Wuppertal in alten Ansichten Band 2

Wuppertal in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Kurt Schnöring
Gemeente
:   Wuppertal
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5479-6
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Wuppertal in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Daß die Silhouette einer Großstadt nicht von Hochhäusern, sondern vielmehr von Türmen geprägt wird, ist hierzulande wahrlich eine Seltenheit. Wuppertal kann für sich in Anspruch nehmen, keinesfalls nur der Standort der in der Welt einzigartigen Schwebebahn, gleichwohl auch die Stadt der Türme zu sein. Es sind freilich keine AIlerweltstürme, die das Stadtbild bestimmen. Aus dem Häusermeer ragen die Türme ehrwürdiger Gotteshäuser hervor - fein säuberlich nach Konfessionen getrennt, versteht sich. Hinzu kommen höchst profane Bauwerke, die sich auf den bewaldeten Höhen erheben: Wassertürme mit futuristisch anmutender Architektur und romantische Aussichtstürme, von denen leider nur zwei öffentlich zugänglich sind. Doch wer sich der Mühe unterzieht, den ToelIeturm oberhalb der Barmer Anlagen oder den Bismarckturm auf der Hardt zu besteigen, der wird für den beschwerlichen Aufstieg reichlich belohnt. Buchstäblich ganz Wuppertal liegt ihm zu Füßen. Genauer gesagt, die Stadtteile Barmen und Elberfeld sowie die allgegenwärtige Schwebebahn, deren bizarres Stahl-

gerüst sich wie ein eiserner Tausendfüßler durch das enge Tal schlängelt.

Auch die 'von oben' erkermbaren öffentlichen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert setzen nach wie vor deutliche architektonische Akzente in die nicht gerade pittoreske Stadtlandschaft. Der klassisch nachempfundene Bau des Landgerichts mit den herrlichen Arkaden, die benachbarten HaspelHäuser, das inzwischen zum Hauptbahnhof aufgestiegene Empfangsgebäude der Eisenbahn am Döppersberg, sowie das frühere Rathaus und jetzige Von der Heydt-Museum erweisen sich darüber hinaus durch ihre Zweckmäßigkeit und Schlichtheit bis heute als funktionsgerecht.

Die Natur hat die Stadt in ein enges Tal hineingezwängt, mit Hügeln zugleich verschönt und verstellt. Über zweihundert Meter Höhenunterschied innerhalb Wuppertals steigern den landschaftlichen Reiz, behindern aber auch den Wohnungsbau und die Ansiedlung neuer Industriebetriebe. Ein Besucher verglich Wuppertal treffend mit dem Modell eines Schiffes, das ein pfiffiger Seemann in einen Flaschenhals bastelte.

Für den flüchtigen Besucher, der mit der Eisenbahn aus Richtung Düsseldorf oder Hagen kommend das Tal durchquert, und für den Autofahrer, der von der A 1 oder A 46 sanft in die Stadt hineingleitet, zeigt sich Wuppertal von seiner besten Seite - als langgestreckte Großstadt im Grünen. Die erfolgsorientierten Postkartenverlage im Tal haben insbesondere vor und nach dem Ersten Weltkrieg die kleinen Druck- und Kunstwerke in einem Umfang herausgegeben, wie man sich das heute nicht mehr vorzustellen vermag. Kein Wunder, daß vor allem von der Schwebebahn in schneller Folge immer neue Karten produziert wurden, von denen nicht wenige heute in die Kategorie des Kitsches eingereiht werden. Ob zu Recht oder zu Unrecht, mögen die Leser und Betrachter dieses Albums entscheiden.

Die Schwebebahn, in der Tat das beliebteste Kartenrnotiv, war für die Menschen im Tal beileibe keine Liebe auf der ersten Bliek. Aufgebrachte Bürger schrieen Zeter und Mordio, als die 1929 zur neuen Großstadt Wuppertal zusarnmengeschlossenen Nachbargemeinden Barmen, Elber-

feld und Vohwinkel um die Jahrhundertwende 'grünes Licht' für den pionierhaften Bahnbau gaben.

