Öschingen in alten Ansichten

Öschingen in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Martin Schneider
Gemeente
:   Öschingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4561-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Öschingen in alten Ansichten'

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49. Die Wirtschaft 'Zum Paradies' wurde 1894/95 von Konrad Walter, Schuhmacher, im Gewann 'Mühläcker' erbaut. Schon im Jahre 1901 verkaufte er sie an die Reutlinger Brauerei Siber & Speisser. Diese verpachtete die Schankwirtschaft zunächst an Friedrich Schenk, Zimmermann (bis 1905), dann an Gottlieb Rein (bis 1908) und schließlich an Wilhelm Rempfer, Maurer (bis 1911). Im Dezember 1911 erwarb Wilhelm Merk, ein Schwager von Rosenwirt Christian Buck, das 'Paradies'. Doch mit der Einberufung im August 1914 fand seine Tätigkeit als Gastwirt schon bald ein jähes Ende. Unter den Kriegseindrücken beschloß er nie mehr eine Wirtschaft zu betreiben. Im Jahre 1946 gründete der Sohn Wilhelm Merk im elterlichen Wirtshaussaal seine heutige, gleichnamige Bekleidungsfabrik.

50. Die Firma Christian Schöller KG, die im Jahre 1871 in Tailfingen als Trikotwarenfabrik gegründet worden war, hat 1911 in Oschingen einen Filialbetrieb eröffnet. Durch Martin Ammann wurden damals die ersten Rundwirkstühle in der Kegelbahn der 'Rose' montiert und die ersten Arbeitskräfte angelernt. Als sich die Gemeinde noch im Jahre 1911 zum Wasserleitungsbau entschloß, war eine wichtige Voraussetzung erfüllt, um noch im gleichen Jahr einen Fabrikneubau zu erstellen. Am 1. Januar 1912 konnte der Kegelbahnbetrieb aufbekränzten Wagen in die abgebildete neue Fabrik umziehen. Im Jahre 1929 wurde auch der Hauptsitz der Firma nach Oschingen verlegt. Anläßlich des 25jährigen Betriebsjubiläums im Jahre 1936, erhielt die Genkinger Straße den Namen des Gründers: GustavSchöller-Straße.

51. Die Öschinger Bevölkerung stand anfangs sehr mißtrauisch der ersten Industrieansiedlung durch die Firma Schöller gegenüber. Doch schon bald wurden die Vorteile der neuen Fabrikarbeit erkannt. Immer mehr Männer und Frauen fanden als 'Fabrikler' im eigenen Ort Arbeit und Brot. Zudem wirkte sich die erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens vorteilhaft auf das wirtschaftliche Wachstum der Gemeinde aus. Auf unserem Bild haben sich ausschließlich männliche Arbeitskräfte vor der alten Dampfkesselanlage dem Fotografen gestellt. Einige von ihnen wurden schon bald nach ihren Tätigkeitsmerkmalen in der Fabrik benannt. So weiß bis heute jeder im Dorf wer gemeint ist, wenn vom 'Chauffeur', von 'Heizers' oder von 'Werkführers' die Rede ist.

der Turnhalle am 1. September 1912 in Ösehingen

52. Im Frühjahr 1911 wurde auf Initiative von Martin Ammann im Wirtshaus 'Zum Paradies' der Öschinger Turnverein gegründet. Erster Vorstand wurde der Wirt Wilhelm Merk. Sein Wirtshaussaal diente anfangs noch als Übungsraum für die Turner. Da dies keine dauerhafte Lösung sein konnte, wurde schon im Januar 1912 der Bau einer Turnhalle beschlossen. Nachdem die Gemeinde einen Platz in der 'Lehmgrube' zur Verfügung stellte, ging man mit viel Idealismus ans Werk. Dank vieler freiwilliger Helfer, unter der Leitung der Zimmerleute Gustav und Johannes Ayen, konnte die Halle in kürzester Zeit fertiggestellt werden. Schon am 1. September 1912 war die festliche Einweihung. Aus diesem Anlaß präsentierten sich die Turner gekonnt vor ihrem Bauwerk für die obige Grußpost karte.

53. Durch die sportlichen Erfolge ihrer männlichen Turnkameraden angespornt, wollten auch die Oschinger Mädchen nicht länger zurückstehen und ihr turnerisches Können beweisen. Anläßlich des Gauturnfestes 1932 in Oschingen konnte Adolf Schneider, der seit 1931 Frauen-Gauturnwart war, diese flotte Damenriege dem Publikum vorstellen. Mit ihrer strammen Haltung und ihren reizenden Turndressen, werden die Mädchen bestimmt die gebührende Beachtung gefunden haben. Von links erkennen wir: Frida Rudolf, Lina Bauer, Luise Schneider, Emma Schneider, Rosa Husemann, Rosa Klett, Friederike Rein, Sofie Schlicht, Lore Sautter und Turnwart Adolf Schneider (vermißt im Zweiten Weltkrieg).

