Öschingen in alten Ansichten

Öschingen in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Martin Schneider
Gemeente
:   Öschingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4561-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Öschingen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Das Dorf Oschingen zählt nach seiner Namensendung auf -ingen zu den ältesten alemannischen Siedlungen. Dies bestätigen auch die Grabfunde am westlichen Ortsausgang aus dem ausgehenden 7. Jahrhundert. Der Ort wird erstmals um 1110 in einer Urkunde des Klosters Hirsau als 'Eskingen' genannt. Im Jahre 1275, bei der ersten urkundlichen Nennung der Pfarrei, erscheint der Ortsname bereits als 'Eschingen'. Die ersten sicheren Grundherren waren die Stöffeln. Albrecht von Stöffeln nennt 1348 Oschingen 'sein eigenes Dorf'.

Im Jahre 1381 verkaufte Burkard von Stöffeln das Dorf an Graf Fritz den Älteren von Zollern. Von Zollern kam Oschingen im Jahre 1415 an Württemberg. Im Jahre 1477 erfahren wir erstmals etwas über die Größe des Dorfes. Man zählte damals 24 Herdstätten (Haushalte) und sechs Ledige. Im Jahre 1559 gehörte Oschingen zu den ersten Dörfern in Württemberg, die bereits eine deutsche Schule hatten. 1566 grassierte in Oschingen die Pest. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der ganze Ort niedergebrannt. Außer der Kappel blieben nur drei Gebäude vom Feuer verschont. 78 Gebäude wurden im Krieg zerstört. 54 Männer wurden nach dem Krieg weniger gezählt. Das Schloß der Herren von First auf dem nahegelegenen Firstberg ist im Jahre 1092 erstmals urkundlich erwähnt. Es wurde

1756 vom damaligen Schultheißen Wagner und elf Bürgern zum Abbruch gekauft. Der silberne Sparren aus dem Wappen der Herren von First wurde in die Gemeindewappen von Oschingen und Nehren übernommen. Besonders während der napoleonischen Zeit hatte Oschingen immer wieder unter Truppendurchzügen und Einquartierungen zu leiden. In den Jahren 1813 und 1814 lagen hier Russen im Quartier. Ebenfalls 1813/14 wurde die heutige Martinskirche an Stelle einer kleinen, baufälligen Friedhofskirche erbaut. Gleichzeitig wurde der Friedhof an seine heutige Stelle verlegt. Eine Mißernte im Jahre 1816 hatte eine entsetzliche Hungersnot und Teuerung zur Folge.

Die Jahre zwischen 1828 und 1896 brachten viel Hagelschlag. Die schwersten Hagelunwetter waren 1882, 1884 und 1889. Am 18. Juli 1880 brannten infolge eines Blitzschlags in der Obergasse vier Wohnhäuser und zwölf Scheuem ab. Mit als Folge der schweren Hagelwetter wanderten zwischen 1846 und 1896 insgesamt 185 Personen meist nach Amerika aus. Bei 900 Einwohnern im genannten Zeitraum entspricht das einer Abwanderung von über 20 Prozent. Trotz der widrigen äußeren Umstände besserten sich in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts langsam die Lebensverhältnisse. Durch allerlei Handel und Gründung

von Handwerksbetrieben versuchte die Bevölkerung sich immer mehr von der Nur-Landwirtschaft zu lösen.

1870 wurde Oschingen ein Marktflecken. Der Viehmarkt im Tanzgraben wurde anfangs noch mit 300 bis 500 Stück Vieh befahren. Ein neues Schulhaus wurde im Jahre 1881 fertiggestellt. 1886 wurde eine Feuerwehr und 1891 der Spar- und Darlehenskassenverein gegründet. Den bedeutendsten Aufschwung für das Dorf brachte die erste Industrieansiedlung durch die Firma Schöller im Jahre 1911. Im gleichen Jahr noch wurde die Wasserleitung gebaut. Eine weitere bedeutende Neuerung für den Ort brachte der Anschluß an die Stromversorgung im Jahre 1921. Auf den Ersten Weltkrieg folgte eine lang anhaltende wirtschaftliche Krise. Die Inflation im Jahre 1923 und eine hohe Arbeitslosenzahl hatten erneute Auswanderungen zur Folge. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte eine allgemeine Aufwärtsentwicklung. Die wachsende Einwohnerzahl machte die Erschließung immer neuer Baugebiete erforderlich. Die örtliche Industrie konnte sich stark entwickeln und schuf neue Arbeitsplätze. Die Landwirtschaft trat dadurch immer mehr in den Hintergrund.

