Wilnsdorf in alten Ansichten

Wilnsdorf in alten Ansichten

Auteur
:   Dieter Krumm
Gemeente
:   Wilnsdorf
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1367-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Wilnsdorf in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Wilnsdorf hat in alter Zeit Wielandsdorf geheißen. Bei Wilnsdorf wurden älteste Eisen- und Silbergruben betrieben. Das Dorf am Fuße der Kalteiche, am Südostrand des Siegerlandes, dem ältesten auf der tisengewinnung begründeten geschlossenen Wirtschaftsgebiet Deutschlands gelegen, erhielt vermutlich seinen Namen bei der Besiedlung des Landes nach dem sagenhaften berühmten Schmied Wieland, der hier gelebt und geschafft haben soll.

Seit Ende des 12. bis Mitte des 17 . Jahrhunderts standen Burg und Schloß der Edlen Herren von Wilnsdorf, auch Ritter von Kolbe genannt, in Wilnsdorf. Deren Herrschaftsbereich umfaßte ungefähr das heutige Kirchspiel Rödgen-Wilnsdorf.

Kurz nach 1800 sind die Gemeinden Eisern, Niederund Oberdielfen, Obersdorf-Rödgen, Rinsdorf, Wilgersdorf und Wilnsdorf zur Bürgermeisterei beziehungsweise dem späteren preußischen Amt Wilnsdorf, dem später noch die Gemeinde Wilden aus dem Amt Burbach angegliedert worden ist, zusarnmengefaßt worden.

Im Jahre 1817 wurde das Zollhaus in Wilnsdorf erbaut, das bis 1835 Hauptzollamt mit zweiundzwanzig unterstelten Nebenzollämtern zwischen Lippe (Westerw.) und Niedermarsberg war.

Neben der herkömmlichen kleinbäuerlichen Landund Haubergswirtschaft waren die aus Kleingruben entstandenen damaligen Verbundgruben 'Eisernhardter Tiefbau' bei Eisern, 'Grimberg' bei Niederdielfen, 'Ameise' bei Obersdorf und 'BautenbergLandeskrone-Ratzenscheid-Neue Hoffnung' bei Wilden, Wilnsdorf und Wilgersdorf wirtschaftlich besonders wichtig für das Amtsgebiet. Eisenschmelz-

hütten sind bei Eisern und Wilden betrieben worden. Die Betriebe bei Eisern und Wilden waren durch normalspurige Kleineisenbahnen mit den Eisenbahnstrecken Ruhr-Sieg und Köln-Gießen verbunden. Die Eisenbahnstrecke Siegen-Haiger mit den Bahnhöfen Niederdielfen und Rudersdorf im Weißtal ist seit 1915 in Betrieb.

Das alte Amtsgebiet war 54,77 qkm groß. Höchstgelegener Punkt ist der Gipfel der Kalteiche, TP 579,2 m, tiefster Punkt war die untere Ortsgrenze von Eisern und ist jetzt die untere Grenze von Niederdielfen an der Feuersbacher Furt mit 274,3 m über dem Meeresspiegel. Eisern ist Mitte 1966 aus dem Amt Wilnsdorf in die Stadt Eiserfeld und die Weißtalgemeinden Anzhausen, Flamrnersbach, Gernsdorf und Rudersdorf sind mit Beginn des Jahres 1969 aus dem Amt Netphen in die neue Großgemeinde Wilnsdorf umgerneindet worden.

Im November 1967 ist die durch das Wilnsdorfer Gebiet führende Teilstrecke Kalteiche-Eisernhardt der Autobahn Hagen-Gießen in Betrieb genommen worden. Wilnsdorf ist Knotenpunkt der alten Fernverkehrsstraßen Frankfurt/München (B 277) und Mainz (B 54) in das Ruhrgebiet und an den Niederrhein,

Im Zuge der Zeit werden die genossenschaftlichen Hauberge nach und nach aus Niederwald in Hochwald umgewandelt und im allgemeinen Strukturwandel laufend nebenerwerbsmäßig betriebene kleine Landwirtschaftsbetriebe eingestellt. In den jetzigen Ortsteilen Niederdielfen (l), Oberdielfen (l), Wilden (I), Wilgersdorf (2) und Wilnsdorf (2) entstanden inzwischen zusammen sieben neue Aussiedlerhöfe. Der Bergbau im Amtsgebiet ist 1957 mit den Gruben

'Eisernhardter Tiefbau' und 'Ameise' restlos eingestellt worden. In Niederdielfen, Anzhausen, Rudersdorf, Wilden, Wilgersdorf und Wilnsdorf haben sich neue Industrie- und andere Betriebe angesiedelt und teils beachtlich entwickelt. Die Einwohnerzahlen im Amt Wilnsdorf betrugen 1818 - 2 720, 1843 - 3 204, 1871 - 3824, 1885 - 4714, 1905 - 5800, 1925 6980, 1933 - 7596, 1939 - 7755, 1946 - 9634, 1950 - 10062, 1955 - 10 326, 1960 - 11 280, 1966mit Eisern: 13401, ohne Eisern: 10 758, 1968/69 ohne und mit den vier Weißtaigemeinden - 11 285 beziehungsweise 16 098 Personen.

