Überherrn in alten Ansichten Band 2

Überherrn in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Walter Oehling
Gemeente
:   Überherrn
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6711-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Überherrn in alten Ansichten Band 2'

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19. Am Fuß des Beruser Berges liegt der Ortsteil Berus-Sand. Noch vor siebzig [ahren hieß die Häusergruppe 'Drei Steinhütten' . Erstmals taucht diese Bezeichnung auf einer Karte von 1853 auf, obwohl zum damaligen Zeitpunkt in den katasteramtlichen Unterlagen lediglich ein einziges Haus an dieser Straße auf Altforweiler Bann eingezeichnet war. Hierbei handelte es sich um das Haus von [ohann Rolles, das bereits im Urhandriss von 1831 erwähnt wird. Erst als 1861 und 1865 weitere Gebäude hinzukamen, konnte man gewissermaßen von 'Drei Steinernen Häusern' sprechen. 1915 setzte sich die weitere Bebauung der Provinzialstraße fort. Die Aufnahme stammt aus demjahre 1926, als erst fünfHäuser an der heutigen Landstraße standen. Zwischenzeitlich ist auch die Lücke zwischen Landstraße und Ortsmitte Altforweiler (die 'Spees' , linke Bildhälfte ) geschlossen. Heute ist es kaum noch vorstellbar, dass 'Dreisteinhûtteri' einmal ein abgelegener Ortsteil von Altforweiler war.

20. Der Zie gIer Georg Caspar aus Altforweiler hatte 1861/62 am Fuß des Beruser Berges zwischen dem 'StaierWeg' und der Landstraße ein kleines Haus erbaut, das erste im Bereich des späteren Ortsteils Berus-Sand auf Beruser Bann. Um 1900 war Nikolaus Kaas-Caspar Besitzer dieses Häuschens. Er ließ es abreißen und errichtete das noch heute existierende weitaus geräumigere 'Wohnhaus mit Hofraum, Hausgarten, Scheune und Stall'. 1910 ging dieses Gebäude in den Besitz seines Schwagers, des ledigen Gutsbesitzers Adolf Wilhelm Caspar ('Gilljohm') über. In den dreißiger [ahren beherbergte der 'Berliner Hof' neben einer Gastwirtschaft auch eineTankstelle und ein Motorradgeschäft. 1950 erwarb der Landwirt Peter Schwarz vom Karlshofbei Berus den Gebäudekomplex (Gastwirtschaft und Stallungen), den er, in Erinnerung an den Dorfnamen seiner Familie in Ittersdorf, nunmehr in 'Schneehof" umbenannte.

21. Etwas mehr als 35 [ahre lang war die Straßenbahnlinie 9 eine beliebte Verkehrsverbindung, um sowohl in die nahe Kreisstadt Saarlouis, aber auch zur Arbeit 'auf die Grube' Creutzwald zu kommen. Auch die Beruser wussten die 'Elektrische' zu schätzen. An der 'Burgspitze' musste man zwar den steilen Fußweg nachAltforweiler hinunter in Kaufnehmen. Unten, in Berus-Sand, wartete jedoch schon die 'Linie 9' und ersparte einem den mühsamen Fußweg in die 'Stadt' oder den langen Marsch zur Grube. Als der Bergbau in den [ahren nach dem Zweiten Weltkrieg allmählich an Bedeutung verlor, Buslinien in zunehmendem Maße auch Orte 'auf dem Gau' erschlossen und man sich immer häufiger auch einen eigenen PKW leisten konnte, brauchte man die Straßenbahn nicht mehr. Das Foto, aufgenommen im Bereich Berus-Sand, zeigt die letzte Fahrt der Linie 9 am 28. Februar 1961.An derTür stehen Emil Kissel und Otto Kleemann (von links nach rechts), am linken Bildrand erkennt man Heinrich Schug.