Das rasche Wachstum machte auch zahlreiche öffentliche Einrichtungen erforderlich. 1961 entstand ein

neuer Kindergarten, 1967 folgte die Schule mit Turnund Festhalle und 1971 wurde die Leichenhalle erstellt. Am 1. Dezember 1971 verlor die Gemeinde Öschingen ihre Selbständigkeit. Gegen den Mehrheitswillen der Bevölkerung wurde der Ort nach Mössingen eingegliedert. Es folgte eine stürmische Bautätigkeit und Ausweitung des Dorfes. Besonders starke Veränderungen im Ortsbild brachte die 1986 fertiggestellte, breitere Ortsdurchfahrt mit sich. Mit der Verwirklichung der geplanten neuen 'Ortsmitte' werden sich weitere tiefgreifende Veränderungen im gewachsenen Ortsbild ergeben.

Da das Dorf immer mehr seine Eigenart zu verlieren droht, erschien es wichtig, altes Bildmaterial zu bewahren, an Hand dessen sich aufzeigen läßt, wie sich im Laufe der Jahre das Gesicht der Gemeinde verändert hat. Der vorliegende Bildband soll bei den Alteingesessenen Erinnerungen wecken, die jüngeren Einwohner und neuen Mitbürger sollen sich ein Bild machen können vom alten Öschingen, über das sie von der älteren Generation so oft hören. Vor allem sollen die Bilder zum Nachdenken anregen.

Allen Bürgern, die mit Fotos und Informationen zum Gelingen des Bildbandes beigetragen haben, sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

1. Lieblich am Fuße der Berge gelegen! Inmitten der herrlichen, schönen Naturl Breitet sich aus ein friedlicher Flecken! Umsäumt von freundlicher, fruchtbarer Flur. Treffender als mit diesen schönen Versen von Paul Eiseie, läßt sich unsere Ansichtskarte um 1927 kaum beschreiben. Vergleicht man die frühe Luftaufnahme mit dem heutigen Öschingen, kann einen schon leise Wehmut überkommen. Mit der Einwohnerzahl haben sich auch die Wohnbauflächen zwischenzeitlich mehr als verdoppelt. Die ehemals mühsam bewirtschafteten Hanglagen unterhalb des Roßbergs, sind in kürzester Zeit zu dichtbebauten Wohngebieten geworden. Angesichts dieser rasanten Entwicklung hört man in Öschingen nicht selten den Ausspruch: 'Was tätet au de Alte saga, wenn se des no v'rlebt hättet?'

2. Umweltbewußter Straßenbau wurde in Öschingen zumindest noch vor sechzig Jahren praktiziert. Unser Bild beweist es: minimaler Landschaftsverbrauch, kein Asphalt, dafür noch viele schattenspendende Bäume. Das Foto entstand im Jahre 1926 zwischen dem Talheimer Sträßle und der Mössinger Broek. Damals wurde die gesamte Straßenstrecke von der Mössinger bis zur Gönninger Grenze neu 'gerichter'. Das meiste in mühevoller Handarbeit. Die Dampfwalze war seinerzeit das einzige technische Hilfsmittel, auf das sich die Straßenbauer, neben ihren Schaufelstielen, stützen konnten. Von links erkennen wir Friedrich Schneider ('Banholz-Beck'), Georg Rilling, zwei auswärtige Straßenwarte, Kar! Bihler (Fronmeister ab 1927), Amtsdiener Johannes Mauser, Kar! Häußler und Gustav Scheurer.

3. Auch dieses bildschöne zweispännige Pferdefuhrwerk war für den Straßenbau im Einsatz. Konrad Schneider ('Koada-Christians-Konrad') fuhr mit diesem 2-PS-starken Faßwagen das Wasser, das man zum Walzen der Fahrbahn benötigte. Wie man sieht, war der 'Spreez-Wagen' eine Spezialkonstruktion mit Eisengerust und etwas kleineren, breiteren Rädern. Er wurde zusammen mit der Straßenwalze von den auswärtigen Pflästerern mit nach Öschingen gebracht. Weitere Fuhrwerke waren damals eingesetzt, um die groben Kalksteine, die im Steinbruch im 'Rammenteich' gebroehen wurden, an bestimmte Steinlagerplätze im Ort zu fahren. Dort wurden die Kalksteinbrocken von Steinklopfern in mühevoller Handarbeit, mit einem kleinen Hammer, zu straßenbaugerechtem Schotter zerkleinert,

4. Das erste Haus am Ortseingang von Mösssingen her, war lange Zeit das um 1780 erbaute 'MauserHaus'. Paul Rempfer, Schreiner, der 1946 in das Haus einheiratete, hat 1964 das Wohnhaus baulich vergrößert. Seine Ehefrau Marie geborene Mauser gehört mindestens der fünften 'Mauser'-Generation an, die in diesem Haus wohnt. Unser Bild zeigt sie links neben ihrer Großmutter. Ihr Vater, Martin Mauser, war als 'Stundenhalter' bekannt. Die abgebildete Großmutter, Katharina geborene Schneider, wollte nach ihrer Heirat 1886, nur ungern zu ihrem Ehemann Johannes Mauser in dieses Haus umziehen. Sie fürchtete, die Franzosen könnten einmal kommen und würden dann über ihr Haus am Ortsrand als erstes herfallen. Ihre einstige Befürchtung bestätigte sich tatsächlich am 22. April 1945.

