Überherrn in alten Ansichten Band 2

Überherrn in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Walter Oehling
Gemeente
:   Überherrn
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6711-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Überherrn in alten Ansichten Band 2'

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29. Als im Frühjahr 1934 fiir den neuen St.Oranna-Turm Bau-

material aus dem Röchling' - I!.~~, i3e<M.J _ Saac

sehen Kalksteinbruch hoch

nach 'Sterres' transportiert

wurde, war man stolz, seiner Heiligen hier ein Denkmal der besonderen Art zu bauen. Aber in jener Zeit vor der Saarabstimmung am 13. [anuar 1935 war der Name des Turmes nur vorgeschoben, um den politischen Gegner nicht aufzuschrecken. Nach der 'Heimkehr ins Reich' wurde er bei der Einweihung am 1. März 1935, dem Tag der Rückgliederungsfeiern im Saargebiet, kurzerhand in 'Hindenburgturm' umbenannt, in Erinnerung an den kurz zuvor verstorbenen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. 1936 durch ein Restaurant erweitert, wurde der Aussichtsturm bald ein beliebter Ausflugsort für nah und fern. Von hier aus hatte man eine ausgezeichnete Sicht auf weite Teile des Saarlandes, auch auf das lothringische Hügelland jenseits der Grenze. Doch schon am 25. September 1939 legten deutsche Pioniere Turm und Gaststätte nieder, da man befürchtete, dass die französische Artillerie den Turm im gerade begonnenen Weltkrieg als Richtpunkt benutzen würde.

30. Um 1838 hatte der ZiegIer Peter Haas aus Altforweiler die Ziegelhütte des nach Amerika ausgewanderten Nikolaus Gehem in Berus erworben. Diese befand sich am Anfang der Brunnenstraße, dort, wo heute die Wohnhäuser Flesch, Kunzler und Schmidtmann - Thieser stehen. Auf das Ehepaar Peter Haas- Margarethe Wirth gehen nicht nur zahlreiche Familien Haas in Berus zurück, sondern auch viele andere Familien (Bedersdorfer, Thieser und Delles, unter anderen), die in die Familie Haas einheirateten. Ihr Hausname ist heute noch vielfach 'Hétter' (aus der 'Ziegelhütte') . Am 17. Februar 1906 heiratete 'Hettcn Schang' (Johann Bedersdorfer) Maria Thieser aus Berus. Auf dem Foto, aufgenommen vor dem Haus der Eltern des Bräutigams in der Burgstraße 19 (heute Haus Scherer), erkennt man hinter dem Brautpaar die Eltern der Braut, 'Hétten Papp' (Michael Bedersdorfer, 6. v.l.) und 'Hétten Modda' (Barbara Haas, Tochter von Peter H. und Margarethe Wirth, in derTür, 2. von rechts).

31. Im Iahre 1904 erbaute [ohann Haas ('Hembechelchés Hens'), ein Enkel van Peter Haas aus der 'Hétt' , auf der 'Burgspitze. unterhalb des ehemaligen Schlosses ein 'Wohnhaus mit Hofraum, Hausgarten, Scheune und Stall' .Als 1925 die Straßenbahnlinie über Altforweiler nach Creutzwald eröffnet wurde und viele Bergleute den Fußweg, an seinem Haus vorbei, nach Berus-Sand hinunter benutzten, widmete er einen Teil seines Hauses in eine Gaststätte um (Foto oben). Das 'Gasthaus zur Burgspitze' brannte im Sommer 1979 nieder und wurde anschließend abgerissen. 1949 errichtete sein Sohn Hermann Haas ('Buaspitza Herrnann") am äußersten Ende der Burgspitze ein weiteres Lokal, dem er zu Recht den Namen 'Aussichtsgaststätte Burgspitze' , gab. Von hier aus hatte man eine ausgezeichnete Sicht auf weite Teile des Saarlandes. Auf dem Foto stehen Maria Haas ('Katchés Maria') und ihre Cousine Elisabeth Haas ('Grutschen Liesel') an diesem Aussichtspunkt (um 1935). Im Hintergrund sind Teile von Altforweiler (Landstraße, ehemalige Straßenbahnlinie, die 'Gewann) zu erkennen.