22. Das Foto aus dem [ahrc 1939 zeigt eine markante Ansicht der alten 'Bergstadt' Berus mit ihrer strategisch günstigen Lage auf einem weit vorspringenden Bergrücken mit steilen Hängen. Deutlich hebt sich die 'Altstadt' von der abknickenden 'Steingasse' ab. Um 1800 wurden an der 'Steingasse' (später Schulstraße, heuteAn der Port) die ersten Häuser errichtet. Der Knick markiert die Lage des Grabens der Obersten Pforte. Von hier aus neigt sich das Längsgefälle nach beiden Seiten. Der Graben ist die Kehl, die 'scheider'. Unverstand mündete in dem Flurnamen 'Gehlscheid' . Am rechten Bildrand sind die ersten Häuser 'Bei der Kapelle' (heute Kaltbomweg) und dahmter ' Am [udcnborn' (Brunnenstraße ) zu erkennen. Nach links führt die 'Schenkelheck' (Ittersdorfer Straße); dahinter windet sich der 'StaierWeg' (Alte Bergstraße) in die 'Allmeter' nachAltforweiler hinunter. Im Vordergrund sieht man den noch unbebauten Weg (Orannastraße), der zur Orannakapelle (links), bzw. hoch zum Hindenburgturm (rechts) führt.

23. DieseAnsicht bot sich 1934 dem Fotografen bei seinem Bliek durch das "Iorhaus Schloss' in die 'Viddascht Gass' (heute Kirchenstraße), als die Pfarrkinder vom Kirchgang zurückkehrten. Die pferdefuhrwerke am Straßenrand künden noch von der harten Arbeit in der Landwirtschaft die Woche über. Im oberen Bereich der Straße ist links das pfarrhaus (hell) zu erkennen; von hier aus hatten bis zur Französischen Revolution Wadgasser Mönche Mutterkirche und Filialen der pfarrei Berus betreut. 1978 verstarb der letztc Beruser Pfarrer, Wilhelm Kornelius. Seitdem sind Pfarrhaus und Pfarrei Berus verwaist; Teile des Gebäudes sind seit ein paar [ahrcn als Wohnung vermietet. Den gesamten Straßenzug überragen Kirchturm und pfarrkirche St. Martin, seit zweieinhalb Jahrhunderten weithin sichtbares Wahrzeichen von Berus.

24. Nachdem die Orannakapelle viele [ahrhunderte als Pfarrkirche von Berus und seiner Filialorte gedient hatte, war die Freude der Beruser groß, endlich eine neue Kirche zu erhalten, die nicht weit entfernt, sondern mitten im Ort gelegen war. Man errichtete sie im Anschluss an den alten Chor der früheren Kapelle 'Zu Unserer Lieben Frau'. Das Chronogramm über dem Eingangsportal verrät das Datum der 'Kirchweih', den 21.9.1750, den Sonntag nach Kreuzerhöhung, für die 'Doranner Kirrnes' in den Orten Berus, Altforweiler und Felsberg ein wichtiger Termin. Das Foto oben zeigt das Gotteshaus im [ahre 1895 mit den Dachgauben und dem Krüppelwalmdach. In dem Gebäude gegenüber dem Kirchenportal, in 'Schillos Haus', war bis 1863 die Schule von Berus.

Das älteste Foto des Kircheninneren, ebenfalls von 1 895, zeigt im wesentlichen die gleiche Innenausstattung, wie man sie bis 1960 gewohnt war (die barocke Kanzel und die Seitenaltäre aus der Werkstatt der Gebrüder Guldner und der kristallene Leuchter). Allerdings erhielt die Kirche 1898 ein neues Gestühl und einen neuen Holzfußboden. Zudem wurde der Hauptaltar 1905 durch einen neugotischen ersetzt. 19 13 erfolgte schließlich einen neue Innenbemalung.

25. Etwa hundert Meter oberhalb der Kirche steht das Stammhaus der Bildhauerfamilie Guldner. Das Foto zeigt das Gebäude im [ahre 1928. In der zweiten Hälfte des 18. [ahrhunderts hatten sich vier Söhne des Zimmermannes Christoph Guldner aus Berviller - Peter, Christian, Adam und Georg - in Berus niedergelassen, um als Bildhauer Altäre und andere Schnitzereien für die zahlreichen Kirchen der Abtei Wadgassen und auch andere Gotteshäuser zu fertigen. Spätestens ab 1830 arbeiteten die Nachfahren von Adam Guldner in jenem Haus in der Nähe der Pfarrkirche, schräg gegenüber des 'Bannhauses' ('Philipps Haus'}. Im 19. [ahrhundcrt zog es Mitglieder dieser Familie in den Nachbarort Bisten, nach Forbach und Nordamerika (New York). Der letzte künstlerisch tätige Spross dieser Familie war Wilhelm Guldner, der zu Beginn dieses [ahrhunderts im Hause seiner Schwiegereltern am 'Staier Weg' als Steinbildhauer, aber auch als 'Kreizermàcher' tätig war.