5. Dieses Bild zeigt den Ortseingang im Mühlberg vor dem Zweiten Weltkrieg. Anlaß für die Aufnahme war ein Motorradunfall mit zwei Schwerverletzten im Sommer 1938. Die rasante Fahrt von Wilhelm Bolt und Friedrich Kuppler endete damals an der Mistemauer von Karl Walter (Pfeil). Die beiden Häuser auf unserem Bild wurden etwa zur selben Zeit um 1867/68 erbaut. Das 'Pflästerer-Haus' im Vordergrund ist nach dem Pflästerer Friedrich Walter benannt, der aus Weil im Schönbuch stammte. Sein Sohn Karl Walter war für die Öschinger der 'Brenner-Karle' und dessen Ehefrau Margarete geborene Schneider das 'Kaspar-Gretle'. Beide hatten ihre Namen von den Großvätern: Kaspar Schneider, beziehungsweise Georg Andreas Brenner. Letzterer kam einst als Forstwart nach Öschingen.

6. Unter dreierlei Bezeichnungen ist das Haus Mühlberg 24 in den Öschinger Sprachgebrauch eingegangen. 'Küfers-Haus' oder 'Hagafuaderers-Haus' nennen es die Älteren, Für die Jüngeren ist es einfach das 'Hausmeister-Haus', weil der heutige Eigentümer, Fritz Rempfer, bis 1986 als Hausmeister an der Schule tätig war. Seine Ehefrau Marie sehen wir im Bild an der Hand ihrer gleichnamigen Mutter Marie Rempfer geborene Schneider. Deren Großvater war der Küfer Matthäus Schneider, der einst auch hier zuhause war. Den Ehemann Georg Rempfer ('Hagafuaderer'), verlor Mutter Marie Rempfer schon früh durch einen tragischen Unglücksfall. Als Gemeinde-Farrenwärter wurde dieser am 8. April 1942 von einem widerspenstigen Tier so unglücklich an die Wand gedrückt, daß er nach wenigen Stunden starb.

7. Äußerlich hat sich am Haus der Hedwig Hägele im Mühlberg 22 nicht viel verändert. Miste, Leiterwagen und Lattenzaun sind allerdings auch hier verschwunden. Das für die damalige Zeit typische Einhaus, mit Wohnung, Scheuer und Stall unter einem Dach, wurde 1876 durch Matthäus Rein erbaut. Seine Tochter Ursula verheiratete sich 1880 mit Johann Georg Hägele. Auf unserem Bild sehen wir das betagte Paar vor ihrem Haus. Mit auf dem Bild ist Sohn Georg Hägele, der in Hausen a.L. verheiratet war. Von den Enkelkindern sehen wir von links Hedwig Hägele mit Bruder Gottlieb (1942 gefallen) und Rosa Schneider geborene Kemmler. Der Urgroßvater dieser Kinder, Michael Hägele, kam 1842 von Hausen a.L. nach Öschingen. Erist sozusagen der Stammvater der Öschinger 'Hägele'.

8. Am 'scharfen Eck' im Mühlberg stand bis 1970 dieses Doppelwohnhaus von Georg Rilling und Jakob Schneider, Korbmacher. An der Giebelseite des Hauses lassen sich die zwei verschiedenen Eigentumsverhältnisse unschwer ablesen. Die Außentreppe führte geradewegs in die Küche von Georg und Anna Rilling. Der Scheuergiebel im Hintergrund hatte einst eine beängstigende Schieflage. Vorne sehen wir Anna Rilling mit Sohn Otto (1944 vermißt). Tochter Rosa wohnte mit Ehemann Adolf Buck zuletzt in diesem Haus. In der bergseitigen Haushälfte lebte 'Krattenmacher' Jakob Schneider mit Ehefrau Katharine. Der 'Krattenmacher-Jakob' beherrschte neben dem Körbeflechten noch ein zweites 'Handwerk' meisterhaft - das Zähneziehen. Viele Einwohner erinnern sich heute noch sehr eindrücklich daran.

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