32. In der 'Schenkelheck' am 'Ittersdorfer Weg' (heute Ittersdorfer Straße) hatte kurz vor 1910 der Bergmann Nikolaus Demmer ('Klüsen Néckel'), ein 'Wohnhaus mit Hofraum, Hausgarten, Scheune und Stall' gebaut. Er war ein typischer Bergmannsbauer. Als Bergmann in 'Rosselri' (Petite-Rosselle) und ab 1923 als Schichttagelöhner im Röchling'schen Steinbruch in Berus ging er tagtäglich einer schweren Arbeit nach. Nach Feierabend ging es dann 'aufs Feld' in die 'Kappelath', 'auf Grethenborn' und in die 'Allmeter' , wo es galt, 'Fouder' für das Vieh zu besorgen und die Äcker zu bestellen. Bei alledem stand ihm seine Frau, 'Schillos Kathrin', hilfreich zu Seite.Auch die Kinder mussten, sobald sie zur Schule gingen, kräftig mit anpacken. Das Foto links zeigt die Familie kurz vor 1920 mitsamt der ganzen Kinderschar vor ihrem Haus (die Eltern hinten, davor - von links - die Kinder Iosef Cäcilia, Nikolaus, Oranna, Leo und den Jüngsten, Werner, auf dem Schaukelpferd). Obwohl die Eltern erst knapp über 40 [ahre alt waren, hat sie die tägliche Plackerei sichtlich altern lassen. Dass das gleiche Ehepaar fünfzehn [ahre zuvor noch deutlich jünger aussah, sieht man auf dem Hochzeitsfoto von 1905 (rechts). Vor allem beim Bräutigam, mit Schnauzbart und noch vollem Haar, in Frack und Zylinder, hat das harte Arbeitsleben deutliche Spuren hinterlassen.

33. In einer Zeit, in der jedermann über ein paar kleine Felder und zumindest eine 'Bergmannskuh' (Ziege) und Federvieh verfügte, war man größtenteils Selbstversorger. Brot wurde im eigenen Backofen gebacken, und der Garten sorgte dafür, dass man, neben dem Grundnahrungsmittel, den Kartoffeln, immer genug an Obst und Gemüse hatte. Zutaten wie Zucker und Gewürze, auch bestimmte Lebensmittel wie Fische, mussten gekauft werden. Jedes Dorf hatte mehrere Kolonialwarenhändler. Im [ahre 1900 hatte der Krämer Jakob Tholey in derVordergasse 70 einen kleinen Laden eröffnet. 1 93 1 übergab er seinen Laden an dieTochter Maria und deren Mann, Jakob Schwarz vom Karlshof ('Hoffer Jakob'). Bei 'Tholeys Jakob', wie er in der Folge genannt wurde, konnte man fortan alles für den täglichen Bedarf beziehen, sogar Medikamente. Beim kostenlosen Schwätzchen erfuhr man obendrein das Neueste aus dem Ort und der weiten Welt.

34. Anfang der dreißiger [ahrc fand in Berus eineAltenehrung statt, von der wir weder wissen, wann sie genau stattfand, noch wo sie war. Erhalten geblieben sind uns aber die alten schönen Hausnamen der Hochbetagten, die alle zwischen 1845 und 1853 geboren waren. Auf dem Foto sehen wir (von links nach rechts) Peter Haas, 'Hernbéchelches Onkel'; Peter Thieser und seine Frau Katharina Kunzler, 'Hansams': Susanne Bonnard geb. Wenner, 'Sussgód': Barbara Haas geb. Durand, 'Schneidernéckels Bäf'; und ihr Mann, Nikolaus Haas, 'Kapellen Néckel'; und Nikolaus Roth, 'der alt Néklos' (hintere Reihe), sowie Margarethe Eisenbarth geb. Dillinger, 'Daxen Mihm': Barbara Jäckel geb. Robert, 'Iäckels Bäf'; Margarethe Rospert geb. Winter, 'Hunches Mihm': Jakob Gläser, 'der alt Kusta': Peter Thieser, 'der alt Thieser Schmidt': Franz Winter, 'Dellesen Onkel'; Anna Kunzier geb. Grutsch, 'Borrés Hannet': und Maria Demmer geb. Delles, 'Dellesen Mihm' (hinten).

