Überherrn in alten Ansichten Band 2

Überherrn in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Walter Oehling
Gemeente
:   Überherrn
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6711-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Überherrn in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Die Gemeinde Überherrn in der heutigen Ausdehnung gibt es erst seit der saarländischen Gebietsreform vom 1. [anuar 1974. Damals hatten sich die bis dahin selbständigen Orte AltforweiIer, Berus, Bisten, Felsberg und Überherrn zur neuen Großgemeinde Überherrn zusammengeschlossen. Zuvor war 1963 auf dem Bann von Alt-Ûberherrn die Wohnstadt entstanden, die sich 1979 vom Ortsteil Überherrn loslöste und fortan einen eigenen, den 6. Ortsteil von Überherrn bildete.

Das Gemeindegebiet ist nahezu identisch mit dem ehemaligen Amtsbezirk Bisten, der in dieser Ausdehnung über ISO [ahre bestand. 1936 schied Felsberg aus der Bürgermeisterei Ittersdorf aus und wurde demAmtsbezirk Bisten (der sich bis dahin Berus nannte) angegliedert. Dafür wechselte Neuforweiler 1970 zur Stadt Saarlouis.

Bei der preußischen Verwaltungsneugliederung 1 8 1 6 gehörten zum Kanton Saarlouis u.a. die Bürgermeistereien Berus (mitAltforweiler und Neuforweiler) und Überherrn (mit Bisten, Merten und Bibling; die beiden letztgenannten Orte schieden jedoch 1829 aus dem deutschen Staatsverband aus). 1859 schlossen sich die beiden zur Bürgermeisterei Berus zusammen.

Alle Ortsteile der Gemeinde, mitAusnahme von Überherrn, gehörten seit ihrer Ersterwähnung als 'Herrschaft Berus' zum Herzogtum Lothringen, das südlich der Bist gelegene Überherrn dagegen zur Grafschaft Nassau-Saarbrücken. Nach dem Tod von Stanislas Leszczynski 1766 gelangten der lothringische Teil durch Erbfolge und der nassauischeTeil mittelsTauschvertrag an die französische Krone. König Ludwig Xv. von Frankreich, der Schwiegersohn des letzten Herzogs von Lothringen, schenkte

die ehemals nassauischen Gebiete um Überherrn seinem Leibarzt François Marie Claude Richard und erhob sie 1767 zur Baronie Überherrn.

Besonders eng verknüpft war die religiöse Struktur aller heutigen Gemeindeteile. Sie alle gehörten seit Beginn des 13. [ahrhunderts zur Mutterkirche in Eschweiler, der späteren Pfarrei Berus. Einen ersten Einschnitt bedeutete die Reformation für den nassauischen Teil. Doch die Überherrner ließen sich kaum bekehren. Die Loslösung von der Mutterpfarrei erfolgte für Felsberg 1756, für Bisten und Neuforweiler 1765 (alle drei blieben anfangs noch Vikarien von Berus), fûr Überherrn 1924 undAltforweiler erst 1925.

Namensgebend für die Großgemeinde war der Ortsteil Überherrn, obwohl die Bürgermeisterei bzw. der Amtsbezirk von 1859-1973 nach Berus bzw. Bisten benannt waren. Abgesehen von der Wohnstadt ist Überherrn der jüngste Ortsteil, da er erst 1293 erstmals erwähnt wurde. Die übrigen vier' alten Ortc' sind allesamt schon früher urkundlich belegt: Eschweiler und Altforweiler 1 121, Bisten 1 197 und Berus (das früher Stadtrechte besaß) 1248. Selbst das erst 1704 neu gegründete Felsberg besaß in Dilsdorf (1 121 genannt, um 1622 zerstört) einen bedeutend' alteren Vorgänger'. Abgesehen vom Datum der Ersterwähnung deuten Ortsname und Patrozinium darauf hin, dass Überherrn der jüngste der 'fünf alten Orte' ist.

Bis in die Neuzeit war in allen Ortsteilen die Landwirtschaft Lebensgrundlage ihrer Bewohner. Sie prägte das Leben der Menschen und das Gesicht der Dörfer. Das änderte sich, als Mitte des vorigen [ahrhunderts die Industrialisierung unsererHeimat be-

gann und im Saarrevier wie im benachbarten Lothringen die Kohlenschächte abgeteuft wurden und die Schlote in den Himmel ragten. Hier fanden viele Bewohner der heutigen Gemeinde Überherrn Arbeit und Verdienst. Die Entwicklung vom Bauerndorf zur Wohngemeinde begann. Sie hat sich besonders nach dem letzten Krieg fortgesetzt, da viele zuvor Selbständige, auch viele Landwirte im Nebenberuf ('Bergmannsbauern') aufgaben und die Arbeit in den Gruben und auf den Hütten vorzogen. Die alten lothringischen Bauernhäuser verschwanden mehr und mehr. Das Gesicht der Dörfer wandelte sich, nicht immer zum Vorteil. Später fanden die in der Landwirtschaft, im Bergbau und in der Stahlindustrie Beschäftigten auch Zugang in andere Industriezweige. Zu nennen ist das Ford-Werk Saarlouis und das Dienstleistungsgewerbe. In fast allen Fällen blieb man jedoch in der Heimatgemeinde wohnhaft.

Infolge der Industrialisierung, auch der verkehrspolitisch günstigen Lage an der Bahnlinie V ölklingen - Thionville und der Nähe zur lothringischen Grube Creutzwald, hat sich die Bevölkerungszahl vonAlt-Überherrn in den letzten zweihundertjahren mehr als verzehnfacht; die übrigen Ortsteile nahmen nur um das Drei- bis Fünffache zu.

Das gesamte Gemeindegebiet ist verkehrsmäßig recht gut erschlossen. Vor allem durch die frühere Straßenbahn 'Linie 9' waren von 1925 bis 1961 alle Ortsteile der Gemeinde unmittelbar miteinander verbunden.

Acht [ahre sind mittlerweile vergangen, seit der Bildband 'Überherrn' erschien. Da dieser bald vergriffen war und die Nachfrage nach einem ähnlichen Buch recht groß ist, habe ich in den letzten Monaten einen Folgeband ähnlichen Inhalts zusammengestellt.

An dieser Stelle möchte ich allen, die mich durch 'Wort und Bild' unterstützt haben, recht herzlich danken, vor allem den Fa-

milien Adelheid und Klaus Ehl aus Altforweiler, Christina und Nikolaus Haas aus Berus, Magdalena und Alfons Reiner aus Bisten, Frau Renate Reuter aus Überherrn, den Herren Werner Schug und Jürgen Bedersdorfer, beide aus Altforweiler, Toni Homburger und RudolfZenner, beide aus Felsberg, sowie Hans Peter Klauck aus Saarlouis-Steinrausch. Ohne ihre selbstlose Hilfe und das Bereitstellen fotografischer Kostbarkeiten wäre der Folgeband nicht möglich gewesen. Darüber hinaus bin ich all jenen verbunden, die mir Bilder leihweise zurVerfügung gestellt und mich mit Rat und Tat unterstützt haben. Ein besonderes Dankeschön Herrn Bürgermeister Thomas Burg und seinen Angestellten, die mir bereitwillig das umfangreiche Fotomaterial des Gemeindearchivs zurVerfügung stellten. Dank auch Herrn Manfred Neutzling aus Überherrn, der mir bei der textlichen Bearbeitung durch Anregungen und Ergänzungen eine große Hilfe war.

Altforweiler, irn Iuli 2002 Walter Oehling

1. Fast vier Jahrzehnte lang durchzog die Straßenbahnlinie 9 das Gebiet der heutigen Gemeinde Überherrn. Mitunter durchkreuzte sie das Straßennetz.Auf dem Foto überquert sie die damalige Hauptstraße van Altforweiler im Bereich der 'Gewann': Links sieht man die vier Häuser am Ortseingang van Altforweiler, die in den Iahren 1925-1935 errichtet wurden. Neben der Straßenbahnlinie wurden ab 1951 am 'Gewannenweg' (später Bahnstraße, heute Raiffeisenstraße) die ersten Häuser neben der Bahnlinie gebaut. Nach der Stilllegung der Straßenbahnlinie nutzte man die Bahntrasse für eine neue Straßenverbindung nach Felsberg (links), beziehungsweise nach Berus-Sand (rechts). Hier entstand schon bald das Neubaugebiet 'Dreieck Ringstraße', deren Mittelpunkt das neue Altforweiler Geschäftszentrum 'Auf der Spees' werden sollte.

2. Heute verfügtAltforweiler nur noch über ein einziges Gasthaus, den 'Reichshof" an der Grenze zu Berus-Sand. In früheren [ahren war dies anders. Wirtshäuser gab es zahlreich, nicht nur in Altforweiler. Eines der letzten war das Gasthaus Rupp (im Dorf nur 'Schaaks' , nach Jakob Rupp, dem früheren Besitzer, genannt), das über einen stattlichen Saal verfügte, in dem noch in den achtzigerjahren viele Konzerte, Theateraufführungen, schulische Veranstaltungen und sogar Gottesdienste startfanden. Auf dem Foto oben haben sich Schulkinder vor dem Gasthaus Rupp-Stein in Positur gestellt.

Das Foto unten zeigt eine Derfansicht aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, vom 'Birk' aus gesehen. Im Hintergrund erkennt man den Dachreiter der ehemaligen St-Matthias-Kapelle. Ein Großteil der Häuser im Vordergrund links ist dem 'Wiederaufbau' 1940 zum Opfer gefallen.

3. Oberhalb des ehemaligen Gasthauses Rupp befinden sich zwei weitere Häuser, 'Kéiffersch Haus' und 'Muths Haus'. Diese zählten zu den größten im Dorf und waren im Besitz reicher Bauernfamilien. Die drei Gebäude werden im Volksmund nach der einst begüterten Familie Kaas-Caspar nur 'Kaasen Herrlichkett' genannt. 'Kéiffersch Haus' (links) gehörte um die Iahrhundertwende Peter Lorson, der in die Familie Kaas eingeheiratet hatte. Der Urgroßvater seiner Frau, Nikolaus Caspar, hatte in der Französischen Revolution den Aufstieg vom 'Kûfer' zum Gutsbesitzer und Amtsbürgermeister geschafft. Das Haus daneben, 'Muths Haus', war um 1800Wohnsitz von Nikolaus Caspar. Bis 1874 war hier der Sitz der Bürgermeisterei Berus. Später kam dieses Gebäude an den Rechtsanwalt und Geheimrat Dr. [oharm Peter Muth aus Saarbrücken-St. [ohann. Bevor das Dorf 1923 ein Pfarrhaus erhielt, wohnte hier der neue Seelsorger Strupp drei [ahre lang zur Miete. Im Vordergrund des Bildes sieht man Mitglieder und Ehrendamen des Musikvereins Altforweiler.

4. Zu den Nachfahren von Nikolaus Caspar gehörte auch die Familie Müller. Ihr Stammvater, Philipp Müller, war von 1823 bis 1849 Bürgermeister der Bürgermeistereien Lisdorf und Berus. Sein Enkel Wilhelm -nach ihm heißt die Familie in Altforweiler nur 'w éllerns' - eröffnete vor 1900 an der Kreuzung im 'Unterdorf" (Saarlouiser /Fels berger Straße) eine Gastwirtschaft nebst Bäckerei. Viele Ereignisse und gesellschaftliche Anlässe wurden hier gebührend gefeiert, so auch der Fackelzug anlässlich der "Iausend-Iahr-Peier der Zugehörigkeit der Rheinlande zum Deutschen Reich' im [ahre 192 5. MitAnbruch der Dunkelheit hatte sich der Fackelzug in der Felsberger Straße aufgestellt. Danach bewegte er sich durch die Judengasse, Neustraße (Kirchhofstraße ), Ziegelhütte, Drei Steinerne Hütten, Provinzialstraße, Gewannstraße und Dorfstraße bis zum Birk. Im Gasthaus Müller fand die Feier mit einer ' gewaltigen Kundgebung für das Deutschtum' seinen Abschluss.

5. Zwei Häuser neben der Gastwirtschaft von Wilhelm Müller befand sich die Bäckerei von Franz Haas. Das obere Bild zeigt ihn mit weißer Schürze in derTür stehend inmitten seiner Familie um die [ahrhundertwende.

Der Stall (links), der an die ehemalige Mädchenschule angebaut war, wurde um 1935 abgerissen. Dadurch konnte man die Bäckerei um einige Meter vergrößern. Als 1936 die 1910 erbaute 'neue Schule auf der Gewann' erweitert wurde, hatte die Mädchenschule ausgedient. 1958 wurde dieses Gebäude an die Familie Haas verkauft und niedergelegt. Sie machte einem Neubau Platz, in dem sich bis vor wenigen Iahren ein lebensmittelgeschäft befand.

Das Foto unten zeigt die Hauptstraße von AltforweiIer, vom Oberdorf aus gesehen, mit der St.-MatthiasKapelle.

6. Im [ahre 1889 hatte die Gemeinde Altforweiler in der Judengasse von der Witwe Dillinger-Kissel das Haus Nr. 13 (heute Felsberger Straße 47) erworben und dort einen Schulsaal neben 'Lehrerindienstwohnung' errichtet. 'Der Schulgarten war zu 1/3 Lehreringarten, 1/3 Mädchenspielplatz (Mädchenschulhof) und zu 1/3 Knabenspielplatz' (Knabenschulhof), weil die Knabenschule schräg gegenüber nur über einen winzigen Hofverfügte. Das Foto zeigt die Mädchenoberklasse (Jahrgänge 1898-1903) vor dem Portal der 'neuen Schule auf der Gewann'. Aus Platzgründen war diese Klasse jedoch in der Mädchenschule in der Judengasse untergebracht. Die Lehrerin, Fräulein Katharina Simmer (von 1889 bis 1919 in Altforweiler), fehlt allerdings auf diesem Foto.

7. Obwohl Altforweiler erst in den zwanziger [ahren des vergangenen Jahrhunderts die Mutterpfarrei Berus verließ, verfügte der Ort schon seit 1838 über eine kleine Kapelle, mit deren Bau im Iahre 1835 begonnen worden war. Sie war ein einfacher Saal von 18,10 m Länge und 9,20 m Breite mit dreiseitigem Chorschluss. Aus Dankbarkeit gegenüber Johanna Stein, der Witwe des Saarlouiser Kaufmanns Matthias Leinen, die das Baugrundstück zur Verfügung gestellt hatte, wählte man den Apostel Matthias als Kirchenpatron. Aufgrund der räumlichen Enge, der Dunkelheit im Innern und anderer baulicher Mängel, auch infolge des Kirchenneubaus in der Felsberger Straße, hatte die Kapelle 1935 ihre Funktion verloren. Das Foto zeigt die Kapelle mit den Nachbarhäusern. Da der Dachreiter noch zu sehen ist, dürfte das Foto kurz vor 1940 entstanden sein.

8. Nachdem im Rahmen des sogenannten Wiederaufbaus im [ahre 1940 zahlreiche Gebäude in Altforweiler niedergelegt worden waren, stand die ehemalige St.-Matthias-Kapelle frei da, ohne dass die zuvor bis auf einen halben Meter heranreichenden Nachbarhäuser den Bliek auf die Seitenfronten des Gotteshauses verwehrten. Auf dem Foto erkennt man deutlich die drei westlichen Seitenfenster, die doch recht groß waren, in all den [ahren zuvor jedoch aufgrund der Nachbarbebauung nur wenig Licht ins Innere eindringen ließen. Am oberen Vordergiebel ist noch die Konsole zu sehen, die sich unter dem Dachreiter befand, der zu Kriegsbeginn entfernt worden war. Im Bildvordergrund sieht man die Schwestern Inge, Ilse und Helga Schmidt (von links), die damals in einem Haus schräg gegenüber der Kapelle wohnten.

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