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Fragmenten uit het boek ''

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59. In ihrem Gutachten zu der Villa Schaub schreibt Prof. Dr. Kr. Hartmann: Die Stadtvilla, das vornehme Stadthaus, wurde nach der klassizistischen Überlieferung von Achsialität, hohem Repräsentationsanspruch im Aussen- wie im Innenausbau geprägt. Die Hauptzugangsachse eines solchen Baus war in der Regel die mittlere Zentralachse, die im Baukorper metst durch eine RisalitBetonung (als hervortretender, durch Architekturglieder wie Säulen oder Pilaster besonders ausgezeichneter Bauteil) aufgenommen wurde. Die romantische Bewegung des frühen J9. Jahrhunderts griff gotisierende Gestaltungsprämissen (in der asymmetrischen Fassadengestaltung, dem freien Grundriß) auch fûr den Villenbau auf Nebeneinander entstanden Villen der einen oder anderen Stilrichtung. Es hing von der Vorliebe und der Einstellung des Bauherrn ab, ob er sich der einen oder anderen Richtung zuwandte. Hier im Bild die Villa des Fabrikanten Jodokus Schilgen.

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60. Am 7. Juli 1887 wurde der Antrag des Kaufmanns Stephan Schilgen zur Neubebauung des Grundstücks Kirchstraße 40 in Emsdetten öffentlich bekanntgemacht. Nach einem Entwurf des Architekten Wilhelm Rincklake wurde eine zweigeschossige, freistehende Putzbau-Villa unter flach geneigtem Walmdach errichtet. Schon 1903 wurde die Villa nach einem Entwurf des Architekten H. Holtmann vergrötsert, sie erhielt ihr jetziges Aussehen. An der Westfassade fügte man einen Anbau an, der das Volumen des Gebäudes um nahezu 1/3 vergrößerte. Der Haupteingang wurde nach rechts verschoben und in den Anbau verlegt. Der von Rincklake vorgegebene Verputz, im Erdgeschoß mit Bossenrnauerwerkrnuster und im Obergeschoß flach, wurde konsequent weiterverwendet. Die klassizistischen Baugliederungselemente profilierte Gesirnse am Sockel, an den Fensterbänken, zwischen den Stockwerken und unter dem Dach, die dem Baukörper eine starke horizontale Wirkung verleihen, die ursprünglichen Diamantquader, Rosetten und Konsolen auf den Fensterbrüstungen, die architravierten Fenster- und Türöffnungen, teilweise unter geraden profilierten Gesimsen, teilweise unter profilierten Fenstergiebeln - wurden ebenfalls im neuen Teil angewendet.

61. Da die Bauern wegen der wenig ertragreichen Landwirtschaft in der Haus- und Lohnweberei einen Zuverdienst suchten, wurde die Textilbranche in Emsdetten schon seit dem Mittelalter ansässig. Nachdem Emsdetten 1855 an das Eisenbahnnetz angeschlossen war, nachdem sowohl Anfuhr von Rohprodukten wie Abfuhr von Fertigprodukten dadurch gewährleistet waren, siedelten sich nach 1856 die ersten Fabriken an. Hauptabnehmer der Emsdettener Textilwaren, vor allem Jutesäcke, waren die Produktionsstätten des rheinisch-westfälischen Industriegebietes und die Post. Im Bild eines der letzten alten Ackerbürgerhäuser an der Borghorster Straße, bereits eingerahmt von massiven, zweigeschossigen Ziegelbauten, im Hintergrund die Jute-Weberei und -Spinnerei Schilgen.