26. Von 1924 bis 192 7 war Fräulein Margarethe Holzer Lehrerin in Berus. Das Foto aus dem [ahrc 192 7 zeigt sie mit Kindern der gemischten Unterklasse der Jahrgänge 1919-1921. Es wurde vor dem Eingangsportal der 'neuen Schule' aufgenommen. Die Mädchen wurden jedoch im wesentlichen in der 'alten Schule' unterrichtet, die im [ahre 1863 in der 'Steingasse' , der späteren Schulstraße, erbaut worden war. 1904 kam die 'neue Schule' am Ende der 'Steingasse' hinzu, dort wo sich 1830 noch ein Friedhofbefand und heute das 'Haus Bergfried' steht. Dieses Gebäude war aber vornehmlich den Buben vorbehalten. 1966 erhielten die Beruser 'in der Puhlath' eine weitere, weitaus geräumigere Schule. Damit hatten sowohl 'alte' als auch 'neue Schule' ausgedient. Beide Gebäude wurden um 1973/74 niederlegt. An der Stelle der ehemaligen Mädchenschule befindet sich heute der 'Iohann-Schneider-Platz', benannt nach 'Schneider Hanné'. von 1960 bis 1973 letzter Beruser Bürgermeister.

27. Als am 1. September der Zweite Weltkrieg begann, erfolgte noch am gleichen Tag die Evakuierung der Bewohner der Dörfer der 'Roten Zone' in die 'Rückführungsgebiete in Mitteldeutschland' (Thüringen und Sachsen-Anhalt). Nach der Rückkehr der Dorfbevölkerung galt es, eine Bilanz der Kriegsschäden zu erstellen. Dies nahm man zum Anlass für den sogenannten 'Wiederaufbau', in deren Rahmen zahlreiche Gebäude, auch noch intakte und nur teilbeschädigte, abgerissen wurden. Das Foto zeigt die menschenleere 'Vorderste Gasse' (Kirchenstraße) im [ahre 1941, von der 'Port' aus gesehen. Die 'Kolonialwarenhandlung' von 'Kaasen Kàtt' (Katharina Feld-Kaas), die sich früher in einem Haus im Vordergrund befand und einen Blick in die Straße versperrte, ist bereits verschwunden. Rechts daneben ist das teilweise zerstörte Haus der Familie Grutsch-Kaas zu sehen. In dem wuchtigen Gebäude links wohnte der spätere Ortsbürgermeister [ohann Schneider.

28. An der Stelle, an der sich seit alters her die Straßen von Berus, Ittersdorf, St. Oranna und Altforweiler (alte Bergstraße ) kreuzen, steht die alte Kreuzkapelle. 1913 legte man an gleicher Stelle einen Friedhof an. Der erste, der hier seine letzte Ruhe fand, sollte sein Erbauer, der Maurermeister Peter Strohm, sein. Das Gelände zu beiden Seiten des Friedhofs wurde erst ab etwa 1900 bebaut. DieAnsichtskarte zeigt diese Beruser Ortslage mit der Kapelle (oben). Hinter den Häusern des Kaltbornwegs (rechts) ist der Giebel der 'neuen Schulc' zu sehen. Im Hintergrund sind schemenhaft 'Steingasse' (An der Port) und die 'Altstadt' von Berus zu erkennen.Auf dem Foto unten links ist nochmals die 'neue Schule' abgebildet, hier von der Ortsmitte Berus aus gesehen. Das Foto unten rechts zeigt die 'Kolonialwaren-Handlung' von Matthias Comes ('Krej Matz'), die sich nur unweit der Schule in der Steingasse befand.

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