Öschingen in alten Ansichten

Öschingen in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Martin Schneider
Gemeente
:   Öschingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4561-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Öschingen in alten Ansichten'

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59. Auf einer Grußpostkarte um 1900 war unter anderem die 'Handlung von Johannes Bitzer' (Obergasse 12) abgebildet. Das ansehnliche Haus ist 1897 aufgestockt worden. Der Vater von Johannes Bitzer kam 1847 als Bierbrauer von Laufen (Zollernalbkreis) nach hier. Johannes Bitzer selbst war Weber und lebte von 1848 bis 1913. Seit 1883 betrieb er einen Handel mit selbstverfertigten EIlenwaren und ab 1885 zusätzlich mit Spezereiwaren und Mehl. Neben dem herkömmlichen Zugang von der Obergasse, führte damals auch ein Weg von der Mittelgasse über das sogenannte 'BitzerStäffele' zu seinem Laden. Vielfach wurde früher noch sonntagmorgens eingekauft, denn vor dem Kirchgang brauchte so mancher noch schnell einen weißen Hemdkragen. Nach dem Tod von Johannes Bitzer führte die Witwe den Laden noch bis 1917 weiter.

60. Die Obergasse stand früher weit mehr im Mittelpunkt des dörflichen Geschehens als heute. In der außergewöhnlich breit angelegten, sogenannten Herrengasse, fanden seit 1870 die Öschinger Krämermärkte statt. Die beiden stattlichen Fachwerkhäuser auf unserem Bild zeugen von wohlhabenden Verhältnissen der einstigen Bewohner. Im linken Haus wohnte bis 1958 Gärtner Johannes Bader, dessen gleichnamiger Vater von 1890 bis 1902 hier Schultheiß war. Im rechten Haus lebte vorne der 'Mehler' (Mehlhändler) Georg Kuppler bis 1951; den hinteren Hausteil bewohnte der Kirchenpfleger Georg Schneider, der 1986 verstarb. Ein Schreckenstag für die Bewohner der Obergasse war der 18. Juli 1880, als infolge eines Blitzschlags dort vier Wohnhäuser und zwölf Scheuern abbrannten.

61. Die 'Handlung von Georg Luz' in der Obergasse war eines der vielen Spezereigeschäfte, die es früher im Dorf gab. Georg Luz war Schneidermeister und handelte ursprünglich nur mit Ellenwaren. Im Jahre 1899 stockte er sein Haus auf und richtete sich einen Laden ein, in dem er nun auch Spezereiwaren verkaufte. Bereits 1902 wurde bei Georg Luz das erste Telefon in Öschingen eingerichtet. Sein Ladengeschäft vergrößerte er 1927 durch einen Anbau an die abgebildete Giebelseite. Sohn Gotthilf Luz richtete 1953 eine Filiale in der Roßbergstraße ein. Nach seinem Tod im Jahre 1971 führte die Familie das Ladengeschäft noch bis 1979 weiter. Im Dezember 1979 wurde das Anwesen abgebrochen. Georg Luz war jahrelang der älteste Öschinger Einwohner. Er starb 1973, im 99. Lebensjahr.

62. Diese Aufnahme gewährt uns Einblick in ein Klassenzimmer anfangs der dreißiger Jahre. Oberlehrer Paul Eisele, mit dem Rücken zur Wand, unterrichtete von 1925 bis 1948 an der Ösehinger Schule. Mit Tafel und Griffel erkennen wir von links nach rechts, in der ersten Reihe: Hilde Salaw, Rosa Schneider, Ruth Kern geborene Diether, und Anna Rempfer. Zweite Reihe: Martha Rudolf, Maria Haug, Liesel Strohmaier, und Rosa Buck. Dritte Reihe: Kar! Häußler, Gotthilf Rempfer, Theo Schneider, und Ernst Eißler. Vierte Reihe: Gottlieb Hagenbach, Martha Schneider, Erich Mauser, und Wilhelm Hägele. Fünfte Reihe: Katharina Kuppler, Maria Gronwald, und Liese Schneider. Sechste Reihe: Klara Mauser und Bertha Bader. Ob die braven ABC-Schützen damit gemeint waren, wenn es auf dem Türschild heißt: 'Nicht auf den Boden spucken?'

63. Zu einem Erinnerungsbild postierten sich hier, vermutlich im Jahre 1908, die Schüler der Geburtsjahrgänge 1898-1901. Der Fotograf wird seine liebe Mühe gehabt haben, die knapp siebzig Buben und Mädchen so kunstvoll in Reih und Glied zu ordnen und aufzutürmen. Die beiden Lehrer Lang und Sperr stehen den Kindern väterlich zur Seite. Julius Lang (ganz rechts) war von 1903 bis 1918 Schulvorstand in Öschingen. Die große Schülerschar ist den beiden Schulmeistern nicht nur auf dem Foto über den Kopf gewachsen. Sie mußten in jener Zeit rund 200 Schüler in zwei Klassen verteilt unterrichten. Erst ab 1911 wurde die Schule dann dreiklassig geführt. In der vorderen Reihe, der sechste Bub von links, ist der 1901 geborene Martin Buck, der hier von 1946 bis 1954 Bürgermeister war.

