Windmühlen in Schleswig-Holstein in alten Ansichten Band 1

Windmühlen in Schleswig-Holstein in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Walter Heesch
Gemeente
:   Windmühlen in Schleswig-Holstein
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3267-1
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Windmühlen in Schleswig-Holstein in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Windmühlen und Schleswig-Holstein - sie gehören zusammen wie der Wind und das Meer. Hier, wo das Meer das Land von zwei Seiten umspült, weht fast ständig ein frischer Wind. So konnte eine vielfältige Windmühlenlandschaft entstehen. Dabei fand die vielseitig einsetzbare Windmühle in SchleswigHolstein vorwiegend Verwendung als Kornmühle.

Die ersten Windmühlen in Schleswig-Holstein waren die seit dem 13. Jahrhundert in Deutschland errichteten Bockwindmühlen. Bei der Bockmühle ist das aus Holz gefertigte rechteckige Mühlengehäuse um einen senkrecht stehenden Hausbaum drehbar, der durch diagonale Streben abgestützt wird. Durch diesen Bock werden die Lasten auf den Boden übertragen. Aufgrund seiner Bauweise sind Leistungsfähigkeit und Standsicherheit dieses Mühlentyps eingeschränkt. In Schleswig-Holstein befindet sich noch eine Bockwindmühle im Freilichtmuseum in Molfsee bei Kiel. Sie stammt aus dem Jahre 1766 und wurde beim Aufbau des Freilichtmuseums in Molfsee von Algermissen in Niedersachsen nach hierher umgesetzt. Entscheidende Impulse erhielt die Müllerei mit Erfindung der Kappenwindmühle oder Holländermühle. Sie kam etwa zu Beginn des 18. Jahrhunderts aus Holland nach Deutschland und bedeutete den wichtigsten Fortschritt in der Windmühlentechnik. Die Holländermühle besteht in Schleswig-Holstein zumeist aus einem gemauerten Unterbau und einem achteckigen gezimmerten Rumpf', auf dem eine drehbare Kappe gelagert ist, die die Welle für die Flügel aufnimmt. Die Holländermühle hat gegenüber der Bockmühle erhebliche räumliche Vorteile und ist viel standsicherer und leistungsfähiger. Mit der als Königswelle bezeichneten senkrechten Hauptachse ist ein großes waagerechtes Stirnrad verbunden, von dem bis zu fünf Mahlgänge angetrieben werden. Den unterschiedlichen örtlichen Gegebenheiten angepaßt, gibt es mehrere Arten von Holländermühlen: Erdholländer, Keiler- oder Bergholländer und Zwickstell- oder Galerieholländer. Der Erdholländer steht flach auf der Erde. Die Kappe wird mit Hilfe des Steerts vom Erdboden in den Wind gedreht. Beim Keller-

oder Bergholländer liegt das ebenerdige Untergeschoß in einer künstlichen Erdaufschüttung. Bei einem mehrstöckigen Unterbau konnte die Bedienung der Kappe nicht mehr vom Erdboden vorgenommen werden. Die Mühle wurde deshalb mit einer umlaufenden, als Zwickstell oder Galerie bezeichneten Bedienungsbühne versehen.

Eine wesentliche Erleichterung fand die Arbeit des Müllers mit Erfindung der Windrose. Die an der Kappe angebrachte Windrose dreht die Flügel automatisch in den Wind, so daß auch bei wechselnder Windrichtung ein Arbeiten ohne Unterbrechung möglich ist. Auch die Erfindung der Jalousieflügel bedeutete eine Weiterentwicklung der Windmühlentechnik, da nun das mühsame Ausbringen des Segeltuchs entfiel.

Das Recht Mühlen zu bauen und zu betreiben, war von altersher ein landesherrliches Regal. Flüsse, Seen und auch der Wind, der über das Land wehte, wurden als Eigentum der Landesherren angesehen und durften nur mit ihrem Einverstandnis und gegen Zahlung einer Pacht genutzt werden. Da die Landesherren aus der Verpachtung ihre Einnahmen bezogen, sicherten sie den Müllern einen festen Kundenkreis, indem sie den Mühlenzwang einführten. Jeder herrschaftlichen Mühle war ein bestimmter Bezirk zugeteilt, dessen Bewohner nur die für sie bestimmte Zwangsmühle benutzen durften. Das einzige größere Gebiet in Schleswig-Holstein, in dem es keinen Mühlenzwang gab, war Dithmarschen. Darüber hinaus gab es auch in den übrigen Landesteilen vereinzelt Eigentumsmühlen. Sie benötigten aber eine Konzession der Rentekammer und mußten ein 'Windgeld' entrichten, denn die Landesherren beanspruchten für sich ein Recht auf den Luftraum. Im Herzogtum SchIeswigbestand der Mühlenzwang bis 1853 und in Holstein bis 1854. Der Betrieb einer Mühle war aber weiterhin von einer Konzession abhängig. Erst mit Erlaß der Gewerbeordnung von 1869 wurde die Gewerbefreiheit eingeführt.

