wurde dieses Riesenwerk von 800 Metern Spannweite eingeweiht. Zwei Gleise führen über die Brücke: das nördliche über einen Damm in einer Kurve nach Mainz, das südliche mündet bei Mombach in die Binger Strecke ein. Auf der Brücke passierte man zunächst einen reich mit Fassaden verzierten Sandsteinturm, auf dessen Spitze ein mächtiger Adler mit ausgebreiteten Flügeln thronte. Bis auf die Petersau überwölben drei Bogen mit überspannung den südlichen Rheinarm; über der Au entfallen diese. Nach der Mainzer Seite hin folgen abermals zwei Bogen bis zum anderen Ufer. Der Kaiser war bei der Einweihung im Jahr 1904 anwesend, die Brücke wurde 'Kaiserbrücke' genannt. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Brücke gesprengt (17. März 1945). Im Jahre 1955 war die Kaiserbrücke als zweigleisige Brücke wiederhergestellt. Zusätzlich hat sie jetzt noch einen FuBgängersteg, von dem aus ein Treppenabgang zur Rheininsel Petersau führt.

80. Vom Jahre 1896 bis zur Jahrhundertwende verkehrten in Wiesbaden die Pferdebahn, die Dampfstraßenbahn und eine elektrische Bahn auf der Linie vorn Bahnhof zur Walkmühlstraße nebeneinander. Am 27. August 1900 stellten die Pferde- und die Dampfbahn ihren Betrieb ein. Mit der Einweihung des Hauptbahnhofs im Jahre 1906 nahm der Straßenbahnverkehr ständig zu, neue Linien wurden gelegt. Die Vororte wurden dem städtischen Verkehr angeschlossen. Seit 1929 wurde der Verkehr mit Ausnahme der Linie Bierstadt- Dotzheim auf Omnibusse umgestellt. Unser Bild zeigt einen Straßenbahnzug um 1900 an der Endhaltestelle Nerotal.

81. Am letzten Betriebstag der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft (SEG), dem 31. März 1929, schrieb die 'Neue Wiesbadener Zeitung': Noch ein Tag trennt uns von dem historischen Augenblick, wo Wiesbaden als erste deutsche Großstadt, ja vielleicht als einzigste Großstadt der Welt, sicb von dem elektrischen Straßenbahnbetneb trennt und das modernste Verkehrsmittel, den Auto-Omnibus, einfûhrt. Die Augen aller Verkehrsfachleute sind aufWiesbaden gerichtet, begierig, ob das Wagnis gelinge ... Dieser Dreiachser (11m) faßte 57 Personen, der Motor hatte eine Leistung von 100-120 PS, Hersteller waren Daimler- Benz und Büssing. Der Autor erinnert sich noch heute seiner Bewunderung für die Fahrer dieser gigantischen Riesenbusse, deren Art und Benehmen nacheifernswert schien.

82. In die Wiesbadener Unterwelt konnte man früher alle Dienstage, kurz vor dem Ersten Weltkrieg sogar zweimal wöchentlich während der schönen Jahreszeit einfahren. Diese festgesetzten Führungen, für die man 50 Pfennig zahlte, sind nach 1918 abgeschafft worden. Später wurden die Kanalanlagen, die von Fachleuten als die besten Europas bezeichnet worden sind, Vereinen und sonstigen Interessenten gern gezeigt. Bis in die achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts war der Einstieg am Hauptbahnhof am Tag der offenen Tûr der Bevölkerung geöffnet.

Ostlich vom Hauptbahnhof weist eine Verschlußplatte, deren sechs spitze Einzelzacken wie Blüten einer L0tosblume emporragen, den Eingang in die Wiesbadener Kanalanlagen.

83. Der Bachkanal ist etwa 1 700 Meter Lang, 4,50 Meter hoch und 5 Meter breit. Der in der Mitte befindliche Flußlauf ist einen Meter breit und etwa drei bis vier Meter tief. Bei Unwetter steigt das Wasser unter Umständen innerhalb weniger Minuten so hoch, daß der ganze Kanal angefüllt ist. Das Sinken der Wassermenge erfolgt meistens in der gleich kurzen Zeit, denn das Gefälle beträgt 1:280 und ist imstande 62 000 Liter Wasser in der Sekunde abzuleiten. In kurzen Abständen sind an beiden Seiten des Mauerwerks in die erhöhten, zwei Meter breiten Fußwege Rinnen eingelassen, die dem Bachlauf das Grundwasser zuführen. Die größeren Kanalrinnen tragen die Namen der einzelnen Straßen und führen das Regenwasser der bezeichneten Gemeinden mit sich.

84. Die Lumpenrosa. Niemand wußte, woher sie kam, noch kannte man ihren Namen. Die 'Lumpenrosa' .so genannt wegen ihrer verwahrlosten Erscheinung, war eine stadtbekannte Persönlichkeit in den Jahren um den Ersten Weltkrieg. Zeitweilig soll sie an der Hochstätt gewohnt haben. 'Lumpenrosa' ließ alles mitgehen, was'brauchbar und nicht angebunden war. Stets roch sie nach Fusel, und jede zweite oder dritte Nacht verbrachte sie zur Ausnüchterung im Gefängnis hinter der Friedrichstraße.

85. Der 'Schlappe-Fritz' oder 'Schepp-Fritz' galt als Sohn der Lumpenrosa. Ob er es tatsächlich war, bleibt dahingestellt. Schepp-Fritz, so hieß er wegen seines Buckets, war ein emsiger und rastloser Sammler allen Unrats. Mit einem Sack zog er von Hof zu Hof, immer auf der Suche nach verwertbarem Abfall, von dessen Erlös er sogar etwas auf die hohe Kante legte. Aufsehen erregten der Schepp-Fritz und die Lumpenrosa immer dann, wenn die Schutzleute sie aus den Lokalen hinauswarfen und im Polizeikarren ins Gefängnis bugsierten. Die ganze Straße schaute dann zu, und die Kinder johlten den beiden nach. Indes, so oft sich auch die Gefängnistore hinter ihnen schlossen, verurteilt wurden sie nie ...

86. Im Gehrock, aus dem stets das Taschentuch wie ein buntes F

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