64. Die Geschichte des altpietistischen Gemeinschaftshauses beginnt im Jahre 1911. Die Bevölkerung war damals trotz wachsendem Wohlstand innerlich beunruhigt. Das starke Erdbeben am 16. November 1911 und die drohende Kriegsgefahr weckten bei vielen Menschen Zukunftssorgen. In diese Unsicherheit hinein brachte im Februar 1912 eine Evangelisation durch Eugen Zimmermann, Komtal, vielen Gemeindegliedern innere Stärkung. Die Gemeinschaft wuchs so stark, daß man sich zum Bau des Gemeinschaftshauses entschloß. Schon im Herbst 1912 konnte das mit großer Opferbereitschaft erstellte Haus eingeweiht werden. Seither fanden 'im Saal' neben den Stundenleuten auch die übrigen kirchlichen Gruppierungen eine Heimat. Von 1937 bis 1961 war zudem das 'Kinderschüle' im Haus untergebracht.

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65. Der Jungfrauenverein hat sich vermutlich im Jahre 1898 zu diesem Gruppenbild aufgestellt. Die 'Jungfräuleins' erscheinen wegen ihrer einheitlich strengen Haartracht und den hochgeschlossenen, dunklen Kleidern, gegenüber den Teenagern von heute, um vieles älter und gereifter. Im Mittelpunkt ihres Vereins stand das Wort Gottes. Dies sollte auch durch die Bibel auf dem Tisch in der Bildmitte zum Ausdruck gebracht werden. Als geistlicher Hirte ist Pfarrer Trefz mit auf dem Bild. Er war von 1898 bis 1909 in Oschingen. Ihm gegenüber am Tisch sitzt Barbara Lutz (1867-1920). Sie hat 1893 den Jungfrauenverein gegründet und in der Folgezeit auch geleitet. Wegen ihrer besonderen seelsorgerlichen Gaben wurde sie oft zu Kranken und Sterbenden in die Häuser geholt.

66. Eine Dorfidylle wie aus dem Bilderbuch zeigt diese Aufnahme vom Oberdorf. Bis heute hat sich hier nicht viel verändert. Die Leiterwagen in den Straßenkandeln sind jedoch verschwunden, ebenso die Sensen vor dem Haus des 'Schmied-Gottlieb'. Die heimeligen Häusergiebel bilden hier noch Spalier für ein Pferdefuhrwerk. Über den Dächern ragt gleichsam als Bildmittelpunkt die Martinskirche heraus. Den rechten Bildrand begrenzt der 'Tempel', eines der drei Häuser, die den Dreißigjährigen Krieg heil überstanden haben. Hinter dem Masten, an dem die Feuerwehrschläuche zum Trocknen hängen, befand sich einst der Holzplatz der Öschinger Zimmerleute. Dort lagerten und bearbeiteten diese ihre Holzstämme. An gleicher Stelle stand früher auch der Oberdorfbrunnen.

67. Das älteste Schulhaus in Öschingen wurde, wie in den meisten umliegenden Orten, in unmittelbarer Nähe der Kirche erbaut. Schon 1559 wissen wir in Öschingen von einem Schulmeister, der wie damals üblich, zugleich Mesnerwar und bei 15 'teutsehe' Schüler unterrichtete. Eine Besonderheit der Öschinger Schule war das Lehrergeschlecht 'Lutz' , das über sechs Generationen hinweg, von 1621 bis 1794, den Schulmeister stellte. Auf unserem Bild ist rechts von der Tür noch das in die Hauswand eingelassene 'Brunnenloch' zu erkennen. Die obere Fensterreihe des Hauses gehörte zur Lehrerwohnung. Darunter war der Schulsaal. Nach dem Schulhausneubau 1879-1881 wurde die alte Schule am 'Burren' am 21. November 1881 an den Geometer und späteren Schultheißen August EiBler verkauft.

68. Der 'Küfer-Hannes', Johannes Buck hat sich um 1925 mit Ehefrau Anna geborene Werner und den Söhnen Adolf und Walter Buck (vorne) vor seinem Haus 'in der Gaß' dem Fotografen gestellt. Das Haus (Bolbergstraße 65) gehörte zuvor seinem Schwiegervater Martin Werner. Heute wohnt Tochter Hedwig Walter mit Familie darin. Der 'Küfer-Hannes' lebte von 1883 bis 1949 und war von hünenhafter Gestalt. Das Küferhandwerk betrieb er zusammen mit seinem Bruder Adolf im Elternhaus in der Obergasse. Schon sein Vater Adam Buck und sein Großvater Christian Adam Epple arbeiteten im Dorf als Küfer. Der Sohn Walter Buck mußte 1986 den Küferberuf aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Heute im Zeitalter der Plastikfässer hat das Küferhandwerk seine einstige Bedeutung im Dorf verloren.

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