54. Das Haus von Johannes Mauser (einst Bolbergstraße 1) sehen wir hier um 1926 noch mit einer schlichten Fachwerkkonstruktion. Johannes Mauser (1889-1960) war früher als Amtsdiener zugleich Ortspolizist und somit eine Respektsperson. Sein ehemaliges Anwesen wurde 1985 abgerissen. Ihn selbst haben wir schon bei Bild Nr. 2 gesehen. Seine Mutter Katharine geborene Buck ist auf dem Familienbild (Nr. 36) abgebildet; ebenso ihr Bruder Martin Buck, dessen Haus wir im Hintergrund noch teilweise erkennen. Die Ehefrau von Johannes Mauser, Margarete geborene Wagner, sehen wir im Vordergrund mit ihren Kindern: von links, Karl Mauser (1942 vermißt), Fritz Mauser (Ortsvorsteher 1971-1975), Emma verh. Schneider und auf dem Arm, Albert Mauser, der zuletzt noch mit seiner Familie im Elternhaus wohnte.

55. Das Gauturn- und Sportfest am 23. und 24. Juli 1932 in Öschingen war sicher das bedeutendste Ereignis in der Geschichte des hiesigen Turnvereins. Es war für den ganzen Ort etwas aufregendes, als man anläßlich des 20jährigen Vereinsjubiläums mit der Ausrichtung dieses großen Festes betraut wurde. Der Spielplatz des Turnvereins, im Bereich der heutigen Stöffelbergstraße, wurde für dieses Großereignis wesentlich vergrößert. Aufunserem Bild sehen wir den damaligen Festzug im "Tanzgraben'. Voraus die berittenen Herolde, bewegt sich der Zug durch die Straßen dem Festplatz zu. Dort fanden anschließend eindrucksvolle Massenfreiübungen statt. Unser Foto zeigt am linken Bildrand noch einen Teil des 1935 abgebrochenen, ehemaligen Wohnhauses von Kar! Bihler.

56. Zu den ältesten Gebäuden in Öschingen gehörte das Haus von Jakob Egerter und Eugen Schneider im Tanzgraben. Es stand bis 1969 schräg gegenüber der Volksbank. Daß dieses Haus zwei verschiedenen Familien gehörte, sieht man schon an der ungleichen Fenstergröße. In der rechten Haushälfte wohnte früher der Schuhmacher Jakob Häußler mit seiner Ehefrau' Amei'. Im Jahre 1936 übernahm die jüngste Tochter, Marie Häußler mit Ehemann Eugen Schneider (Schmied- Eugen) das elterliche Anwesen. Im linken Hausteil war einst der Schneider, Friedrich Frey mit seiner zehnköpfigen Familie zuhause. Seine Tochter Pauline verheiratete sich 1932 mit Albert Schmid aus Pfullingen und blieb im Elternhaus. Nach ihrem Wegzug erwarben 1937 die Eheleute Jakob und Frida Egerter das Anwesen.

57. An Stelle der heutigen Volksbank am 'Schalmen-Rain' stand bis 1953 das Haus von Christoph Buck, genannt 'Feldjäger-Christoph' (1882-1948). Den Beinamen hatte er von seinem Vater, dem Feldjäger Jakob Buck. Auf unserem Bild vom Mai 1953 fehlt leider schon die einst so markante Außentreppe seines Hauses. Im Jahre 1949 erwarb die Spar- und Darlehenskasse das Anwesen zunächst als Warenlager, bis dann 1953/54 an gleicher Stelle die heutige Volksbankzweigstelle errichtet wurde. Weil das ehemalige Wohnhaus dicht unterhalb der Obergasse lag, machten sich die Schüler einst einen Spaß daraus, von dort mit Schneebällen in den Schornstein des Hauses zu treffen. Wenn dies glückte, fiel nämlich der rußige Schnee direkt auf die Herdstelle des Hauses, das früher noch einen offenen Rauchabzug hatte.

58. Zur Erinnerung an die Kindergartenzeit wurde 1937 dieses Gruppenbild vor dem Rathaus aufgenommen. Die etwas skeptisch dreinschauenden Kinder gehören den Geburtsjahrgängen 1931 bis 1934 an. Am 17. August 1936 wurde durch die NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt) in Öschingen ein erster Erntekindergarten eingerichtet, der aber als ständige Einrichtung beibehalten wurde. Weil die Gemeinde keinen geeigneten Gruppenraum besaß, mußte im Juli 1937 der NSV-Kindergarten vorübergehend im Rathaus untergebracht werden. Sehr zum Leidwesen von Bürgermeister Hägele, der sich durch den dauernden Kinderlärm in seinen Amtsgeschäften gestört fühlte. Im Jahre 1937 wurde von kirchlicher Seite im Gemeinschaftshaus ebenfalls ein Kindergarten eingerichtet. Dieser wurde auch nach Kriegsende noch weitergeführt.

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