62. Ein Bliek in die Wilhelmstraße (Alte Stiege) zeigt auf der linken Seite die Häuser der Familien Lohmeier, Berger-Trelle, Schipp (heute B. Wälte) und das heute zu Deitmars Hof translozierte Wannenmacherhaus Löbbel (Piep-Ohms), welches dort als Wannenmachermuseum mit zum Teil originaler Einrichtung der Nachwelt die Fertigungsweise der Wanne nachvollziehbar und anschaulich machen soll, die einstmals einem Großteil der Bevölkerung Emsdettens die Haupteinkünfte erbracht hat. Mit dem Wannenmachereisen und dem Weberschiff - den heraldischen Symbolen im heutigen Stadtwappen - schufen sich die 'emsigen' Bewohner Erwerbsquellen, die den Familien durch zusätzliche Einnahmen ein besseres Leben ermöglichten.

63. Zur Anfertigung einer Wanne benötigt der Wannenmacher das Holz von Weiden (Weidenruten und Weidenbäume). Den ganzen Tag sitzt er auf der 'Wannendüör', einer niedrigen Platte, und handhabt sein Hauptinstrument, das 'Tünisen'. Zuerst wird der 'Middelpennig' gelegt, das Herz der Wanne. Hier herum legt nun der Wannenrnacher in einer kunstvollen Verflechtung einen Kranz von Weiden, eine Arbeit, die er 'Tunen' nennt (Tun=Zaun), also eine Art Verflechtung wie bei einern Zaun. Das 'Staben', die Versteifung der Wanne, ist die Arbeit eines Meisters. Man legt um den Rand der Wanne einen kräftigen Weidenstab und befestigt an ihm die 'Aöhen' (Hanteln). Bis eine Wanne das Aussehen hat, wie es im Bild hinten an die Wand gelehnt zu erkennen ist, vergeht noch eine Menge an Arbeitsgängen.

64. Eine vollständige Umwälzung im wirtschaftlichen Leben Emsdettens brachte der Bau der Eisenbahn 1855 und die fast gleichzeitig erfolgte der ersten Fabriken (Spinnereien) durch alteingesessene Handelshäuser. Die Handweberei, die sich anfangs gegen die Maschinenarbeit durchzusetzen suchte, konnte sich auf Dauer nicht mehr halten. Der altbekannte Emsdettener Webstuhl (Tau) war in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts bereits eine Seltenheit geworden und ist heute nur noch im Museum zu besichtigen. An Holzschuhmachern, wie im rechten Bild zu sehen, gab es in der Gemeinde Emsdetten im Jahre 1905 drei Handwerksbetriebe und drei Holzschuhmachermeister,

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65. Die Rheiner Straße, die damals noch Neustraße hieß, zeigt im Jahre 1900 auf der linken Straßenseite das Haus Lammers (Lammers Jöstken), wo sich heute das Radio-Fachgeschäft Schmedding befindet. Wo wir heute die Buchhandlung Martin Robert kennen, hatte früher der Schlachter Heinrich Jürgens seine Besitzung. Das nächste Haus gehörte Beckmann, heute Wäschehaus Sautmann. Dann folgen die Häuser Ohde, heute Bäckerei, Georg Bröker, heute Dr. Deitmaring, die Bäckerei Vehoff, Heilers, Wermert, Küster Beike, Lauscher und Bunke. Auf der anderen Straßenseite lagen die Besitzungen Book (Rauen) und Teupe (Tinks Settken), heute Dr. Hagedorn. Bäume und breite Gehsteige haben heute dem Verkehrsmittel Auto Priorität einzuräumen, zurecht?

EMSDETTEN, NEU TRASSE.

66. Etwa gleich alt wie die vorherige Ansichtskarte ist diese von der Neustraße aus umgekehrter Richtung. Auf der linken Seite lud vor dem Fachwerkhaus Teupe eine umpflanzte Nische mit Bank und Tisch zum Verweilen ein. Gegenüber standen schon die hohen neoklassizistischen Häuser mit Putzquaderung von Beckmann (später Sautmann) und Robert. Die ganze linke Neustraße in Richtung Dorf war mit Bäumen geschmückt und gab selbst für Fuhrwerke noch einen Abstellplatz. Heute ist es hier kahl geworden, Fahrzeuge haben das Alltagsbild übernommen.

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67. Kurz nach 1900 kam diese Karte als kolorierte Post

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