Überherrn in alten Ansichten Band 2

Überherrn in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Walter Oehling
Gemeente
:   Überherrn
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6711-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Überherrn in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

9. Von allen Filialen der Mutterkirche zu Eschweiler, später zu Berus, löste sich Altforweiler als letzte; erst am 1. August 1925 wurde man selbständige pfarrei. Zuvor war Johannes Strupp 1920 als pfarrvikar nach Altforweiler berufen worden, um den Aufbau der Pfarrei zu leiten. Bereits 1923 wurde das neue pfarrhaus (am rechten Bildrand) bezogen und der gegenüberliegende Friedhof eingeweiht. Nach dreijähriger Bauzeit wurde 1935 das neue Gotteshaus von Weihbischof Albert Fuchs konsekriert. Hierbei handelt es sich um eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit westwerkähnlicher neuromanischer Doppelturmfassade.

Johannes Strupp war fast vier [ahrzehnte in Altforweiler tätig. Am 2. März 1958 verstarb er im Städtischen Krankenhaus in Saarlouis. Seine letzte Ruhe fand er in der von ihm erbauten pfarrkirche St. Matthias. Das Foto unten zeigt den jungen Pfarrvikar mit Kommunionkindern des Jahrgangs 1910 vor dem Haus Rochlus im Mitteldorf

10. In allen Ortsteilen der Gemeinde Überherrn lebten bis vor siebzig [ahren fast ausnahmslos Katholiken. Nur wenigeAndersgläubige - Grenzaufseher, preußische Beamte und andere konnten sich dazu entschließen, hier dauerhaft oder zeitweise ansässig zu bleiben. Nicht zu vergessen sind die wenigen [uden, die im 19. Iahrhundcrt im Oberdorf und in der Felsberger Straße (Judengasse) jahrzehntelang in friedlichem Miteinander mit der einheimischen Bevölkerung lebten. Ein besonderer Festtag war alljährlich das Fronleichnamsfest, an dem die ganze Dorfgemeinschaft teilnahm. Mit 'Maien' (Birken- oder Buchenzweigen), Fähnchen und Girlanden waren die Straßen des Prozessionszuges festlich geschmückt. Nur wenige Familien hatten die Ehre, die vier Altäre festlich herzurichten. Auf den Fotos sieht man die mit viel Aufwand, Liebe und Frömmigkeit geschmückte Hauptstraße und Altäre in der Zeit zwischen den Weltkriegen.

11. Auch in der guten alten Zeit war eine Hochzeit eine teure Angelegenheit. Kleidung, Schmuck, 'Ausstattung' und großzügige Bewirtung mussten dem vor Zeiten noch einmaligen Ereignis entsprechen. Der Bräutigam zeigte sich in Frack, Zylinder und Glacéhandschuhen. Die Braut, in langem Kleid und weißern Schleier mit grünem Myrtenkranz, hielt den Brautstrauß mit weißen Rosen in der gehäkelten und bestickten Schleife. Die Hochzeit von Heinrich Schug undAnna Rink fand am 27. November 1924 in der alten Kapelle vonAltforweiler statt. Nach damaligem Brauch sind auf dem Hochzeitsfoto nur die ledigen Hochzeitsgäste zu finden. Neben dem Brautpaar sitzen Nikolaus Kaas und Maria Rink (links), sowieAnna Schug und Friedrich Rink (rechts). Dahinter stehenAnna Bro, Oranna Schug, NN, Barbara Rink, ]osefSchug, ]ohann Rink, davor Barbara Kaas, und Peter Schwarz (von links nach rechts).

Ziegelei

?

..