Nach Einführung der Gewerbeordnung nahm die Anzahl der Windmühlen sprunghaft zu. Der Windmühlenbau erlebte eine

bisher nicht gekannte Blütezeit. Diese Blütezeit war jedoch nur von kurzer Dauer. Durch die neuen Energien: Dampfmaschine, Dieselmotor und Elektromotor und den Einsatz des Walzenstuhls anstelle von Mahlsteinen entwickelte sich auch in Schleswig-Holstein die Großmühlenindustrie als vernichtende Konkurrenz. So begann um die Jahrhundertwende ein Mühlensterben, das sich nach dem Ersten Weltkrieg beschleunigt fortsetzte, als der elektrische Strom in die Dörfer kam und sich die Bauern mit eigenen Schrotmühlen weitgehend unabhängig machten.

In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg leisteten die noch erhaltenen Windmühlen wertvolle Dienste für die Versorgung der Bevölkerung, die sich durch die Heirnatvertriebenen in manchen Dörfern mehr als verdoppelt hatte, Aber bereits in den fünfziger Jahren setzte eine neue Welle des Mühlensterbens ein. Überkapazitäten und weitere Technisierung in der Mühlenwirtschaft führten zu einem ruinösen Wettbewerb und zum Niedergang der ländlichen Müllerei. Die Windmüller waren nicht mehr in der Lage, die nötigen Erträge für die Erhaltung ihrer Windmühle zu erwirtschaften. So wurde eine Mühle nach der anderen stillgelegt und fiel schließlich dem Verfall anheim,

Mit der Energieverknappung Anfang der siebziger Jahre erfolgte gleichzeitig auch eine Rückbesinnung auf die überkommenen Werte. Man erkannte die Windmühle nicht nur als Bauwerk, sondern als historisches Kulturdenkmal von hohem Rang. Durch vielseitige Initiative gelang es, eine Anzahl Windmühlen nach Betriebsaufgabe zu restaurieren und bei weitgehender Erhaltung des Mühlencharakters einer anderen Nutzung zuzuführen. Heute sind in Schleswig-Holstein rund 50 Mühlen als technische Kulturdenkmale in das Denkmalbuch eingetragen.

Die meisten der früheren Windmühlen aber können wir heute nur noch auf alten Ansichten betrachten. Dabei kommt der Ansichtskarte eine besondere Bedeutung zu. Anhand von Ansichtskarten und einzelnen Privatfotos von der Jahr-

hundertwende bis 1930 führt uns ein kleiner mühlenkundlicher Exkurs durch Schleswig-Holstein. Beginnend in Nordfriesland, im Nordwesten des Landes, führen uns die Abbildungen in die weiter südwärts an Nordsee und Elbe gelegenen Landschaften und in das mittlere und südliche Holstein. Von dort geht es an der Ostsee wieder gen Norden bis in die Grenzstadt Flensburg.

Auf den Abbildungen fmden wir Mühlen, an die sich heute lebende Generationen kaum noch erinnern können, aber auch mit viel Einsatz und Hingabe restaurierte Mühlen, die zur Freude der Einwohner zum Schmuckstück eines ganzen Dorfes geworden sind.

So mag auch dieses Buch erfreuen mit den Windmühlen in alten Ansichten und dazu beitragen, die erhaltenen Mühlen mit intensiverem Bewußtsein und noch größerer Freude zu erleben.

Der Verfasser dankt allen, die durch Hinweise und Informationen zum Gelingen dieses Buches beigetragen haben.

Literatur:

Nis R. Nissen (Hrsg.), Glück zu! Mühlen in Schleswig-Holstein, Heide 1981.

Hans-Peter Petersen, Schleswig-Holsteinisches Windmühlenbuch. Wesselburen und Hamburg 1969.

Gottfried Pöge, Die Wind- und Wassermûhlen des Kreises und der Stadt Flensburg. Schleswig 1980.

Wo1fgang Scheffler, Mühlenkultur in Schleswig-Holstein. Neumünster 1982.

Johannes Stüdtje, Mühlen in Schleswig-Holstein. Heide, 3. Auflage 1976.

Bildnachweis:

Mit Ausnahme der Bilder 75,78,79,81 und 89 alle Vorlagen aus der Sammlung des Verfassers.

