Wuppertal in alten Ansichten Band 1

Wuppertal in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Kurt Schnöring
Gemeente
:   Wuppertal
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1840-8
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Wuppertal in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Nur zwei Bombennächte reichten aus, um große Teile des alten Wuppertals auszulöschen. Als die Maschinen in den dunklen Nächten vom 30. zum 31. Mai 1943 und vom 24. zum 25. Juni 1943 über dem in dichte Rauchwolken eingehüllten Wuppertal abdrehten, lagen ganze Stadtbezirke und die historisch gewachsenen Citybereiche in Schutt und Asche. Was die beiden verheerenden Luftangriffe im Kriegsjahr 1943 noch an alter Bausubstanz übrigließen, fiel häufig erst in jüngster Zeit der Spitzhacke zum Opfer. Stadt- und Verkehrsplanung griffen tief in das Gefüge vertrauter Wohn- und Geschäftsviertel ein. Altehrwürdige Gebäude mußten dem Moloch Verkehr weichen oder wurden auf dem Altar einer umstrittenen Sanierung geopfert.

Nur noch an vereinzelten Stellen der Barmer und EIberfelder Innenstadt kann man alte Fachwerkhäuser bewundern und sich eine Vorstellung vom früheren Aussehen dieser einst selbständigen Städte machen. Geschlossene Ansammlungen von Fachwerkhäusern haben lediglich in den Außenbezirken Krieg und Nachkriegszeit überlebt. In Cronenberg, Beyenburg und Langerfeld prägen Fachwerkhäuser, schiefer- und schindelverkleidet, nach wie vor das Ortsbild.

Trotz der erheblichen Kriegszerstörungen ist allerdings ein Großteil der späteren Bebauung aus den Gründerjahren, der Zeit um die Jahrhundertwende, verschont geblieben. Ganze Straßenzüge in der EIberfelder Nordstadt, einem der größten Sanierungsgebiete Europas, in Wichlinghausen, auf dem Sedansberg und in den Wohnbezirken Rott und Arrenberg sehen heute noch genau so aus wie vor über 80 Jahren. Die eng aneinandergereihten Mietshäuser weisen in der Regel eine reiche und zum Teil phantasievolle Stuckverzierung auf. Auch die seit 1900 bestehende Schwebebahn, Wahrzeichen

der Stadt und unentbehrlicher Nahverkehrsmittel, hat zwei Weltkriege und alle Stürme der Zeit überdauert.

Die Geschichte der Stadt reicht weit zurück, Schon um das Jahr 1000 werden Elberfeld und Barmen erwähnt, jene Städte, aus denen erst 1929 kraft eines Gesetzes des Preußischen Landtags die Großstadt Wuppertal entstanden ist. Bereichert durch die Gemeinden Vohwinkel, Cronenberg, Ronsdorf und den Ortsteil Beyenburg, die ebenfalls auf eine lange Vergangenheit zurückblicken können.

Bereits Anfang des 16. Jahrhunderts erhielten die Bürger der Wupperstädte das Privileg der Garnnahrung, das heißt das herzogliche Monopol, Garne zu bleichen und zu verkaufen. Von da ab datiert die erste Gemeinsamkeit von Barmen und Elberfeld. Die Garnbleicherei war überdies der Ausgangspunkt für die Entwicklung einer blühenden Textilindustrie und aller anderen Industriezweige, die den Ruf Wuppertals als Wirtschaftszentrum des Bergischen Landes begründeten. Barmen, bekannt durch seine berühmten 'Barrner Artikel', wie Bänder, Litzen und Spitzen, und Elberfeld als Handelsplatz für Textilwaren, gehörten im 19. Jahrhundert zu den bedeutendsten Industriestädten Deutschlands. Als die Industrie im benachbarten Ruhrgebiet noch in den Kinderschuhen steckte, wurde das Wuppertal schon von hohen Schornsteinen und ausgedehnten Produktionsstätten beherrscht. Im Jahre 1850 zählten Barmen und Elberfeld über 100 000 Einwohner. Annähernd soviel wie München und Breslau, mehr als Düsseldorf, Köln, Essen, Dortmund und Dresden.

Es waren alteingesessene Bürger und Zuwanderer aus dem Oberbergischen Land und aus Waldeck, die beide Wupperstädte durch ihre Hände Arbeit zu dem jetzigen Rang

brachten. Daran schlossen sich würdig an Cronenberg, im Süden auf der Höhe liegend mit einer stark spezialisierten Werkzeugindustrie, Ronsdorf, die Stadt der Bandweber und Bandwirker, sowie der Verkehrsknotenpunkt Vohwinkel im Westen der Stadt und das dörfliche Beyenburg im Osten rund um die spatgotische Klosterkirche.