12. Im [ahre 1719 hatte Claudius Gehin aus Léning bei Francaltroff am Fuß des Beruser Berges eine Ziegelei erworben. Die 'Unterst Hûtt' ging später in den Besitz der Familie Haas über. Fast 250 [ahre wurden hier Dachziegel und Ziegelsteine für Altforweiler und Umgebung hergestellt. 1962 verkaufte man das Anwesen an den Saarlouiser Kaufmann Kurt Grim. Er ließ alles niederlegenund Einfamilienhäuser errichten. Seitdem führt die Straße 'Auf der Retz mitten durch das Gelände, wo einst die Ziegelei stand, in das Neubaugebiet 'Groß Retz' im Südwesten Altforweilers. Das Foto aus der Zeit derjahrhundertwende zeigt die 'Schindkaul' ~ hier sollen früher 'Schinder' (Abdecker) verendeteTiere verscharrt haben. Zwischenzeitlich ist das gesamte Gebiet um die alte Ziegelei bebaut. Links der ehemaligen Ziegeleistraße (heute Felsberger Straße) breitet sich seit 1960 das Neubaugebiet um die Ringstraße und den Breiten Weg aus (im Vordergrund links).

13. Wohnhäuser waren in früherer Zeit meist kleiner und einfacher konzipiert, als es heute der Fall ist. Kleine Fenster und dicke Mauern aus Gausteinen sorgten jedoch für ideale Temperaturen im Sommer und Winter. Das Foto oben zeigt das Haus van Jakob Schug (vor dem Fenster) und seiner Frau Margarethe Maas (3. von links) kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Weiter sind die T öchter Margarethe und Anna (1. und 2. von links) und Katharina (am Fenster), sowie die beiden Enkelkinder Katharina und Leo Schug (vor der Haustür) zu sehen. Auf dem Foto unten ist das gleiche Haus zu sehen, als es beim sogenannten Wiederaufbau 1940 abgerissen wurde. Im Gegensatz zu dieser Bezeichnung für derartige 'Baumaßnahmeri' der damaligen Reichsregierung wurde das Haus jedoch niemals 'wieder aufgebaut'; es blieb ein 'Bürckel'sches Luftschloss'. Heute befindet sich an dieser Stelle, Ecke Saarlouiser Straße/Zum Ottersberg, ein Garten.

14. Lange [ahre war Nikolaus Zimmer 'Erster Knecht' beim Gutsbesitzer AdolfWilhelm Caspar ('Gilljohm') gewesen. Mit dem kargen Lohn, den er dort erhielt, konnte er j edoch seine zahlreiche Kinderschar mehr schlecht als recht ernähren. So zog es ihn 1877, wie so viele in Altforweiler und den Nachbarorten, nach N onancourt (westlich von Paris), wo er und seine Kinder in einer Weberei arbeiteten. Nach vier [ahrcn kehrten sie schon zurück. Nikolaus Zimmer kaufte sich von dem Ersparten ein Haus im Mitteldorfund war fortan Bauer. Sohn Iosef ging zur Wadgasser Glashütte, die übrigen Söhne 'zur Grube', nur die Tochter Elisabeth verdiente sich ab und zu 'beim Gilljohm' im Wingert ein karges Zubrot. Das Foto aus demjahre 1895 zeigtAdam Zimmer mit seinen Kindern und Schwiegersöhnen. Von links nach rechts, sitzend: Peter Horn, Margarethe Horn geb. Zimmer, Nikolaus Zimmer, Maria Gersing geb. Zimmer und Elisabeth Kissel geb. Zimmer. Stehend: Josef, Adam und Jakob Zimmer und Peter Kissel.

15. Auch die Jugend von Altforweiler packte in den dreißiger [ahren das Fußballfieber. Gespielt wurde auf dem Schulhof, aber vor allem in der 'Erzkaul' (heute Industriegebiet). Hier war ein verhältnismäßig ebener Platz, der zu Kaisers Zeiten den' 3 Oerri' aus Saarlouis als Exerzier- und Übungsplatz diente. Zwei Erzsteine, die hier in großer Anzahl zu finden waren, oder Akazienstäbe markierten die Tore beim Fußballspiel. Auch die Neuforweiler Jugend spielte dort; oft musste sie als Gegner herhalten. Lange vor der Grûndung der 'Sportv und Spielvereinigung Altforweiler' im [ahre 1955 entstand dieses Foto einer ' ersten Altforweiler Fußballmann _ schaft'. Es zeigt, von links nach rechts: die Altforweiler '[ung-Kicker' Kaspar Schug, [osef Burg, Josef Heß, Iosef Haas und [osef Gersing (hintere Reihe), Erwin Klein, Rudi Nenno und Heinrich Schug (Mitte) und Heinrich Caspar, Alois Kunzier und Iohann Ehl (vome).Von diesen elfBuben (Jahrgänge 1922-1924) kamen sieben nicht mehr aus dem Krieg zurück.