1. ACHTRUP

Auf einem hochgelegenen Punkt im Südwesten des Geestdorfes Achtrup steht die Windmühle mit dem 1911 erbauten Müllerhaus. In der 1889 errichteten Windmühle wurden vorwiegend Futterschrot und Roggenmehl hergestellt. Der Kellerholländer hatte drei Mahlgänge und war bis 1953 in Betrieb. Danach verfiel die Windmühle. Nach Besitzerwechsel konnte die Mühle 1971 restauriert werden. Sie erhielt neue Flügel und eine neue Windrose. Seitdem ist die unter Denkmalschutz stehende Windmühle wieder ein schmuckes Bauwerk im Nordosten des Kreises Nordfriesland.

2. LECK

Auf dem heute noch so bezeichneten Mühlenberg im Nordwesten von Leek stand einst die hochaufragende Windmühle. Sie galt als die schönste Windmühle der Karrharde. Auf zwei Mahlböden befanden sich drei Mahlgänge und außerdem zwei Schälgänge zum Schälen von Gerste für die Herstellung von Grütze und Graupen. Später wurde ein Motor als Aushilfsantrieb eingebaut. Im Jahre 1926 brannte die im Besitz des damaligen Amtsvorstehers Peter Moritzen befindliche Windmühle durch Kurzschluß ab.

3. KLIXBüLL

In Hocken aufgereiht steht hier das Korn bei der Klixbüller Mühle. Schon vor 1700 gab es in Klixbüll eine Windmühle. Sie war, wie die meisten Mühlen damals, in Zeitpacht vergeben. Bei einer Pachtdauer von fünf Jahren hatte der Müller J ohann Hansen ab 1695 jährlich 100 Reichsthaler zu zahlen. Die abgebildete Windmühle wurde 1902 von Marienkoog nach K1ixbüll umgesetzt. Sie erhielt 1926 eine Motorhilfskraft. Im Jahre 1942 wurde die Mühle abgebrochen.

4. EMMELSBüLL

Flüsse, Seen und Sielzüge waren einst wichtige Verkehrswege in der Wiedingharde. Auf ihnen transportierte man mit speziell zu diesem Zweck konstruierten Booten, die mit Stakstangen fortbewegt wurden, Heu, Korn und andere Erzeugnisse. Besonders von der Emmelsbüller Mühle gingen Kornboote hinaus nach Südwesthörn an der Nordsee. Die Windmühle am Alten Sielzug in Emmelsbüll ging 1952 durch einen Elevatorbrand in Flammen auf.

5. NIEBüLL

Die Windmüller waren ihren oft von Unbilden des Wetters bedrohten Mühlen besonders verbunden. Das fand seinen Ausdruck darin, daß viele Müller ihrer Mühle einen Namen gaben, Oft wählte man den Namen der Müllersfrau oder einer Gottheit oder eine Bezeichnung als Hinweis auf eine topographische Gegebenheit. Die Windmühle in Niebüll trug auf dem Schmuckbrett den Namen AEOLUS nach dem Gott der Winde. Sie stand an der nach ihr benannten Mühlenstraße.

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/ilüh!e auf j}1unkmarsch a. Sy/I

6. MUNKMARSCH AUF SYLT

Die Abbildung zeigt die 1759 errichtete Graupenmühle mit Müllerhaus. Als weithin sichtbares Wahrzeichen der Insel grüßte die Mühle die ankommenden Gäste. Vor Einweihung des Hindenburgdammes im Jahre 1927, bestand eine Fährverbindung zwischen Munkmarsch und Hoyer in Nordschleswig. Die Windmühle wurde 1929 abgebrochen. In dem für Sylt typischen 'Friesenwall' , der das Grundstück des früheren Müllerhauses umschließt, erinnern noch heute Mühlsteine an die einstige Mühle,

7. KEITUM AUF SYLT

Im Jahre 1876 ließ der Müller Matz Nielsen von dem Bauunternehmer Bohmhoff aus Westerland in Keiturn eine Graupenmühle errichten. Sie stand nahe am Kliff am südöstlichen Ortsrand von Keiturn am heutigen Mühlenweg. Auch diese Windmühle war weithin sichtbar. Sie war aber nur wenige Jahrzehnte in Betrieb. Kurz nach 1900 wurde die Mühle stillgelegt und um 1911 abgebrochen. An derselben Stelle wurde eine Motormühle errichtet. Heute befindet sich in dem Gebäude ein Restaurant.

8. WYKAUF FÖHR

Windmühlen auf der Insel Föhr waren lange Zeit Orientierungshilfen für Menschen im Watt oder auf dem Wasser. Die Wyker Mühle erbaute 1879 der Müller Carsten Broder Andresen. Im gleichen Jahr übernahm sein Sohn Emil Andresen die Mühle. Emil Andresen starb schon 1892. Seine Ehefrau Stine Andresen - Dichterin der Insel Föhr - hat ein heimatlich-lyrisches Werk hinterlassen. Nach dem Tode von Emil Andresen wechselte die Mühle mehrmals den Besitzer.

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