Der vcrliegende zweite Band von 'Wuppertal in alten Ansichten' präsentiert einen bunten Reigen historischer Fotos und nostalgischer Postkarten von der bewegenden Zeit um die Jahrhundertwende bis zum verheerenden Zweiten Weltkrieg, der die Stadt in Schutt und Asche legte.

Das vielfach kaum mehr greifbare Bildmaterial hat der Autor in jahrelanger Sammlertätigkeit zusammengetragen. Den größten Teil der Postkarten entdeckte er auf Floh- und Trödelmärkten. Aber die Herausgabe dieses Albums wäre ohne die Mitwirkung von Wuppertaler Bürgern nicht möglich gewesen, die bereitwillig ihre privaten Archive öffneten.

Für die freundliche Überlassung von seltenen Aufnahmen und Ansichtskarten danken Autor und Verlag allen privaten Leihgebern und den städtischen Sammlungen, die ebenfalls wertvolle Stücke aus ihren Beständen zur Verfügung steilten.

1. Der hohe romanische Turm der reformierten Kirche überragt das oberhalb der Düssel gelegene Dorf Schöller. Das kleine Gotteshaus mit dem aus dem 12. Jahrhundert stammenden Kirchturm wurde mehrmals umgebaut und sorgfältig restauriert. Zu den Sehenswürdigkeiten im Innem gehört das im 13. Jahrhundert entstandene Taufbecken aus Sandstein. Der Kirchplatz mit zum Teil verwitterten Grabsteinen ist umgeben von einer wehrhaften Bruchsteinmauer. Da die Gemeinde mit Unterstützung Rütgers von Schöller, des Herrn der Herrschaft von SchölIer, bereits um 1530 die Reformation einführte, ist der Ort die älteste evangelische Gemeinde des Bergischen Landes.

Uohwfnkel.

Total.

2. Vohwinkel um 1907 - von Süden aus gesehen. Die Silhouette der etwa 9 000 Einwohner zählenden Landgemeinde wird schon von den Türmen des Rathauses sowie der katholischen und der evangelischen Kirche beherrscht. Vohwinkel erlangte erst ab 1841 nach dem Anschluß an die Eisenbahnlinie Düsseldorf-Elberfeld eine größere Bedeutung. Der Name 'Vouinkel' taucht zum erstenmal im Jahre 1312, zur Regierungszeit des Grafen Adolf VI. von Berg, auf. Die frühere Deutung des Namens mit 'Fuchswinkel' ist umstritten. Vohwinkel ist wahrscheinlich mit 'vor dem Winkel' zu deuten, d.h. der ursprüngliche Hof lag in einem Winkel am Rande des damals unbebauten Geländes.

VOHWINKEL

3. In Vohwinkel, das erst 1888 selbständige Landbürgermeisterei wurde, waren die Büroräume des Bürgermeisters zuerst in einem Wohnhaus an der Kaiserstraße in vier bescheiden möblierten Zimmern untergebracht. Für den Bau eines repräsentativen Rathauses erwarb die Gemeinde schließlich an der damaligen Kirchstraße, der heutigen Rubensstraße, ein Grundstück. 1897 war der Rohbau vollendet, zwei Jahre danach fand in dem fertiggestellten Gebäude die erste Sitzung des Gemeinderates statt. Der seit 1888 amtierende Bürgermeister Heinrich Bammel ließ sich im obersten Stockwerk eine Dienstwohnung einrichten. Heute steht das alte Rathaus unter Denkmalschutz.