Bevölkerungswachstum und wirtschaftlicher Aufschwung im 19. Jahrhundert hatten natürlich auch ihre Schattenseiten. In den Mietskasernen und überfüllten Wohnquartieren herrschte bitterste Armut, breiteten sich Krankheiten aus und grassierte die Trunksucht. Doch das Massenelend wurde nicht stillschweigend hingenommen. Verantwortungsbewußte Bürger, die die Würde des Menschen bedroht sahen, Christen, die sich von dem Gebot der Nächstenliebe leiten ließen, und Sozialisten, denen das Ideal einer klassenlosen Gesellschaft vorschwebte, machten sich zum Sprecher der Erniedrigten. Nicht zufällig wurde Friedrich Engels im Wuppertal geboren, ein wohlhabender Fabrikantensproß, der die innere Pflicht verspürte, sich auf die 'andere Seite ', die Seite des notleidenden Proletariats zu schlagen. Geschichte machte auch ein weitbliekender Klein-Unternehmer namens Friedrich Bayer, der in Barmen den Grundstein für den heutigen Chemiegiganten Bayer legte, In Elberfeld schließlich war Mitte des vorigen Jahrhunderts der Kaplan Adolph Kolping geistiger Mittelpunkt des von dem Lehrer Joharm Gregor Breuer gegründeten ersten Gesellenvereins der weltumspannenden Kolpingfamilie. Hier standen das Geburtshaus des Malers Hans von Marées und die Wiege des Heimatdichters Emil Rittershaus. Im Wuppertal wirkten der Naturwissenschaftler und Entdecker des Neandertalers, Joharm Carl Fuhlrott, und der weitbliekende Pädagoge Friedrich Wilhelm Dörpfeld.

Sie alle haben noch erlebt, wie anno dazumal der Fotograf das solide Gestell mit der schweren Plattenkamera ins bescheidene Studio trug und mit seinem Kopf unter einem geheimnisvollen schwarzen Tuch verschwand. Die vergilbten und verstaubten Bilder von damals sind heute 'in'. Sie werden von geschäftstüchtigen Händlern auf Flohmärkten und nostalgischen Basaren offeriert - gegen Höchstgebote, versteht sich. Liebhaber fotografischer Kostbarkeiten und Sammler alter Stadtansichten greifen tief in ihre Brieftaschen, um historische Fotos und Postkarten zu erwerben.

Für die alten 'Wopperströmer' sind diese Stadtansichten in der Erinnerung lebendig geblieben. Den Angehörigen der jüngeren Generationen, die 'met Wopperwater gedöpt' (mit Wupperwasser getauft) wurden oder ihre Zelte in dem langgestreekten Tal aufgeschlagen haben, ermöglichen die in diesem Band wiedergegebenen Bilder einen Bliek in die wechselvolle Vergangenheit der Stadt,

Der Autor hat sich bemüht, möglichst aussagestarke Fotos aus dem Zeitraum von den aufstrebenden achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts bis in die dreißiger Jahre aneinanderzureihen. So kann sich der Betrachter durchaus in die Atmosphäre jener an Ereignissen und Erlebnissen relehen Jahre im Leben des Wuppertals einfühlen,

Für die bereitwillige Überlassung von seltenen Aufnahmen aus ihren Familienalben schulden Autor und Verlag einer Reihe von Wuppertaler Bürgern ein Wort des Dankes. Ebenso zu Dank verpflichtet sind die städtischen Archiven, die freundlicherweise wertvolle Stücke aus ihren Beständen zur Verfügung stellten.

1. Das Wappen der Stadt Wuppertal zeigt in Rot auf silbernem Grund den doppelgeschweiften und blaugekrönten bergisohen Löwen, Er steht auf zwei goldenen Garnsträngen, die an die früh entwickelte Garnbleicherei im Tal der Wupper erinnern. In seinen Vorderpranken hält der Löwe den schwarzen Rost des heiligen Laurentius, des früheren Stadtheiligen von Elberfeld. Bereits vor ihrer Vereinigung am 1. August 1929 hatten die beiden Städte Barmen und Elberfeld den Bergisohen Löwen in ihren Wappen geführt. Ihm wurden nach dem Zusammenschluß der Laurentius-Rost aus dem EIberfelder und die Garnstränge aus dem Barmer Wappen als Attribute beigegeben.

2. Dr. Paul Hartmann war der erste Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal. Am 2T. Dezember 1929 vom Stadtparlament gewählt, übte der gebürtige Hückeswagener dieses Amt nur knapp ein Jahr aus. Von 1912 bis 1929 hatte sich Hartmann als Oberbürgermeister von Barmen große Verdienste um die Stadt erworben. In seiner Amtszeit wurde der Bau des Barmer Rathauses vollendet, konnten Langerfeld und Nächstebreek eingemeindet werden, entstand auf Liehtseheid das Bergisehe Stadion, und erhielt Barmen ein leistungsfähiges Fernheizwerk. Hartmann, dessen Bruder Dr. Walther Hartmann von 1914 bis 1937 die Geschicke der Nachbarstadt Remscheid lenkte, starb am 18. November 1942 im Alter von 73 Jahren in Köln,

3. Das Barmer Rathaus, seit 1929 Sitz von Rat und Verwaltung der Stadt Wuppertal, wurde in den Jahren 1913 bis 1923 fertiggestellt. Der hufeisenförmige Gebäudekomplex rnit dem monumentalen Mittelbau und dem großflächigen Vorplatz war von dem Darrnstädter Architekten Prof. Carl Roth entworfen worden. Nach dem Plan des renommierten Baumeisters sollte allerdings unmittelbar hinter dem Hauptbau mit seiner prachtvollen Säulenfront ein Hochhaus mit 18 Stockwerken entstehen, Doch die Stadt Barmen verzichtete auf den Bau des 110 Meter hohen Verwaltungsturms. Bereits am 23. Mai 1908 hatten Kronprinz Wilhelm und Kronprinzessin Cecilie den Grundstein zum Bau des Rathauses gelegt.

4. Die Barrner City aus der Vogelperspektive - Ende der zwanziger Jahre. Im Vordergrund der gewältige Rathauskomplex; dahinter die evangelisch-lutherische Friedenskirche in der Großen Flurstraße und die ausgedehnten Industrieanlagen der 1883 gegründeten Firma Vorwerk und Co. am Mühlenweg. Die Friedenskirche - so genannt, weil ihre Glocken am Vorabend des Friedensfestes, am 17. Juni 1871, erstmals läuteten - fiel1943 dem Bombenkrieg zum Opfer.

5. Die Neumarktstraße, eine der Hauptgeschäftsstraßen, mit dem Turm des Elberfelder Rathauses. Von dem 73 Meter hohen Turm sieht man Elberfeld mitten ins Herz. Das nach einem Entwurf des Architekten G. Reinhard, Berlin-Charlottenburg, von 1895 bis 1900 im neugotischen Stil erbaute Rathaus ist auch heute noch ein markantes Wahrzeichen von Elberfeld. Es war ein großer Tag in der Stadtgeschichte, als Kaiser Wilhelm Il. den imposanten Bau am 24. Oktober 1900 einweihte. Die einzelnen Ämter und Sitzungszimmer verteilten sich auf das Erdgeschoß und drei Obergeschosse, während im Untergeschoß ein Restaurant, der 'Ratskeller', eingerichtet wurde.

6. Im Jahre 1929 wurde die Selbständigkeit Ronsdorfs zugunsten der neuen Großstadt Wuppertal aufgehoben. Durch den gegen den Willen der Bürgerschaft vollzogenen Gesetzesakt verlor nicht nur die Gartenstadt, sondern auch das alte Rathaus am Markt seine Bedeutung. Am 1. Mai 1842 war das Rathaus mit seinen charakteristischen Rundbogenfenstern, dem stattlichen Eingangsportal und einem zierlichen Balkon feierlich eingeweiht worden. Es übernahm die Funktion des früheren Amtshauses, das 1759 - 14 Jahre nach der Verleihung der Stadtrechte an Ronsdorf - fertiggestellt worden war.

7. Der Turm des Rathauses (rechts im Bild) prägte früher neben dem malerischen Zwiebelturm der reformierten Kirche die Stadtsilhouette von Cronenberg. In den Jahren 1899 und 1900 im neugotischen Stil erbaut, war das gewaltige Gebäude bis 1929 Sitz der Verwaltung des traditionsreichen Ortes auf den Südhöhen. Die Ruine des 1943 bei einem Luftangriff zerstörten Rathauses wurde erst 1953 abgetragen, um einen Neubau Platz zu machen. Der Name des Ortes, dem zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Stadtrechte verliehen worden waren, taucht um 1040 zuerst als 'Cronberga' in einer Urkunde der Abtei Werden auf.

8. Bliek vom Rathausturm auf Vohwinkel. Rechts im Bild der Turm der 1906 fertiggestellten katholischen Kirche St. Mariä Empfängnis. Das Rathaus wurde 1897{98 errichtet und hat die Stürme der Zeit und zwei Weltkriege überstanden. Der Bau an der Rubensstraße beherbergte die Gerneindeverwaltung einschließlich Sparkasse und hatte im Keller das Polizeigefängnis. Vohwinkel wurde als 'Vowynkele' (Fuchswinkel) erstmals 1312 erwähnt und gewann Ende des vorigen Jahrhunderts große Bedeutung, als sich der Ort zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt für Schiene und Straße entwickelte. Von 1877 bis zur Eingemeindung nach Wuppertal im Jahre 1929 war Vohwinkel Verwaltungssitz des Kreises Düsseldorf-Mettmann.

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