Östringen in alten Ansichten

Östringen in alten Ansichten

Auteur
:   Josef Hartlieb
Gemeente
:   Östringen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3399-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Östringen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Was soll unsere Bilder- und Ansichtensammlung? Viele Besucher unseres Heimatmuseums munterten mich auf, die gesammelten Bilder in einem Buch zu veröffentlichen, um damit auf die für die Ortsentwicklung wertvolle Sammlung aufmerksam zu machen und zu der Vervollkommnung sowie zu weiteren Bild-, Buch- und Sachspenden anzuregen. Ein entsprechendes Druck-Angebot der 'Europäischen Bibliothek' in Zaltbommel (Niederlande) macht die Verwirklichung des Gedankens möglich.

Östringen ist durch Industrialisierung und Eingliederungen eine andere, eine größere und modernere Gemeinde geworden. Die Finanzkraft macht es möglich, neben den gut ausgestatteten Grund- und Hauptschulen, ein Gymnasium, eine Realschule und eine Musikschule sowie weitere Einrichtungen auf den Sektoren Sportstätten und Fremdenverkehr entsprechend einer modernen Kleinstadt von über zehntausend Einwohner zu erstellen und zu unterhalten. Ein großzügiger Flächennutzungsplan über 5 322 Hektar weist genügend Flächen für Industrie, Landwirtschaft, Handwerk, Gewerbe und Erholung auf. Alle haben eine Aufschwung erlebt. Die Landwirtschaft ist intensiv, spezialisiert und produktiv geworden. Ihre Spezialgebiete sind Weinbau (221 Hektar), Getreideanbau, Viehhaltung und Schweinezucht. Einst urn-

faßte der Einzelbetrieb bis zu fünf Hektar; heute sind es fünfzig Hektar, die eine landwirtschaftliche Familie bewirtschaftet. Die Landwirtschaft ging nicht zurück, beschränkt sich aber ohne Schaden auf einen kleineren Personenkreis. Infolgedessen hat sich das Ortsbild gründlich geändert. 'Wie es einmal war', das für alle Ortsteile zu zeigen, soll die Aufgabe und der Zweck dieses Buches sein.

Seit es Fotografie gibt, haben sich viele Bilder von Personen und Sachen angehäuft. Das Gedenkwürdige sei hier festgehalten. Bilder von manchen uns wichtig erscheinenden Vorkommnissen und Sachen sind trotz intensiver Bemühung nicht mehr aufzutreiben. Andere Bilder sind sehr zahlreich in vielen Variationen vorhanden, so daß eine Auswahl getroffen werden mußte. Es ist kein Geschichtswerk in Bildern, was im Buch geboten ist, sondern schlicht eine ausgewählte Zusammenstellung von Bildern aus der reichen Vielfalt einer Zeitepoche.

Alt-Östringen und Alt-Odenheim, erstmals 764 und 769 in der Geschichte genannt, haben in ihrer Struktur viel Gemeinsames. Straßen und Häuser besaßen bis in jüngere Zeit mittelalterlichen Charakter. Enge Gäßchen, alte Beschriftungen und behauene Steinquader zwischem gewöhnlichen Mauerwerk aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg sind typisch. Die

tausendjährige geistliche Herrschaft von Bischöfen und dem Kloster Odenheim hat ihre Spuren hinterlassen. Denken wir dabei nicht nur an die Kirchen, Kreuze und Bildstöcke, sondern auch an die vielfältige gewerbliche Tätigkeit des Klosters Odenheim, das zum Beispiel in Östringen drei Mühlen erbaut und gegen einen geringen Bodenzins an Bürger in Erbpacht abgegeben hat. Um aus der Enge der alten Festungsmauern herauszukommen, hat Östringen im Jahre 1838 Häuser aufgekauft, Vorgärten (Krautgärten) entfernt und außerdem dreißigtausend Gulden für den Ausbau der Hauptstraße und der Straßenführung Langenbrücken-Aglasterhausen beigetragen. Die Gemeinde hat sich so den Anschluß an das große Verkehrsnetz des Landes erkauft.

Schon 1790 hatte Östringen eine kleine Wasserleitung mit normalen Druckverhältnissen, ihre hölzernen Deicheln wurden 1845 durch eiserne ersetzt und 1884 wurde die Hochdruckleitung hergestellt.

In beiden Gemeinden beschäftigte die Zigarrenindustrie seit 1860 je über eintausend Arbeiter und Arbeiterinnen. Man nennt diese Zeit bis 1914 'eine Zeit des bescheidenen Wohlstandes'. Zeugen sind größere Bauwerke: dreizehn Zigarrenfabriken und einige im Jugendstil erbaute Fabrikanten- und andere Villen, sowie Arbeiterwohnhäuser des damaligen Stils.

Die Orte Eichelberg und Tiefenbach gehen auf das 12. und 15. Jahrhundert zurück. Beide sind Weinorte. Mit Östringen bestanden schon immer familiäre Beziehungen.

Die im Buch wiedergegebenen Ansichten sollen für sich selbst sprechen, nicht alles ist erläutert. Da nicht alle Namen beigefügt werden können, soll - außer in besonderen Fällen - die Namensnennung ganz unterbleiben. Interessenten mögen im Heimatmuseum rückfragen. Dank sei an dieser Stelle allen gesagt, die dem Heimatmuseum Bilder und Ansichtskarten, aber auch Schriften und Gegenstände zur Verfügung gestellt haben. Ihnen allen sei dieses Buch gewidmet.