16. Eine wichtige Rolle im Leben eines Dorfes spielen die kulturellen Vereine, die Chöre, Musik- und Theatervereine. Stellvertretend für sie alle sei hier der 'Männergesangverein Concordia Altforweiler' genannt, den im Iahre 1907 einige sangesfreudige Bergleute ins Leben gerufen hatten. Unter der Leitung ihres Dirigenten, Jakob Kiefer, der ein Iahr zuvor als junger Lehrer nachAltforweiler gekommen war, wurde der Gesangverein lange [ahre zum festen Bestandteil bei vielen örtlichen Feierlichkeiten. Als das Dorf 1920 einen eigenen Seelsorger bekam und Iakob Kiefer den Kirchenchor leitete, beteiligte sich auch der Männergesangverein zunehmend bei kirchlichen Anlässen. Das Foto zeigt den MGV Altforweiler bei einem Kirchgang in den fünfziger [ahren. Den Häusern in der Hauptstraße (heute Saarlouiser Straße) sind die Schäden durch den Weltkrieg noch deutlich anzusehen.

17. In den [ahren nach dem Ersten Weltkrieg trafen sich immer wieder musikbegeisterte Männer, um in geselliger Runde zu musizieren. So kam es schon 192 0 zur Gründung des 'Ftisch auf Wanderclubs Frohsinn '. Er verband die Pflege der Volksmusik auf Zupfinstrumenten mit der Lust am Wandern in unserer Saarheimat. Zusätzlich wurden Theaterstücke aufgeführt, wobei die Musikgruppe desVereins mit ihren Mandolinen und Gitarren die musikalische Gestaltung übernahm. 1923 änderte man den Vereinsnamen in 'Theater- und Musikfreunde Altforweiler' , weil neben der Musik und dem Gesang auch das Theaterspiel gepflegt wurde. Das Foto zeigt die 'Vereinigten Theater- und MusikfreundeAltforweiler' 1925 vor dem Gasthaus Müller. Später nannte man sich 'Mandolinenclub Altforweiler'. Noch heute begeistert das 'Mandolinenorchester Frohsinn Altforweiler' alljährlich die Musikinteressierten der ganzen Gemeinde mit ihren Aufführungen zu den verschiedensten Anlässen.

18. Anton Hoffmann aus Oberesch hatte 1905 Margarethe Weirich aus Altforweiler geheiratet. Lange Zeit war er Lehrer in Fraulautern. 1920 wurde er nach Ottweiler versetzt. Gleichzeitig kaufte er sich in Altforweiler ein Anwesen 'auf der Gewann' (heute Haus Weiten). Nun musste er täglich den beschwerlichen Weg nach Ottweiler mit dem Fahrrad zurücklegen. Dieser Strapazen überdrüssig, bewarb er sich für eine frei gewordene Stelle in AltforweHer. Als der Gemeinderat aber einern anderen Kandidaten den Vorzug gab, ließ er sich kurzerhand in den vorläufigen Ruhestand versetzen. Da seine Frau mittlerweile ihr Elternhaus im Unterdorf geerbt hatte, verkaufte er das Haus 'auf der Gewann' und wurde Bauer. Für ihn war es jedoch nicht einfach, seine alten Gewohnheiten abzulegen. Als Lehrer und Respektsperson war er stets korrekt gekleidet. Dies behielt er auch später bei. So konnte man ihn des öfteren mit Schlips und Kragen auf dem Feld bei der Arbeit sehen. Dies brachte ihm bald den Namen 'Kragenbauer' ein.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Algemene voorwaarden | Algemene verkoopvoorwaarden | © 2009 - 2021 Uitgeverij Europese Bibliotheek