Ein wohlgefälliges Blickfeld im Raum der Großgemeinde bietet der auf steiler Bergeshöh gelegene Ort steil Obersdorf rnit dem weithin sichtbaren Turm der alten Simultankirche. Rödgen ist Höhenluftkurort am Rödger Wald nahe der Kreisstadt Siegen. Besonders beachtenswerte Baukörper in der Landschaft sind die Eisenbahnbrücken über das Dielfetal bei Niederdielfen und über das Weißtal bei RudersdorfAnzhausen, sowie die neuen Autobahnbrücken unterhalb Obersdorf', bei Rinsdorf und oberhalb von Wilden. Die Gesamtfläche der Großgemeinde Wilnsdorf beträgt 72,89 qkm.

Einwohner am 31. Dezember 1975 - 18 000. Verkehrsverbindungen: B 54 und 277.

Autobahnauf- und abfahrten in den Ortsteilen Wilnsdorf und Wilden.

Bundesbahnstrecke: Siegen, Frankfurt (Bahnhöfe:

Niederdielfen und Rudersdorf).

Hauptschulen in den Ortsteilen: Niederdielfen, Rudersdorf und Wi1nsdorf.

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1. Wilnsdorf, das Dorf an der Kalteiche, hat in früherer Zeit Wielandsdorf geheißen. Seinen Namen erhielt es nach dem berühmten Schmied 'Wieland', der hier gelebt und geschafft haben soll, Die erste urkundliche Nachricht Wilnsdorfs war im Jahre 1185.

2. Rechts von der Kirche stand vom 12. bis Mitte des 17. Jahrhunderts die Burg und das Schloß der Edlen Herren von Wilnsdorf, besser bekannt unter dem Namen der Ritter von Kolbe.

3. Entsprechend den Bestimmungen des Westfälischen Friedens verordnete der Kaiser am 15. November 1649 die im Testament 1621 ausgesprochene Dreiteilung des Siegerlandes. Über die Gestaltung des Religionswesens erlassen Johann Moritz und die Witwe Johanns des Jüngeren ein Edikt, daß künftig niemand den anderen in seiner Religionsausübung behindern darf. Entsprechend diesen, im Jahre 1651 gegebenen Bestimmungen, ist auch die Kirche in Wilnsdorf simultan (gemeinsam). Um sie für beide Konfessionen benutzbar zu machen, mußten noch erhebliche bauliche Veränderungen vorgenommen werden. Am 29. April 1852 findet das Simultanverhältnis ein Ende. Bis zum Neubau der katholischen Kirche diente das ehemalige Hauptzollamtsgebäude der Gemeinde als Kirche. Von den Evangelischen wurde die ehemalige Simultankirche bis zum Neubau ihrer Kirche weiterbenutzt.

Innen-Jnfidjf der evangelifdjen Kirdje . in Wilnsdorf, Rreis Siegen.

Zu die[ern gollesdienlllidjen Raum Don nur 95 Quadratmeter Grundîlädje ge5ören 1700 E:oangelifdje.

4. Diese Aufnahme zeigt deutlich die beengten Raumverhältnisse in dieser Kirche. Um den Mangel an Sitzplätzen etwas zu beheben, wurde 1893 eine Empore eingebaut. Nachdem die Kirche 120 Jahre als Gotteshaus gedient hatte, wurde Ostern 1912 der letzte Gottesdienst gehalten.

5. Die katholische Kirche wurde nach zweijähriger Bauzeit am 11. November 1891 durch Bischof Gockel, dem Heiligen Martinus, geweiht. Die im romanischen Stil erbaute dreischiffige Hallenkirche fiel, bis auf den 36 m hohen Turm, im Jahre 1974 der Spitzhacke zum Opfer.

6. Nachdem die Wilnsdorfer Simultankirche ihren Ansprüchen nicht mehr gerecht wurde, baute man in den Jahren 1912/13 die neue evangelische Kirche. Sie ist aus Bruchsteinmauerwerk errichtet. Die Steine lieferten die heimatlichen Grauwackebrüche.

7. Durch das 1818 geschaffene Zollgesetz wird Wilnsdorf HauptzoJlamt. Als 1836 die ZoJlschranken fallen, wird es für kurze Zeit als Hauptsteueramt genutzt. Bis zu seinem Abbruch im Jahre 1975 diente es überwiegend Wohnzwecken.

8. Kurz nach 1800 sind die Gemeinden Eisern, Nieder- und Oberdielfen, Obersdorf einschließlich Rödgen, Rinsdorf, Wilgersdorf und Wilnsdorf zur Bürgermeisterei beziehungsweise dem späteren preußischen Amt Wilnsdorf zusammengefaßt worden, dem später noch die Gemeinde Wilden aus dem Amt Burbach angegliedert wurde.

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