In dem Bildband soll der ältere Betrachter Sachen finden, die er selbst noch kennt und von denen er sagen kann: 'Ja, so war es!' Die Jugend und die Neuankömmlinge werden sehen können, wie der Ort vor fünfzig Jahren aussah, um sich ein Bild zu machen von der Gesellschaft und der Arbeit jener Tage, Problemen und Dingen, von denen sie oft hören, und von Dingen, deren Bedeutung ihnen bisher unbekannt ist. Der geschichtlich Interessierte wird alte Baukunst, Ortsentwicklung und Stil finden, die seiner Fortbildung dienen.

1. Ankunft in Östringen von Westen her. Dieser Anblick bot sich dem von auswärts ankommenden Reisenden in den Jahren 1900 bis 1950. Die grofsen Bäume und das viele Grün an der Straße und bei den Häusern imponierte. Im August 1946 brachte ein neu ankommender Heimatvertriebener seine Gefûhle zum Ausdruck, indem er sagte: 'Hier gefällt es mir, da möchte ich gerne bleiben.'

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2. Kirche, Rathaus und Schule um 1905. Auf dem Platz vom heutigen Schuhhaus Waas und gegenüber befanden sich damals zwei alte zwejgeschossige Giebelhäuser, die um das Jahr 1910 abgebrochen wurden. Um die Kirche herum waren noch keine Bäume, Wo am Schulhaus und Rathaus Vorhänge zu erkennen sind, befanden sich Privatwohnungen dahinter.

Gruss aus Oestringen

Total-Ansicht

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3. Neben der Kirche, dem Rathaus und der Schule hatte seit Aufkommen der Zigarrenindustrie das Postamt seine Bedeutung, denn die Umsätze gingen dank der Zigarrenindustrie in die Millionen. Praktisch gesehen hat sich der Postkundendienst seit 1880 wesentlich verschlechtert, denn damals wurde die Post zweimal am Werktag und einmal am Sonntag ausgetragen. Folgende Tatsache möge der Nachwelt erhalten bleiben: Vor und nach 1800 gab es in der Ortsmitte eine Postpferdewechselstation - zwischen Hauptstraße und Mühlbach im Haus der heutigen Volksbank. Die Alten erzählten, daß sich Flüchtige - solche, die dem Kriegsdienst entgehen oder wegen eines Deliktes ins Ausland wollten hier verborgen hielten und die Häscher sie in den Versteeken des Hauses nicht auftreiben konnten. Sie fanden mit der Pferdepost den Weg ins Ausland und auch nach Übersee.

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4. Die einstige Östringer Pfarr- und Wehrkirche. Die zu kleine und baufällige Pfarrkirche wurde im Jahre 1892 abgebrochen, um auf dem Platz die neue Kirche errichten zu können . Bekannt ist der Kampf der 'Schwarzen' und der 'Roten' um den neuen Standort, die Roten um den Bürgermeister Rotherrnel und die Schwarzen um den Pfarrer Stang. Sieger blieben die Roten, weil sie schneller waren, die alten Häuser um den Platz aufkauften und abbrachen. Pfarrer Stang nahm seinen Abschied, zum Bedauern der ganzen Gemeinde. auch der Roten! Die äußere Festungs- und Kirchhofmauer war bereits 1810 abgebroehen worden. Die Wehrkirche ist zu erkennen an den kleinen Fenstern (Schießcharten) nach der Nordseite und normale Fenster auf der Ortsseite. Außerdem Ist in alten Schriften bezeugt, daß sich die Bevölkerung beim Herannahen des Feinds hinter die Kirchhofrnauer zurückzogen. Durch einen Gang zum Wallgraben gelangten sie ins Freie.

Mit der Wehrkirche die 1492 geweiht ist, war das Marktrecht verbunden. Somit ist das Marktrecht zurück bis 1492 nachgewiesen.

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5. Fotografie vom neuen Schulhaus 1876. Die Auseinandersetzung, wo und wie das neue Schulhaus gebaut werden sollte, dauerte rund vierzig Jahre. Dann beschlossen die Gemeindeväter, großzügig und im Bliek auf die Zukunft zu bauen. Das Haus erhielt genügend Schulräume fiir sechshundert Schüler und drei Wohnungen fiir zwei Hauptlehrer und einen Unterlehrer. Spater reichten die Räume fiir neunhundert Schüler aus.

6. Dieses alte Haus von 1616 mag einmal als Schulhaus und Lehrerwohnung gedient haben. Das Obergeschoß ragte über das Erdgeschoß vor und auf zwei Hofseiten befand sich eine umlaufende Galerie. Zwei Hauseingänge beweisen den Doppelzweck des Hauses. 1788 tauschte die Gemeinde ihr damaliges Schulhaus im 'Hintergäßel' gegen ein Gebäude in der Marktstraße (heute Hauptstraße 113). Möglicherweise diente das Haus zeitweise als Wirtschaft 'Zum Kopf", (lm Gegensatz zu anderen Gasthäusern ist allerdings ein solches in den alten Akten nie genannt.) Man beachte die 'Neidköpfe' an der Hausfront. Neidköpfe sind menschen- oder tierähnliche Köpfe an Häusern zur 'Abwehr von Därnonen',

7. Volksschule 1900 - 1903 mit Lehrer Reinfahrt. Man glaubt fast, einige Gesichter zu erkennen, denn die Art ist erhalten! Die Kleidung und Aufmachung ist anders geworden: Die Mädchen mit langem Kleid, das Haar fest gestriegelt, und mit hohem Schuhwerk. Die Knaben mit Kragen und Krawatte, die Haare kurz. Es sind kaum fünfundsiebzig Jahre her!

8. Weißer Sonntag 1915 und Pfarrer Hettler. Für die Kleidung gilt, was schon gesagt ist. Die kleinen Madehen ohne Kerzen waren Begleiterinnen der Erstkommunikanten und wurden die Engel genannt. Damals fand die Erstkommunion nach der Schulentlassung im Alter von fünfzehn Jahren statt.

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