4. Stolz präsentieren sich junge und alte Vohwinkeler anno 1904 auf dem Kaiserplatz im 'Sonntagsstaat' dem Fotografen - unter dem Vierwagenzug der Schwebebahn, Baureihe 1903. Von Anfang an war die Schwebebahn das wichtigste Nahverkehrsmittel der Vohwinkeler, mit der bequemsten Verbindung in Richtung Sonnborn, Elberfeld, Barmen und Oberbarmen (damals Rittershausen). Als diese Aufnahme entstand, ahnte noch niemand, daß wenige Tage später ein Streik die Schwebebahn vorübergehend lahmlegen sollte. 'Vehikel aller Art', notierte ein Chronist, mußten deshalb 'einen Teil der Personenbeförderung zwischen Vohwinkel und Sonnborn übernehmen.'

5. Mit der Ruhe und Beschaulichkeit in Vohwinkelwar es vorbei, als der Kaiserplatz ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt wurde. Im Herzen der aufstrebenden Stadt trafen sich mehrere Linien der 'Elektrischen', wie die Straßenbahn genannt wurde, und die Schwebebahn. Rechts, aus der Bahnstraße kommend, ein Wagen der Kreis-Mettmanner-Bahnen. 1908 hatte die Bahngesellschaft die Strecke Mettrnann-Dornap-Vohwinkel in Betrieb genommen. In der Mitte ein Triebwagen der Bergischen Kleinbahnen AG, links die Straßenbahn der Solinger Kreisbahn, heute Stadtwerke Solingen, An die Zeit der Straßenbahn erinnert heute der Wagenpark der Bergischen Museumsbahnen.

6. Mit der Montage der Gerüstes der 3,2 Kilometer langen 'Landstrecke' der Schwebebahn von Sonnborn nach Vohwinkel war 1900 begonnen worden. Zu Beginn des Jahres 1903 kam es in diesem Streckenabschnitt zu einem Unfall. Damals lenkte ein Fuhrmann auf dieser Straße unter der Schwebebahn ein mit Heu und Stroh beladenes Pferdefuhrwerk. Der hoch oben auf dem 'Bock' sitzende Bauer wurde von der herannahenden Schwebebahn erfaßt und stürzte auf das Straßenpflaster. Dabei erlitt der zu Tode erschrockene Mann lediglich leichte Verletzungen. Nach wie vor gilt die Schwebebahn aber als das sicherste Verkehrsmittel der WeIt. Bisher hat sich noch kein tödlicher Unfall ereignet.

7. Vohwinkel ist wie das ganze Wuppertal eine Hochburg des Protestantismus. Schon um 1585 ging der Ort zum reformierten Bekenntnis über. Damals kämpfte der Sonnborner Pastor Casper Lenneslad für die reformierte Lehre. Im Jahre 1925 gehörten von den 16000 Einwohnern über 10 000 den evangelische Kirchengemeinden an. Kein Wunder, daß die evangelischen weibliche Jugend im Rheinland sich in Vohwinkel buchstäblich zuhause fühlte. So wurde das Bundesheim der gläubigen Mädchen 'Froh-winkel' genannt - ganz im Geist der in diesem Haus verkündeten frohen Botschaft. Die Postkarte ist eine Aufnahme von Otto Hüser, dem wir viele Vohwinkeler Motive verdanken.

~,2ft: oh- minhel a

~lln5csheim &. en. meibl, ~llsen6 i. ~2:B:f.db:

"

Srhwebebahn J:?armen- EJhedeld-SDnnhDrn- VDhwin.ke.L

8. Als die Schwebebahn 1901 ihren Betrieb aufnahm, war die Sonnborner Straße noch eine staubige Landstraße, die erst in späteren Jahren gepflastert wurde. Die Schwebebahn war auch für die Sonnborner keine Liebe auf den ersten Bliek. Als 1895 die ersten Pläne für den Bau der Bahn bekannt wurden, protestierten dreihundert Bürger in einern Schreiben an die EIberfelder Stadtverordneten-Versammlung gegen die 'elektrischen Kästchen' hoch über Sonnborn. Der Protest verhallte ungehört: Fünf Jahre danach begarmen die Ausschachtungsarbeiten in der damaligen Hauptstraße für die Montage der Stützpfeiler des neuen Verkehrsmittels.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek