Überherrn in alten Ansichten Band 2

Überherrn in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Walter Oehling
Gemeente
:   Überherrn
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6711-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Überherrn in alten Ansichten Band 2'

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39. Ab 1872 war das Ehepaar Jakob Bettscheider-Maria Freichel Besitzer des Karlshofes (Foto rechts). Er stammte aus Knorscheid, seine Frau wurde in Düppenweiler geboren. Jakob Bettscheider war der Stammvater der 'Heffer' (d.h. vom 'Karlshof") . Das Hofgut ging um 1900 an die Töchter Gertrud (verheiratet mit Peter Schwarz, gen. 'Schnee-Peter', aus Ittersdorf) und Maria (verheiratet mit Michael Johannes aus Ballern) über. Genau hundert [ahre blieb es im Familienbesitz, ehe es an die Saarländische Rundfunk- und Fernseh-AG Saarbrücken (heute 'Europe 1 ') verkauft und nach einem Brand im Sommer 1973 nach und nach niedergelegt wurde. 1902 feiertenjakob und Maria Bettscheider Goldene Hochzeit. Das Foto links zeigt sie vor derTür des 'Herrenhauses' inmitten ihrer zahlreichen Nachkommenschaft. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Hofgut stark in Mitleidenschaft gezogen. Während die Familie Schwarz, die den linken Teil des Hauses bewohnte, in Altforweiler auf dem 'Schneehof" ein neues Zuhause fand, blieb die Familie Johannes auf dem Karlshof, zog jedoch in das Haus am Ooswieser Bach um. Nach und nach wurde das 'Herrenhaus' völlig abgerissen. Allein der Keller einer Haushälfte zeugt noch heute von dem ehemals stattlichen Hofgut.

40. Das heutige Felsberg ist eine Neugründung des lothringischen Herzogs Leopold 1. aus dem Iahre 1704. Doch schon zwanzig [ahrc zuvor lebten hier erste Siedler in Baracken im Bereich Oberfelsberg. Zum Bau der Festungsstadt 'Sarrelouis' wurden hier Sand- und Kalksteine gebrochen und Kalk in den 'Fours à Chaux' gebrannt. Der volkstümliche Name für den Ort ist 'Stai' (Steige), da sich die Straße aus der Talebene hier steil zum Gau hinaufwindet ('steigt'). Galt es anfangs noch, den heutigen Kirchenweg von Unter- nach Oberfelsberg zu bezwingen, so bedeutete die im Laufe des 18. Jahrhunderts erbaute neue Verbindungsstraße mit der Haarnadelkurve eine wesentliche Erleichterung. Die Ortsansicht aus dem [ahrc 1934 zeigt diese Straße im Bereich von Unterfelsberg (Bildmitte ) und Oberfelsberg (linker Bildrand) . Im Hintergrund ist der Schlossberg mit derTeufelsburg zu sehen; dahinter liegt der Limberg.

41. Nachdem Felsberg 1868 wieder selbständige Pfarrei geworden war - zuvor gehörte es eine Zeitlang zu Neuforweiler -, wurde bald der Neubau einer pfarrkirche ins Auge gefasst. Die alte Kapelle, die auf dem jetzigen Friedhof stand, war zwischenzeitlich zu klein geworden. 1899 konnte die neue pfarrkirche St. Nikolaus feierlich eingeweiht werden. Bereitwillig spendeten die Felsberger für deren neugotische Innenausstattung den Hochaltar, den Muttergottes- (links) und Josefsaltar (rechts) und die Kanzel. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges wurde der Innenraum 1949 von dem Saarlouiser Kirchenmaler Karl Feltes neu ausgemalt. In der Zeit des letzten Felsberger Pfarrers Richard Hein (1953-1972), auch infolge des 2. Vatikanischen Konzils empfand man so manches als unzeitgemäß. So verschwanden in den sechziger [ahren der Josefsaltar und auch die Bemalung mit den Engeln auf'Nimmerwiedersehen. An der Stelle des ehemaligen Josefaltares fand die Kanzel, doch ohne Schalldeckel, ihre neue Bleibe.