35. Nach der Evakuierung im September 1939 waren nur wenige Personen, meist zur Überwachung der Gebäude und zur Versorgung des Viehs, sowie eine Flugwacht (Tluwa') im Ort zurückgeblieben. Darüber hinaus verminten in jenen Tagen deutsche Pioniere Straßen und Häuser und sorgten damit für eine Gefahr, die später mehrere Opfer unter der eigenen Zivilbevölkerung fordern sollte. Seit dem Tag der Mobilmachung gingen auch die Kameraden des 'Grenzschutz-Kommandos' ihrer Arbeit nach, in der junge Beruser Männer (Jahrgänge 1909-14) vereint waren, um die Grenze zu schützen. Nach dem Frankreichfeldzug und demAnschluss von Elsass-Lothringen an das Deutsche Reich mussten sie allesamt in den Krieg ziehen. Nur sechs von ihnen sollten ihren Heimatort wiedersehen. Das Foto zeigt (von links nach rechts) Albert Caspar, ]osefDemmer, Peter Ehl (Kerlingen), Martin Schmitting, ]ohann Schwarz (Bisten) und Arnold Schallschmidt (hintere Reihe), sowie Peter Fries (AltforweiIer), Alfons Cavelius, Bruno Haas undAlois Hollinger (hinten).

36. Die Orannakapelle war ursprünglich die Mutterkirche der früheren pfarrei Eschweiler (später Berus) und hatte den heiligen Martin als Schutzpatron. Bereits im [ahre 1220 lag sie einsam und verlassen da, wie eine Wadgasser Urkunde besagt. Erst im 15. [ahrhundcrt zog der damalige Pfarrer in die befestigte Stadt Berus. Durch Kriege und Verwahrlosung, auch 'durch Fahrlässigkeit der Hüter' ist die Kapelle in all den [ahrhunderten immer wieder stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Das heutige Kirchenschiff stammt aus dem [ahr 1 829. Seitdem hat sich das Aussehen des Gotteshaus nur unwesentlich geändert. Heute ist die Kapelle ein beliebter Wallfahrtsort, der abseits der Dörfer und des Verkehrs eine Stätte der Ruhe, der Einkehr und Besinnung darstellt. Das Foto zeigt die Orannakapelle in den vierziger [ahren. Am Gebäude sind leichte Kriegsschäden zu erkennen; der Orannahof (links) ist bereits abgerissen. Noch stehen die Grabsteine dicht an dicht um die Kapelle.

37. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges lagen die Beruser Höhen ständig unter französischem Artilleriefeuer. Auch Orannakapelle und Orannahof erhielten schwereTreffer. Der damalige Landrat Schmitt berichtete darüber in seinem Kriegstagebuch: 'Von den Wohn- und Wirtschaftsgebäuden des Orannahofes stehen keine zwei Steine mehr. Um die Kapelle und ihren Friedhof sind Dutzende Granaten schwersten Kalibers niedergegangen und haben die Grabdenkmäler schwer beschädigt. Die ganze Kirche ist innen und außen mit Granatsplittern bedeckt, aber die holzgeschnitzte Kreuzigungsgruppe im Freien steht völlig unverletzt'. In der Vereinschronik des MGV Altforweiler ist Folgendes nachzulesen: 'Auf dem Friedhof rings um die Kapelle klaffen einige große Granattrichter, und die Grabkreuze sind zum größten Teil umgestürzt oder schwer beschädigt. Die Kapelle steht noch, ist aber sehr schwer beschädigt. Dachwerk und Decke sind total kaputt und alle Fenster fehlen'. Der Beruser Pfarrer, Wilhelm Kornelius, der 1978 seine letzte Ruhe unter der Kreuzigungsgruppe (sie wird Peter Guldner zugeschrieben) fand, wusste schließlich zu berichten, dass ' die ganze Inneneinrichtung der Kapelle einschließlich des Fußbodenbelags verfeuert wurde'.

38. Etwa dort, wo das Kloster Wadgassen bis ins 15. [ahrhundcrt den 'Eschweilerhof" bewirtschaftet und die Beruser Herrin, Anna Gräfin von Isenburg, kurz vor 1572 ihren Hof bei Eschweiler aufgegeben hatte, errichtete um 1820 der Saarlouiser Bürger Franz Regnier den Orannahof ('ferme dite Ste. Oraine', 'St. Orannerhof', 'Hof St. Orari') .Ab 1858 lebte hier die aus Düren stammende Familie Schwarz. Nach Balthasar Schwarz hieß der Hof eine Zeitlang auch 'Balzenhof" Nach starken Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und dem Tod des 'Doranner Jakob', Balthasars Sohn, wurde das Hofgut nach Kriegsende gänzlich niedergelegt. 1951 kaufte die Kirchengemeinde das gesamte Hof-Areal und auch den Friedhof an der Orannakapelle, der ebenfalls eingeebnet wurde. Heute treffen sich alljährlich Gläubige aus der ganzen Umgebung am 'Dorannertag' in 'Doranneri', um auf dem ehemaligen Hofgelände das Festhochamt 'ihrer' Heiligen, 'SANCTA ORANNA CUM SOCIA' zu feiern.

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