42. Unübersehbar ist auch heute noch das 'Großhaus' in Unterfelsberg. In seiner Bauweise unterscheidet es sich von allen Häusern des Ortes durch seinen symmetrischen und elegant-stilvollen Aufbau. Mit großer Wahrscheinlichkeit geht es auf den königlichen Staatsanwalt Balthasar de Papigny (t 1721) zurück, der 1704 zu den ersten Neusiedlern von Felsberg gehörte. Ende des 18. [ahrhunderts sollen hier François Joly, ehemaliger Rektor der pfarrei Liepvre (bei Sélestat), ein Hauptmann Velter und ein ' gewisser Thierry aus Saarlouis' gewohnt haben. 1831 war das Gebäude Eigentum des Bauern Peter Christiany; seitdem blieb es im Familienbesitz und gehört heute der Familie Iochum. In den Iahren vor dem Zweiten Weltkrieg, als der Steiger und Markscheider Nikolaus joehum Bûrgermeister von Felsberg war, befand sich in dem Gebäude auch eine Gastwirtschaft und ein 'NSV-Kindergarten'.

43. Van 1886 bis 1920 war Nikolaus Loreng, geboren am 29. November 1864 in Leidingen, Lehrer in Felsberg. Zu Beginn zählte die Schule 130 Kinder, die im Halbtagssystem unterrichtet werden mussten. Da dieser Zustand auf die Dauer unhaltbar war, kam es schon bald zu einem Schulhausneubau. Dieses Gebäude mit nur einem Klassenraum und der Lehrerdienstwohnung wurde am 9. April 1888 feierlich eingeweiht (heute Gemeindehaus) .

Auf dem Gebiet des Obst- und Gemüsebaues galt Lehrer Loreng als Fachmann und Pionier. 1 91 9 gehörte er dem Vorstand des neu gegründeten Kreisverbandes der Obst- und Gartenbauvereine an. Obwohl er nach seiner Pensionierung 1921 nach Carlsberg/Pfalz verzog, war er 1934 maßgeblich an der Gründung des Obst- und Gartenbauvereins Felsberg beteiligt.

44. Als nach der Verwaltungsreform 1974 die U mbenennung von Straßennamen notwendig wurde, blieb auch in einem Ortsteil der Gemeinde Überherrn eine 'Bahnhofstraße' erhalten.Aber nicht in Überherrn selbst, das noch irn Iahre 1966 über den größten bundesdeutschen Grenzbahnhof für den Güterverkehr verfügte, findet sich diese Straße, sondern im abgelegenen Felsberg, in dem heute niemand mehr eine Eisenbahnlinie vermuten würde. Wenngleich die Bahnlinie Vergangenheit ist, so hält doch der Name die Erinnerung wach an jene 'Kleinbahri'. die den Ort bereits 1912, anfangs noch mit dampfgetriebenen Lokomotiven, mit der Kreisstadt Saarlouis verband. Nach Stilllegung der Linie 9 war in dem ehemaligen Bahnhofsgebäude lange [ahre eine Bäckerei. Zwischenzeitlich wurde es zu einem schmucken Wohngebäude umgebaut. Das Foto zeigt eine Postkutsche vor dem Bahnhof Felsberg im [ahre 1913; rechts außen, neben dem Postbediensteten, steht der damalige Bahnhofsvorsteher Heinrich Roth.

45. Die Straßenbahn Linie 9 wurde bereits 1925 von Felsberg aus über Altforweiler, Bisten und Überherrn nach Creutzwald weitergeführt. Alle Ortsteile der heutigen Gemeinde Überherrn sollten von diesem Verkehrsmittel profitieren. Als 1961 der Betrieb eingestellt wurde, machte man die ehemalige Linienführung zurTrasse für die neue Straßenverbindung Felsberg-Altforweiler, die Straße 'Auf der Spees' in Altforweiler und den Radweg van Altforweiler nach Bisten. Auch darüber hinaus lässt sich die Spur der Linie 9 verfolgen: In Bisten die Straße 'Am Wald', in Überherrn der Weg zur 'Adolf-Collet-Halle' und der 'Helmut-Bulle-Platz' und schließlich der Fußweg entlang der Bist nach Creutzwald. Um auch den Dörfern 'auf dem Gau' eine Verbindung zur Kreisstadt zu ermöglichen, hatte man 1928 eine Autobuszubringerlinie von Felsberg nach Kerlingen geschaffen, die eine große Erleichterung für die dortige Bevölkerung bringen sollte. Das Foto zeigt einen Bus der 'Kreisverkehrsbetriebe' aufdem Weg nach Ittersdorf.

46. Der 'Schmid-Hiwwel' verdankt seinen Namen einer 'Schrniede' auf einem 'Hügel', die ab etwa 1800 von der Familie Weirich betrieben wurde. Als letzte arbeiteten hier Peter Weirich (t 1930) und Sohn Wilhelm (t 1932) als Schmiede. Im Haus dahinter wohnte in den dreißiger [ahren der Bauer Heinrich Groß. Im Rahmen des sogenannten Wiederaufbaus wurden 1940 alle Gebäude auf dem 'Schmid-Hiwwel' niedergelegt, angefangen vom Haus neben der alten Schule in der Hauptstraße (Haus Tilmont-Schug) bis zum Gebäude unterhalb der Kirche (Haus Nenno- Müller, später Spies), das als einziges stehen blieb. Das Foto zeigt die Familie von Heinrich Groß, vorne die Tochter Margarethe und Oranna Groß, dahinter Heinrich Groß, die Neffen Peter und Matthias Groß, den Sohn [ohann und die Ehefrau Margarethe geb. Becker (von links nach rechts). Nach dem Krieg begann der tatsächliche 'Wiederaufbau': an der Stelle der alten Schmiede steht heute das Haus Hamburger.

47. Die Getreideernte war in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg noch recht mühsam. Ein pferd zog die Mähmaschine. Der Vater überwachte den Mähbalken, und der Sohn dahinter sorgte dafür, dass die Getreidehalme in gleichmäßigen Bündeln abgeworfen wurden. Eine Frau rechelte mit einer Sichel die Halme zusammen und band sie zu Garben (Foto oben).

Das zweite Foto zeigt die Familie von Nikolaus Hoen bei einer Pause in der Flur 'Totenköpp' auf Beaumaraiser Bann. Vorne sind seine Schwägerinnen Tharsilla, Martina und Hedwig Nicola zu sehen (von links nach rechts). Dahinter stehen neben ihm der Sohn Fridolin (links), der Neffe Heinrich Robert und dessen Vater [ohann Robert (rechts). Im Hintergrund sind die pfarrkirche und die Pappeln an der Straße nach Oberfelsberg zu sehen.

48. Musik und Gesang wurden in früherer Zeit in den Dörfern groß geschrieben. So gab es in Felsberg einmal den Musikverein 'Lyra' Felsberg-Picard (1912 gegründet) und den Männergesangverein 'Concordia' Felsberg, der sich im [ahrc 1919 bildete. Ein Fest oder feierliches Ereignis ohne einen der beiden Vereine war damals unvorstellbar gewesen. Die zwei Vereine gibt es schon etliche Iahre nicht mehr. In den fünfziger [ahren aber waren beide Veranstalter der jährlichen Kappensitzung, die im Saal Rupp-Nicola (heute 'Felsberger Hof') stattfand. Mit Büttenreden und Gesangseinlagen boten die Akteure den Gästen ein närrisches Programm und sorgten für manche Stunden der Kurzweil. Das Foto zeigt die 'Sangesbrüder' Alois Tilmont, Albert Robert, Klaus Klein ('Kista') , Alfons Nicola, Ludwig Hermes und Alfons Christiany, und dahinter die 'Musikanten' Paul Faißt, Heinz und Willi Klinz (von rechts nach links), dazwischen den Pressefotografen Willi Federmann (3. von links).

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